Montag, 4. März 2019

Leserbrief: bolschewistischer/putinistischer Nationalismus und Internationalismus

"Es war aber die Schuld der Weißen, wenn das Russische Reich teilweise auseinanderbrach, sie schwächten die Staatsmacht und damit wurde der Nationalismus und Separatistenbewegungen stärker und bedrohte die staatliche Integrität. Die Bolschewiki änderten umgehend ihre Taktik und versuchten die staatliche Integrität zu sichern. Nur dauerhaft verloren sie Finnland und Polen, deren Teil Russlands jetzt sogar als irrelevant angesehen wird und sowieso überflüssig. Die Bolschewiki haben nichts unternommen, um als Zerstörer des Imperiums bezeichnet zu werden - selbst wenn man ihre Offensivkampagnen als internationalistisch bezeichnet, war ihre Folge eine traditionelle russische Territorialerweiterung."
Tatsächlich? Ihr großer Führer sieht das anders:



Im Jahr 2016 kritisierte Wladimir Putin Lenin für dessen Politik des Nationalismus mit den Worten, er habe "eine Atombombe unter dem Gebäude Russland" gepflanzt, die später explodierte.


Auch wenn es hier zunächst den Anschein erweckt, Putler und ich seien ausnahmsweise mal einer Meinung, so ist seine Deutung eine vollkommen andere. Damals wie heute ergreifen die Bolschewisten existierende Begriffe und geben ihnen eine ihrer Ideologie dienliche Bedeutung.

Wladimir Putin kritisiert den Nationalismus, weil er nun sein Reich bedroht und er ein Imperialist ist. Lenin förderte den Nationalismus, weil er die anderen Völker zur Unterstützung gegen die Weißgardisten brauchte, denn sonst witterten die ihre Gunst der Stunde und hätten sich verselbstständigt. Lenin machte diese Völker glauben, er würde ihre Selbstständigkeit akzeptieren und sahen daher in den Weißgardisten eine größere Bedrohung. Anschließend griff Lenin auf ein System von scheinselbstständigen autonomen Republiken zurück, die von Moskaus Vasallen geführt wurden. Mit anderen Worten, er betrog seine Alliierten, weil auch er ein Imperialist war. Die Weißgardisten hingegen waren einfach nur die ehrlichen Imperialisten und erklärten die Integrität eines russischen Reiches zu ihrem Ziel.

Das wiederum zeigt, dass RuSSland in der Gegenwart das einzige noch existierende Kolonialreich ist und imperialistische Ziele verfolgt. Ich unterstütze den Nationalismus, weil dieser den russischen Imperialismus bedroht. Wie schon der schlechte Ruf von Wladimir Putin unter russischen Nationalisten zeigt, bewerten diese und Putin den Nationalismus anders. Das Problem ist, dass westliche Medien die Anhänger von Putin konsequent als Nationalisten bezeichnen, obwohl es Nationalbolschewisten sind. Und Nationalbolschewismus ist in erster Linie eine Methode der Russifizierung und die Kremlversion von der Umvolkung. Auch ein klassisches Beispiel, dass diese Nationalbolschewisten einen konsequenten Faible für Stalin aufweisen. 

Obwohl die Internationalisten, wie die linken Intellektuellen Europas lieber Lenin bevorzugen und Stalin als eine Abkehr vom Internationalismus sehen. Das ist deren Kritikbasis. Doch wie die Diskussion in Russland zeigt, ist es ausgerechnet Putin selbst, der Lenin wegen dieses Nationalismus kritisiert und die linken Intellektuellen Europas skizzieren das Bild Putins als Nationalist. Grund ist, dass es nicht die Aufgabe von linken Intellektuellen ist tatsächlich aufzuklären, sondern Desinformation zu streuen.

Der Nationalismus bei den russischen Nationalisten, oder Monarchist beruht auf einem starken Russland, dass sich nach dem Westen ausrichtet. Für Lenin war der Nationalismus zweckdienlich in einer Situation der Schwäche und drohendem Kontrollverlust, aber ansonsten war sein Versprechen eben nichts wert. Putin sieht den Nationalismus innerhalb Russlands für gefährlich an und plädiert zum Internationalismus (und zwar in der exakten ideologischen Deutung der Sowjetunion). Bezogen auf Deutschland ist es genau dasselbe, was Angela Merkel tut. Dank der seriösen deutschen Presse, wird Wladimir Putin, entgegen der Ansicht der russischen Nationalisten, zum Nationalisten ernannt und für zahlreiche merkwürdige Formierungen im deutschen Volk, bei dem die russischen Migranten eine sehr bedeutsame Rolle spielen, verantwortlich gemacht, die man dann fälschlich des deutschen Nationalismus bezichtigt. Doch diese sind eben keine deutschen Nationalisten, sondern deren Hilfrussentum macht sie ganz eindeutig zur Marionette des russischen Imperialismus. Schon allein dieser GeRussia Schwachsinn, bei dem diverse Aktivitäten russischer Geheimdienste bedeutsam sind, oder russische Gazprom/Rosneft Oligarchen als Finanzgeber auftreten, mit anderen Worten die Kollegen im Aufsichtsrat von Gerhard Schröder, Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier.

Mit anderen Worten, dieser ganze Nationalismus, der aus Russland zu uns herüberschwappt, ist genauso wie bei Lenin eine Strategie aus der Position der Schwäche heraus, um sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen. 

Diese "westlichen" Internationalisten, die so vehement gegen Nationalismus wettern, oder wie Angela Merkel und Heiko Maas sich sogar als Putinkritiker installieren, verfolgen kein anderes Ziel als Deutschland zu schwächen. Was am katastrophalen Zustand der Bundeswehr sehr deutlich wird, und das in einer Situation der Konfrontation. Es ist "Europas schärfste Putinkritikerin" Merkel, die Putin jedes Mal wieder die Tür öffnet, wie bei der Sicherheitskonferenz in München, oder von unserem Nachbarn Russland und einer Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen schwafelt, einem Land das eine offen imperialistische Politik verfolgt. Es ist ihre Verteidigungsministerin, die aus demselben Kremlnetzwerk, wie Gabriel und Schröder kommt, und im wahrsten Sinne des Wortes Wehrkraftzersetzung betreibt. Es ist dieselbe Regierung von Europas schärfster Putinkritikerin, die Deutschland nicht nur vollkommen von Gazprom abhängig macht, sondern mit dem Ausstieg aus der Braunkohle Industrie, weil eine fossile Energie offenbar nicht gut sei, diese Abhängigkeit aus Energie (übrigens fossiler Energie, was diese umweltschonenden Snowflakes ignorieren) erhöhen wird. Und wer wurde nun mit der Leitung des Ausstieges aus der Braunkohleförderung betraut? Es ist Matthias Platzeck, nach den zuvor schon erwähnten Sozis, einer der schlimmsten Kremltrolle der SPD.

Lenins einstiger Nationalismus ist genauso, wie die Autonomie der Nationen im Eurasischen Reich, eine große Täuschung. Die bolschewistische Erklärung der Rechte der Völker Russlands, gestattet ausdrücklich das „Recht der Nationen innerhalb Russlands, freie Selbstbestimmung zu erlangen, einschließlich der Abspaltung und Schaffung eines unabhängigen Staates.”

Es stellte sich heraus, dass Bolschewisten typische Heuchler waren - als verschiedene Nationen tatsächlich die Rechte zu nutzen versuchten, auf die sie Anspruch hatten, "änderten  sie sofort ihre Taktik" und wandten sich territorialer Expansion zu, wie sie richtig bemerkten. Bereits 1920 versuchten sie Polen und Deutschland zu erobern. Es ist sehr bekannt, wie die Bolschewisten Souveränität der Völker achteten, nämlich nach der Art der Internationalisten. Das sich dann die unterjochten Nationen in Russland gegen ihre Besatzer erheben, ist freilich verständlich. Die Kritik von Putin gegen über Lenin und dem Nationalismus basiert einzig auf dem Vorwurf einer verfehlten Russifizierung und dass sich daher der Gedanke an eine freie Nation bei den unterworfenen Völkern aufrechterhalten konnte.

Und der andere Kritikpunkt begründet sich auf den Vorwurf, dass der Imperialismus der Bolschewisten keine nennenswerten Erfolge erzielte. 

Als der Bürgerkrieg im Fernen Osten Russlands endete, hatten sie das Baltikum, die Westukraine und den Westen Weißrusslands, die durch den Friedensvertrag von Riga an Polen abgetreten wurden, sowie Bessarabien, das von Rumänien annektiert worden war, verloren. Stalin nahm dies alles im Jahr 1939 auf, jedoch weil er mit den Nazis kollaborierte.

Das Gebiet der Region Uriankhai Krai (jetzt die Republik Tuva) wurde erst 1944 wieder integriert. Zu den dauerhaften Verlusten gehörten Regionen von Westarmenien, die im Jahr 1921 von Moskau und von Kars an „unseren Freund Kemal“ abgetreten wurde, der riesige Gemetzel unter den Russen durchführte.

Nachdem Lenin die Unabhängigkeit Finnlands anerkennen musste, gab er Wyborg auf, die von Peter dem Großen von den Schweden erobert wurde. 

1940 kehrte Wyborg nur dank Marschall Mannerheim nach Russland zurück. Sein hartnäckiger Widerstand gegen die sowjetischen Streitkräfte veranlasste Stalin, die Pläne für eine von Otto Kuusinen geführte Marionetten-Demokratische Republik Finnland aufzugeben. Anstatt einen Vertrag mit dem Marionettenstaat zu unterzeichnen, freiwillig eine gute Hälfte Kareliens abzutreten und die Grenze südlich von Wyborg zu ziehen, musste die Sowjetunion einen Friedensvertrag mit harten Bedingungen unterzeichnen.

Die Sowjets machten genau das Richtige, um russisches Territorium zu erweitern, bis Lwow während Stalins "Befreiungskampagne" von Polen erobert wurde. Lwow wäre jedoch sowieso ein Teil des russischen Reiches geworden, wenn der Zar nicht abgesetzt worden wäre. Genau dieses Lwow wurde unter Stalin zum Zentrum des ukrainischen Nationalismus und des Wunsches nach einer freien Ukraine und auch Stalin verstand dann, dass dieser Nationalismus anderer Völker dem Imperialismus der Moskalzaren im Wege steht, wenn es ein Nationalismus ist, der nicht vom Kreml kontrolliert wird. Und genau das meinte Putler mit der Atombombe, die Lenin unter der Sowjetunion pflanzte.



Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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