Mittwoch, 21. November 2018

Der Ölpreis wird jetzt von nur drei Männern kontrolliert - Riad und Washington auf Konfrontation

Bin Salman, Trump und Putin steuern den Markt. Der saudische Kronprinz kann Schwierigkeiten haben, die Produktionskürzungen gegen einen feindseligen Trump und gleichgültigen Putin zu verteidigen.

Die OPEC hat ihre Kontrolle über den Ölmarkt verloren. Die Aktionen von drei Männern - Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin und Kronprinz Mohammed Bin Salman - werden den Kurs der Ölpreise im Jahr 2019 und darüber hinaus bestimmen. Aber natürlich wollen sie unterschiedliche Dinge.

Während die OPEC sich bemüht, gemeinsame Ziele zu finden, dominieren die USA, Russland und Saudi-Arabien das globale Angebot. Zusammen produzieren sie mehr Öl als die 15 Mitglieder der OPEC. Alle drei pumpen mit Rekordraten und könnten im nächsten Jahr die Leistung wieder steigern, auch wenn sie sich nicht alle dazu entscheiden werden.

Es war Saudi-Arabien und Russland, die im Juni die OPEC dazu drängten, die seit Anfang 2017 bestehenden Produktionsbeschränkungen zu lockern. Beide brachten die Produktion auf Rekordniveau oder nahezu dazu. Die US-Produktion stieg unerwartet zur gleichen Zeit, als Unternehmen, die aus dem Permian Basin in Texas pumpten, Engpässe in der Pipeline überwinden und ihr Öl an die Golfküste transportieren konnten.

Diese Erhöhungen haben neben kleineren Abwärtsrevisionen der Nachfrage nach Wachstumsprognosen und der Entscheidung von Präsident Trump, Käufern von iranischem Öl Sanktionen aufzuerlegen, die Marktstimmung von der Angst vor Angebotsengpässen zur Besorgnis über eine Überfüllung innerhalb von drei Monaten umschlagen lassen. Die seit Anfang 2017 abnehmenden Ölvorräte in den Industrieländern der OECD steigen wieder und dürften nach Fertigstellung der Daten für Oktober ihren Fünfjahresdurchschnitt übertreffen, so die International Energy Agency.

Da sich die Ölpreise nach unten bewegt haben, sagte Saudi-Arabien, dass es nächsten Monat die Exporte um 500.000 Barrel reduzieren werde und die anderen Produzenten warnte, sie müssten pro Tag rund 1 Million Barrel vom Oktober übernehmen. Dies löste eine lauwarme Reaktion von Putin und die zügigen Aktionen von Trump aus.

Bin Salman braucht Öleinnahmen, um seine ehrgeizigen Pläne zur Umgestaltung Saudi-Arabiens zu finanzieren und gleichzeitig die daraus resultierenden Unruhen zu vermeiden. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert, dass das Königreich im nächsten Jahr einen Ölpreis von 73,3 US-Dollar pro Barrel anvisiert, um seinen Staatshaushalt auszugleichen. Brent-Rohöl notiert etwa 5 US-Dollar darunter, wobei die Exporte Saudi-Arabiens mit einem Abschlag gegenüber der Nordsee-Benchmark gehandelt werden. Nur durch eine Verlängerung der Produktionskürzungen um ein drittes Jahr kann er den Preis erzielen, den er benötigt.

Er wird mehr Konkurrenz von Putin und Trump haben. Der russische Präsident zeigt keine große Begeisterung, die Produktion seines Landes wieder einzuschränken. Moskaus Haushalt ist von den Ölpreisen abhängig.

Putin könnte jedoch entscheiden, dass die Aufrechterhaltung seiner verbesserten politischen Beziehung zum saudischen Kronprinzen, ein kleines Opfer wert ist. Es ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, dass Russland die Produktionskürzungen verlängern wird, wenn sich die Produzenten im nächsten Monat in Wien treffen. Putin sagt, dass Ölpreise von rund 70 US-Dollar pro Barrel für ihn „völlig“ passen.

Auch wenn Salman das Geld für den Umbau Saudi Arabiens braucht und Putin für sein Militär, so haben dennoch beide ein gemeinsames Interesse an höheren Ölpreisen, wenn auch mit verschiedenen Motiven. Doch Trump passt das gar nicht, er will das die Ölpreise noch weiter sinken.

Die Opposition von Trump wird natürlich viel heftiger und kommt zu einer Zeit, in der er und Salman versuchen, ihre angeschlagenen politischen Beziehungen aufrechtzuerhalten.

Eine größere Bedrohung für saudische Pläne wird vom Texas Oil Patch kommen. Amerikanische Hersteller haben in den letzten 12 Monaten ein Volumen erzielt, das der gesamten Produktion der OPEC in Nigeria entspricht. Ihre Produktion könnte bis April 12 Millionen Barrel pro Tag erreichen, so das Energieministerium. Das ist sechs Monate früher als noch vor einem Monat vorhergesagt worden war, und 1,2 Millionen Barrel pro Tag mehr als im Januar vorhergesagt.

Mohamed Bin Salmans Pläne werden sich den Zorn Washingtons zuziehen. Putin wird gleichgültig reagieren, denn die Konfrontation der Saudis mit den USA wird letztlich für Moskau arbeiten. 

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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