Montag, 13. August 2018

Börsen-Crash nach Versuch die türkische Lira zu stützen

Wie macht die türkische Wirtschaft, wenn sie von US-Sanktionen zermalmt wird? Kanack!

Als sich Sultan Erdogan gegen Finanzmarkt-Orthodoxie aussprach, war mir sofort klar was passiert. Jetzt geht es Volldampf in die Scheiße! Allerdings das es so schnell geschieht überraschte sogar mich, ich hätte gedacht, es geschieht erst am späten Nachmittag.

Die Regierung in Ankara gab ihre Schritte zur Rettung der Lira bekannt, setzte die ersten auch sofort um, um das Vertrauen von Anlegern in das Finanzsystem zu festigen und Bumm! Währung, Aktien und Anleihen vielen noch stärker als zuvor. Ich könnt mich schlapplachen über diese Idioten, die mindest dritte Generation Inzucht ist das!

Was aber haben die Schwachmaten getan? Die Kaution, die Wirtschaftskreditgeber bei der Zentralbank in Ankara hinterlegen müssen, wurde gesenkt. Die Regeln die das Verhältnis von Lira und Fremdwährungliquidität verwalten wurde verwässert. Niemand wurde jedoch darüber aufgeklärt, ob die Zentralbank den Zins anhebt. Und das soll, so Erdogan, das Vertrauen in das Finanzsystem steigern.

"Die Zentralbank wird die Markteinbrüche und die Preisbildung genau beobachten und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die finanzielle Stabilität zu erhalten, falls dies für notwendig erachtet wird", heißt es in der heute früh veröffentlichten Stellungnahme, die von Finanzminister Barat Albayrak gestern Nachmittag angekündigt worden war.


Wie die Zeitung Al Jarida berichtete, reiste Barat Albayrak extra nach Kuwait auch um sich mit den Mitgliedern des Golf Kooperation Rates zu treffen und um Investitionen in der Türkei zu werben. Albayrak versicherte dabei, es werde keine Kapitalkontrollen geben, wie Gerüchte behaupten, um den Abfluss von Devisen zu verhindern. Ebenso verwahrte er sich gegen Gerüchte, dass die Regierung Sparanlagen beschlagnahmen werde. Und versprach hart gegen die Verursacher dieser Gerüchte vorzugehen.

Nach der Erklärung von Albayrak zog die Lira zwar sanft an, fiel dann aber wieder um 6,2 Prozent. Die Rendite für zweijährigen Staatsanleihen stieg um 94 Basispunkte auf 25,74 Prozent, damit erreichte sie den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008.

Als Versicherungen für türkische Schuldverschreibungen, die länger als 5 Jahre laufen, um über 100 Basispunkte stiegen und 537 erreichten, verkündete das Finanzministerium, dass man Morgen nicht mehr wie geplant festverzinsliche Schuldverschreibungen für 10 Jahre herausgeben werde, sondern nur noch variabel verzinsliche.

Seit Verhängung der US-Sanktionen verlor die türkische Lira ein Viertel ihres Wertes. Das sieht nach einer wirtschaftlichen Kernschmelze aus. Wenn Erdogan nicht nachgibt, damit die Sanktionen weggenommen werden, dann steht die Türkei vor einem Super GAU.

Die Bankenaufsicht hatte schon einige Stunden vorher Dollar-Lira-Swaps reduziert. Damit wollten sie wohl vermeiden, dass Offshore Anleger gegen die Lira spekulieren. Allerdings wird eine solche Methode äußerst selten von Spekulanten benutzt.

Alle von der türkischen Regierungen gemachten Schritte deuten bisher auf ein Placebo hin, sie können die Lira bestenfalls kurzfristig positiv beeinflussen. Doch wird der Leitzins nicht erhöht, bricht die ganze Scheiße ein.

Noch wenige Stunden vorher drohte Erdogan den USA, er werde neue Märkte und Verbündete erschließen. Er ließ dabei offen ob es ihm auf dem Mond oder Mars gelingen werde.

Adnan Bali, Geschäftsführer der Isbank, der aufgrund ihres Vermögens best dotierten türkischen Bank an der Börse, lobte die Maßnahmen der Zentralbank. Jedoch fügte er hinzu, es sei besser sie durch eine Erhöhung des Leitzinses zu unterstützen. Damit begibt er sich in der Türkei auf ein heikles Glatteis, Erdogan hatte höhere Zinsen ausdrücklich ausgeschlossen, weil diese einer gewissen "Zinslobby" dient. Das ist in etwa so, als wenn Sahra Wagenknecht und Jürgen Elsässer von USrael reden, oder Adolf Hitler von den jüdischen Wall Street Bankern. 

Die Staatsanwaltschaft gab nun Warnungen heraus, dass man jede Kritik an der Regierung als "wirtschaftliche Angriffe" bewerten werde.

Auch begann die Polizei bereits damit Personen zu ermitteln, die "Sicherheitsbedrohungen ausüben". Darunter muss man Leute verstehen, die auf Facebook mal eine Bemerkung fallen lassen. Dies vermeldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute, unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Istanbul. Derartige "Verbrechen" werde man mit den "Kräften hinter dem Putschversuch vom 15. Juli" in Verbindung bringen. Auweia, da hatte wohl jemand einen verschimmelten Döner zum Mittag.

Erdogan hingegen argumentierte nun, die Erhöhung der Zinssätze würde zur Hyperinflation führen. Da kann man nur noch staunen! Was hat er denn jetzt? Ich garantiere Euch, dieser Schwachmat versteht von Ökonomie so viel wie Nicolás Maduro.

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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