Donnerstag, 25. April 2019

Der Moloch Rosneft

Rosneft ist die einflussreichste Kreml-Firma, liegt in der Top Ten russischer Konzerne jedoch auf Platz 3, mit einem Fimenwert von 94, 79 Milliarden US-Dollar und einem Reingewinn von lächerlichen 3,9 Milliarden (Geschäftsjahr 2017). Zum Vergleich dazu, die Nummer 3 der US-Wirtschaft ist Apple, Reingewinn im gleichen Geschäftsjahr 45,687 Milliarden US-Dollar. Sollte eine solche Firma wie Rosneft nicht mehr Gewinn abwerfen? Theoretisch ja, nur wird das Geld für allerlei Nebenaktivitäten des Kreml verwendet und darüberhinaus wird sie nicht ökonomisch geführt.

Irgendwann wird die Firma Rosneft einen Film drehen, der auf realen Ereignissen basiert. Oder eher eine ganze Serie, die "House of Cards", "Rom" und sogar "Game of Thrones" überschatten wird, weil sie alles enthalten wird: fast unbegrenzte Macht, enormes Geld, Backstage-Spiele, große Politik, Intrigen und Verschwörungen, jenseits von Zynisch und Real ein wahres Drama, das sich auf den Trümmern Russlands entfaltet.

Ich kenne kein anderes Unternehmen, das so sehr das Wesen des Putinistischen Russlands repräsentiert, wie dieses Rosneft, deren ständige Skandale einer nach dem anderen folgen, aber nur das gesamte Bild erfassend, versteht man, wie außergewöhnlich und gleichzeitig tragisch dies ist.

Aus den vagen Umrissen von Ereignissen der Vergangenheit, die sich in der Zukunft materialisieren, entsteht ein riesiges Monster, das der Feder von Stephen King würdig ist. Dieses Monster ist düster, gefährlich und in der Lage, jeden zu zerstören, der in seinem Weg ist.

Anfänge


Die eigentliche Geschichte dieses Monsters begann nicht im Jahr 1991, als die Firma Rosneftegaz gegründet wurde. Und nicht 1993, als sie ihren Namen in Rosneft änderte.

Ausgangspunkt für den Modus vivendi war ein Streit von 
Chodorkovsky mit Putin am 9. Februar 2003. Bei einem Treffen der Oligarchen, mit dem Moskalzaren, beschuldigte Chodorkovsky Rosneft der Korruption, und Putin reagierte, indem er Chodorkovsky an die Probleme von Yukos mit Steuern erinnerte. Halt! Genauer gesagt wies Putin darauf hin, dass Yukos welche bekommen wird.

Zwei Wochen später wurde gegen die Angestellten und Eigentümer von Yukos ein Strafverfahren eingeleitet. Am 25. Oktober 2003 wurde Chodorkowski für 10 Jahre inhaftiert, und im Dezember fand eine zweite Inspektion des Steuerministeriums bei Yukos plötzlich schwere Verstöße vor, die die Firma in den Bankrott treiben sollten.

Am 22. Dezember 2004 kaufte Rosneft, via einer gerade einmal 24 Stunden bestehenden Strohfirma, die ein Grundkapital von lächerlichen 10 000 Rubel auflistete, Yukos Tochter Yuganskneftegaz, womit 2/3 der Erdgasförderung von Yukos, für lediglich 1 Drittel des Marktwertes den Besitzer wechselte.

Bis August 2007 hatte Rosneft 80% der verbleibenden Yukos-Vermögenswerte für 43,4% des Marktpreises erworben. Infolgedessen haben die ehemaligen Yukos-Aktiva Rosneft 2007 3/4 der Erdölförderung zugesprochen. Einfach ausgedrückt: Rosneft vergewaltigte und verschlang Yukos. Das Gesetz des starken Staates hatte die Oligarchen getroffen.

Der Zar


2012 kehrte Putin zum dritten Mal zur Präsidentschaft zurück, und Medwedjew wurde wieder Premierminister der Russischen Föderation. Während der Wahlen wurde die Verfassung umgeschrieben, die Opposition und die Journalisten erklärten die Wahlen von Anfang an für unrechtmäßig.

Vor diesem Hintergrund, zwei Wochen nach Putins Amtsantritt, wurde Igor Sechin Präsident von Rosneft und belegte in Forbes den 2. Platz für die bestbezahlten russischen Top-Manager, gefolgt von Gazprom-Chef Miller.

Sechin ist ausgebildeter Philologe kein Ökonom, nach einem 2 jährigen Spezialtraining an einer KGB-Schule arbeitete er, während eines Bürgerkriegs, als Übersetzer in Mosambik, dann besuchte er die Hot Spots in Angola.

Sechin kennt Putin seit 1991, als er in der St. Petersburger Mafia mit Putin zusammenarbeitete.
 Wohin Putin ging, folgte ihm Sechin, wie ein Schatten, und zumindest war es logisch, sein wertvollstes Gut in die Hände seines treusten Begleiters zu übertragen.

Gewinnbringende Akquisitionen


Am 22. Oktober 2012 berichtete Sechin an Putin, Rosneft kaufe 100% von TNK-BP. Der Joint Venture Erdölförderer gehörte bis dahin zu gleichen Teilen der BP und dem Konsortium ARA (zusammengesetzt aus Access Industries von Leonard Blavatnik, Renova Group von Wekselberg und Alfa Group von Fridman). Der Deal umfasste ein Volumen von 61 Milliarden US-Dollar.

Doch Rosneft hatte für den Deal überhaupt nicht genug Eigenkapital flüssig und nahm internationale Kredite von 55 Milliarden US-Dollar auf. Am 21. März 2013 gab Sechin in London den Abschluss des Deals bekannt. Experten nannten diesen Deal "brillant", "einen der besten in der Geschichte des russischen Ölsektors", und Sechin stand laut Time Magazine auf der Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Im Frühjahr 2014 fanden zwei weitere bedeutende Ereignisse für Russland statt - die Siegesolympiade in Sotschi und die Annexion der Krim. Wahrscheinlich war dieser Moment der Höhepunkt der Macht der beiden Imperien: Russland und Rosneft erreichten gleichzeitig den Höhepunkt ihrer Macht, und es schien, dass noch größere Siege und Übernahmen auf sie warteten.

Der Einbruch


Im Juli 2014 brachen die Ölpreise ein, was vor allem am billigen Öl aus Saudi Arabien lag, und die Boeing 777, wurde von den Russen über der Ostukraine abgeschossen. Von diesem Zeitpunkt an, wurde der Erfolgskurs unterbrochen, sowohl für Russland als auch für Rosneft.

Vor allem der Rückgang der Ölpreise, denn die westlichen Sanktionen waren eher als PR-Gag für die westliche Öffentlichkeit zu verstehen, trafen Rosneft hart.

Paradoxerweise waren die Kosten von Rosneft zusammen mit dem erworbenen TNK-BP nun niedriger als die Kosten von BP allein vor der Fusion und beliefen sich nicht wie geplant auf 120 Mrd. US-Dollar, sondern nur auf 50 Mrd.

Um die Kredite für den Kauf von TNK-BP zu begleichen, bezahlte Rosneft im Dezember 2014 Anleihen in Höhe von 625 Milliarden Rubel. Sie konvertierten jedoch das Geld keinesfalls in Devisen, sondern setzte das Geld auf dem heimischen Markt frei, was die Inflation anheizte: Der Dollar stieg auf 80 Rubel, der Euro auf 100.

Der Zentralbank gelang es kaum, die Panik des Marktes zu stoppen und den Verfall des Rubelwechselkurses zu bremsen, der Leitzins wurde von von 10,5 auf 17 Prozent angehoben und die Investitionen im Land und das BIP-Wachstum kam zum erliegen.

Ein schwerwiegenderes Fiasko war schwer vorstellbar. Genau bevor der Dopingskandal ausbrach und sich herausstellte, dass das Gold der russischen Sportler nicht durch Arbeit und Talent, sondern durch organisierten Betrug zustande kam.

Die großen Siege von Russland und Rosneft, Putin und Sechin verwandelten sich in einem Augenblick in beschämende Niederlagen.

Schlag auf Schlag


Im Jahr 1932 wurde Öl im Territorium der Stadt Ishimbei (Republik Baschkortostan) gefunden. So begann die Geschichte der Union, die sich 1954 in der UdSSR in der Ölförderung durchsetzen konnte. Übrigens waren die Sowjets vollkommen unfähig die Lagerstätten des Öl zu erschließen und holten sich deshalb US-Investoren ins Land, die das nötige Wissen, Technologie und Kapital hatten. Anschließend wurden die Investoren wieder enteignet. Putin tut bei seinem Enteignungen nichts anderes, als einer alten Strategie der Bolschewisten zu folgen. 
1975 wurden die Ölfirmen, inzwischen im staatlichen Besitz, als Bashneft bekannt und selbstverständlich abgewirtschaftet. 1995 wieder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, denn man benötigte ausländisches Kapital.

Im Jahr 2002 privatisierte Bashneft eine Reihe von ihren unbekannte Tochterunternehmen. Ja, es wurde so privatisiert, dass die russische Rechnungskammer bereits 2003 diesen Deal als "einen beispiellosen Fall des Diebstahls von Vermögenswerten aus Staatseigentum" bezeichnete. Allerdings ließ man offen, wie es bewertet wurde, dass sie dies ablehnten oder den Geschäftssinn der neuen Eigentümer bewunderten, aber sie haben niemanden dafür eingesperrt, sodass die zweite Option wahrscheinlicher ist.

Durch einen glücklichen Zufall erwies sich Ural Rakhimov, der Sohn des Präsidenten von 
Baschkortostan, Murtaza Rakhimov, als der Glückliche, der Bashneft durch eine Kette von Strohfirmen privatisiert hat.

2005 und 2009 wurden die wichtigsten Anteile an Bashneft von AFK Sistema erworben, die sich im Besitz des Oligarchen Wladimir Petrowitsch Jewtuschenkow
 befindet. Und im Allgemeinen lief alles wie gewohnt bis 2014. Die Frage nun ist, wo kommt Rosneft ins Spiel?

Oligarch in Ungnade


Im September 2014 erinnerte sich der Kreml daran, und der Untersuchungsausschuss leitete ein Strafverfahren wegen des Diebstahls von Bashneft-Aktien ein. Inzwischen waren die einst staatlichen Tochterfirmen zu gewinbringenden Privatfirmen geworden, daher das späte Interesse des Kreml. Es war jedoch nicht einmal überraschend, dass die Ermittlungen zwölf Jahre verspätet kamen, Jewtuschenkow  wurde verhaftet.

Allerdings wurde 
Jewtuschenkow für mehrere Monate in Haft gehalten und sofort freigelassen, sobald die Bashneft-Aktien vom Schiedsgericht zugunsten des Staates eingezogen wurden. Trotz des Verlusts von mehreren Milliarden Dollar murrte Jewtuschenkow nicht, aber das Ereignis stellte sich als ungewöhnlich heraus: Ist der Oligarch Putin treu und wird dennoch verhaftet? Dies ist seit den Tagen von Yukos nicht geschehen.

Teilweise Verstaatlichung, Oligarchen als Geldkühe, die der Kreml melkt und die Eckpfeiler seines Wirtschaftssystems wurden, dass ist die Rolle der Oligarchen in Russland. In gewissem Sinne ist dies für die russische Elite schlimmer als Maidan.

Welche Wirtschaftspolitik verfolgt der Kreml? Etwa nur das Auffüllen seiner Schatzkammer?

Die Antworten auf diese Fragen wurden offensichtlich, als Putin Bashneft ein Jahr später von der Liste der strategischen Unternehmen entfernte. Medwedjew nahm dies sofort in den Privatisierungsplan für 2016 auf. Am 6. Oktober 2016 erteilte die Regierung eine Anweisung, mit der Rosneft eine Beteiligung an Bashneft erwerben sollte.

Die komplizierte Transaktion, die die Koordinierung einer Reihe von Ministerien und Abteilungen erforderte, für die ein anderes Unternehmen Monate oder sogar Jahre gebraucht hätte, fand in nur 6 Tagen statt.

Erstaunliche Effizienz, vor allem angesichts der Tatsache, dass das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung gegen diese Transaktion war (weil die Privatisierung eines staatlichen Unternehmens durch ein staatliches Unternehmen Unsinn ist), und unmittelbar nach Abschluss der Transaktion legte der Minister für wirtschaftliche Entwicklung ein Rücktrittsschreiben auf den Tisch des Premierministers.

Sechins Spezialisten


Im Jahr 2004 erschien eine neue Spezialeinheit in der Struktur des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB: der sogenannte 6. Dienst, mysteriöser Weise mit den Aufgaben eines Geheimdienstes, innerhalb des Geheimdienstes FSB.

Der Gouverneur der Region Sachalin, Alexander Khoroshavin, der Chef der Republik Komi, Wjatscheslaw Michailowitsch Gaiser, der Gouverneur der Region Kirow, Nikita Jurjewitsch Belych, der Bürgermeister von Wladiwostok, Igor Pushkarev und andere hochrangige Beamte wurden von Angestellten dieser speziellen Einheit inhaftiert.

Die Masse der Öffentlichkeit ist bereits damit überfordert, sich einen Geheimdienst innerhalb des Geheimdienstes vorzustellen. Denn das ist nicht mit Sektionen innerhalb eines Geheimdienstes zu verwechseln, der verschiedenen Sicherheitsstufen unterliegt. Selbstverständlich ließ der 6. Dienst bereits die immer deutlicher hervortretende Paranoia erkennen, die den Kreml beherrscht. Unterstellt wurde der Spezialdienst dem Kommando von 
General Feoktistov, auch bekannt unter den Namen Big Oleg und General Fuchs.

Zwar kündigte er diesen Posten im Sommer 2016, doch nur um kurz darauf als Chef des Rosneft eigenen Geheimdienstes in Erscheinung zu treten. Und am 15. November hatte er in diesem Posten seinem ersten großen Auftritt, als Drahtzieher der medialen Show, bezüglich der Verhaftung von Minister Uljukajew, im Hauptbüro von Rosneft, wo der Minister gegen die Übernahme von Bashneft protestierte.

Der Fall war völlig surreal, insbesondere für einem Mafiastaat wie Russland. Uljukajew drohte Idor Sechin, von dem er wissen musste, wie eng der mit Putin steht. Sechin, Chef von Rosneft, hat einen eigenen Firmengeheimdienst, der geleitet wird, von einem hochberüchtigten Ex-FSB-General, der zum inneren Kreis Putins zählt. Und dem es gelang offiziell durch Gerichtsurteil die Auszahlung eines Bestechungsgeldes in Höhe von 2 Millionen US-Dollar zu erlangen, im Zusammenhang mit eben diesem Bashneft Deal. Inzwischen ist der General auch im Bankengeschäft tätig.

Keine sieben Monate diente General Feoktistov als Sicherheitschef von Rosneft, dann kehrte er zurück zum FSB. Es scheint so, als war sein Ausflug in die Wirtschaft nur eine Inszenierung, bezüglich des Bashneft Deals. Die Verbindung ist recht einfach zu verstehen, es war nämlich kein anderer als Igor Sechin selbst, der den 6. Dienst im FSB 2004 gründete und General Feoktistov auf seinen Posten gesetzt hatte.

Das Geld


Das Bashneft-Epos endete damit nicht...

Vor der Übernahme von Bashneft durch Rosneft, bereitete Vorbesitzer AFK Sistema das Unternehmen auf einen Börsengang vor, löste die im Laufe der Jahre angesammelte Eigentumsstruktur des Unternehmens auf, entfernte Nicht-Kernvermögen, kaufte eigene Aktien von Minderheitsaktionären ab und führte zu einer normalen organisatorischen Ordnung. Gleichzeitig stieg der Umsatz der Mineralölgesellschaft von 215 Milliarden Rubel auf 637 Milliarden Rubel. Die Ölproduktion stieg um 46% und die Kapitalisierung des Unternehmens stieg um das 7,8-fache - auf 432,4 Milliarden Rubel. Um es milde auszudrücken, nicht schlecht, vor allem vor dem Hintergrund der an Wert verlierenden Rosneft.

Dennoch hat Rosneft am 3. Mai 2017 gegen AFK Sistema beim Schiedsgericht in Bashkiria Klage auf Schadensersatz eingereicht, und zwar wegen des Restrukturierungssystems von Bashneft. Zunächst betrug die Höhe der Forderung 106,6 Milliarden Rubel und stieg danach auf 170,6 Milliarden Rubel an.

Die Vorstellung von Verlusten mit solchen Indikatoren für das Unternehmenswachstum ist absurd. Es ist absurd zu reklamieren, wie der Vorbesitzer das Unternehmen geführt hat: Das Ergebnis gefällt mir nicht? Also kaufe halt nicht. Und angesichts der Tatsache, dass Rosneft Bashneft von Rosimushchestvo gekauft hat, aber Sistema verklagt, macht die Sache noch absurder.

Theoretisch hätte das Gericht bei einer solchen Klage  selbige abweisen müssen, unter verweis der akuten Schwachsinnigkeit des Klägers. Stattdessen nahmen sie die Klage an.

Darüber hinaus ordnete das Gericht AFK an, den Nachweis zu erbringen, dass aus der Umstrukturierung von Bashneft keine Verluste entstanden sind, und die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen der Umstrukturierung (der Kläger muss eigentlich die Verluste nachweisen) sowie ordnete weiterhin die Herausgabe an, von 31,76% der Aktien von AFK Sistema und Sistema-Invest das Grundkapital der MTS PJSC (größter Mobilfunkanbieter Russlands), 100% der Aktien bezüglich des Grundkapital der JSC Medsi Group of Companies und 90,47% der Aktien im Verhältnis des Grundkapitals der JSC BESK.

Der Aktienmarkt reagierte sofort: Die Aktien von AFK Sistema sanken pro Tag um 36,92%, im Juli brach der Kapitalabfluss den Rekord der letzten drei Jahre (minus 1,6 Mrd. US-Dollar), die Aktionäre von MTS und andere Unternehmen, deren Aktien konfisziert wurden, verloren mehr als 150 Mrd. Rubel, und der nächste Nagel wurde mit der Aufschrift "Investitionsklima in Russland" in den Sarg gehämmert.

Es ist ziemlich klar was für eine Politik der Kreml mit Rosneft verfolgt und ist bei kommunistischen Mafia Aktivitäten als Konstante immer wieder anzutreffen. Es werden ausländische Investoren ins Land gelockt, mit Aussichten von astronomischen Gewinnmöglichkeiten (deshalb liegt das Durchschnittseinkommen eines russischen Proletariers auch unter dem Afrikas), sowie einheimische Unternehmer ermutigt. Auf diese Weise entsteht in der Öffentlichkeit der Eindruck, Russland sei kapitalistisch. Doch es geht um etwas ganz anderes. Je erfolgreicher ein Unternehmen wird, desto mehr rückt es in den Fokus des Interesse des Kremls. Mit inszenierten Prozessen werden die Filetstücke aus der russischen Wirtschaft, in Rosneft, immer bedrohlicher zu einem gewaltigen Staatsmonopol zusammengefasst. 

Dank der wirtschaftsfeindlichen Politik in Deutschland wird Mercedes sich nach Russland zurückziehen. Wir werden sehen, dass dies ein Fehler ist und Mercedes Putin moderne westliche Technologie unfreiwillig schenken wird.

Nach dem Yukos-Fall war dies der schwerste Schock für den Markt. Die Situation mit dem Investitionsklima der Russischen Föderation spiegelt sich jedoch perfekt in den Worten von Greyjoy aus dem Game of Thrones wider: „Das, was tot ist, kann nicht sterben“, deshalb wurde es grundsätzlich nicht schlechter.

Venezuela


Die gegenwärtige rote Diktatur in Venezuela geht zurück auf die Idee von Igor Sechin selbst, um das Erdgas und Erdöl des Landes für Rosneft in die Finger zu bekommen. Und wenn der größte russische Ölkonzern Rohöl für 8,5 Milliarden Dollar in Venezuela kauft, sieht das erstmal komisch aus. Wenn sie dies allerdings auch noch per Vorauskasse tun, ist das doppelt merkwürdig. Damit verdreifachte Rosneft den Verlust seines Umsatzes innerhalb eines Jahres. Und wenn Rosneft es dazu von einem Land an der Schwelle zu einem Krieg kauft ist nahezu unvermeidlich, dass Venezuela nicht in der Lage ist, seine Verpflichtungen gegenüber Rosneft nachzukommen. Weswegen inzwischen wiederholt bemängelt wurde, dass Venezuela seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Medien präsentieren uns das als große Überraschung, was Unsinn ist. Das war sicher von Anfang an!

Rosneft, in dessen erlauchten Kreis inzwischen Gerhard Schröder aufgenommen wurde, ist eben nicht eine simple Erdölfirma (Aktienkurse, Renditen, Gewinne sind hier ganz eindeutig nebensächlich), wie der Altkanzler behauptet, sondern es ist ein geopolitisches Werkzeug der Kremlmacht und seiner imperialistischen Ziele.

Mehrmals gelang es der Maduro-Diktatur Ausfälle bei den Staatsanleihen zu vermeiden, dadurch blieb der Diktator nur wegen des Geldes von Rosneft an der Macht. Und wir können an Venezuela genau die zerstörte Wirtschaft sehen (Inflation, Rezession, strukturelle Krise, Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten), die wir Dank der 5. Kolonne auch in Deutschland Europa bekommen. Ebenso wie wir entweder als europäischer Zentralstaat, oder einzelne Staaten unseren eigenen Nicolas Maduro bekommen, der von Moskau an der Macht gehalten wird.

Die Ratingagenturen haben den langfristigen Verpflichtungen Venezuelas ein CCC-Rating zugewiesen, d.h. eine Vorausfallbedingung. In einem solchen Land zu investieren, ist ein offensichtlicher Wahnsinn. Aber ...

Der Moloch


Auf den ersten Blick mag Rosneft ein äußerst ineffizientes Unternehmen sein: Nach der letzten großen Transaktion mit Rosneft-Aktien (Verkauf von 19,5% der Rosneft-Aktien an das ausländische Konsortium Glencore und Katar Investment Authority für 11,29 Mrd. USD) stieg der Marktwert von Rosneft, zusammen mit allen seinen Tochtergesellschaften, zunächst auf 94,79 Milliarden Dollar. Der Wert von Rosneft betrug unmittelbar nach dem Börsengang allerdings noch 79,8 Milliarden US-Dollar, was kein großer Zuwachs ist über die Jahre.

Und wenn wir der Meinung sind, dass Rosneft seitdem die Aktiva von TNK-BP für 55 Mrd. US-Dollar erworben hat, dann haben die Vermögenswerte von Yukos, deren Wert das Schiedsgericht in Den Haag einen Wert von 61,1 Mrd. Dollar einräumte, und Bashneft für 5,17 Mrd. Dollar keine Spuren in Firmenwert von Rosneft hinterlassen. Und dabei haben wir noch gar nicht 
Yuganskneftegaz mit eingerechnet, demzufolge der Marktwert von Rosneft im August 2017 um die 221 Milliarden Dollar hätte betragen müssen. Natürlich kommen Situationsbedingte Verluste immer dazu und wir verzichten es hier mal darauf einzugehen, denn normalerweise müssten wir mögliche hypothetische Gewinne auch berücksichtigen. Doch es erklärt nicht, warum Rosneft im August 2017 nur auf ein Drittel seines Marktwertes kam.

Fehlende Investitionen, mittelmäßige Betriebseffizienz, Sanktionen, Null oder Minus Projekte - all dies würde einen normalen Ölkonzern umbringen. Doch Rosneft ist das vollkommen egal, weil es kein normaler Ölkonzern ist, sondern ein geopolitisches Instrument und ein Werkzeug der Enteignung.

Ihr Geschäft ist die Außen- und Innenpolitik, ihre Funktion ist die Anhäufung und Umleitung von Finanzströmen, die Instrumente sind der FSB, die Gerichte und Ministerien, und sein Einkommen besteht aus enteigneten Fremdkapital und ökonomischen Filetstückchen.

Kein anderer kann das tun, was Rosneft in Russland tut. Weil Rosneft in gewissem Sinne Russland ist. Zumindest haben sie den gleichen Meister. Die Schicksale des Landes und des Unternehmens sind so eng miteinander verknüpft, dass es schwierig ist, sie einzeln vorzustellen, und sie erleben fast alle Höhen und Tiefen synchron.

Zukunft


Rosneft hat grundsätzlich keine rationale Gründe, sich um Geschäftszahlen zu kümmern oder den Unternehmenswert zu erhöhen, da ihre Aktivitäten völlig an der freien Wirtschaft vorbei zielen. Das Geld wird hier nur aufgetrieben, um neue Projekte im In- und Ausland zu finanzieren, bei denen es nicht auf wirtschaftliche, sondern Machtpolitische Richtlinien ankommt. 

Einige Personen spekulieren nun darauf, dass alternative Energien und Elektroautos den Moloch Rosneft zerstören, der auf seinem Öl sitzen bleibt. Das ist Unsinn, diese alternativen Energien würden ohne staatliche Subvention längst verschwunden sein, seine Kosten- Nutzenfrage ist darüberhinaus katastrophal, wenn man sich dennoch anschaut, wie jene, die in Deutschland genau diese Politik zur Industrie- und Energiezerstörung, zu Gunsten von alternativen Energien, ausgerechnet mit Rosneft (was immer Gazprom mit einschließt) zusammen arbeiten, dann ist klar, dass diese Leute zur 5. Kolonne gehören und völlig andere Absichten verfolgen, als sie vorgeben.

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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