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Donnerstag, 21. Mai 2020

Russischer EU-Botschafter betreibt Zweiter Weltkriegs-Revisionismus

Wladimir Alexejewitsch Tschischow (Bild links), seit 2005 der EU-Botschafter von RuSSland, sagte:


"... amerikanische Plan Totality [Total/Komplett] entwickelte sich auf persönlichen Befehl von Harry Truman nach den Atombombenanschlägen auf die Japaner in Hiroshima und Nagasaki im August 1945, um Atomangriffe gegen 17 große sowjetische Städte und Industriezentren durchzuführen. Ihnen folgte der Plan von CIA-Chef Allen Dulles, die darauf abzielte, die UdSSR durch Propaganda zu zerstören, Misstrauen zwischen Nationalitäten und sozialen Gruppen zu säen und die moralischen Werte der Bevölkerung zu korrumpieren."

Jedenfalls zitiert ihn so das russische Außenministerium am 12. Mai dieses Jahres. Für den vollständigen Text [wiedergegeben auf Englisch] folgen Sie bitte diesem ersten Link zum russischen Außenministerium.

Der EUobserver brachte eine Version des Textes bereits am 8. Mai heraus. Erstaunlicherweise wurde der Text an sehr entschiedenen Stellen gekürzt, sodass einige Lügen retuschiert werden, die in der russischen Version des Außenministeriums erwähnt werden (nicht jedoch in der englischen). Die Nachrichtenseite, die sich als redaktionell unabhängig darstellt und sich dem Geist einer Europäischen Union nach Vorstellungen von George Soros verschrieben hat, wurde von dessen Open Society Foundation 2014 mitfinanziert. Das ist wichtig für die Neuleser, die glauben das Open Society zum Kreml in Opposition steht.

"Am Vorabend des 75. Jahrestages des Großen Sieges im Zweiten Weltkrieg kann man oft Menschen in der EU und in Brüssel über die Notwendigkeit historischer Wahrheit sprechen hören."

So beginnt Tschischow seinen Monolog. Weiter heißt es:


"Wir könnten uns nicht mehr einig sein - sollte ein solcher Schleier nicht unwürdige Versuche verbergen, die Rolle der Sowjetunion und ihrer Nationen, die 27 Millionen Menschenleben für den Sieg geopfert haben, herunterzuspielen, den Nationalsozialismus mit dem Kommunismus gleichzusetzen und darüber hinaus die UdSSR der Verantwortung zu beschuldigen für diese entsetzliche Tragödie des 20. Jahrhunderts."
Zum einen zeigt uns dies, dass durch die Gänge des Kreml noch immer derselbe totalitäre Mief roter Faschisten weht. Was die Vertreter des Shitholecountry Rotzland stört, ist die Ernennung des 23. August, zum Gedenktag für die Opfer des Totalitarismus. Und Totalitarismus ist nun einmal eine Scherenstrategie, damals in den Variationen Braun und Rot. Heute hingegen wurde das Braun durch Grün ausgetauscht, aber der Ablauf der Strategie ist dennoch derselbe. Im Anschluss nach dem Erfolg der Scherenstrategie, die das Kräftegleichgewicht zu Gunsten RuSSland und Gulag-China verschieben soll, folgt dann die Strategie der "geballten Faust", erklärte Anatoliy Golitsyn.

Den 23. August wählte man, da dies der Tag der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes [im Jahr 1939] war.

Der Artikel widmet sich in Geschichtsklitterei und der Lobpreisung, des totalitärsten Staates der Menschheitsgeschichte: Sowjetunion. Davon abgesehen und an Erbärmlichkeit kaum zu übertreffen, legt Tschischow großen Wert darauf, die westlichen Siegermächte schlecht zu machen. Es werden auch altbekannte Lügen bezüglich der Vergiftung von Skripal und dessen Tochter, oder bezüglich des Abschusses von MH-17 über der Ukraine wiederholt.


So wird Operation Unthinkable [Operation Undenkbar] vom britischen Premierminister Winston Churchill angesprochen. Es ist kein Geheimnis, dass Churchill eine weitaus weniger gemäßigte Einstellung gegenüber dem bolschewistischen Missing Link hatte, als etwa ich. So wollte er den D-Day bereits in den Balkan verlegen, um den Vormarsch der Roten Armee nach Europa abzuschneiden. Die US-Amerikaner waren dagegen, weil sie ihre Truppen nicht für lange Zeit übers Meer schicken wollten. Darauf reagierte Churchill, im Frühjahr 1945, mit der Operation Unthinkable, der vorsah die roten Faschisten aus Europa, insbesondere Polen, zu vertreiben.

Tschischow verschweigt wohlweislich und zum eigenen Vorteil, dass die Sowjetunion alle gegenüber den Westmächten gemachte Zusicherungen brach. Dies war die Motivations Churchills gewesen. Stalin hatte freie Wahlen für die von den Nazis besetzten Gebiete versprochen. Auch hatte die Operation Unthinkable keine Unterstützung bei den kriegsmüden Briten finden können. Ohnehin wurde Churchill kurz darauf abgewählt, sodass der Plan nie in Erwägung gezogen wurde tatsächlich umgesetzt zu werden.

Die bemerkenswerteste Dreistigkeit des kommunistischen Strolches ist es jedoch den Plan Totality anzuführen, EUobserver hingegen verschweigt dies, wohl weil man annehmen musste, dass der Schwindel bei den Europäern nicht ankommt. Doch auch der Artikel des russischen Außenministeriums wurde später überarbeitet, die frühere Version erwähnte noch einen weiteren erlogenen Plan, der vom ersten CIA-Direktor Allen Dulles stammen sollte. 

In der ersten Version stand:

"Die herkömmliche Erzählung ist, dass die Rede des damaligen ehemaligen britischen Premierministers Winston Churchill am Westminster College in Fulton, Missouri, dem Heimatstaat von US-Präsident Harry Truman, am 5. März 1946 den Beginn des Kalten Krieges ankündigte. Aber es ist ein Missverständnis. Zuvor war die 1945 von Großbritannien ausgearbeitete Operation Unthinkable, die Pläne für einen Krieg vorsah, den die USA und Großbritannien gegen die UdSSR führen sollten, und der amerikanische Plan-Totality folgte, der auf persönlichen Befehl von Harry Truman entwickelt wurde, nach den Atombombenanschlägen auf die Japaner Hiroshima und Nagasaki im August 1945, und vorsah Atomangriffe gegen 17 große sowjetische Städte und Industriezentren durchzuführen. Ihnen folgte der Plan von CIA-Chef Allen Dulles, die darauf abzielte, die UdSSR durch Propaganda zu zerstören, Misstrauen zwischen Nationalitäten und sozialen Gruppen zu säen und die moralischen Werte der Bevölkerung zu korrumpieren."
Diese Dolchstoßlegende, des Kreml, ist aus mehr als einem Grund falsch. Der von Tschischow beschriebene Plan, eines Atomkrieges, war für die USA 1945 gar nicht realisierbar. 

Der echte Plan Totality sah einen konventionellen Krieg vor, im Falle, dass die Rote Armee versuchen sollte an die Atlantikküste vorzudringen und Westdeutschland, Benelux und Frankreich zu besetzen. Also ein Verteidigungskrieg. Dabei wurde die Möglichkeit erkannt, dass im Notfall auch die Atombombe eingesetzt werden kann, um den Vormarsch zu stoppen.

Die ersten Entwürfe für die Analysen, eines Atomkrieges gegen die Sowjetunion, erwähnen nirgendwo den Plan Totality, was darauf hindeutet, dass dieser Entwurf nichts mit einem Atomkrieg zutun hat. Diese Analysen waren jedoch keine aktuellen Kriegspläne, sondern sollten den Militärs lediglich eine Vorstellung geben, was für so einen Krieg benötigt wird. 

Der Ausbruch des Kalten Krieges war einzig und allein Stalins großer Verdienst und kündigte sich ab der Jaltakonferenz zunehmend an, also lange vor der von Tschischow erwähnten Churchill-Rede. Auf der Potsdamer Konferenz '45, vor dem Abwurf der beiden Atombomben auf Japan, ist der Kalte Krieg dann bereits in vollem Gange.

Doch der andere Teil, der sich angeblich auf Allan Dulles zurückführt, entspringt der blühenden Fantasie der sowjetischen Apparatschiks. Der in der Sowjetunion sehr bekannte Mythos vom Dulles-Plan, bzw. Dulles-Doktrin, ist in der westlichen Welt nahezu unbekannt. Sie basieren auf einen fiktiven Roman, der 1971 entstand, aber erst in den 1980ern in der Sowjetunion publiziert wurde, und mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder in den Blickkreis der Öffentlichkeit rückte. Der Roman beschreibt darin einen Plan, die Werte und Kultur des Arbeiter- und Bauernparadieses zu zerstören. Werte und Moral? Wer soll denn diesen Mist glauben? Schließlich sprechen die von der Sowjetunion, die nie Werte oder Kultur entwickelte, und diesen Teil der Erde in den Peripher der zivilisatorischen Menschheit entgleiten ließ. Die russische Kultur hingegen ist das Erbe des Zarenreiches.

Das Wiederaufleben des sowjetischen Schinkens lässt sich auf das Jahr 1992 zurückverfolgen und wurde angestoßen - welch unvorhersehbare Überraschung - von der kommunistischen Zeitung Narodnaja Pravda. Allerdings "vergaßen" die Genossen zu erwähnen, dass sie lediglich die besagte Fiktion des Autors Anatoly Ivanov, mit dem Titel Вечный Зов [Ruf der Ewigkeit], verarbeiteten. Die Geschichte handelt von einem Trotzkisten, der mit den Nazis kollaboriert, und anscheinend Jude ist, zumindest mit irgendeiner "jüdischen Macht" im Bunde ist.

Von da ausgehend greifen andere russische Medien die Erzählung auf. Die russische Orthodoxe Kirche griff die Sache sehr früh auf. Einer ihrer Kleriker setzt die Dulles-Doktrin mit den ebenfalls gefälschten Protokollen der Weisen von Zion in Verbindung, um damit den Niedergang der Weltmacht der Moskalzaren zu erklären. Und genau das ist eben der Sumpf, in dem sich die Apparatschiks des Kreml bewegen. Daran muss man denken, jedes Mal, wenn Angela Merkel Rotzland als unseren "sicherheitspolitischen Partner" bejubelt.

Selbst als die Geschichte in RuSSland als Fälschung enttarnt wurde, griffen die Apparatschiks weiterhin darauf zurück. Tatsächlich ist dieser Mythos unter Marxisten-Leninisten weltweit sehr beliebt und wird zur Verarbeitung ihres Traumas bezüglich der verlorenen Sowjetunion genutzt. Julie Fedor von der University of Melbourne hat sich auf solche modernen russischen Legenden spezialisiert. 

Die Hinweise auf den Dulles-Plan wurde später aus dem englischen Artikel des russischen Außenministeriums entfernt, aber in der russischen beibehalten. Hier eine archivierte Version des ursprünglichen Textes.

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Und im Übrigen bin ich der Meinung: Die Bundesregierung hat sowenig Klasse, die könnte glatt als kommunistische Utopie durchgehen.

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