Dienstag, 30. Juli 2019

Frankreich verblasst, Hoffnung in der Eurozone sinkt

Für die angeschlagene Eurozone ist keine Erholung in Sicht, da das Vertrauen in die Wirtschaft auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren sinkt und das französische Wachstum weniger Hoffnung bietet als erwartet.

Das monatliche Stimmungsbild der Europäischen Kommission fiel, da Führungskräfte in der Industrie sich Sorgen um Produktion und Aufträge machten und Manager im Dienstleistungssektor die zukünftige Nachfrage zunehmend pessimistisch beurteilten. In Frankreich verlangsamte sich die wirtschaftliche Expansion, da sich das Wachstum der Verbraucherausgaben trotz der Steuersenkungen von Präsident Emmanuel Macron abschwächte.

Die Daten sind ein weiterer Schlag für die politischen Entscheidungsträger, die bereits in mehreren Teilen der Eurozone Brände bekämpfen. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, von dem erwartet wird, dass er die Geldpolitik im September wieder lockert, hat gewarnt, dass die Aussichten immer schlechter werden. Der Geschäftsklimaindikator der Kommission ist im Juli deutlich gesunken und hat den niedrigsten Stand seit fast sechs Jahren erreicht.

Die konjunkturelle Abkühlung ist in mehreren Ländern und Regionen zu spüren. Die schwedische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal unerwartet, und die Industrieproduktion in Japan ging im Juni zurück. Die Bank of Japan behielt ihre Geldpolitik unverändert bei und wartete ab, bevor am Mittwoch eine Zinssenkung der Federal Reserve erwartet wurde.

Für die Eurozone könnten die Vertrauensablesung und die französischen Zahlen nur der Beginn einer düsteren Woche sein. Daten zufolge dürfte sich das Wachstum in der Region um die Hälfte auf 0,2% verlangsamen. Die deutsche Wirtschaft dürfte laut Bundesbank geschrumpft sein. Diese Zahlen werden aber erst am 14. August veröffentlicht.

Das französische Wachstum wurde ausschließlich von der Inlandsnachfrage getragen, wobei sich die Unternehmensinvestitionen und die öffentlichen Ausgaben beschleunigten. Der Nettohandel leistete keinen Beitrag, während die Lagerbestände die Produktion belasteten.

Die Regierung sah Gründe für Optimismus. Junior-Wirtschaftsministerin Agnes Pannier-Runacher sagte, dass Investitionen zukünftiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen vorantreiben werden, und dass einige von Macrons Steuersenkungen für Haushalte erst Anfang 2020 in Kraft treten werden.

"Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Grund, uns Sorgen um unser Wachstumstempo zu machen", sagte sie im französischen Fernsehen LCI.

Dieses Vertrauen kann untergraben werden, wenn die Produktionsschwäche den Rest der französischen Wirtschaft befällt. Die Stimmung in diesem Sektor fiel im Juni auf ein Sechsjahrestief, als die Automobil-, Kunststoff- und Elektronikproduktion laut einer aktuellen Umfrage der Bank of France einbrach.

„Dieses Jahr ist angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten weniger lebhaft als im Vorjahr. Es gibt weniger Übersicht“, sagte Legrand-Vorstandsvorsitzender Benoit Coquart, Vorstandsvorsitzender des Elektrogeräteherstellers Legrand SA, heute am Dienstag, nachdem das Unternehmen die Ergebnisse des ersten Halbjahres veröffentlicht hatte.

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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