Dienstag, 22. Januar 2019

Deutscher Imperialismus und das dritte Geschlecht

Hirschfeld, 1901

Zwitter im Königreich Preußen


Viele Zeitgenossen sind der Ansicht, dass Gender eine relativ neue Idee dümmlicher grüner Psychopathen sei. Auch hier täuscht man sich. Das dritte Geschlecht ist Teil des typisch deutschen Imperialismus. Wir finden es bereits beim Königreich Preußen, in dem der Zwitter solange als ES geführt wurde, bis sich die Person für ein Geschlecht entscheidet. Und wurde im Preußische Allgemeine Landrecht von 1794 geregelt. Allerdings wurde damit ein anderes Ziel verfolgt als heute. Mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch, welches am 1. Januar 1900 in Kraft trat, wurde der Zwitterparagraf aufgehoben.


Das dritte Geschlecht bei Hirschfeld


Das Konzept des dritten Geschlechts von Magnus Hirschfeld änderte die Vorstellungen in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts. Das dritte Geschlecht ist hier ausschließlich mit der Homosexualität verbunden. Er wurde da wohl von Karl Heinrich Ulrich inspiriert, wie es Benedict Friedlaender, mit Verweis auf dessen Zwischenstufenlehre1904 nannte. In den 1990er Jahren wurde dies mit Jim Steakley zum Gegenstand der Queer-Theorie. Schon in den 1860er Jahren nannte Ulrich die Homosexuellen, dass dritte Geschlecht. 

Er schlug vor, männliche Homosexualität auf eine psycho-spirituelle Verwechslung zurückzuführen, bei der der Körper eines Mannes von einer weiblichen Seele (und umgekehrt für Frauen) bewohnt wurde. Er nannte Mitglieder dieses dritten Geschlechts "Urnings" (Schwule) und "Dailings" (Lesben). Da Homosexualität ein angeborener Zustand sei, müsse er nicht kriminalisiert werden.


Zwischenstufentheorie


Das stellt Hirschfeld in Widerspruch zu Adolf Brand, der Homosexualität als Ritus eines Männerbundes sah und auserwählte Knaben durch Päderastie (Pädophilie) anerzogen werden kann.

Im 1905 erschienen Buch Geschlechtsübergänge spekuliert Hirschfeld über die Geschlechter Abweichungen, einigte sich aber 1910 auf Ulrichs Begrifflichkeiten aus der Zwischenstufentheorie. Für ihn waren diese Zwischenstufen die Einordnungen von Frauen mit männlichen und Männer mit weiblichen Eigenschaften. Was über die Frankfurter Schule in die Grüne Agenda einfloss und eben der Ursprung vom gegenwärtigen Kulturmarxismus vom androgynen Wesen des Neuen Menschen des Sozialismus wurde. Wohlgemerkt hat das alles nichts mehr mit Hirschfelds Vorstellungen zu tun, sondern ist eine Pervertierung seiner Ansichten.

Hirschfeld schlägt eine Grundordnung von 81 Zwischengeschlechtern vor, die Homosexualität als "erweitertes Normalspektrum" klassifiziert und den Homosexuellen als das dritte Geschlecht benennt. 


Butches und Fems


Allerdings war dies mit den antifeministischen Tendenzen der homosexuellen Bewegung in der NSDAP (Butches) nicht vereinbar, die keine feminierten Männer (Fems) duldeten, da diese ihrem Männlichkeitskult widersprach. Adolf Brand wurde daher zum Ideengeber für die NS-Schwulenbewegung. Obwohl Brand die Päderastie zu normalisieren suchte, störte das die radikale Frauenbewegung um Helene Stöcker und Anita Augsburg nicht und kooperierten mit dessen Anhänger, weil sie in den Fems eine Beleidigung der Weiblichkeit sahen. Die Päderastie, die von der Frauenbewegung abgelehnt wurde, ignorierten sie bei Brand.

Hirschfeld Zwischenstufen werden heute von den rot-grünen Kiffern auf die Homosexualität angewendet, als habe er nur von diesen geredet, was insbesondere Manfred Herzer zu verdanken ist. Doch Hirschfeld selbst interpretierte das nicht im Gender-Sinn, sondern wollte nur Unterschiedlichkeit im menschlichen Dasein ausdrücken.


Die Kulturmarxisten


Interessanter wurden diesbezüglich die kulturmarxistischen Versuche der Bolschewisten, die traditionelle Familie zu zerstören, wobei man in der Frühphase der Sowjetunion viel herumexperimentierte. In diese Zeit gehört auch die Frühsexualisierung und die natürliche Geschlechterordnung aufzuheben (androgyne Wesen), bzw. auf umgekehrte Weise den Zwitter erst zu erzeugen. 

Der Ungar Georg Lukacs, der als neuer Karl Marx galt und von dem Kozis wie Wagenknecht/Kipping gerne reden, sah in der Zerstörung von Familie und Geschlechterordnung einen zentralen Schlüssel zur Zerstörung der westlichen Kultur, auf der dann die marxistische Gesellschaft aufgebaut wird, also der Neue Mensch des Sozialismus. Das weist Parallelen auf zu den National Sozialisten, allerdings mit anderer Bedeutung. 


Nazi Kozi Dialektik


Kulturmarxisten und Nationalsozialisten haben oftmals eine gleiche Dialektik und greifen auf ähnliche Methoden zurück, jedoch haben sie eine andere Zielstellung. Diese anderen Ziele werden heute genutzt um die Gegensätzlichkeit von Kulturmarxisten und Nazis zu betonen, doch ist dies bewusst falsch. Der Streit zwischen Kulturmarxist und Nazi ist nichts anderes als der Disput zwischen den Kulturmarxisten und Nationalbolschewisten in der Sowjetunion. Oder aktuell sehen Sie sich die massiven Flügelkämpfe in der Die Linke an und hier reden wir dann von ein und derselben Partei. Hier streiten sich keine Gegensätze, sondern man streitet sich über die Geschmacksrichtung von Scheiße.

Lukacs war als Komissar für Kultur an der Moskauer Marionetten Regierung der Räterepublik von Bela Kuhn beteiligt, der genauso wie Lukacs ein Agent der Tscheka war. 

Lukacs nutzte seine Position zu furchtbaren Gesellschaftsexperimenten an Kindern, die Strategie wurde von ihm als Kulturterror benannt und befasste sich mit Gentrifizierung, drittes Geschlecht, Frühsexualisierung und anderen Perversionen. Vieles von dem was allgemein als neue Mode forensisch Perverser verstanden wird, hatte hier ein weites Experimentierfeld. Ungarn erholte sich davon nie wieder. 

Das Kind, als schwächstes Element erkannt, will der Kozi frühzeitig vom Einfluss seiner Eltern trennen, bzw. entwurzeln, um das Kind mit roter Scheiße zum Neuen Menschen des Sozialismus umzuprogrammieren. 

Den Ungarn wurde ziemlich schnell klar, dass es nur ein Mittel gegen Kommunisten gibt: früh möglichst totschlagen. Die Räterepublik wurde deshalb gestürzt. 

Lukacs floh. Wohin? Natürlich nach Deutschland, dem gelobten Land aller Perversen und Abartigen. Als die neue Regierung die Auslieferung von Lukacs forderte, wegen über 200 Massakern, weigerte sich das Deutsche Reich. Natürlich kam er zur Frankfurter Schule.


Die Ideologien haben dieselbe Dynamik


Im Unterschied zum Nationalbolschewisten (in der Sowjetunion wurden die Konservative genannt), glaubt ein Kulturmarxist nicht daran, dass das Proletariat die Revolution erkämpft, sondern ein Neuer Mensch des Sozialismus gezüchtet werden muss. Das war auch die Kernfrage bei den Experimenten in Ungarn. Man sieht hier nun ziemlich schnell, dass der Nazi eher in diese Sichtweise gehört (genauso wie die 68-er). Natürlich immer unter anderen Zielstellungen. Doch auch die Nazis konservierten nicht Deutschland, sondern krempelten alles um zu einem neuen und sozialistischen Deutschland.

Egal wer, egal welche Farbe, Ideologie dient nur dazu, die Menschen vom Nachdenken abzuhalten. Ideologie hat keinen anderen Grund, als die Gedanken der Menschen zu kontrollieren und sie zu führen. Ob die Ideologie nun rot, braun oder grün ist, spielt keine Rolle. Wenn diese Roten, Braunen oder Grünen dann sich aufplustern und auf die Unterschiede innerhalb ihrer ideologischen Matrix hinweisen, dann versuchen sie lediglich, ihre Idiotien zu verteidigen und zu verschleiern, dass sie alle drei sozialistische, totalitäre Faschisten sind.


Frankfurter Schule


Die Frankfurter Schule wurde von deutschen Eliten organisiertes Verbrechen, Moskau und der britischen Fabian Society (heute Labour Partei) als Denkfabrik gefördert. Zielstellung war das Finden unkonventioneller Wege zur Etablierung des Marxismus.

Seminare der Frankfurter Schule zum Marxismus fanden bereits Anfang 1923 statt, nannte sich "marxistische Studienwoche". Das Gründungsdatum wurde geschichtsrevisionistisch dann etwas zurückdatiert, da die ersten Veranstaltungen nur für russische Agenten gehalten wurden, die als 5. Kolonne in Deutschland operieren sollten. Mit dabei auch Richard Sorge, der später als russischer Spion in Japan aufflog. Viele dieser Agenten trafen später als die Querfrontler auf, die sowohl bei der KPD, wie der NSDAP auftraten. Zum Beispiel Heinz (Felix) Neuman, der an der Seite von Ernst Thälmann und Ruth-Fischer für den russischen Geheimdienst eine Terrorzelle aufbaute und auch über biologische Kampfstoffe verfügte. Später wurde er als Tschekakiller bekannt. Doch davor hielt er viele Propagandareden für die NSDAP und trat in die SA ein.


Sozialisierung des Menschen


Schwerpunkt für die Frankfurter Schule: die Etablierung der "Sozialisierung des Menschen" über die Ebene der Ökonomie. Dazu sah man die Notwendigkeit der Umformung der Kultur in Deutschland. Dies war die Zeit, in der die politisch Korrekt Gehirnwäsche entwickelt wurde, aber erst später so benannt wurde. Der neue Kommunismus mixte Lehren des Marxismus und denen von Sigmund Freud: „Inzest und Pädophilie sind normal“. Dies alles ist vor allem als Angriff auf die Grundfeste der abendländischen Kultur zu verstehen. 

Der Angriff auf die Kinder war der Angriff auf die Familie und damit auf die Basis des Abendlandes. Es war ureigenster Kommunismus. Der Neomarxismus der Frankfurter Schule bildete später auch das ideologische Fundament der Kulturrevolution von 1968er und Die Grünen Pädophilen AG, deren Exponenten nach 30 Jahren „Marsch durch die Institutionen“ die Bundesregierung übernahmen. Der derzeitige kulturelle und wirtschaftliche Verfall Deutschlands dürfte, in erheblichem Maße, auf den Einfluss der bolschewistischen Hyänen zurückzuführen seien.

„Ein weltweiter Umsturz der Werte kann nicht ohne die Vernichtung der alten Werte und die Schaffung neuer durch die Revolutionäre erfolgen“, hatte Georg Lukacs gesagt.

Und von genau dieser "Sozialisierung des Menschen" über die Ökonomie war Adolf Hitler auch überzeugt. Goebbels schreibt in seinen Tagebüchern, April 1926: 
„Gemischter Kollektivismus und Individualismus. Boden, was drauf und drunter dem Volke. Produktion, da schaffend, individualistisch. Konzerne, Truste, Fertigproduktion, Verkehr etc. sozialisiert. Darüber lässt sich reden. (Hitler) hat das alles durchgedacht.“
Hitler selbst stellte klar, was der Unterschied zwischen dem Nazi und dem Kozi ist:
„Warum sollten wir die Menschen enteignen? Wir sozialisieren einfach den Menschen.“

Entwicklung der Frankfurter Schule


Erster Direktor der Frankfurter Schule wurde der österreichische Kommunist Karl Grünberg. In seiner Eröffnungsrede sagte er klar, dass es ihm um die Etablierung des Kommunismus geht und:

"Ich bin auch ein Gegner der ökonomischen, sozialen und rechtlichen Ordnung, die uns von der Geschichte überliefert wurde ... In diesem neuen Forschungsinstitut wird von jetzt ab der Marxismus eine Heimstatt haben."

Er blieb der Direktor bis 1930, dann ersetzte ihn Max Horkheimer, der neue Strategien sah und einen neuen Marxismus entwickelte. Dies führte zu einem eigenständigen Weg, der sich von der Sowjetunion unterschied. Zum Beispiel erkannte er den ökonomischen Erfolg des Kapitalismus an, wie Rudi Dutschke später. War aber dem Nationalsozialismus weitaus näher, als etwa dem Bolschewismus.

1932 stieß auch Herbert Marcuse zum Institut. Und entwickelte sich zum bedeutendsten Mitglied zum finalen Schliff der politischen Korrektheit von heute.


Die große Verschwulung


Eines der größten Lügen der Gegenwart, um den grünen Faschismus in Deutschland zu erzwingen, ist die große Verschwulung Deutschlands. Die Nazis seien extrem schwulenfeindlich gewesen und darum müsste offensichtlich eine schwule Gesellschaft erzwungen werden, in dem Türöffner soll dann gleich Pädophilie durchgewunken werden, daran erkennt man, dass diese religiöse Hingabe zum schwul sein nur eine Maske ist. Tatsächlich ist diese Taktik von der NSDAP.

In der Weimarer Republik wurde Homosexualität offen verbreitet. Städte wie München und Berlin wurden zu internationalen Mekkas für die Praktizierenden aller Formen sexueller Vorlieben. Wie William Manchester in „Die Arme von Krupp“ bemerkte: 
„Die Betonung der Männlichkeit der Wilhelminischen Kultur hatte eine Generation von Perversen hervorgebracht. Im Ausland wurde die Sodomie als 'das deutsche Laster' bezeichnet."
Samuel Igra, ein deutscher Jude, der 1945 ein deutsches Nationales Laster veröffentlichte (eine Studie homosexueller Einflüsse in Deutschland), kommentierte den Aufstieg der Homosexualität nach der Jahrhundertwende:
"In Deutschland wurden diese unnatürlichen Laster zu einem echten Kult unter den herrschenden Klassen." 
Im Jahr 1891 veröffentlichte der bekannte deutsche Psychiater Krafft-Ebbing, einer der großen Pioniere in diesem Bereich der Psychopathologie, ein Buch mit dem Titel Psychologia Sexualis, in dem er erklärte, dass "die sexuelle Perversion in Deutschland alarmierend anstieg"

Kommissar Hans von Tresckow, der Leiter einer speziellen Abteilung der Kriminalpolizei in Berlin von 1905 bis 1919 hat in seinen Memoiren Folgendes veröffentlicht:
"Ich kann die von Krafft-Ebbing abgegebene Aussage bestätigen, dass homosexuelle Gruppen in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen haben, insbesondere in den großen Städten. In Berlin gibt es zur Zeit sicher mehr als hunderttausend Personen, die von dieser Praxis abhängig sind. Sie sind eng miteinander verbunden und haben sogar eine eigene Zeitung, die Freundschaft, die regelmäßig erscheint und ihre Interessen verteidigt "

(Von Fürsten und Anderen Sterblichen von Hans von Tresckow, S. 110. F. Fontane & Co. Berlin. 1922).

Wie ich hier im Ostblog schon darstellte, waren die Nazis alles andere als schwulenfeindlich, sondern beschränkten ihre Feindschaft auf feminierte Schwule (Fems). Für die Ideologie der Nationalsozialisten war es ganz wichtig, dass Männer richtig "männlich" waren ... männliche Homosexualität (Butches) als Kult der "Männlichkeit". 


Die Liberale Homosexuellenszene


Die enorme Popularität von Ulrich und Hirschfeld und anderen Ikonen der liberalen homosexuellen Szene (Fems) erlaubten deren Lage eine enorme gesellschaftliche Toleranz in Deutschland, was insbesondere daran lag, dass sich ihre Szene Ikonen von der Pädophilie distanzierten. Der Soziologe David Greenberg schreibt, dass Ulrichs Dritte-Geschlecht-Theorie eine umstrittene Strategie unter den deutschen homosexuellen Aktivisten war: 
"Die Mitglieder des antifeministischen Flügels der Bewegung betrachteten männliche Homosexualität als Ausdruck männlicher Überlegenheit und betrachteten die Position von Ulrichs-Hirschfeld als Beleidigung.“
Die Ikonen des konkurrierenden Lagers, wie Hans Blüher hassten Hirschfeld und beneideten die Fems um die gesellschaftliche Toleranz, die ihnen entgegengebracht wurde und das war es, was den Fems im Dritten Reich zum Verhängnis wurde.


Hellenisierung


In diesem Zuge waren die Nazis allerdings nicht die Schöpfer dieses Kultes, sondern es handelt sich um eine Mode der Wilhelminischen Endphase, die die Auflebung der griechischen Päderasten-Kriegerkulte (insbesondere Theben und Sparta) anstrebte. Was darüber hinaus zu einem schier unerträglichen Narzissmus in der Gesellschaft beisteuerte.

Die Anfänge dieser Mode liegen im 18. Jahrhundert und führten innerhalb von 70 Jahren zu dieser homosexuellen Militanz. Nach Heinz Heger führt eine freie Homosexualität immer zur Aufhebung der Geschlechterrolle. Aber es führt auch zu einer Polarisation und Feindschaft gegenüber jenen Homosexuellen, den Fems, die sich diesem narzisstischen Männlichkeitskult entziehen. Dieser Konflikt hat natürlich nichts mit der eigentlichen NS-Ideologie zu tun, sondern mit dem Homosexuellenkollektiv. Allerdings wurde dieser Konflikt im Dritten Reich weiter ausgetragen.

Von Manfred Herzer ist zu hören, dass die NS-Leitung Lesben völlig ignorierte in der Propaganda, aber dass die lesbische Emanzipationsbewegung die Nazis sehr unterstützte. Claudia Schoppmann erinnert an die führende Person der Lesbenbewegung Elsbeth Killmer, eine glühende Hitlerverehrerin. Es erweckt nicht nur den Eindruck, sondern die Öffentlichkeit spürt es sogar, dass die gegenwärtigen Eliten in Deutschland eine enthitlerisierte Nazigesellschaft etablieren. Man vergesse nicht, dass es sich um die selben Strukturen der Eliten handelt.


Hirschfeld und die Eugenik


Obwohl Magus Hirschfeld von der NS-Bewegung abgelehnt wurde, wurde deren Eugenik-Ideologie von diesem und auch von Auguste Forel beeinflusst. So meinte es Volkmar Sigusch in seinem Artikel 50 Jahre danach (Sexualmedizin 1983, Heft 12). Doch präzessiert er 1995, dass beide ideologisch missbraucht wurden (War Magnus Hirschfeld ein “geistiger Vorläufer des Faschismus”? siehe: Andreas Seeck: Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit? Textsammlung zur kritischen Rezeption des Schaffens von Magnus Hirschfeld, ebd. S. 126.) Ebenso werden sie heute von Genderidioten missbraucht. 

Von nicht geringer Bedeutung dürfte auch der Umstand sein, dass die Mental Hygiene Movement, bei den Nazis Psychohygiene genannt, von der Frankfurter Schule integriert wurde. In erster Linie, um gegen ihre Kritiker vorzugehen. John Rawlings Rees der erste Präsident von Mental Hygiene Movement baute dabei genauso wie die Frankfurter Schule auf Sigmund Freud. Berhard Shaw von , der Fabian Society, der die Morde von Mussolini, Hitler und Stalin verteidigte, berief sich auf Sigmund Freund, als er das Konzept der Vergasung von Lebensunwerten Menschen entwickelte.

Dieser Missbrauch durch die Nazis, war möglich geworden, weil sie genau dieselbe Dialektik gebrauchten, wie man es heute von Rot-Grün kennt. Sie ergreifen einen allgemein üblichen Begriff und geben diesen eine ihrer Ideologie genehme Bedeutung, auf diese Weise erreichen sie Deutungshoheit und das öffentliche Meinungsspektrum passt sich dem an (weil diese Freaks ganz genau wissen, dass die Mehrheit den Weg des geringsten Widerstandes sucht, wenn sie keinen Ärger durch hysterisches Geschrei, Diffamierungen und prügelnden Linksfaschisten bekommen wollen), dadurch kann man das Denken von Massen beeinflussen.

Genau dies passierte mit Hirschfeld (und anderen), der nach der gewöhnlichen Art (ohne politische Wertung) dem Sprachgebrauch seiner Zeit folgte, die verwendeten Begriffe hatten bei den Nazis jedoch ihren Sinn verändert.


Männliche Philosopie


Zur gleichen Zeit als Ulrich und Hirschfeld die Theorie vom Dritten Geschlecht verkündeten, stellte sich den Fems, eine rivalisierende Gruppe von Homosexuellen entgegen, die ihre Homosexualität an der Antike orientierten und deshalb auch als neue Hellenen bezeichnet wurden. Sie hatten ihre eigene "männliche Philosophie"

Neben dem bereits erwähnten Hans Blueher war ein Vertreter dieses Lagers Hubert Kennedy in Man-Boy Love schreibt er:


"Zum Glück haben einige Knabenliebhaber sich bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts in Berlin gegen Hirschfeld ausgesprochen ... [Die Gemeinschaft] Der Eigene, überwiegend Bisexuelle und / oder Knabenliebhaber, lehnte die Sichtweise des 'dritten Geschlechts' der Homosexualität ab. Sie betrachteten die 'Liebe der Freunde' als eine männliche Tugend und drängten auf eine Wiedergeburt des griechischen Ideals."
Im antiken Griechenland, wie in der männlichen homosexuellen Fraktion Deutschlands, wurde nur die männliche Form der Homosexualität geschätzt und alle Fems wurden verachtet. Die Form der Homosexualität, die die griechische Kultur beherrschte, war ultramaskulär und militaristisch. Es kann davon ausgegangen werden, dass Frauen sowie Männer, die sich mit weiblichen Merkmalen und Denken identifizierten, den Elite-Päderasten als naturgemäß unterlegen galten.

Das hellenische Heidentum wurde zu einem grundlegenden Aspekt der NS-Identität. Im Nationalismus und in der Sexualität, so der Historiker George L. Mosse: 
„Die griechische Jugend, ein wichtiges nationales Symbol in der Vergangenheit, regierte während des Dritten Reichs. Hitlers eigener Geschmack wurde von der neoklassischen Erweckung beeinflusst ... [die oft Bilder enthielt] von nackten Jugendlichen ... nicht unähnlich denen von badenden Jungen.“

Aber die Nazis übernahmen mehr als nur die Symbolik der Knabenliebhaber, die das griechische Ideal erneut geltend machte. Ihre Ideen und Philosophien sind unauslöschlich vom NS-Regime geprägt. 

Der Einfluss der griechischen Homosexuellen auf die nationalsozialistische Kultur lässt sich vielleicht am besten durch den deutschen Psychoanalytiker Wilhelm Reich in seinem Klassiker von 1933, Die Massenpsychologie von Faschismus, erkennen:

"Unter den alten Griechen, deren geschriebene Geschichte erst beginnt, wenn das Patriarchat einen Zustand voller Entwicklung erreicht hat, finden wir folgende sexuelle Organisation: männliche Überlegenheit ... und zusammen mit den Ehefrauen, die eine versklavte und elende Existenz führen und nur als Geburtsmaschinen auftreten. Die männliche Vorherrschaft der Platonische Ära ist völlig homosexuell ... Das gleiche Prinzip regelt die faschistische Ideologie der männlichen Schichten von Nazi-Führern (Bluher, Roehm usw.). Für die die Rückkehr der natürlichen Sexualität wird daher als ein Zeichen von Dekadenz, Verschlagenheit, Lechery und sexuellem Dreck angesehen. Die Faschisten ... bekräftigen die strengste Form des Patriarchats und reaktivieren das sexuelle Leben der platonischen Ära in ihre familiäre Lebensform ... Rosenberg und Bluher [die führenden nationalsozialistischen Ideologen] erkennen den Staat nur als homosexuell organisierten Männerstaat an."

Die homosexuellen Extreme und ihr Gegenteil


Aus einer solchen Ideologie ist dann zu schließen, dass der reinen "Frauenstaat" sich in der Dominanz der Fems als das andere Extrem definiert. Wohl gemerkt ist es nicht das Gegenteil, sondern zwei Extreme, die sich untereinander zwar bekriegen können, jedoch beide das gleiche Gegenteil haben: das Gesellschaftsmodell des christlich-jüdischen Abendlandes.

Gemäß William Armstrong Percy und Warren Johansson ergibt sich daraus: Während die Griechen in zwei Jahrhunderten unter der persischen Herrschaft (538-332 v. Chr.) Die Paiderasteia als grundlegende Institution der männlichen Gesellschaft und als Attribut der Götter und Helden kultivierten, lehnte das biblische Judentum männliche Homosexualität in allen Formen ab. Jüdisches religiöses Bewusstsein verinnerlichte dieses Tabu, das zu einem unverwechselbaren Merkmal der jüdischen Sexualmoral wurde, zutiefst und setzte die Anbeter des Gottes Israels von den Heiden ab, deren Idole sie verachten und sehr oft (insbesondere im Orient) Sodomie als fest Bestandteil ihrer Kulte hatten. Diese Divergenz bildete die Bühne für die Konfrontation zwischen Judentum und Hellenismus.

Johansson und Percy gehen davon aus, dass die Ablehnung der Homosexualität durch die Juden in dieser Zeit begonnen hat. Sie ignorieren zwar die biblischen Aufzeichnungen, aber sie haben Recht, dass der Widerstand der Juden gegen Homosexualität ein zentraler Faktor für ihre Feindseligkeit gegenüber den Griechen war. 

Sie fahren verbittert fort und beschreiben den Kontext, in dem der erste Zusammenstoß dieser Wertesysteme stattgefunden hat: Im Zentrum der „Sodomie-Täuschung“ steht die jüdische Ablehnung des Hellenismus und der Paiderasteia (Knaben-Männerliebe), eines der charakteristischen Merkmale, der von den griechischen Eroberern Kleinasiens mitgebrachten Kultur. Es ist ein grundlegender, unausweichlicher Wertekampf innerhalb der westlichen Zivilisation. Alles, was hellenisch ist, führte zu dem intensiven, geradezu paranoiden Hass und der Verurteilung der männlichen Homosexualität, einem Hass, den das Judentum dem Christentum vererbte.


Ablehnung des Hellenismus


In seinem Artikel Homosexualität und die Makkabäeraufstände identifiziert der katholische Gelehrte Patrick Riley auch Homosexualität als Konfliktpunkt zwischen den Juden und den Griechen. Der griechische König Antiochos hatte angeordnet, dass alle Nationen seines Reiches „zu einem einzigen Volk zusammengeschweißt“ werden sollten. König Antiochos bedient sich da bei Alexander dem Großen, der das gleiche durch Massenhochzeiten zwischen Griechen und Perserinnen versuchte, nämlich die Schaffung einer neuen Nation. Dieses Denken überlebte die Jahrhunderte und wurde zum Bestandteil jeden Imperialismus, dessen Kultur durch den Hellenismus beeinflusst war/ist. 

Das setzt sich bis in die Gegenwart hinein fort, auch wenn die Umsetzung variiert. Die Nazis entwickelten die Arier als das zukünftige Volk ihres sozialistischen Utopias. Was Viele gern vergessen ist, dass die NS-Ideologie am Ende ein Auflösen der deutschen Nation vorsah. Die Arier waren nicht die Deutschen, sondern umfassten andere Völker, die, wenn auch germanischer Abstammung, nicht eine identische deutsche Kultur haben. Doch es geht noch weiter, denn auch nicht germanische Völker wurden in dieses neue Volk (das Europa bevölkern sollte) integriert, bzw. Kinder entführt die als arisch definiert hatte. Ja regelrecht gezüchtet hat man sie. Dann wird diese ganze Ideologie und Rassenlehre einfach über Bord geworfen und Musels zu Germanen erklärt. Der zentrale Feind des Nationalsozialismus ist ganz klar das christlich-jüdische Abendland. Karl Marx nennt denselben Feind. Man sehe sich Lenin an, die Ablehnung der Nationalstaaten und Schaffung des Sowjetmenschen. Andere Ausführung aber selbes Ziel. Und wenn Sie nun eventuell Parallelen zur Gegenwart ziehen und ein ungutes Gefühl zur Politik von Angela Merkel entwickeln, dann könnte das daran liegen, dass in den letzten Hundert Jahren, dieselben Machtstrukturen dieselbe Politik verfolgen. 


Von Identitätskrise zum Aufstand


Nach Patrick Riley verursachte die Kollision des Hellenismus mit den Juden eine identitäre Krise. Damals nannten sich die Identitären aber noch Makkabäer. Die Juden waren gezwungen zwischen Treue zu ihrem Glauben (und möglicher Gefahr des Martyriums) oder der Teilnahme am Götzenkult zu wählen "und sich zu allen Arten von Unreinheit und Abscheulichkeit prostituieren"(1 Makk. 1:49-51)

Die Griechen bauten auch ein Gymnasium in Jerusalem, die „die edelsten jungen Männer Israels anzog, die sie unter den Petaso brachten“ (2 Makk. 4:12). Mit anderen Worten, Antiochos lockte gezielt die jüdische Elite an, um sie zu hellenisieren, und die sollten dann das Volk infizieren. Die Umerziehung erfolgt von oben nach unten, bzw. der Fisch beginnt zuerst am Kopf zu stinken.

In der traditionellen lateinischen Übersetzung wird der Bibelvers "zum Anlegen von Bordellen" geändert, so Riley, um es verständlicher zu machen. Die Gymnasien waren in der ganzen Antike für ihre Verbindung mit homosexuellen Praktiken bekannt. In der Tat zieht Robert Flacelière aus Plutarchs Schriften den Schluss, dass von Beginn seiner Aufnahme in Griechenland an "die Entwicklung der Homosexualität mit dem Aufkommen der Gymnasien verbunden war ...", die normalerweise nicht nur eine Statue von Hermes enthielten, sondern auch eine von Eros. 

Die Spannungen, die zum jüdischen Aufstand führten, wurden noch verschärft, als der jüdische Hohepriester, selbst ein Hellenist, Herakles (Herkules), einem griechischen Symbol für Homosexualität, ein Opfer brachte. Riley fügt hinzu: "Der jüdische Tempel selbst wurde zum Schauplatz heidnischer Opfermahlzeiten und sexueller Orgien (einschließlich Homosexualität)." 

Die letzte Beleidigung des Antiochus (als Archetyp des Antichristen), war die Installation eines heidnischen Symbols im Tempel, es ist ziemlich wahrscheinlich die Darstellung von Zeus gewesen, ein Gott der durch einen Stier symbolisiert wurde (man denke an die Entführung von Europa) und von den entsetzten Juden logischerweise mit dem gehörnten Götzen Baal identifiziert wurde. Es folgte daraufhin der Makkabäeraufstand. Riley schreibt: 
"Bewahrt, was die Moral der Christenheit werden würde, genauso wie bei der Verteidigung durch die Ehe haben sie das gerettet, was das Material des Abendlandes sein würde, nämlich die Familie."
Obwohl das christlich-jüdische Gesellschaftsbild sich in Europa durchsetze, machte man den Fehler die griechische Philosophie nicht als rivalisierende soziale Kraft zu erkennen. Von den beiden unvereinbaren Glaubenssystemen würde sich das jüdisch-christliche System durchsetzen und die Entwicklung dessen ermöglichen, was wir heute als westliche Kultur kennen, doch der Hellenismus überlebte und wurde unter dem Prädikat "Humanismus" vor allem zum Türöffner der europäischen Perversion. Daher auch Voltaires ironische Bemerkung: "Ein Philosoph, zwei Sodomiten."

Die Bewegung der Butches


Einer der ersten Anführer der homosexuellen männlichen Gegenbewegung in Deutschland, selbst Hellenist, war Adolf Brand. 1896, ein Jahr vor Magnus Hirschfeld das Wissenschaftlich-Humanitäre Komitee bildete, begann der junge Adolf Brand mit der Veröffentlichung der weltweit ersten homosexuellen Serienpublikation: Der Eigene. Der gewählte Titel ist als Die Elite zu verstehen.
Die Publikation war nicht nur militant pro-homosexuell, sondern auch rassistisch, hellenistisch, nationalistisch und antisemitisch.


Historiker George L. Mosse dazu: 


"Der Einsatz von Rassismus, um an Ansehen zu gewinnen, war ein konstantes Thema der ersten homosexuellen Zeitschrift in Deutschland 'Der Eigene' ... Noch bevor die Zeitung 1926 eine Beilage namens 'Rasse und Schönheit' veröffentlichte, hatten die germanischen Themen einen großen Einfluss auf ihre Hauptfiktion, genauso wie Bilder von nackten Jungen und jungen Männern, die vor dem Hintergrund germanischer Natur fotografiert wurden. Ein Gedicht, geschrieben von Brand selbst und mit dem Titel 'Der Supermensch' pries die Männlichkeit, verurteilte die Weiblichkeit und spielte mit Antisemitismus, offenbar wegen des Streits des Dichters mit Magnus Hirschfeld, einem Rivalen um die Führung der homosexuellen Bewegung."


Brand definierte seine Publikation: Der Eigene ist ein Mann, der „nach einer Wiederbelebung der griechischen Zeit und der hellenischen Schönheitsstandards nach Jahrhunderten christlicher Barbarei dürstet.“

Im Jahr 1903 wurde Brand kurzzeitig für die Veröffentlichung von Bildern von nackten Jungen in seiner Zeitschrift inhaftiert. Trotzdem blieb Der Eigene bis 1931 in der Veröffentlichung und erreichte in den Jahren der Weimarer Republik einen Höchststand von über 150.000 Abonnements. Daneben veröffentlichte Brand eine satirische Zeitschrift Die Tante, in der die homosexuelle Bewegung der Fems lächerlich gemacht wurde. 

Am 1. Mai 1902 gründete Brand und zwei Pädophile, Wilhelm Jansen und Benedict Friedlander die Gemeinschaft der Eigenen. Sein führender Theoretiker war Friedlander (1866-1908), Autor der Renaissance des Eros Uranios, einer Publikation von 1904. Friedlander schrieb, die Gemeinschaft wolle die Ziele der lesbischen und radikalen Feministin Dr. Helene Stocker verwirklichen, die die deutsche Gesellschaft auf heidnische Werte zurückführen wolle. Friedlander schreibt:


"Das positive Ziel ... ist die Wiederbelebung der hellenischen Ritterlichkeit und ihre Anerkennung durch die Gesellschaft. Mit ritterlicher Liebe meinen wir insbesondere enge Freundschaften zwischen Jugendlichen und insbesondere die Bindungen zwischen Männern ungleichen Alters."

Laut James Steakley in Die homosexuellen Emanzipationsbewegung in Deutschland:
"Die Gemeinschaft betrachtete das antike Griechenland und das Renaissance-Italien als Modellkulturen und argumentierte das die christliche Askese für den Untergang der homosexuellen Beziehungen verantwortlich war. Friedlander, der verheiratet war, plädierte für pädophile Beziehungen in Verbindung mit dem Familienleben."
Friedlander bezeichnete Heterosexuelle als verkümmerte Homosexuelle. Die Ulrichs-Hirschfeld-Schule glaubte, dass sowohl Homosexualität als auch Heterosexualität gleiche und legitime Formen sexueller Liebe seien. Jedoch die Brand-Friedlander-Schule glaubte, dass der Eros (sexuelle Liebe) eine wachsende Werteskala hatte, mit Heterosexualität im unteren Bereich und Päderastie im oberen Bereich. 

James Steakley schreibt: 


"Für die Gemeinschaft wurden die heterosexuellen Beziehungen jedoch zu rein produktiven Zwecken eingenommen und die ästhetische Überlegenheit der pädophilen Beziehungen wurde betont."

Mit anderen Worten, Heterosexuelle wurden nur als "Züchter" bewertet. Friedlander zitierte auch von Gustov Jager, das im Gegensatz zu den Fems “- maskuline Homosexuelle waren Übermenenner (Übermenschen), die Heterosexuellen überlegen waren, weil sie noch männlicher waren." 

Einige der Päderasten von Der Eigene betrachtete sich selbst nicht als Homosexuelle und erklärten die „Liebe der Freunde“ und die Homosexualität zu zwei verschiedenen Phänomenen. Friedlander war zeitweise auch Mitglied der Ulrich-Hirschfelder-Schule, eine Überprüfung seiner Artikel offenbart, dass er sich bemüht hat, die Mitglieder der Gruppe davon zu überzeugen, dass sie nicht weit genug gehen: Während die Ulrich-Hirschfelder-Schule nur das Recht auf Privatsphäre suchte, wollte die Gemeinschaft der Eigenen eine vollständige Transformation Deutschlands von einer abendländischen Gesellschaft zu einer griechisch-uranischen, mit anderen Worten: die große Verschwulung Deutschlands. Die beiden Philosophien waren einfach zu unterschiedlich. 1906 verließ Friedlander das Ulrich-Hirschfelder-Schule und begründete dies mit Irregularitäten in der Verwaltung der Gelder der Ulrich-Hirschfelder-Schule. Dies war jedoch nicht der wahre Grund für seine Abreise. Steakley schreibt:


"Die Mitglieder in der Gemeinschaft der Eigene stellte fest, dass die Petition des Ausschusses, die die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen nur zwischen Personen über 16 Jahren forderte, ihre Interessen vernachlässigte. Sie wurden auch beleidigt von Hirschfelds persönlicher Überzeugung und seine umfassende Klassifizierung aller Homosexuellen in einer Kategorie [als Fems]"


Friedlander wollte die Schwulenbewegung dominieren


Nach seinem Streit mit Hirschfeld bemühte sich Friedlander weiterhin, dessen Anhängerschaft in Bezug auf die Päderastie zu beeinflussen und dessen finanziellen Unterstützer für sich zu gewinnen. 1907 veröffentlichte Friedlander einen Artikel in Der Eigene mit einem langen, aber aufschlussreichen Titel: „Memoiren für die Freunde und Mitwirkenden des Wissenschaftlich-Humanitären Komitees im Namen der Nachfolge des Wissenschaftlich-humanitäres Komitees.“ In dem Artikel sagte Friedlander, dass die griechische Knabenliebe (Päderastie) die Ursache für  Paragraph 175 (Schwulenparagraph) sei. Er sagte, das Gesetz sei nicht wegen der Männer erlassen worden, sondern eher wegen ihrer eifersüchtigen Ehefrauen und Beherrscherinnen, die Knaben als "eine Art unfairen Wettbewerb" betrachteten (Journal of Homosexuality, Jan.-Feb. 1991). 

In demselben Artikel schreibt Friedlander:
"Lassen Sie uns einfach verstehen, dass niemand ein guter Erzieher sein kann, der seine Schüler nicht liebt! Und lügen wir uns nicht selbst an, dass in der Liebe das sogenannte 'spirituelle' Element jemals vollständig von seiner physiologischen Grundlage losgelöst werden kann. Es ist eine ewige Wahrheit: Nur ein guter Päderast kann ein vollständiger Pädagoge sein."

Benedict Friedlander starb 1908 im Alter von 42 Jahren, sein Einfluss auf die deutsche homosexuelle Bewegung hielt jedoch an. Im Jahr 1934, nur ein Jahr nach der Machtübernahme von Adolf Hitler, wiederholte ein Mann namens Kurt Hildebrandt Friedlanders Ansichten in einem Buch mit dem Titel Norm Entartung Verfall. Im Jahr 1934 war Hildebrandt führend in der Gesellschaft für Menschenrechte, wie sich die Gemeinschaft der Eigenen inzwischen nannte. Er bezeichnete Friedlander als seinen "Meister" und behauptete, die griechische Päderastie habe "zu einer Steigerung der Männlichkeit" geführt. In Norm Entartung Verfall stellt Hildebrandt die Brand-Friedlander-Theorie vor, wonach männliche Homosexuelle das Ideal sind. Eine Meisterrasse von Wesen, und diese weiblichen homosexuellen Männer (er meint Fems) sind tatsächlich Entartungen des Ideals. Hildebrandt erklärt, dass der maskuline Typ derjenige sei, der von Natur aus die Welt regieren sollte, dass aber die Fems Naturfreaks waren, die die hellenische Gesellschaft zerstören würden.

In vielerlei Hinsicht ist es Friedlanders Theorie der Homosexualität, die wir in der Politik der Nazis sehen. Zwar gab es aus politischen Gründen offensichtliche Ausnahmen (Röhm wegen des Putsch gegen Hitler), aber es gibt Anzeichen dafür, dass nur die Fems unter dem NS-Regime misshandelt wurden - und in der Regel von männlichen Homosexuellen. Historiker James Steakley sehen Friedlanders Einfluss auf Adolf Hitlers eigene Homosexualitätsphilosophie. Steakley schreibt:

"Hitler dagegen war der Visionär der Nationalsozialisten ... und es besteht eine wirklich auffallende Affinität zwischen seinen Ansichten zur Homosexualität und denen von Friedlander und [Hans] Bluher. Diese männlichen Supremachos wollten ein neues Hellas schaffen, das von starken, nackten, aber keuschen Männern bevölkert wird, die vom Heldentum inspiriert und führungsfähig sind."

Niedergang der liberalen Schwulen


Es ist klar, dass Adolf Brands Gemeinschaft der Eigenen nicht Ulrichs Theorie der Anima muliebris in corpore virili inclusa ("eine in einem männlichen Körper eingeschlossene weibliche Seele") zu tun haben wollten. Sie betrachteten sich als völlig männlich und verachteten alles weibliche. Ulrichs "Fem"-Fraktion hatte über viele Jahre die deutsche homosexuelle Bewegung dominiert. Aber während dieser Zeit ist die Kluft zwischen den Butches (männliche Homosexuelle) und Fems immer breiter geworden, als die Wiederbelebung der hellenischen heidnischen Werte die deutsche Gesellschaft zu verändern begann.

Bereits 1908 schrieb Hirschfeld, dass die Skandale und Meinungsverschiedenheiten zwischen den "Butches" und "Fems" die homosexuelle Sache in Deutschland schädigten. Er kritisierte die Gemeinschaft der Eigenen für Antifeminismus. Aufgrund der zunehmenden Spannungen bezeichnete Hirschfeld Die Eigenen 1914 als "überflüssige Nebenströmungen" und "Fanatiker"

Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Hirschfeld noch seine Bewegung, aber irgendwo zwischen 1914 und 1920 wurden die "Butches" selbst zu einer ernsthaften politischen Kraft. 

1920 bildeten sie die Gesellschaft für Menschenrechte. Zwei Jahre später veröffentlichte die neue Ulrich-Hirschfelder-Schule den folgenden, jetzt militanten Aufruf zu den Waffen:

"Wir wollen nicht mehr nur wenige Wissenschaftler (d.h. Hirschfeld u.a.), die für unsere Sache kämpfen, wir wollen unsere Stärke selbst zeigen. Hier stehen wir und fordern, was unser Recht ist - und wer würde es wagen, uns herauszufordern? Aus diesem Grund müssen wir ständig arbeiten und jeder muss an unserer Arbeit teilnehmen. Kein Homosexueller sollte abwesend sein - reich oder arm, Arbeiter oder Gelehrter, Diplomat oder Geschäftsmann. Wir können uns keiner Unterstützung berauben. Also kommen Sie zu uns, stärken Sie unsere Reihen, bevor es zu spät ist. Zu Ostern müssen wir zeigen, ob wir uns zu einer Kampforganisation oder nur zu einem sozialen Verein entwickelt haben. Wer nicht mit uns marschiert, ist gegen uns."
Das ist nicht mehr die akademische Bewegung Hirschfelds, es ist der rauhe Ton der Butches, die die alte Führung stürzen wollen.

Jonathan Katz berichtet in der Geschichte der Schwulen Amerikaner, dass "die (Ulrich-Hirschfeld-Schule) in den 1920er Jahren die größte der Schwulengruppen in Deutschland war, eine Massenorganisation sein wollte, und sie kritisierte Hirschfelds wissenschaftlichen Ansatz". 

Aufstieg der NSDAP


Denken Sie daran, dass dies auch die frühen Jahre der NSDAP waren, einer Organisation, die mehrere gemeinsame Gründungsmitglieder mit der Ulrich-Hirschfeld-Schule hatte. In zunehmendem Maße wurde die NSDAP das Vehikel für die Butches. Nach dem ein schwuler Nazi Juli 1927 eine Brandrede gegen Hirschfeld hielt, die zu einigem Aufsehen führte, bezog dieser in einem Rundbrief Stellung, der einen verzweifelten Ton erkennen lässt, der sich des Untergangs seiner Bewegung bewusst war.

Mit zunehmender Bedeutung der NSDAP setzten ihre politischen Gegner die homosexuellen Skandale ihre Mitglieder gegen sie ein und untergruben damit die Bemühungen der NS-Führung sich als seriös zu installieren.

In den Zeitungen wurden Geschichten gedruckt, die "Insider-Informationen" über homosexuelle Aktivitäten unter den Nazi-Führern enthielten. Das bemerkenswerteste Beispiel dieser Taktik war die Dokumentation von Ernst Roehms Neigungen für kleine Jungs. Handgeschriebene Briefe von ihm wurden abgedruckt in der SPD-Parteizeitung. Viele der Fems organisierten sich in der SPD.

Die NS-Führung vermutete dahinter Hirschfelds Lager, was ihn zum Ziel des großen Bücherbrennens machte.

Dies kann helfen zu erklären, warum die Nazis eine solche Feindschaft gegen die Fems entwickelten. Die Nazis bedurften jedoch keiner besonderen Begründung für Rache. Die Tatsache, dass die Fems Widerstand gegen die Päderastie leisteten, war ausreichend genug. 

Obwohl kein Nazi, erklärte der homosexuelle Dichter Stefan George: 
„Es sollte offensichtlich sein, dass wir (Butches) nichts mit denen (Fems) zu tun haben, die weit davon entfernt sind, Menschen zu bezaubern, die für die Aufhebung bestimmter Gesetze sind. Die abstoßendsten Angriffe gegen uns [Päderasten] sind aus genau diesen Kreisen hervorgegangen.“
Um die deutsche Schwulenrechtsbewegung zu verstehen, muss die Konkurrenz zwischen den beiden verschiedenen homosexuellen Fraktionen gewürdigt werden und ihren Kampf um die Vorherrschaft, der 1933 endete als die Butches der NSDAP an die Macht kamen und mit dem Umbau Deutschlands in das Dritten Reiches begannen. Sie hatten ihren Traum von einer wiederbelebten hellenischen Kultur des ultramaskulinen Militarismus verwirklicht, ein Traum, der sich als Alptraum für alle erwies, die das Ideal des Neuen Menschen im Sozialismus verfehlten.


Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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