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Montag, 12. Oktober 2020

Millionen Russen nahmen Kredite von Zinssätzen zu 350 % auf

Erschreckend wie grassierende Blödheit die Massen beherrschen kann, zeigt ein Blick auf Entwicklungen im russischen Finanzmarkt. Russische Mikrofinanzunternehmen verzeichnen erneut einen Anstieg der Kreditnachfrage, deren durchschnittlicher Zinssatz zum Ende des zweiten Quartals 348 % pro Jahr betrug.

Mikrokredite zu erschreckenden Konditionen wurden in millionenfacher Ausgabe an die ärmsten Russen vergeben, die auf gar keinen Fall die Bedingungen erfüllen können. Das bezeugt natürlich eine enorme Verzweiflung bei den Menschen, das ihr rationales Denken ausschaltet. Das Nationales Büro für Kreditgeschichte verzeichnete 1,5 Millionen Zahltagdarlehen an Personen, denen der Zugang zum traditionellen Banksystem verweigert wird.

Die Zahl der Kredite in Höhe von bis zu 30.000 Rubel (330 €) stieg gegenüber Juli um 3,8 %, trotz der Daten von Rosstat, die von einem spürbaren Anstieg der Gehälter verzeichnen.

Nach Angaben des Ministeriums stieg das durchschnittliche Einkommen der Bürger der Russischen Föderation im August sowohl nominal (um 6 %) als auch real (um 2,2 %).

Das stärkste Nachfragewachstum an Kredithaien war in den Regionen Baschkortostan (+ 8,9 %), Wolgograd und Orenburg (8,9 % bzw. 7,2 %) zu verzeichnen.

Das Volumen der Kredite mit 90-tägiger Laufzeit stieg im August auf 61,4 Milliarden Rubel und macht fast 40 % des gesamten Kreditmarktes aus, schätzt das Kreditbüro Equifax. Bereits im August vergangenen Jahres konnten 30 % der Mikrokredite nicht planmäßig bedient werden.

Bis Ende des Jahres könnte die überfällige Verschuldung der Bürger 70 Milliarden Rubel (770 Mio €) erreichen, prognostiziert Roman Volosnikov, Generaldirektor des Nationaler Wiederherstellungsdienst. Kunden von Mikrokrediten sind in der Regel Menschen mit niedrigem Einkommen, die häufig in den von Corona-Maßnahmen besonders betroffenen Wirtschaftssektoren beschäftigt sind, erklärt er. Laut Angaben seines Dienstes gab es zum Ende des 2. Quartals 12 Mio. betroffene Russen.

"Potenzielle Kreditnehmer, die weder bei der Bank noch bei der MFO einen Antrag stellen können, werden sich an die sogenannten Schattenkreditgeber wenden, um Schulden zu machen. Das heißt, sie werden gesetzlich völlig ungeschützt und verschwinden aus dem Bereich der regulatorischen Regulierung", warnt der Nationaler Wiederherstellungsdienst auf seiner Webseite.

"[Schattenkreditgeber] arbeiten mit Kreditnehmern zusammen, die aus bestimmten Gründen möglicherweise keine so hohe Zahlungsdisziplin haben und daher häufiger in Zahlungsverzug geraten. Darüber hinaus ist ein erheblicher Teil der MFO-Kunden in genau den Tätigkeitsbereichen tätig, die in der gegenwärtigen Realität am stärksten betroffen sind - ihr Einkommen ist gesunken und es ist vielen nicht möglich, zuvor übernommene Verpflichtungen zu bezahlen", erklärt der Präsident der Nationalen Vereinigung professioneller Inkassobüros (NAPKA), Elman Mehdiyev.

Besorgniserregende Begleitumstände


Dabei kommt es zu bedrohlichen Begleitumständen, die von ausländischen Anlegern auch erkannt wurden. Ausländer, die russische Aktien abstoßen haben ein Rekordniveau erreicht. Im Zuge der Corona-Maßnahmen stieg die Kriminalität in Russland um 48 %.

Im Zuge der Corona-Pandemie ist der im Umlauf befindliche Bargeldbestand erschreckend angewachsen. Allein im März und April sprechen wir von 1,185 Billionen Rubel (13,03 Mrd. €). 

In der Regel steigt die Geldmenge in Russland für den Zeitraum von Dezember bis Januar deutlich an, wenn die Menschen Prämien, dreizehnte Gehälter und Ausgaben erhalten und der Rest des Jahres auf einem relativ stabilen Niveau gehalten wird.

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie, des Zusammenbruchs der Ölpreise und der Abwertung des Rubels im Jahr 2020 wurde diese Saisonalität jedoch gebrochen: Im März kamen 719 Milliarden Rubel Bargeld und im April weitere 493,2 Milliarden Rubel in die Wirtschaft. Der Gesamtumlauf an "Bargeld" hat ein neues Maximum erreicht - 11,7 Billionen Rubel.

Die Zentralbank der Russischen Föderation versuchte diese Entwicklung wie folgt zu erklären:

"Unter den Bedingungen erhöhter Unsicherheit zeigt die Bevölkerung tendenziell eine hohe Nachfrage nach Bargeld. Quarantänemaßnahmen könnten ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen und die Anhäufung von Barreserven für Abrechnungen während der Isolations-Phase erfordern."

Eine detaillierte Statistik selbiger Zentralbank über den Bankensektor für März, widerlegt die Erklärung jedoch. Nach Angaben der Regulierungsbehörde hat sich das Volumen der Rubel-Konten von Privatpersonen in Banken im März nicht nur nicht verringert, sondern sogar geringfügig erhöht - um 20 Milliarden Rubel auf 24,523 Billionen Rubel. Das heißt, "jemand" brachte eine Billion Rubel Papiergeld zusätzlich und ohne ökonomische Notwendigkeit in Umlauf. 

Das Bild, das die Statistik der Zentralbank in Bezug auf den Rubel der Banken zeigt, sieht "seltsam" aus, betont vorsichtig der Analyst der Raiffeisenbank Denis Poryvai. Wenn Sie den Daten der Regulierungsbehörde glauben, dann wurde der Massenentzug des "Caches" aus dem System hauptsächlich von systemrelevanten Unternehmen (Kreml-Verbindung) durchgeführt, und wir sprechen von Geldern, die in Form von Krediten gewährt wurden, um den Bankrott zu verschleiern. Die Absicht hinter dieser Politik ist, den Privatsektor möglich zu eliminieren und Staatsbetriebe der Öffentlichkeit als robust und widerstandfähig anzupreisen, womit der Übergang zum Staatsmonopol gerechtfertigt wird. 

Aus der Dynamik der Bilanzindikatoren folgt, dass "die Bevölkerung und die Unternehmen hastig Kreditlimits gewählt haben, während die meisten erhaltenen Mittel in bar abgerechnet wurden", schließt Poryvai. Neben geliehenem Geld floss ein erheblicher Teil der Mittel aus den laufenden Aktivitäten juristischer Personen in das "Bargeld", fügt er hinzu. Dieses Papiergeld ist im Umlauf, ohne das es eine entsprechende Deckung durch den Gegenwert gibt. Der Wert des Rubels wurde somit verwässert, in einer ohnehin kritischen Währungssituation.

Die Banken haben die Kreditvergabe auf Rubel erhöht, ohne neue Devisen (als Gegenwert) für Einlagen von Privat- oder Firmenkunden zu erhalten. Infolgedessen endete das Bankensystem im März mit einem Nettoabfluss der Rubel-Liquidität in Höhe von 665 Mrd. Rubel, schätzt Poryvai.

Folgemaßnahmen


Um diese Abwertung zu kaschieren und nicht als Verlust anzugeben, erhöhten über einen Monat lang die Banken ihre Schulden gegenüber der Aufsichtsbehörde um 850 Milliarden Rubel. Das Finanzministerium fügte den Banken durch Repo-Transaktionen weitere 182 Milliarden Rubel hinzu und stellte vorübergehend kostenlose Haushaltsmittel auf Einlagen. Folgerichtig wurde ein "Schwarzes Loch" im russischen Finanzsektor von rund 1 Billion Rubel gefunden. 

Die russische Regierung will die Ursache dafür nicht Publik machen, weil dann die "zentrale Intelligenz" als Verursacher oder zumindest unfähig erkannt wird. In dem Fall würde die Unterstützung der Zunahme staatlicher Kontrollen und Monopolisierungen schwinden.

Stattdessen hat der Kreml nun eine staatliche Kommission einzusetzen, um Bankiers zu suchen, die das Geld gestohlen haben. Korruption ist Russland zwar neben Matroschkas, Balalaika und Kalaschnikows eine Errungenschaft der heimischen kulturellen Vielfalt, doch in diesem Fall macht sich der Bock zum Gärtner bei der Aufklärung.

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Und im Übrigen bin ich der Meinung: Die Bundesregierung hat sowenig Klasse, die könnte glatt als kommunistische Utopie durchgehen.

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