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Freitag, 27. Dezember 2019

Terror in Moskau: Schüsse auf Lubjanka

Kurz vor Heiligabend fielen Schüsse in Moskau, nahe dem ehemaligen (und aktuellen) Hauptsitz der sowjetisch/russischen Geheimdienste, dem berüchtigten Folterzentrum Lubjanka. Eventuell haben auch Sie davon gehört, deutsche Medien sprachen von einem Terroranschlag.
Ein Video zum Vorfall:



Tathergang



Am Abend des 19. Dezember 2019 wurde auf Lubjanka, dem gegenwärtigen Hauptsitz des FSB, geschossen. Früher war hier bereits der KGB. Der darauffolgende Tag, 20. Dezember, ist der Gedenktag für den FSB. Erste Aussagen von Journalisten vor Ort sprachen von 3 Angreifern, was jedoch nach Intervention des FSB auf eine Person reduziert wurde. Das klingt schon mal sehr merkwürdig. Man weiß von einem toten Offizier und 5 Verletzten (darunter ein Zivilist).

Rätselraten gab es um das mögliche Motiv, es gab kein Bekennerschreiben. Die Schießerei fand nach der großen Jahrespressekonferenz von Wladimir Putin statt - zur Tatzeit war der kleine Genosse bei einem Konzert zum FSB-Tag im Kremlpalast.

Die Bolschaja-Lubjanka-Straße wurde komplett gesperrt, als gegen 18:00 Uhr die ersten Schüsse über den Lubjanka Platz dröhnten. Pistolen und automatische Waffen wurden eingesetzt. Zeugen sprachen von Schreien auf russisch, Anweisungen wurden ausgetauscht, die aber "einen Akzent" hatte. Wie dem auch sei, es widerspricht der Aussage vom Einzeltäter.

Gegen 19 Uhr war ein Großaufgebot von Polizei und Hilfskräften der russischen Garde mit der Absperrung beschäftigt. Drei Einzelschüsse hörte man, die aus einer Pistole kamen.

Gegen 19:30 Uhr erschien eine Gruppe von 15-20 schwarzvermummten Personen, ohne Identifizierungszeichen, aber in kugelsicheren Westen und mit Schutzschilden. Sie trugen weiße Bandagen auf den Schultern. Schutzhelme hatten sie ebenfalls und automatische Waffen. Sie stiegen aus dem unterirdischen Gang (der zum FSB-Hauptquartier führt) auf der Seite des Biblio-Globus-Ladens aus, und gingen in Formation über den Lubjanka-Platz und bogen um eine Ecke zum FSB-Haupteingang. Es waren keine Schüsse mehr zu hören.

Bei diesen mysteriösen Gestallten könnte es sich um Angehörige der Spezialeinheit GROM gehandelt haben. Sie wird von der Hauptabteilung zur Drogenbekämpfung im Innenministerium kommandiert. Diese Annahme wird dadurch erhärtet, dass die Chefs dieser Abteilung auf dem Lubjanka Platz komplett versammelt waren.

Von Seiten des FSB hieß es später, dass der "verwirrte Einzeltäter" bereits vor Eintreffen der Spezialeinheit liquidiert werden konnte, gegen 19:08 Uhr. Das waren dann wohl die drei Pistolenschüsse gewesen. Ist das allein schon seltsam genug, wird es noch besser dadurch, dass der FSB kein Motiv für den Angriff nennen will/kann und das Ereignis auch nicht als Terroranschlag einstuft.

Merkwürdigerweise berichtet Radio Eriwan, hier speziell RT, dass es sich um einen Terroranschlag handelt.

Und auch hier wird sich auf "offizielle Quellen" bezogen. Seltsam!
Die Moskauer Agentur berief sich auch auf Angaben des Pressebüros des FSB, als man von einem Terrorakt sprach, lässt die Nachricht später allerdings verschwinden

Was wir sagen können ist, dass sich der Vorfall innerhalb der Jurisdiktion des FSB-Kommandantenbüros zutrug, obwohl vonseiten des Innenministeriums von einem möglichen Zufall gesprochen wurde, um den Schusswechsel am FSB-Hauptquartier zu erklären. Vermutlich waren dann auch die FSB-Offiziere Zufallsopfer. Noch bedeutsamer ist, dass der FSB darauf besteht, dass bei der Liquidierung des Schützen keine Spezialeinheit zum Einsatz kam, wie es bei einem Terroranschlag üblich wäre.

Der einzige Angreifer, den der FSB zugeben will und vorteilshafterweise erschossen wurde, war überraschend in der Uniform des Wachpersonals vom FSB gekleidet. Zumindest behauptete dies der FSB, was sich später als falsch herausstellte.

Noch offensichtlicher, dass versucht werden soll etwas zu vertuschen, wurde es, nachdem REN TV ein Video veröffentlichte (Link Russisch, für's Video aber unerheblich), dass den Angreifer von Lubjanka zeigen soll und wie er getötet wurde. Anschließend wurde die Leiche still und heimlich entfernt. RBC identifiziert den Todesschuss ausführenden (wir wissen ja nicht, was wirklich vorgefallen ist) sehr wohl als Angehörigen einer Spezialeinheit. Der Hingerichtete trägt jedoch keine Uniform eines Sicherheitsbeamten. Fälscht man die Identität des wahren Täters, und gab es womöglich einen Sicherheitsbeamten als Bauernopfer an?


Der vermutete Täter


Nach Mitternacht, also bereits am 20. Dezember, nennt der Nachrichtenkanal 112 den Namen des Täters, Evgeny Manyurov gebürtig aus Moskau:



Auf VK.com wurde mit diesem Namen ein Konto gefunden, es war leer. Das einzige ausgefüllte Feld im Profil, gibt an, an der Russische Staatliche Justizuniversität ausgebildet worden zu sein. Die SPARK-Interfax-Datenbank identifiziert den Namen mit einer Person aus Podolsk, einem Kleinunternehmer, der 2015 sein Einzelhandelsunternehmen auflöste. Eine Manyurova, also eine Frau, wird auf der Teilnehmerliste eines HSE-Kurses Soziologische Analyse der Werbekommunikation genannt.



Es lässt sich jedoch keine Person mit dem Namen ausfindig machen, die unmissverständlich auf den Täter am Lubjanka Platz schließen lässt, ein Motiv liefert und erklärt woher er die Militärwaffe hatte. Ein Foto des angeblichen Täters wurde veröffentlicht:

Hier ein Foto vom Tatort:




Sowohl REN TV als auch die Komsomolskaja Prawda berichteten, dass Evgeny Manyurov als Sicherheitsbeamter arbeitete, der für die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate angeworben wurde. Doch zur selben Zeit verlautbart die Komsomolskaja Prawda, unter Berufung auf die Mutter des vermuteten Täters, Evgeny Manyurov sei seit längerer Zeit arbeitslos gewesen, aber er soll mit Arabern auf Englisch telefoniert haben.




Bleiben wir aber noch bei der Behauptung, beim Toten habe es sich wirklich um einen Sicherheitsbeamten gehandelt. Die Mutter will von der Entlassung ihres Sohnes erst am 19. Dezember erfahren haben. Da dieser nicht nach Hause kam, rief sie Arbeitskollegen an, die sie darüber aufklärten schon seit Monaten nicht mehr mit ihrem Sohn zusammenzuarbeiten. Es könnte sein, dass Manyurov stattdessen eine andere Anstellung bei der Sicherheitsfirma fand, doch warum hat er das vor seinen Eltern verborgen?



BAZA informiert, die arbeitgebende Sicherheitsfirma von Manyurov, sei Pennant Reserve. Dort war bis 2010 der Geheimdienstler Boris Beskov Mitteilhaber. Er war der Leiter der Vympel Special Forces Group, die heutige V-Abteilung des FSB Special Purpose Center, bekannt dafür "Inszenierungen" zur Beeinflussung der Öffentlichkeit zu organisieren. 



Der BAZA-Korrespondentin Anna Nikitina gelang es, noch vor den Ermittlern, mit der Mutter des Beschuldigten zu Hause zu reden. 




Doch das Interview hört plötzlich auf und 5 Stunden später meldet sie sich bei ihrer Redaktion, man habe sie verhaftet.




Sie stand unter Hausarrest und man habe ihr verboten mit jemanden zu reden, die Mutter sei von Leuten der Regierung verschleppt worden. Wohin weiß sie nicht, nur das es raus aus Moskau ging. Danach habe man die Reporterin laufen lassen.

Erst im November 2019 trat Manyurov als Waffennarr in Erscheinung. Er belegte einen dritten Platz beim Schießwettbewerb des Moskauer Stadt Schießvereins DOSAAF, für PCC Schießen (Langwaffe in FFW Kaliber)

Komsomolskaja Prawda berichtete Manyurov habe am Wettbewerb Zum Gedenken an den Leiter der Abteilung „V“ des FSB-Zentrums für Spezialkräfte, Dmitrij Rasumowski, teilgenommen. Die Mutter von Manyurov erzählte BAZAN, dass ihr 39-jähriger Sohn, unverheiratet ohne Kinder, den Sport liebte, den er seit ca. 4 Jahren ausübte. Auf Nachfrage bei Oleg Solovich, der Trainer des DOSAAF-Schützenclubs, war Manyurov allerdings erst seit drei Monaten im Sportverein und schoss sehr schlecht. In seiner Wohnung gab es ein Arsenal von Waffen, alle waren legal erworben.

Das Motiv bleibt weiter unklar, doch verdichten sich Anzeichen, dass es etwas mit Groll gegen Wladimir Putin zutun gehabt haben könnte. Inzwischen jedoch tauchten "Zeugen" auf, die behaupten, dass Manyurov Slogans des Islamischen Staates gerufen habe. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es keineswegs fest steht, dass der Tote und der Schütze vom Lubjanka Platz derselbe ist. Doch selbst wenn, werden die zwei anderen beteiligten Personen vom FSB gedeckt. 

Soweit die Situation und Sie verstehen wohl meine Skepsis, gegenüber der offiziellen Informationspolitik zum Vorfall. Sollten Sie nun eine Trauerbekundung und ein moralisches Geheuchel erwarten, so sind Sie hier falsch. Der tote FSB-Offizier und die andere 4 Verletzten interessieren mich ebenso wenig, wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt. Bezüglich des Zivilisten kann ich nichts sagen, war er Kollateralschaden? Spielte er eine undurchsichtige Rolle? Wir wissen es nicht. Doch offenbar versuchte der Vorfall entgegen den offiziellen Dementis, sich gezielt gegen den FSB (bzw. das eigentliche System der Herrschaft in RuSSland) zu richten und das entspricht nicht dem üblichen Muster des Islamischen Staates möglichst viele Unschuldige zu töten.

Wir können nicht genau sagen, was die Szenerie am Lubjanka Platz in Moskau, am Abend des 19. Dezember bedeutet. Vor allem deshalb, weil der Geheimdienst FSB die Informationen frisiert. Wir wissen auch nicht, warum man das tut, doch alles deutet auf eine Vertuschungsstraftat hin, die vom FSB begangen wurde und Manyurov zum Opfer oder nützlichen Idioten nahm. Es ist uns daher nur möglich, ein allgemeines Bild über die Verschlechterung der Situation in RuSSland und der daraus resultierenden Radikalisierung zu werfen. Selbstverständlich gilt das auch für die Situation in Deutschland und anderswo.

Radikalisierung

Korruption und Kleptokratie haben die russische Wirtschaft in fantastischem Ausmaß geschwächt, das Realeinkommen der Bevölkerung sinkt, die Steuerbelastung wächst, das Rentenalter steigt, aber all dies ist nur ein Teil des Problems.


Das zweite ist, dass es keine wirklichen Aussichten gibt, die Situation innerhalb des bestehenden Systems zu verbessern. Es gibt keine Treiber für das Wirtschaftswachstum, es gibt keine wissenschaftlichen Durchbrüche, die Bevölkerung stirbt, und Russland fällt sogar hinter Drittweltstaaten zurück. Öl und Gas sind es, die den Mafiastaat noch am Leben erhalten, aber auch die Russen von der Befreiung abhält. Es gibt kein Licht am Ende des Tunnels und kann nicht erwartet werden, und die Gründe für die Unzufriedenheit multiplizieren sich nur.

Der dritte Punkt ist, dass die Bevölkerung durch legale Methoden nichts ändern kann. Es ist sinnlos zu wählen, es ist beängstigend, zur Polizei zu gehen, es ist sinnlos, vor Gericht zu gehen, es ist lächerlich sich an die Medien zuwenden, und es ist den Wutbürgern verboten, sich auf den Straßen zu sammeln und empört zu sein.

Geldmangel, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit - hier ist die Troika-Russland in all ihrer Pracht.

Menschen können für lange Zeit getäuscht werden, aber früher oder später stellen selbst die dümmsten Leute fest, dass Milliardärsbeamte mit ausländischen Pässen sie mit patriotischen Geschichten täuschen, nur um länger am Futtertrog zu bleiben.

Menschen können eingeschüchtert werden, aber diejenigen, die nichts zu verlieren haben, die einfach keine Zukunft haben, werden immer mehr.

Menschen können von friedlichen Protesten ausgeschlossen werden, aber dann werden sie nach radikaleren Kampfmethoden für ihre Rechte suchen - und sie werden mit Sicherheit gefunden. Dies führte wahrscheinlich zu den Schüssen auf das FSB-Gebäude - eine demonstrative und wenig effektive Geste der Verzweiflung.

In der Spieltheorie gibt es eine lustige Sache - das Gefangenendilemma. Ihr Paradoxon liegt in der Tatsache, dass in bestimmten Situationen vollkommen rationale Menschen, die sich um ihr Wohl kümmern, letztendlich garantiert die Verlierer sind.

Die Macht ist jetzt in einer ähnlichen Falle in RuSSland, außer dass sie gegen sich selbst spielt. Nachdem sie die Unzufriedenheit der Russen provozierte und mit Protesten konfrontiert worden war, stand sie vor der Wahl, diese Proteste niederzuschlagen oder nicht.

Wenn die Proteste nicht unterdrückt werden, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit ihrer Ausweitung. Und wenn sich eine kritische Masse der Bevölkerung auf sie einlässt, treten Polizei und Armee entweder an die Seite des Volkes oder erweisen sich als machtlos, und die Machtverhältnisse werden sich ändern. Dies bedeutet wiederum Gerichte, Anlandungen, Beschlagnahmungen, internationale Durchsuchungen und Enttäuschungen in Bezug auf diejenigen, die bereits daran gewöhnt sind, sich als "Herren des russischen Landes" zu betrachten.

Wenn die Proteste nacheinander niedergeschlagen werden, die Oppositionellen getötet und inhaftiert werden, wird die Opposition früher oder später wirklich verschwinden und an ihrer Stelle wird es zuerst Widerstand und dann einen bewaffneten Untergrund geben. Es wird etwas länger dauern, aber anstelle von Illustrationen und Demonstrationen wird es Pogrome und Exekutionen geben.

Der Kompromiss besteht darin, die Muttern festzuziehen und dann leicht zu lösen - ändert nichts grundlegend: übermäßiger Aufwand mit einem vorhersehbar mageren Ergebnis.

Das Problem der Machthaber im Regime ist, dass die Energie nicht verloren geht, solange sie sich nicht entladen kann. Taschensoziologen werden Putin über seine große Unterstützung der Bevölkerung informieren, Rosstat wird das BIP-Wachstum erhöhen, Medien werden blühende Landschaften zeigen, und der Siloviki (Scheinliberale/Staatskapitalisten, die den Ausdruck im Ausland aufrecht halten sollen, RuSSland habe einen freien Markt) mit der Sturheit eines Wahnsinnigen wird bei jedem neuen Zusammenprall der Streitkräfte nach "einer Spur von Fremdheit" und einer "Provokation des Außenministeriums" Ausschau halten - na ja, den ein Volk, das ein so hohes Lebensnoveau hat, wie die Russen, warum sollten die wohl gegen den Beamtenapparat protestieren?! Im Denken dieser Monströsitäten wird es daher immer auf Anstiftung durch die CIA hinauslaufen (siehe Hongkong).

Selbst wenn alles zusammenbricht, sind die meisten führenden Politiker des Landes fest davon überzeugt, dass es jemand von außen (meist Wallstreetbanker und Zionisten) war, der sie ausgetrickst habe hat, und nicht sie selbst, die dieses Loch mit eigenen Händen gegraben haben.

Die Behörden selbst sind für den Lubjanka Vorfall und zukunftige verantwortlich: Putin, der diese ganze Vertikale der Politik geschaffen hat; Abgeordnete, die die Wahl des Volkes gestohlen haben; korrupte Regierungsbeamte, die mitten in einem armen Land plündern; Richter verteilen Strafen für Tweets und Pappbecher; bezahlte Propagandisten, die aus ihren italienischen Villen kommen, erzählen uns von den Schrecken des Westens. 

Das Gefangenendilemma beruht auf einem Mangel an Kommunikation und Vertrauen zwischen den Spielteilnehmern. Das Dilemma des Tschekisten ist genau das gleiche. Die Behörden hören nicht und verachten ihre Leute, was bedeutet, dass sie früher oder später verlieren, und versuchen werden, dass Spiel neu zu starten, wenn sie das Volk nicht davon abhält.

... und im Übrigen bin ich der Meinung, Epstein did't kill himself.

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