Sonntag, 7. Juli 2019

Zur Lage in Hong Kong: Es steht offen, wie Peking reagieren wird.



Der befürchtete Putsch blieb vorerst aus



Nach einer symbolischen Verwüstung des Legiskativrates von Hong Kong, durch den Widerstand gegen die rote Diktatur, in der vergangenen Woche, haben die gemäßigten Kräfte einen von Peking organisierten Putsch befürchtet. Bei der Rückgabe der ehemaligen britischen Kolonien 1997, garantierte Gulag China diverse Sonderrechte den Hong Kong Chinesen für 50 Jahre, um den Totalitarismus fernzuhalten. Doch Peking verliert das Interesse, sich an die Abmachung zu halten, da man unbeschränkten Zugriff auf das Vermögen Hong Kongs will. Die staatlichen Medien nannten die Rebellen bereits "Ultra-Radikale", die "mutwillig zerstören", doch angesichts der Machtübernahme durch einen roten Totalitarismus kann man natürlich überhaupt nicht radikal genug sein. Natürlich wurde mit Verhaftungen reagiert.


Separieren der Reaktion


Es sieht ganz danach aus, als verfolge Peking den Plan radikale Aktivisten zu isolieren und die Reaktion zu separieren. Die Unruhen waren der Höhepunkt nach drei überwältigenden und friedlichen Protestmärschen (9. und 16. Juni, sowie 1. Juli), als Reaktion auf ein neues Gesetz, dass es erlaubte Hong Kong Chinesen an die kommunistische Repression auszuliefern. Inzwischen wurde das Gesetz wieder suspendiert, offenbar hatte man angenommen, dass die Bewohner von Hong Kong in genauso einem Tiefschlaf sind, wie der deutsche Michel, und nicht die rasante Ausbreitung kommunistischer Metastasen bemerkt. 



Hong Kongs Widerstand, politisch, jung, anti-kommunistisch


Insbesondere die Hong Konger Jugend steht an vorderster Front im Widerstand. Die Frage ist, wie wird Peking reagieren? Die kampfbereiten Rebellen verfügen flächendeckend über Sympathisanten, die den Kampf insgeheim unterstützen und das gilt auch bezüglich der Festlandchinesen.



Gegen die genehmigte Demonstration vom 16. Juni wurde mit Reizgas und Gummigeschossen vorgegangen.



"Sie haben mir beigebracht, dass friedliche Proteste nicht funktionieren."




Die 5. Kolonne am rotieren


Die 5. Kolonne der Kommunisten hingegen versuchen das Bild eines tobenden Mobs in den Medien zu erzeugen, doch diese Propaganda ist rigoros gescheitert. Alle wissen, dass der Vandalismus nur symbolisch war und das Singen christlicher Lieder erschreckt Chinesen in Hong Kong nicht so sehr, wie die Kommunisten es in Panik treibt. Die gesamte Intellektualität von Hong Kong, einschließlich die Leitung der Universitäten und einige Vertraute der umstrittenen Regierungschefin der Stadt, Carrie Lam, stellten sich gegen die Verhaftung der Rebellen.

Mehrere europäische Regierungen (die üblichen Verdächtigen) stellten sich demonstrativ auf die Seite Pekings und verurteilten die Aktionen der Hong Kong Chinesen. Wohingegen der britische Außenminister Jeremy Hunt Warnungen an Peking und Lam richtete, dass sie ihr weiteres Vorgehen gut überdenken sollen. Lam reagierte darauf, ein privates Treffen mit mehreren rebellierenden Gruppen anzubieten, zu Gesprächen unter Ausschluss der Medien. Im gleichen Moment verurteilte sie erneut die Aktionen. 




Wenn sich ein schwacher Regierungschef zwischen den Interessen des Volkes und denen einer dominanten ausländischen Macht gestellt sieht, dann kann es eine hilfreiche Strategie sein, sich öffentlich im Interesse des aggressiven Feindstaates zu äußern, inoffiziell jedoch den Widerstand zu unterstützen. Dies kann geschehen, unter dem Aspekt, die Schlüsselrolle weiter zu besetzen und somit wertvolle Informationen über die Bewegungen des Feindes zu erhalten. In der Öffentlichkeit wird dies allerdings nicht bekannt und die entsprechende Person kann als Kollaborateur aufgefasst werden, da der geheime Anteil seiner Arbeit nicht bekannt ist. Ob dies tatsächlich auf Carrie Lam zu trifft ist fraglich, da sie sich gegen das beanstandete Gesetz zur Auslieferung von Hong Kong Chinesen an Gulag-China nicht einmal ansatzweise wehrte. 


Peking provoziert Ausschreitungen



Es war Peking selbst, die den Kreis eines Systems von Unterdrückung, Ausbeutung und Denkverboten immer enger zog und damit Feuer an das Pulverfass legte. Und das erklärt dann auch sehr deutlich eines der Graffitis, die die Aufständischen im Legislativrat hinterließen:
"Sie haben mir beigebracht, dass friedliche Proteste nicht funktionieren."
Die Jugend Hong Kongs ist traditionell nicht rebellisch und interessiert sich für Computerspiele, doch die Zustände in der einst reichen demokratischen Kultur sind inzwischen so unerträglich geworden, dass alle die Repression, Bevormundung und Verlust ihrer Lebensweise und Identität wahrgenommen haben. Die Roten stehen hier nicht gegen ein paar Krawallmacher, sondern gegen die gesamte Bevölkerung der Millionenmetropole. Und in Macau (ehemals portugiesische Kolonie) ist die Situation ähnlich, der Widerstand der beiden Städte war von Anfang an verbunden. 


Die Formierung des chinesischen Widerstandes in Hong Kong


Im Jahr 2012 haben die Roten begonnen die "nationale Bildung" massiv in Angriff zu nehmen, was man nicht als Förderung traditioneller chinesischer Kultur verstehen darf, sondern als eine Art Kulturrevolution des Marxismus-Maoismus. Es ist eine kommunistische Gehirnwäsche und Umerziehung, die in Hong Kong nicht so erfolgreich funktionieren will, wie in Deutschland. 

In diesem Jahr traten erstmals neue junge Widerstandsführer in Erscheinung, die politisch sehr gebildet waren. Ich erinnere zum Beispiel an Joshua Wong und die Occupy-Demonstrationen von 2014, als Peking die Wahlen in Hong Kong manipulieren wollte. Das Hong Kong noch nicht im roten Einheitsbrei der Volksrepublik unterging, ist vor allem einer hellwachen Bevölkerung zu verdanken, die sich der kommunistischen Bedrohung bewusst ist und mit Argusaugen jede Bewegung der Roten verfolgen.


In der Nacht leuchteten die Demonstranten mit ihren Handys.

Hong Kong Chinesen fühlen sich nicht wie Festlandchinesen


Viele dieser jungen Rebellen wurden nach der Übergabe der Stadt durch die Briten volljährig, sie haben sich London nie verbunden gefühlt, allerdings sich weiterhin Bindungen zum Festland verweigert, sodass sich in Hong Kong eine eigene Identität entwickelte. Die ununterbrochen Versuche Pekings, diese Identität zu zerstören, wird in Hong Kong   wahrgenommen, wie der Angriff eines ausländischen Feindes. Die Versuche der Roten, medial das zu erreichen, was sie "ideologische Konformität" nennen, erzeugte im Gegenteil einen härteren Widerstand. Und eben diese Generation wird die künftige Führung der Stadt bestimmen.


Verstärkte Unterdrückung brachte keinen Erfolg


Die 5. Kolonne hatte gehofft, dass der Widerstand unterdrückt werden kann, nachdem, im Anschluss an die Occupy-Proteste, der rote Unterdrückungsapparat verstärkt wurde. Viele der Anführer, einschließlich Wong, wurden verhaftet, andere erhielten das lebenslange Verbot zur politischen Betätigung. 

Doch das Bewusstsein, über die Bedrohung durch die marxistische Pest, führte zu neuen Impulsen beim Widerstand, die Lücken in den Reihen schlossen sich und die Bereitschaft, sich zu wehren weitete sich unter der ganzen Bevölkerung aus. Eine für Deutsche und ihrer Mentalität von Staatskult und Untertan vollkommen unmögliche Entwicklung. Die ganze Szene, des von der deutschen ReGIERung als Widerstand, bezeichneten Zeugs, die ich mir anschaute, bestand hauptsächlich aus Ahnungslosen bis selbstverliebten Egozentrikern, deren Vorstellung von einer "deutschen Sache" nur in der eigenen Selbstdarstellung und Aufstieg zum verehrten Volkstribun der Massen bestand. Mit anderen Worten, alles machtgeile Scheiße, gepaart mit Inkompetenz!

Der Gedanke, an eine unabhängige Nation in Hong Kong, führte zur Allianz zwischen jungen Idealisten und pragmatischen Geschäftsleuten, die bisher versuchten sich aus der Politik raus zu halten.


Die 2. Generation des Widerstandes


Nun hat eine neue und stärkere Generation des Widerstandes das Schlachtfeld betreten, die strategisch ihre Proteste organisiert, trotzdem die Anführer von 2014 teilweise noch immer im Gefängnis sitzen. Und man ist sich der Gefahr durch das Unterdrückungsregime bewusst. 

Unterdessen reagiert Peking mit demselben Geleier von Standartbeschwerden, Empörung über voreingenommene ausländische Medien und negative westliche Einflussnahme, die die Proteste in Hong Kong künstlich erzeugt. Weil ein Totalitärer niemals verstehen wird, warum der ureigenste Instinkt des Menschen nicht der Wunsch nach Kommunismus ist, sondern nach Freiheit.

Ohne Zweifel werden die Kommunisten versuchen, den Widerstand mit härteren Maßnahmen zu unterdrücken und sie werden von Lam eine härtere Gangart fordern. All das wird den Widerstand zunehmen militarisieren. Ist auch die einzige Sprache, die Totalitäre verstehen.



Die Strategie des Widerstandes


Die Strategie des Widerstandes ist erstaunlich ausgeklügelt und variabel, mit großem Potenzial der Täuschung. Ja klar, wir reden von Asiaten und keine verblödeten Germanschewiki.

Während die Radikalen mit einem Fahrzeug den Eingang zum Legislativrat aufbrachen, um sich Zugang zu verschaffen, marschierten einen Block weiterer Hunderttausender friedlich im Protest. Diese Zweiteilung war nicht Zufall, sondern bewusst gewählt, um das System der Polizei zu überlasten. Diese waren so sehr mit der Menschenlawine in den Straßen beschäftigt, dass sie keine Möglichkeit hatten, auf die Radikalen zu reagieren. 

Durch die Zweiteilung der Aktion und Führung, gelang es den Roten nicht, das angestrebte Bild zu erzeugen, dass die Radikalen und friedlichen Proteste in einen Topf werfen sollte, um generelle Maßnahmen der Unterdrückung zu rechtfertigen. Deshalb wurde der Ablauf der Märsche von Civil Human Rights Front, einer Gruppe von hauptsächlich zivilen Freiwilligen, überwacht. Die Märsche begannen am Victoria Park und führten zum Legislativrat auf beinahe direkten Weg, durch die Stadtteile Causeway Bay, Wan Chai und der Admiralität im Finanzzentrum von Hong Kong. 

Die Märsche, an denen Rentner und ganze Familien mit Kindern teilnahmen, sollten der Weltöffentlichkeit den Widerspruch von Realität und kommunistischer Propaganda, über die Harmonie zwischen Peking und Hong Kong, offenlegen. Das war auch erfolgreich, weshalb beim zweiten Marsch die Polizei gegen die erlaubte Demonstration mit Tränengas und Gummigeschossen vorging. Die Demonstranten wurden umgehend aggressiver und blockierten die Straßen um den Legislativrat, was den Verkehr in Hong Kong zusammenbrechen ließ. 

Die Botschaft war überdeutlich: 
Entweder ihr gibt dem Willen des Volkes nach, oder es wird was Schlimmes passieren.

Die Demonstranten waren überaus gut organisiert, sie hatten nicht nur Schutzbekleidung gegen Tränengas und Pfefferspray dabei, sondern brachten Nahrung mit, um sich auf längere Blockaden einzustellen. Die Polizei sprach von Aufrührern, doch schließlich wurde die Abstimmung um das Auslieferungsgesetz verschoben.  


Die ReGIERung eskaliert die Situation


Als Carrie Lam das Gesetz dann doch durchwinkte, in einem Anflug von ich bin wichtiger als Gott, wurden die Proteste am 1. Juli aggressiver. Wurden allerdings von der 5. Kolonne aufgebauscht. Grundsätzlich ist aggressives Vorgehen das einzige, was gegen Rote nutzt. 


Wie sich die Domstrationen organisieren


Die Studentengruppen in Hongkong rufen die Menschen in der Regel dazu auf, sich einer Demonstration anzuschließen, nachdem sie in Demonstranten-Chat-Gruppen und Online-Foren Anklang gefunden hat. Das hat die Occupy-Bewegung vor fünf Jahren gelernt, als Demonstranten mehr als zwei Monate lang Teile von Zentral-Hongkong übernahmen und ein allgemeines Wahlrecht forderten.


Der prominente Aktivist Joshua Wong, der kürzlich aus seiner Haftstrafe entlassen wurde, organisierte am 21. (für 15 Stunden) und 26. Juni (für 6 Stunden) die Belagerung des Polizeipräsidiums in Wan Chai. Die Polizei des Unterdrückungsapparates wurde daraufhin tatsächlich in ihrem eigenen Hauptquartier gefangengesetzt. Steuer- und Einwanderungskontrolltürme der Regierung in der Nähe der Polizeistation wurden besetzt, störten damit den Geschäftsbetrieb, führten zur Schließung von Büros und Geschäften in der Nähe und verstopften den Verkehr.


Warum haben die Demonstranten die Belagerung der Polizei freiwillig aufgegeben?

Man muss unterscheiden zwischen Aktionen, die eher in den Bereich "Öffentlichkeitsarbeit" fallen, und tatsächlichen Zielen, die erkämpft werden. Die Demonstranten wussten, dass sie die Polizei nicht permanent belagern konnten. Irgendwann reagieren sie mit bewaffneten Einheiten, die von anderen Orten zusammengezogen werden. Oder es erfolgt eine Intervention der Rot-Chinesen. Die Demonstranten hätten keine Mittel gehabt, um den Kampf aufzunehmen. Deshalb war diese Belagerung vor allem eine PR-Aktion. Doch das sie diese einige Zeit später wiederholen konnte, ist ein noch gewaltigerer PR-Gag. Diesmal für weniger Zeit, da man davon ausgehen kann, dass die Polizei diesmal schneller reagiert hätte. Doch vom PR-Wert her, waren beide Aktionen unbezahlbar!

Es schien als sei die ganze Stadt auf den Beinen.
Wong und seine gesamte, um Demokratie kämpfende, Demosisto-Partei nahmen an der Aktion teil. Sie forderten die Freilassung von 15 Inhaftierten, die nach den Zusammenstößen vom 12. Juni festgenommen worden waren - und dass die Behörden ihre Charakterisierung der Demonstranten als "Aufruhr" zurücknehmen.


Hunderte versammelten sich in den Büros der Zentralregierung der Stadt und zogen die inoffizielle Uniform der Bewegung an - schwarze Kleidung und chirurgische Masken. Sie gingen massenhaft zum Polizeigebäude. Dort angekommen, übernahm Wong die Führung und forderte Polizeikommissar Stephen Lo⁠ - der die Proteste als „Aufruhr“ bezeichnete - auf, herauszukommen und zu verhandeln. Das geschah nicht. 

Am Tag darauf kamen viele der Demonstranten, um sich bei den Behörden zu entschuldigen, für die Blockierung ihrer Arbeit. Das war allerdings ein Trick gewesen, um glauben zu machen, dass sich die Situation entschärft. Deshalb gelang es die Aktion am 26. Juni zu wiederholen, gegenüber einer völlig überraschten Polizei.

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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