Sonntag, 23. Juni 2019

Apparatschik der Kommunistischen Partei wirft HBO vor "antisowjetischen Dreck" zu verbreiten

Die Miniserie Tschernobyl des Fernsehsenders HBO stößt auf Missfallen in RuSSland. Dmitry Yevseyev, Chef der kommunistischen Partei, in der westrussischen Stadt  Tscheboksary, beschrieb diese als:
"Die Tschernobyl-Serie ... ist voll von kleinlichem antisowjetischem Dreck, der das Gehirn der Zuschauer vergiftet und so zu einer bewussten, durchdachten Verzerrung der sowjetischen Realität wird."
Seine Rezension wurde am 13. Juni von der Nachrichtenagentur Regnum verbreitet.



Zum Ersten wird in Europa sehr gern vergessen, dass Tschernobyl nicht in Russland liegt, sondern der Ukraine. Dann, dass die Katastrophe durch das Personal verursacht wurde.

Die HBO-Serie ist eine sehr detaillierte Rekonstruktion der damaligen Ereignisse. 

Die weißrussische Nobelpreisträgerin Svetlana Alexievich, die anfangs skeptisch war, als die Macher von Tschernobyl um die Erlaubnis fragten, Material aus ihrem Buch „Stimmen aus Tschernobyl“ zu verwenden, sprach ebenfalls viellobend von der Serie.

"Wir erleben jetzt ein neues Phänomen, bei dem die Weißrussen, die sehr gelitten haben und glaubten, viel über die Tragödie zu wissen, ihre Wahrnehmung von Tschernobyl völlig verändert haben und diese Tragödie auf völlig neue Weise interpretieren. Die Autoren haben dies erreicht", sagte Alexievich.

Der russische Filmemacher Michael Idov twitterte, nachdem er die erste Folge angeschaut hatte, dass es keine „einzige falsche Notiz“ gegeben habe, und fügte hinzu, dass es - "für mich als russischen Kulturproduzenten - peinlich ist, HBO zuzusehen, wie sie genau die Erinnerungsarbeit leistet, die die russische Popkultur aufgegeben hat."



Die hohe Popularität der Serie in Russland, wo Tschernobyl nur im Internet gesehen werden konnte, rief die Reaktion der gesamten Agitprop auf den Plan, wie Moscow Times feststellte:


"Obwohl die Sendung im Ausland nur online für zahlende Zuschauer ausgestrahlt wird, hat sich die Show in Russland zu einer nationalen Sensation entwickelt, in der die kremlfreundlichen Medien einen Mini-Kreuzzug gegen sie gestartet haben."
Einer der berüchtigtsten Agitprop-Kanäle, NTV, gab inzwischen bekannt, dass man eine eigene Serie zu Tschernobyl herausbringen wird, bei der ein CIA-Agent die Katastrophe auslöste. Die Produktion dieser Serie begann bereits im Jahr 2018 und wurde vom Kreml mit 460 000 US-Dollar unterstützt.


Es gibt eine weitverbreitete Annahme, im russischen Widerstand, dass die Tschernobyl-Katastrophe vom KGB herbeigeführt wurde, um die Politik des Westens zu manipulieren und selbst dann als Energiemacht Europa abhängig zu machen. Sehen Sie sich an, dass es solche Apparatschiks wie Angela Merkel waren, die damit (später der Vorfall von Fukuyama/Japan) den Ausstieg aus der Atomenergie begründeten. Hingegen in Russland dachte niemand daran, deswegen die Atomenergie aufzugeben. Beim Bau des Betonsarkophages zur Isolation des Tschernobyl Reaktors starben übrigens mehr Menschen, als bei der eigentlichen Atomkatastrophe.

Nach Ansicht von Swetlana Alexijewitsch führt der Kreml einen Propagandafeldzug gegen die HBO-Serie:

„Am Anfang waren russische Medien sehr positiv bezüglich der Serie und dann wahrscheinlich gibt es im Kreml einiges Kreischen und sie wurde plötzlich sehr patriotisch. Dann gab es Nachrichten, wie sie ihre eigene Serie über Tschernobyl starten, darüber, wie 'unsere' Agenten einen amerikanischen Spion im Kraftwerk verfolgen. Mein Gott, als ich das alles las, dachte ich, dass 30 Jahre vergangen sind und sich wirklich nichts im Bewusstsein geändert hat."



Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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