Mittwoch, 15. August 2018

Türkei setzt Kapitalkontrollen ein. Gleich zwei meiner Prophezeiungen werden war.

Was heute Morgen noch befürchtet wurde, aber heftig dementiert vonseiten der Regierung, wurde am Nachmittag bereits wahr. Die türkische Regierung hat die ersten Maßnahmen zur Kontrolle des Devisenflusses umgesetzt.

Gestern schon konnte die Lira nur durch drastische Eingriffe in den Finanzsektor stabilisiert werden. Maßnahmen, von denen klar war, dass sie lediglich sehr kurzfristig Verbesserung bringen können. Da die Lira heute wieder abzustürzen drohte, wurden noch radikalere Maßnahmen ergriffen, die sich auf die türkische Wirtschaft, wie vor einigen Stunden erklärt, noch verheerender auswirken werden. Währungs-Swap-Transaktionen für Banken wurden heute auf 25% des Eigenkapitales gesenkt worden. Ein Schritt den die Regierung in Ankara bereits am Montag wählte, als die Swaps auf 50% herabgesetzt wurden. Es ist vorhersehbar, dass es diesmal nicht mehr Stabilität für die Lira bringt als zuvor, bzw., das die Regierung so fortfahren wird.

Wie ich hier ebenfalls ansprach, dass Erdogan sehr bald an die Tür des deutschen Kanzleramtes klopfen wird, ist auch schneller als gedacht wahrgeworden. Ibrahim Kalin, der Pressesprecher von Erdogan, hat bereits verkündet, dass Erdogan sowohl bei Angela Merkel als auch bei Frankreichs Präsident Emmanuel Macron um ein Treffen gebeten hat.

Sollte das dynamische Duo tatsächlich internationale Solidarität mit Erdogan zeigen und etwa die anstehende Schuldenzahlung von 20 Milliarden Dollar zahlen, dann stellt Euch auf ein Fass ohne Boden ein, das wird von nun an unterbrochen weiter gehen, und zwar viel schlimmer als in Griechenland. Außerdem könnte die USA schwere Sanktionen verhängen. Erdogan hat keine Flucht offen.

Die Lira, die am Mittwoch um 7 Prozent stieg, stieg heute zunächst um 3,3 Prozent auf 6,1494 Dollar in Istanbul. Die Erholung hat sich auch auf den Rentenmarkt ausgewirkt. Die Renditen 10-jähriger Lokalschulden gingen um 28 Basispunkte auf 21,1 Prozent zurück.

Die Änderung der Bankenaufsicht am Mittwoch begrenzt den Zugang zu Lira-Liquidität auf dem Offshore-Swap-Markt, was die kurzfristigen Kreditkosten erhöht und es für sie schwieriger macht, die Währung von lokalen Kreditgebern zu leihen oder gegen sie zu wetten.

Erdogan kündigte heute ebenfalls eine zusätzliche Steuer auf Reis, Alkohol und Autos an, nur wenige Tage, nachdem Trump die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte verdoppelt hatte. Die Tarife kommen einen Tag nachdem Erdogan die Türken aufgefordert hat, US-Elektronik, einschließlich des iPhone, zu boykottieren.

Die Importe aus den USA belaufen sich auf die lächerliche Summe von etwa 1 Milliarde US-Dollar im vergangenen Jahr, ähnlich dem Wert des türkischen Stahls, den die USA sanktionierte. Vizepräsident Fuat Oktay bestätigte dies in einem Tweet und wies daraufhin, das die türkische Regierung damit verhältnismäßig reagierte. Er vergisst nur, die Kleinigkeit zu erwähnen, dass die Türkei kurz vor einem Kollaps steht und die Börse in New York die Sanktionen der Türkei gegen die USA unbeeindruckt wegsteckte.

Um den Börseneinsturz zu Hause zu begrenzen, unternahm die türkische Bankenaufsicht am Dienstag einen unkonventionellen Schritt, um die bedrängten Banken des Landes zu unterstützen, indem sie die Auswirkungen täglicher Wertpapierverluste auf die Berechnung ihrer Finanzkraft vorübergehend ausschloss. Oder nennen Sie es einfach: Bilanzfälschung.

Die Aussetzung der Markt-zu-Markt-Berechnungen zu den Eigenkapitalquoten wird fortgesetzt, bis sich die Wertpapierkurse "normalisieren", wie die Bankenaufsicht in einem am Dienstag an die Banken übermittelten Dokument sagte. Die "jüngste spekulative Volatilität an den Märkten" habe zu einer "unfairen Erosion" der Kapitalstärke der Banken geführt. Bei der Markt-zu-Markt-Bilanz müssten die Portfolios die aktuellen Marktwerte der Vermögenswerte und nicht ihre Buchwerte widerspiegeln.

Die durchschnittliche Eigenkapitalquote des Bankensystems liegt nach offiziellen Angaben Ende Juni bei 16 Prozent. Jeder Rückgang der Lira um 10 Prozent verringert die Kapitaladäquanzquoten im Durchschnitt um rund 50 Basispunkte. Dies geht aus einem Goldman Sachs-Bericht hervor, der am 6. August veröffentlicht wurde.

Unabhängig davon veröffentlichte die Bankenaufsichtsbehörde heute ein neues Regelwerk zur Kreditumstrukturierung von Banken, Finanzierungsleasinggesellschaften und Factoringgesellschaften.

Die neuen Regeln ermöglichen es den Kreditgebern, die Laufzeiten der ausstehenden Kredite an die Kunden zu verlängern, sie zu refinanzieren, neue Kredite für notleidende Unternehmen zu bilden und neue Sicherheiten zu erhalten. Banken können auch verlangen, dass Schuldner Vermögenswerte verkaufen, um Schulden zu tilgen und ihre Finanzen zu verbessern. Überfällige Kredite können nun innerhalb von zwei Jahren nach Unterzeichnung eines Rahmenvertrags umstrukturiert werden.

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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