Eine kleine Hilfe zum Erkennen und Ausstieg aus der sozialistischen Matrix.

Dienstag, 25. Dezember 2018

Im Osten nichts Neues: Warum die Kommunikationsformate zwischen Putin und Volk zur Farce werden

Putins große Pressekonferenz fand bereits zum 14. Mal statt, und im Prinzip haben Journalisten nach 19 Jahre seiner Despotie keine Fragen mehr. Das Format der Presse ist vom Staat getrimmt und die präsentierten "Kritiker" politisch korrekt gestutzt. Es ist jedoch eine wunderbare Gelegenheit, um beispielsweise Werbung durchzuführen, meist in eigener Sache, doch manchmal auch für Produkte. In diesem Sinne und zwei Fliegen mit einer Klappe schlagend, kam man nicht darum herum, das sehr vieldeutige Banner Putin + Ski zu bemerken und fragte sich: Was mag das bedeuten? Es stellte sich heraus, dass das Resort "Arkhyz" als passende Kulisse zum öffentlichen Auftritt von Wladimir Putin gewählt wurde.

Die Pressekonferenz ist ein erstklassiges Format, um das ohnehin müde Geseier aus Wahlkampfkampagnen noch einmal aufzuwärmen und mit den ewig wiederkehrenden, permanent ignorierten Versprechen, über ein goldenes Zeitalter, das Volk mal ganz ohne bevorstehende Wahlen zu verarschen. Es gilt aber auch, durch ein erlauchtes und handverlesenes journalistisches Publikum, von denen zumindest einige als FSB-Agenten bekannt sind, die hohe Qualität der russischen Leitmedien und Seriosität der Creme de la Creme aller Fake News Macher einer immer skeptischeren Öffentlichkeit zu demonstrieren, auf die gewöhnlicherweise, außer die deutschen "putinkritischen" Medien und CNN (Alias: Communist News Network), niemand hereinfällt. Sie geben dann reichlich Szene, damit sich Wladimir Putin noch einmal als personifiezierte Vernunft, Rationalität und Barmherzigkeit in Szene setzt, was aufgrund seines rasanten geistigen Verfalls ohnehin immer seltener werden dürfte.

Das Format der Pressekonferenz mit Wladimir Putin, lässt sich leicht mit der konsequenten Linie verwechseln, ist tatsächlich jedoch als innovationsloser Schwachmatismus der Nachrichtenmacher zu verstehen. Anfragen und Beschwerden von Arbeitnehmern sind die gleichen Fragen, wie die von "Journalisten". Alles in RuSSland gleicht auf politischer Diskussion dem faden und unerträglichen Auftreten der Zonenwachtel Merkel, die mit Textbausteinen um sich wirft. Und die Antworten sind im Prinzip fast genauso immer identisch. Dies sind präparierte Erklärungen, was passiert und warum dies geschieht, oder ausweichende Überlegungen im Genre des dialektischen Materialismus im roten Sumpf: "einerseits auf der anderen Seite allerdings". Dümmlichstes pseudointellektuelles Politikerblabla auf höchsten Niveau. Zum Beispiel: Warum beschäftigen wir uns nicht mit Recycling? Antwort: Da wir uns bisher nicht damit beschäftigten. Ist doch logisch!

Der wirtschaftliche Teil hat nichts Neues gebracht, eine Farce sozialistischer Voodoo-Ökonomie des Staatskapitalismus im Reich des roten Schneewittchen Lenin. Und Wladimir Putin ließ in diesem Sinne keinen Zweifel daran, dass der russische Präsident 
an die Macht des Staates als wichtigster Wirtschaftsakteur glaubt, womit er unbeabsichtigter Weise auch gleich die Phänomene Korruption, Lobbyismus und russisches Wirtschaftswunder erklärte (allerdings nicht in seinem Sinne). Er ignorierte die Frage der wirtschaftlichen Durchführbarkeit einer Steuer auf selbständige Erwerbstätige in einer Billigfluggesellschaft und sagte zu der Mehrwertsteuer, dass dies getan werde, um ein ausgeglichenes und defizitfreies Budget zu erreichen. Über die Probleme des Wirtschaftswachstums und die Inflationsrisiken verliert er hingegen kein Wort, weil es für Putin böhmische Dörfer sind. Nun, das heißt: Die Inflation wird ein wenig höher steigen als das Ziel der Zentralbank ist, aber dann wird sich alles irgendwie beruhigen. Wie - das weiß man im Kreml zwar nicht, doch immerhin ist da schließlich die sagenhafte Macht des Staates als wichtigster Wirtschaftsakteur. Ist doch logisch!

Der Staat sammelt Geld für einen nicht weniger mysteriösen "Durchbruch", das heißt für nationale Projekte. Das bedeutet immer, dass die Öffentlichkeit neben der erzwungenen und ständig steigenden Steuer nun "freiwillig" Geld "spenden" soll, damit der Kreml eines seiner zahlreichen schwachsinnigen und sinnlosen Prestigeprojekte finanzieren kann und Putin wieder Gelegenheit hat medienwirksam irgend ein rotes Band zur Einweihung durchzuschneiden, für gewöhnlich vor den selben seriösen Journalisten, die ihm im Luxus Skiressort Arkhyz, natürlich beim von Steuerfinanzierten Luxus Lunch, schwanzwedelnd entgegen hechelten und im vorauseilenden Gehorsam jeden Schwachsinn für bare Münze nahmen, wo Putin ihnen tatsächlich wieder einmal einen russischen Bären aufband.

Geld von der Öffentlichkeit zu sammeln, um es dann für den Kauf politischer Loyalität zu verwenden - diese Logik kann kaum als wirtschaftlich betrachtet werden, aber als typisch sozialistischer Humbug. Oder Sie sollten fest davon überzeugt sein, dass öffentliche Investitionen private Investitionen nach sich ziehen werden. Und ohne Gewalt gegen private Investoren. Diese Logik versagte schon in den frühen 1980/90er Jahren. Aber wer lernt aus den Fehlern der sowjetischen Vorgänger? Der "Durchbruch" war genauso in der Wirtschaftsgeschichte, und kein im historischen Vergleich relativ neuer Begriff, wurde "Beschleunigung" genannt und führte dazu, dass Geld in den Maschinenbau gepumpt wurde.

Es gab eine Art Chaos mit den Zahlen, während Putin, der ein "gutes Gedächtnis" hat, sie immer jongliert und das Publikum hypnotisiert. Aber eine Sache ist ein Bericht über einen beeindruckenden Anstieg des Handels mit China, eine andere ist die Diskussion über das Wachstum der Realeinkommen der Bevölkerung, vor dem Hintergrund, dass sie von 2014 bis zur Gegenwart fallen und weiter fallen, wodurch der Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen unter dem Existenzminimum immer größer wurde. Und das ist durch keine Sanktionen verursacht, wie Wladimir Putin, der stolze Besitzer von 36 Schlössern bestens weiß. 

Was sagen die Zahlen für das Wachstum der offiziellen Gehälter in der Landschaft und der fallenden Realeinkommen aus? Nur dass es in Russland einen riesigen Sektor von schwefelhaltiger, schwarzer, informeller, nicht beobachteter Wirtschaft gibt, in der Millionen von Menschen leben und arbeiten (oder nicht arbeiten oder dem Prekariat oder Wanderarbeitern angehören). 

Wenn Sie sich die Einkommensstruktur anschauen, wird dies darauf hindeuten, dass der Staat überall seine Tentakeln im Spiel hat. Es gibt natürlich keine Zahlen für 2018, Im Jahr 2017 betrug der Anteil des Einkommens aus Unternehmertum jedoch nach einem langfristigen Rückgang von etwa 15% ein Plateau von phänomenalen 7,6%. Das ist es dann, was uns die seriöse und zuallem Überdruss Putinkritische deutsche Presse uns als Kapitalismus verkaufen wollen. 

Aber selbst für sowjetische Verhältnisse sind die Sozialversicherungsraten noch unter aller Sau. Im Allgemeinen sagte der Landwirt Wassili Melnitschenko, auf der Pressekonferenz: "Wir haben eine lange digitale Wirtschaft - wir werden mit Zahlen gespeist." Es ist wie ein Witz über einen Ökonomen, der auf die Jagd gegangen ist: Einer seiner Kameraden schießt auf einen Eber - er verfehlte etwas zu weit nach links, der zweite verfehlte etwas nach rechts und dann sagte: "Genossen, im Durchschnitt haben wir den Eber erlegt!"

Es stellt sich heraus, dass der russische Staat genauso wie das Merkel-Regime ein abhängiges Volk vorsätzlich kultiviert, und Millionen in einer Armutsfalle gefangen hält. Was zwangsläufig zur Überlastung alles Sozialsystems führen muss. Die Absicht der Demagogen Putin und Merkel ist es damit 
im Rahmen eines ungeschriebenen Sozialvertrags einfach für die politische Macht zu stimmen und sich mit einem sozialen Almosen zu begnügen. Und das unter dem entgegenkommen Teil einer Weltmacht (Stichwort: Weltkanzlerin) zu sein und dafür auch auf persönliches Glück zu verzichten.

Was sich übrigens nicht mit sozialen Almosen verschmieren lässt: Die Massennachfrage hat sich verschoben - die Menschen sind weniger an symbolischen Siegen über den ideologischen Erzfeind USA interessiert, sondern über die realen Einkommen, die sich als surreal bezeichnen lassen. Insbesondere im Vergleich zu den Steuerschmarotzern in den Parlamenten und Ministerien.

Nationalistische Rhetorik in RuSSland oder internationalistischer Bullshit in Merkels Reich der Doofen und Bescheuerten, antiukrainisches Gefühl, antiamerikanischer Diskurs, spektakuläres Boarding in militärischen Abenteuern die man sich realpolitisch gar nicht leisten kann - all dies hat die Mobilisierung und die emotionale Kraft verloren, es ist zur Routine geworden. 

Wenn es nur keinen Krieg gäbe, fleht der deutsche Michel. Nun, die Pressekonferenz hat zumindest gezeigt, dass Putin keine Ressourcen dafür hat. Immerhin etwas!

Das Gefühl einer sinnvollen Sackgasse hat die Pressekonferenz zur Farce gemacht: Wir wissen, dass Sie wissen, dass wir Ihnen keine echten Fragen stellen werden. 

Oder wir hören den historischen Argumenten zu, dass Russland im Laufe seiner Geschichte gewissen Sanktionen und Beschränkungen unterlag, die mit dem Wachstum seiner Macht und Wettbewerbsfähigkeit zusammenhängen. 

Wahrscheinlich wuchsen diese Eigenschaften Russlands in etwa so wie die Realeinkommen der Bevölkerung, ansonsten ist es unmöglich zu erklären, warum sich das Land seit Jahrzehnten in einer Aufholjagd befindet. Und das Land wird von Folter, Terror, Mord und Schrecken regiert. 


Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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