Dienstag, 14. Mai 2019

Kuba und die LGBT-Aktivisten

Der Regenbogen hängt schief im Arbeiter- und Schwulenpradies Kuba. Ein LGBT-Marsch durch Havanna endete in Szenen der Gewalt, als Schwule und Lesben auf kubanische Sicherheitskräfte, teilweise in zivil, trafen.



Der Journalist von Telemundo Yusnaby Pérez veröffentlichte in seinem Twitter-Account ein Video mit dem Zeugnis eines der Anwesenden. Dieser Zeuge sagte, dass sie niedergeknüppelt wurden, um den Marsch zu stoppen.

Wie jetzt? Haben Sie nichts von gehört? Wieso das denn nicht im verschwulten Deutschland?

Deutschlands größter Schwulen und Lesbenverband wird sicher dazu was berichtet haben?


zum vergrößern anklicken
Immerhin ganze drei Sucheinträge, erhält man mit der Suchwort Kuba. Einzeilige kryptische Bemerkungen lassen zumindest erahnen, dass Schwule und Lesben auf Kuba Probleme haben könnten. Ein Eintrag aus dem Jahr 2014, und dann vom Mai 2019, kurz vor dem Marsch. Doch der Marsch als solcher scheint dort nicht als erwähnenswert zu gelten.

Ok, werfen wir mal einen Blick auf die Heuchler von Die Linke SED, mit Cuba Sí hat bei denen die Castro-Diktatur (Pssst! Vorsicht, für die ist Kuba eine Demokratie) sogar ihre eigene Lobby. Unter dem Suchwort LGBT erhalten wir bei denen sagenhafte 0 Einträge:


zum vergrößern anklicken

Ein Blick auf die Zentralseite des Politbüros der SED fällt ähnlich mau aus. Zwar liefert die Suche nach Kuba und LGBT Resultate, doch der letzte ist vom Dezember 2018 und keiner spricht über die Lage von LGBT auf Kuba, sondern die Linksfaschisten fordern auf ihrer steuerfinanzierten Ponyfarm die Unterstrafestellung der US-Sanktionen gegen die karibische Despotie. 

Wissen Sie, wer das ist?

Mariela Castro Espínwährend des Christopher Street Day in Hamburg 2010. Sie ist die Schwester von Fidel und Raúl und Chef-Kommunistin der staatlichen kubanischen LGBT Bewegung CENESEX.

Am 2. Mai hatte sie die Conga gegen Homophobie durch Havanna angekündigt und kann damit als die Initiatoren angesehen werden. Allerdings widerrief sie 5 Tage darauf die Idee und sagte den Marsch wieder ab.



Die Absage des Marsches erklärt, dies geschehe aufgrund der Bedenken des Gesundheitsministeriums 🤔 und das der Marsch internationale Spannungen provozieren könnte. Aha!

Vor diesem Hintergrund haben Journalisten und Schriftsteller, sowie die breite Öffentlichkeit, damit begonnen, die Bedeutung dieser Wörter zu interpretieren. Die Journalistin Luz Escobar von 14yMedio hat eine ironische Frage noch am gleichen Tag der Absage (7. Mai) auf ihrer Facebook-Pinnwand veröffentlicht.
"Sind wir etwa nicht mehr in der gleichen Situation und im gleichen historischen Moment wie vor fünf Tagen?"
Inzwischen ist sie deshalb von der politischen Polizei verhaftet worden.

 

Auch der preisgekrönte Schriftsteller Enrique del Risco trug zu dieser ungewöhnlichen Ankündigung bei.

Für ihn bedeutet dies, dass der Kampf gegen Homophobie in Kuba nur "konjunktural" ist und dass in Venezuela wohl alles unter Kontrolle ist, nur die Schwulen auf Kuba, sind noch gefährlich.

All das machte den LGBT-Aktivisten klar, dass ihre Organisation nur ein Zweig der kommunistischen Partei ist. Eine Scheinalternative um die Kontrolle zu behalten.


Anscheinend will die kubanischen Regierung, also die Castro-Familie, nicht riskieren, dass eine Menge Kubaner auf den Straßen gehen. Die kubanische Propagandamaschinerie versichert freilich, dass die Castro-Dynastie die Unterstützung des Volkes hat. Und dessen sind sie sich so sehr sicher, dass die traditionelle 3 stündige 1. Mai Parade auf eine Stunde verkürzt wurde und weder Raúl Castro noch Díaz-Canel wagten es eine öffentliche Rede zu halten, stattdessen wurde eine von der alten Fidel posthum ausgestrahlt. Die Aktivistin Barbara Travieso denkt auch so und hat es in einem Post auf ihrem Facebook-Profil veröffentlicht.


Die LGBT-Gemeinde Kubas beschloss jedoch, nicht sich mit der Entscheidung der kommunistischen Partei zufrieden zu geben und setzte ihren eigenen Marsch für den 11. Mai an.

"Unser eigener LGBTI-Marsch! Samstag, 11. Central Park. Mitmachen", heißt es in dem Aufruf, der über soziale Netzwerke verbreitet wurde.

Einige der kubanischen Aktivisten gaben an, dass sie teilnehmen werden, andere zeigten ihre Vorbehalte. Der Radiosender von Radio Matanzas, Julio Alberto Gil, warnte die Community vor den möglichen Risiken:

"Freunde, suchen Sie nicht nach Problemen, seien Sie vorsichtig, unterstützen Sie sie, aber seien Sie vorsichtig."
Am Samstag 11. Mai gingen Hunderte Schwule und Lesben in Havanna auf die Straße, begleitet von einer großen Menge von Journalisten. Auf dem Prado und Malecón wurden sie dann die Zeugen der Gewaltexesse der kubanischen Polizei. 

"Der Marsch begann schweigend, ging mit Freude weiter und endete mit Repressionen", beschrieb der Journalistin Luz Escobar auf ihrem Facebook-Account nach am Tag ihrer Verhaftung.


Der kubanische Biologe Ariel Ruiz Urquiola und Mitorganisator wurde auf dem Marsch verhaftet. Und ... Oh Wunder! Könnte es sein, dass das Parteiorgan der SED, das Neue Deutschland, darüber in Ariel Ruiz Urquiola ist wieder frei berichtet? Ach nee, es geht um eine andere Verhaftung im Vergangenen Jahr, wohl um zu dokumentieren das Kuba ein Rechtsstaat sei.


Hier ein Bild seiner aktuellen Verhaftung (der Mann der getragen wird):



Die Polizei nahm die Festnahmen in Zivil vor, um zu versuchen, der Welt zu verkaufen, dass andere schwule Aktivisten die Demonstranten angriffen. Vermutlich werden sie das auch so bei Die Linke SED zu hören bekommen, sollten sie die Lust verspüren, eine entsprechende Frage an Radio Eriwan zu senden.

Die kritische Lage der Lebensmittel in Kuba, die immer knapper wird, und die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der gegenwärtigen Regierung, die nicht vom Volk gewählt wurde, hat die PCC nervös gemacht. Sie befürchten, dass es jederzeit zu einer sozialen Explosion ähnlich dem Maleconazo von 94 kommen wird.

Sie versuchen alles zu kontrollieren, jegliche Bewegung die sich mit der sozialen Frage befasst und greifen dafür auf falsche Regimekritiker oder Scheinalternativen zurück. 

Aber im Gegensatz zu deutschen Michel lernen die Kubaner wenigsten zu verstehen, wie Kommunisten ticken. 

Am Ende des Prado-Boulevard verhinderte die Polizei, dass der Marsch den Malecón (Uferpromenade) erreicht. Polizisten in zivil kamen herab und umzingelten die Demonstranten im letzten Abschnitt von Prado, bei der Statue von Juan Clemente Zenea. 



Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen