Sonntag, 22. Mai 2011

Meinungsfreiheit: Wie Die Zeit gezielt Leserkommentare zensiert


Da ich gerne mal gegen den Strom schwimme und zwecks Aufrütteln, frei nach dem Motto von Brechts »Verfremdungseffekt« auch mal provoziere ohne freilich dabei die Gürtellinie zu unterschreiten, lasse ich mich hin und wieder zu einem Kommentar auf einen Artikel der Wochenzeitung DIE ZEIT verleiten. Sobald man dort aber gegen den Strom schreibt, wird man von DER ZEIT zensiert. HALT – Sie verlassen die Sektorengrenze!

Für eine gute Online-Publikation gehört es sich die Kommentare zu prüfen um das Niveau zu halten. Das ist bei DER ZEIT ebenso wichtig wie hier in diesem Blog.



Bei der ZEIT ist das etwas anders. Dort wird alles zensiert, was nicht zum geeichten Meinungsgulag gehört. Insbesondere anscheinend beim Thema Islam – jedenfalls lasse ich mich diesbezüglich öfter zum Kommentieren hinreißen – schlägt der Zensor DER ZEIT zu; inklusive Überschrift. Zwei Beispiele möchte ich aufführen.

Als vor wenigen Wochen Recep Erdogan seine Macht wieder um eine Legislaturperiode verlängern konnte, kommentierte ich zum entsprechenden Leitartikel DER ZEIT, dass im Artikel veröffentlichte Foto von Erdogan und seiner Gattin bei der offiziellen Rede nach der Wahl. Sie war auf dem Foto, nebst ihrem Herr und Gebieter, bis zum Kinn zugeknöpft und mit Schleier vermummt aufgetreten. Ironisch kommentierte ich, dass Frau Erdogan ja vorbildhaft nach ihres Mannes Weltanschauung gekleidet sei. Außerdem bezeichnete ich Erdogan als »Sultan Erdogan«. Mehr nicht. Keine Kraftausdrücke, keine Gürtellinieunterschreitung oder sonstiges. Es war bloß Ironie und DIE ZEIT strich meinen Kommentar mit der Bemerkung, ich solle die Polemik lassen. Vor der Zensur war der Kommentar noch wenige Minuten sichtbar gewesen und bekam sogleich mehrere positive Wertungen (Leserempfehlungen) der Leser. Aus Verärgerung ob der Zensur, schrieb ich den nächsten Kommentar mit Hinweis, dass die ZEIT einen harmlosen ironischen Kommentar gestrichen hat. Dieser wurde ebenfalls zensiert.

Heute dann das Gleiche. Da ich mir jenes bereits ausmalte, habe ich den Kommentar gespeichert um ihn dann hier zu veröffentlichen. Und jetzt sage mir einer, ich verfehle den anständigen Ton.

Der Artikel hieß Jeder konnte es wissen. Was? Ja, genau das! Die Verbrechen der Nazis, davor und währenddessen. Beweis dafür sei ein nun veröffentlichtes Tagebuch des Otto-Normalbürgers Friedrich Kellner mit Eintragungen zwischen 1939-1945. Für DIE ZEIT ein "Jahrhundert-Dokument".

Mit erhobenem Zeigefinger (schließlich haben die Deutschen bei der Vergangenheitsbewältigung noch Nachholbedarf) resümiert DIE ZEIT was man denn alles hätte wissen können, wenn man nur gewollt hätte, lobt Kellers sachliche Beobachtungsgabe und Analyse der Geschehnisse, merkt dabei aber nicht, selbst in die gleiche Falle zu tappen, wie Kellers mutmaßliche Zeitgenossen. Ja, selbst beim Löschen meines Kommentars kommt der Vorzeigezeitschrift aller vereinigten Linksintellektuellen mit eingebauter Gesinnungs-Toleranz diese Analogie offensichtlich nicht in den Sinn.

Natürlich hat die NS-Regierung genau das Gleiche getan, wie die Medien heute, mahnende und warnende Stimmen unterdrückt, damit das Volk weiter schläft.

Ausschnitte des Artikels:

Wovor Sozialdemokraten wie Kellner in den letzten Jahren der Weimarer Republik immer gewarnt hatten, das war nun eingetreten – mit dem Überfall auf Polen brach das NS-Regime einen Krieg vom Zaun, der Millionen Menschen das Leben kosten sollte.

[…]

So konnte, gleichsam als Zeitungsphilologe, ein einfacher Mann ohne höhere Schulbildung den wahren Kern des Regimes erkennen.

[…]

Er liest aufmerksam die Todesanzeigen in der regionalen und überregionalen Presse und zieht daraus seine Schlussfolgerungen.

[…]

So aufmerksam, wie Kellner während des Krieges die Zeitläufte mithilfe der Presse verfolgte, ist anzunehmen, dass er auch in den ersten Jahren nach 1933 die Verbrechen des Regimes genau beobachtet hatte: die Etablierung der Diktatur, die Ausschaltung der politischen Gegner, die Verfolgung und Entrechtung der Juden, die Errichtung von Konzentrationslagern und vieles mehr.

[…]


Soweit zum Inhalt. Und genau in diese Wunde hielt ich nun meine Finger. Zugegebenermaßen ein wenig polemisierend legte ich die Vergangenheit in die Gegenwart. Damals die Nazis, heute der Islam. Es ist natürlich nicht 1:1 zu vergleichen, doch es gibt Parallelen und auf diese wollte ich hinweisen.

Mein Kommentar:
Wie heute mit dem Islam … … man muss nur die Schriften lesen und den Protagonisten zuhören. Es wurde und es wird jeweils Klartext geredet. Damals wie heute. Wie der Publizist Sebastian Haffner in seinen Schriften bzgl. National-Sozialismus bereits anmerkte, »wer es wissen wollte, konnte es durchaus erfahren«. Und wie damals gibt es auch heute die Wegseher, die Appeaser und Gutbeter. Was es vor 1933 allerdings noch nicht gab, war eine öffentlich-rechtliche Meinungsdiktatur.

Kommentar DER ZEIT:

[Entfernt] Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke. Die Redaktion/ag

Mein kopmpletter Account wurde darauf hin gesperrt.

“Die Zeit” ist in Sachen Meinungsdiktatur das übelste Blatt Deutschlands. Zu diesem Schluss bin ich vor ca. 3 bis 4 Jahre gekommen.

Besonders lächerlich finde ich deren Zensurbegründung, …Bitte verzichten Sie auf Polemik…, wenn der Text auf den kommentiert wurde nur so von billigster Polemik strotzt.

Diese Zeitung ist die Fortsetzung der DDR-Medien.

Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

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