Eine kleine Hilfe zum Erkennen und Ausstieg aus der sozialistischen Matrix.

Montag, 26. März 2018

Szenario: Russische Invasion in der Ukraine



Vorneweg, hier werden keine aktuellen Ereignisse beschrieben, sondern eine Hypothese erstellt. In diesem Artikel gehe ich der Frage nach, wie eine totale Invasion der russischen Armee in der Ukraine ablaufen könnte. Ich stelle verschiedene Szenarien und die daraus sich ergebenden Optionen vor.

Da hier immer wieder mal sehr eigenwillige Megaballer aufschlagen, die regelmäßig ihre Pillenausgabe schwänzen und die Peilung verloren haben, weise ich nochmals daraufhin: Der vorliegende Text ist keine Prognose, sondern gibt mögliche Entscheidungen von Militärplanern an.

1. Was Russland tun könnte


1. 1 Russland Situation


Die militärische Position der russischen Armee, im Verhältnis zur Ukraine, wird von der internationalen Öffentlichkeit sehr genau beobachtet, was die gewählten Taktiken und Strategien limitiert. Das meint insbesondere die exzessive Gewaltanwendung.

Die bisherigen Vorstöße, wie Donbass, Krim-Besetzung und anzetteln von Unruhen wie in Odessa, hat sich der Kreml unter enormen Aufwendungen an Logistik und Ressourcen ergaunert. Der tatsächliche politische Gewinn ist jedoch relativ gering, im Verhältnis zum aufgewendeten Einsatz. Dennoch ist der Gedanke an einen Pyrrhussieg höchstens auf der moralischen Ebene gerechtfertigt.

Die von Russland besetzte Krim wird wie eine Insel verteidigt. Allerdings besteht die Gefahr einer Isolierung durch den Feind.

Die von Moskau unterstützten Terroristen im Donbass/Ostukraine haben eine noch aufwendigere Position. Die geographischen Barrieren, die eine Verteidigung der errungenen Territorien einfacher gestalten würden, gibt es in diesem Teil der Welt nur sehr wenige. Die Aufrechterhaltung der Kontrolle in der Ostukraine ist daher für Moskau sehr aufwendig. Unter hohen militärischen Aufwand wird ein Territorium abgesichert, dessen ökonomisch/strategischer Wert nicht in Relation zu den genutzten Ressourcen steht.

Mit Sicherheit setzt der Kreml nicht auf die Verteidigungsbereitschaft seiner natürlichen Grenzen (z.B. Gebirge und breite Flüsse, die einen Angriff aus dem Westen erschweren), wie es Radio Eriwan unter Verweis auf den aggressiven Westen behauptet. Denn dann wären die Truppenbewegungen stationär, bzw. nach Osten gewandt. Dem ist jedoch nicht so, sondern alle Bewegungen richten sich gen Westen und zwar auf globaler Ebene. Vgl. U-Boote an der US-Küste, Invasionstruppen an der Beringstraße. Truppen auf Kuba und in Venezuela. Machtentfaltung im Nahen Osten und Eindringen ins Mittelmeer. Russland verteidigt sich nicht, sondern rückt aggressiv vor und dies im Einklang mit ihrer Ideologie des Eurasischen Reiches, welches die Annektion Europas vorsieht.

Das berechtigt die Frage, ob Russland weitere militärische Maßnahmen anwenden wird, zur Sicherung seiner Interessen in der Ukraine.

Um darauf eine Antwort zu finden möchte ich drei militärische Optionen vorstellen, die dem Kreml zur Verfügung stehen.

Es sind Optionen die von Unruhe stiften bis zur kompletten Invasion reichen. Dazu sehen wir uns den erforderlichen Aufwand und benötigte Zeit an, woraus sich eine Wahrscheinlichkeit ablesen lässt, welche Option die sinnvollste wäre.

Im Szenario setzen wir allerdings voraus, dass die russischen Truppen sich nur den ukrainischen Streitkräften stellen müssen, weil die USA anderweitig beschäftigt ist, zum Beispiel durch einen Angriff auf sein eigenes Territorium. Freilich auch weil die Dank Moskaus 5. Kolonne abgewirtschafteten europäischen Truppen nicht einmal daran denken können, nennenswerte Hilfe aufzubringen. Zusätzlich werden die europäischen Länder genau zu diesem Zeitpunkt mit immensen internen Problemen zu kämpfen haben, insbesondere durch marodierenden Banden der vom einheimischen Sozialsystem gesponserten, aber aus rückständigen Staaten importierten internationalen Lumpenproletariats.


1. 2 Landbrückenszenario



Eine der meist diskutierten Optionen ist eine russische Trasse entlang der Südküste der Ukraine, um die Krim und Donbass zu verbinden. 



Dabei gehe ich davon aus, dass die Militärs die Front recht breit führen, um über diese Trasse auch die Haupttrinkwasserversorgung der Krim sicherzustellen.



Dies Quelle des Trinkwasser wäre dann der Fluss Dnjepr. Daraus resultiert, dass die potentielle Verteidigungslinie beträchtlich vom Fluss entfernt ist. Flüsse, insbesonders derart große, sind natürliche Barrieren die als Verteidigungslinie genutzt werden können. In dieser Region ist der Dnjepr die einzige natürliche Barriere. Dieser strategische Vorteil kann aber nicht genutzt werden, da man den Fluss für große Mengen von Trinkwasser nutzen und daher nicht vermutzen will. 


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De facto ergibt die Trasse dann eine Landbrücke zur Krim, die eine Isolierung der besetzten Halbinsel unwahrscheinlicher macht.

Das russische Militär wird 400 Kilometer in ukrainisches Territorium vordringen und ein Gebiet von rund 46 600 Km² erobern. In diesem Gebiet leben etwa 2 Millionen Menschen.

Um dieses Gebiet in 14 Tagen zu besetzen benötigt Russland zwischen  24 000 bis 36 000 Mann. Sollte es der NATO gelingen schnell Hilfe für die Ukraine zu senden, ist ein russischer Aufwand von 40 000 bis 55 000 Soldaten notwendig, um das Gebiet zu besetzen.

Das russische Militär wird erwarten, dass die ukrainische Bevölkerung sich gegen die Besatzer auflehnt. Außerhalb von Donbass ist die Verehrung Moskaus sehr gering. Kräfte zur Aufstandsbekämpfung richten sich nach der Bevölkerung und dem vermutlichen Niveau des zu erwartenden Widerstandes. 

Daraus resultiert, dass man bei 2 Millionen Menschen, die aber eine Besatzungsfreundliche Mentalität haben (z. B. deutsche Hilfsrussen) etwa 4 200 Soldaten zur Niederschlagung eines möglichen Aufstandes einkalkuliert. Doch bei einem extremen Aufstand von Russland ablehnender Bevölkerung bedarf es um die 42 000 Soldaten. Soldaten die gebunden wären und nicht an die Front beordert werden können.

In diesem speziellen Fall der Trasse, würde man von einem Mittelwert beim potentiellen Aufstand ausgehen. Einen extremen Aufstand würde man nur bei einer Besetzung von Kiew, Charkiw oder Dnepropetrovsk erwarten.

Es wäre möglich die Frontsoldaten mit den Kräften zur Aufstandsbekämpfung zu überlappen. Allerdings geht das nur bedingt, für kurze Momente und ist abhängig vom Grad des Widerstandes. Ist dieser jedoch extrem, so bedarf es selbstständig operierender Verbände zur Aufstandsbekämpfung.

1.3 Küstenszenario


Ein ähnliches Szenario, ist die Besetzung der gesamten südlichen Küste der Ukraine. Hier spekuliert man darauf, dass Russland eine Verbindung zu seinem "Außenposten" Moldawien herstellen will. Insbesondere liegt der Schwerpunkt bei Transnistrien, wo viele Russen siedeln.

In allen tatsächlichen Machtergreifungen des Kremls in der Vergangenheit, spielt die Population russischer Migranten eine große Rolle. In der Gegenwart zeigt sich, dass der Kreml diese Strategie beibehält. Über Migrationsbewegungen schleust der Kreml gern seine Agenten ein. Wir sahen das jüngst bei den russischen Geistergeschichten um Hillary Clinton. Ich verweise auf das um sich greifende Hilfsrussentum in der AfD, verschuldet durch eine penetrante Russifizierung von Migranten. Aber eben auch beim Beispiel Ukraine, Donbass oder eben Odessa, eine Stadt die nahezu komplett russifiziert ist. Der Kreml benutzt diese russischen Migranten um Pro-Kreml Propaganda zu betreiben, aber das weitet sich ganz schnell in bewaffneten Kampf aus, wie in Odessa und Donbass deutlich wird.

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Dahinter verbirgt sich die Absicht, die Regierung in Kiew vom Meer abzuschneiden und seine Ökonomie zu zerstören.

Der Aufwand des Kremls würde sich allerdings nahezu verdoppeln. 40 000 bis 60 000 Soldaten, die 645 Km in 23-28 Tagen zurücklegen müssten, um ein Territorium von 103 600 km² zu besetzen. 80 000 bis 112 000 Soldaten wären zur Verteidigung an der Front nötig. Was beinhaltet, dass die Infrastruktur über die natürliche Barriere Dnjepr geführt werden muss. In diesem Gebiet leben 6 Millionen Menschen, was 13 200 bis 120 000 Soldaten zur Aufstandsbekämpfung erfordert.

Diese ersten beiden Szenarien haben einen gravierendes Problem, da sie extrem ungeschützte Stellungen beinhalten. Weiträumige Stellungen über relativ flaches Gelände - in einem Szenario durch einen Fluss geteilt - sind schwer zu halten, wenn sie gegen einen konzertierten Angriff einer modernen Streitmacht überhaupt verteidigt werden können. Die Nachschubverbindungen wären auch im gesamten Gebiet sehr lang und würden in dem Szenario, das sich über den Dnjepr hinaus erstreckt, auf die Überbrückung eines breiten Flusses angewiesen sein.

1.4 Ostukraine Szenario


Ein drittes Szenario lässt Russland die gesamte Ostukraine bis zum Dnjepr besetzen und nutzt den Fluss als Verteidigungslinie. Wenn es darum geht, das eroberte Gebiet zu verteidigen, ist dieses Szenario am sinnvollsten. Der Dnjepr ist an den meisten Stellen sehr breit, mit wenigen Übergängen und wenigen für taktische Überbrückungsoperationen geeigneten Standorten, was bedeutet, dass Verteidiger sich auf bestimmte Engpässe konzentrieren können. Dies ist die sinnvollste Option für Russland, wenn es militärisch aktiv werden und eine Verteidigungsstellung auf festem Terrain vorbereiten will.

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Diese Operation wäre jedoch ein gewaltiges militärisches Unterfangen. Die Kraft, die benötigt wird, um dieses Gebiet zu erobern - ungefähr 222.740 Quadratkilometer - und den Widerstand dort zu besiegen, würde 91.000-135.000 Soldaten benötigen, die bis zu 402 Kilometer in die Ukraine hinein vorrücken. Da der Fluss Verteidigungsfähigkeiten verstärkt, könnte die Verteidigungskraft die Kraft der Reaktion aus Kiew aufwiegen.

Bei einer Bevölkerung von 13 Millionen in der Region könnten der Bedarf an Truppen zur Aufstandsbekämpfung, zwischen 28.000 und 260.000 Mann liegen. Russlands Militär hat ungefähr 280.000 aktive Bodentruppen, was bedeutet, dass die ursprüngliche Triebkraft einen wesentlichen Teil des russischen Militärs binden würde und dass ein intensiver Aufstand Russlands Fähigkeit, das Gebiet zu besetzen, gefährden könnte, selbst wenn es alle Bodentruppen innerhalb der Ukraine einsetzen würde. Das bedeutet, dass Moskau nicht um eine Mobilisierung der Reservisten herum käme.

Ein positiver Aspekt wäre, dass diese Operation nur 11-14 Tage dauern würde, obwohl sie ein großes Gebiet erobern würde, weil Russland auf mehreren Routen voranschreiten könnte. Auf der anderen Seite würde die Operation eine so große Mobilisierungsbemühung erfordern und die russischen Sicherheitskräfte erneut beauftragen, dass Moskaus Absicht erkennbar wäre und Europa und die Vereinigten Staaten frühzeitig alarmieren würden.

1.5 Pro und Contra


Die Überlegungen bei diesen Vorgehensweisen richten sich nach der Überlegung, ob Russland mit weniger Ressourcen sein Ziel gegenüber der Ukraine erreichen und dennoch die notwendigen Sicherheitsanforderungen gewährleisten könnte.

Das führt zur Überlegung, ob Russland eventuell nur die Hälfte der Ostukraine erobern würde. Unwahrscheinlich, denn dann würden sie ihre Flanke gegen Westen öffnen. Es besteht dann die Gefahr, dass ukrainische und/oder NATO-Truppen über den Dnjepr vorstoßen. Was wiederum bedeutet, dass der russische Vorstoß zum großen Fluss, der ja als Verteidigungslinie dienen soll, seinen Sinn verloren hätte.

Auch eine kleine Erweiterung der derzeitigen separatistischen Linien nach Norden kann man in Betracht ziehen, um den Rest der Regionen Donezk und Luhansk einzubeziehen, und das Territorium so autarker zu machen. Beide Operationen sind ziemlich ausführbar, gewinnen aber im großen Schema wenig.

Das letzte Szenario, das wir in Betracht gezogen haben, war am begrenztesten. Es handelte sich um Russland, das entlang seiner gesamten Grenze zur Ukraine kleine temporäre Einfälle durchführte, um verschiedene Schlüsselziele in der Region zu bedrohen und so die Kampfkraft der Ukraine so gering wie möglich zu machen. Dies wäre für das russische Militär in Bezug auf den erforderlichen Aufwand effizient und effektiv. Es könnte einige kleine politische und sicherheitspolitische Ziele erreichen, wie z. B. das Abrücken ukrainischer Streitkräfte von der derzeitigen Kontaktlinie, dass heißt die Verteidigung "verdünnen", die allgemeine Ablenkung Kiews oder die Erhöhung des Notstands, was die Ukrainer glauben lässt, dass Russland eine vollständige Invasion starten würde, wenn Kiew nicht einwilligen würde.

Für alle betrachteten Szenarien waren die Ergebnisse konsistent: Alle sind für das russische Militär technisch möglich, aber alle haben ernsthafte Nachteile.

Keine dieser Optionen kann die Sicherheit oder politische Ziele durch begrenzte oder angemessene Mittel erreichen. Diese Schlussfolgerung schließt diese Szenarien für die russischen Entscheidungsträger nicht aus, aber sie beleuchtet die breitere Kosten-Nutzen-Analyse, die Führungskräfte bei der Abwägung künftiger Maßnahmen vornehmen. Keine theoretische Modellierung kann das Ergebnis eines Krieges genau vorhersagen, aber es kann Führungskräften eine Vorstellung davon geben, welche Maßnahmen zu ergreifen sind oder ob überhaupt Maßnahmen ergriffen werden sollen.



2. Wie kann der Westen reagieren?


2.1 Reaktion

Die russischen Militäroptionen in der Ukraine, die im ersten Abschnitt dargelegt wurden, würden natürlich nicht singulär stattfinden. Abgesehen von der Opposition der ukrainischen Streitkräfte müsste das russische Militär eine mögliche Reaktion der Vereinigten Staaten oder einer Koalition der NATO-Staaten erwarten. Ob die Vereinigten Staaten bereit wären, gegen eine Invasion der Ukraine in den Krieg zu ziehen oder nicht, Russland kann es sich nicht leisten, die Möglichkeit zu ignorieren, wenn es seine Möglichkeiten prüft und sein Erfolgspotential einschätzt.

Wenn die Vereinigten Staaten und/oder die NATO auf eine direkte russische Offensive in der Ukraine reagieren würden, wäre die Verwendung von Luftwaffe das schnellste und möglicherweise wünschenswerte Mittel, Feuerkraft auf das Szenario zu bringen.

Obwohl die NATO und die Vereinigten Staaten über beträchtliche Bodentruppen verfügen, die bei Bedarf nach Osteuropa und in die Ukraine eingesetzt werden könnten, würde der Transport dieser Truppen und ihrer Ausrüstung ins Kriegsgebiet sehr viel Zeit erfordern. Selbst dann würden Bodentruppen wahrscheinlich nicht ohne die Luftüberlegenheit vorrücken. Aus diesem Grund hängt die Untersuchung möglicher westlicher Gegenmaßnahmen von der Fähigkeit ab, eine beträchtliche Menge an Luftstreitkräften in die Ukraine zu entsenden, um eine russische Offensive aufzuhalten oder zurückzudrängen.

Eine solche Operation wäre komplex, würde den Einsatz von Luftstreitkräften auf Flugplätzen in der Nähe russischer Streitkräfte umfassen, logistische Unterstützung muss für diesen Einsatz bereitgestellt werden, um Operationen gegen die russische Luftabwehr durchführen zu können und schließlich eine Bodenoffensive zur Reduzierung der russischen militärischen Fähigkeiten innerhalb der Ukraine gestartet werden.

Da Russland seine militärischen Optionen bewertet, muss es ein Worst-Case-Szenario berücksichtigen, in dem NATO-Staaten in Osteuropa ihre Luftwaffenstützpunkte für eine beträchtliche Stationierung der US-Luftwaffe öffnen und logistische Unterstützung anbieten.

2.2 Die Herausforderungen beim Einsatz von Flugzeugen


Bevor die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten in der Lage sein würden, umfassende Luftoperationen gegen die russischen Streitkräfte zu initiieren, müssten sie in der Nähe der Ukraine eine große Zahl von Kampfflugzeugen stationieren. Diese Flugzeuge müssten nicht nur vor einem Bodenangriff die Bodenabwehr in Russland angreifen, sondern sie würden auch mit erheblichen russischen Luftstreitkräften konfrontiert sein, die zur Unterstützung der Offensivoperationen eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die höchstmögliche Anzahl an fortgeschrittenen Kampfflugzeugen erforderlich wäre, um das strategische Gewicht zu erreichen, das für die schwierige Erreichung der Luftüberlegenheit benötigt wird.

Die europäischen Luftstreitkräfte sind bereits relativ nah am ukrainischen Kriegsgebiet, aber das Vorrücken auf Flugplätze, die näher an der Ukraine sind, würde immer noch erforderlich sein, um die Flugzeit auf die Ziele zu begrenzen und die Belastung der Luftbetankungsfähigkeiten zu verringern, die bei einem Einsatz von dieser Größe und Umfang gewaltig sind.

Die Vereinigten Staaten stehen vor der zusätzlichen Herausforderung eines strategischen Einsatzes von Luftstreitkräften aus den kontinentalen Vereinigten Staaten nach Osteuropa. Verschiedene Faktoren, wie die Verfügbarkeit von Lufttankern und die strategische Lufttransport- und Flugplatzkapazität am Zielort oder Zwischenlandungen, beeinflussen die Geschwindigkeit, mit der diese Flugzeuge eingesetzt werden können.

Die US-Luftwaffe wäre in der Lage, ihr erstes Flugzeug relativ schnell im Kriegsgebiet einzusetzen, hauptsächlich wegen der Vorpositionierung mehrerer Jagdgeschwader auf Luftwaffenstützpunkten in Europa. Drei auf der Royal Air Force Base Lakenheath im Vereinigten Königreich stationierte F-15-Staffeln, zwei auf dem Aviano-Stützpunkt in Italien stationierte F-16-Staffeln und eine auf dem Luftstützpunkt Spangdahlem in Deutschland stationierte F-16-Squadron könnten auf osteuropäischen Flugplätzen eingesetzt werden in 48 Stunden.

Diese Staffeln allein würden jedoch nicht ausreichen, um eine großangelegte Luftoperation gegen Bodenabwehr- und Luftüberlegenheitsjäger in Russland zu beginnen. Sie würden auf Verstärkung durch viele andere Staffeln aus den kontinentalen Vereinigten Staaten warten müssen. Die Verstärkungsstaffeln sollten nacheinander eingesetzt werden, um zu verhindern, dass die Luftwaffenstützpunkte, die sie in Europa durchqueren mussten, von Transportflugzeugen mit Wartungsbedarf und Besatzungen sowie Luftbetankungsflugzeugen überflutet werden.

2.3 Wie eine Mobilisierung aussehen könnte


Unter der Annahme eines Best-Case-Szenarios würde der gesamte Einsatz von etwa 22 Jagdgeschwader ungefähr 11 Tage dauern. Die Priorität würde wahrscheinlich den Luftüberlegenheitsjägern der jüngsten Generation und den auf die Unterdrückung der feindlichen Luftverteidigung spezialisierten Flugzeugen eingeräumt werden, da diese Rollen in den ersten Phasen der Luftkampagne dominieren würden. Andere Plattformen wie das Bodenangriffsflugzeug A-10 würden wahrscheinlich in der letzten Phase des Einsatzes eingesetzt werden, da ihre Mission erst nach einer erheblichen Verschlechterung der russischen Luftabwehr möglich werden würde.

Rotary-Wing-Assets könnten auch an diesem Punkt folgen, um die Bodenangriffsfähigkeiten zu erhöhen, aber eine große Anzahl wird wahrscheinlich erst dann begangen, wenn die Luftüberlegenheit etabliert ist und fortschrittliche Luftverteidigungssysteme keine Bedrohung mehr darstellen. Von unbemannten Luftfahrzeugen wird auch erwartet, dass sie einen erheblichen Teil der Aufklärung, Überwachung und Aufklärung leisten, die den Betrieb unterstützen. Diese würden früh eingesetzt und würden sowohl taktische Systeme mit relativ geringen Fußabdrücken und kürzeren Entfernungen oder Wartezeiten als auch Systeme auf höherer Ebene umfassen, die von Flugplätzen jenseits des Theaters aus operieren können. Sie könnten auch in einer begrenzten Bodenangriffsfähigkeit verwendet werden, aber die Anforderung zuverlässiger Informationen über russische Bewegungen und Positionen bedeutet, dass die Drohnen wahrscheinlich für eine intensive Überwachung in den frühen Phasen der Kampagne reserviert wären.

Die Luftwaffe der Vereinigten Staaten und der Alliierten würde in der Lage sein, von den zahlreichen in Osteuropa verfügbaren Luftwaffenstützpunkten auszusteigen. Die Inszenierung sollte sich auf mehr als 30 militärische Flugplätze in Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien konzentrieren, und viele weitere in Italien und Deutschland, weiter vom Theater entfernt. Strategische Flugzeuge wie Luftbetankungsschiffe und Aufklärungs-, Überwachungs- und Aufklärungsschiffe könnten die Flugplätze in Deutschland und Italien nutzen, während die taktischen Staffeln sich näher an der Ukraine positionieren könnten. Ein Einsatz auf Flugplätzen in der Westukraine könnte möglich sein, aber die Schwelle für ein Streik auf diesen Flugplätzen wäre geringer, während die politischen und militärischen Kosten für Russland die Vorteile einer Störung der Operationen auf Flugplätzen im NATO-Gebiet überwiegen würden. Das gleiche Risiko einer Eskalation würde wahrscheinlich die Absicht der USA und der NATO beschränken, Operationen innerhalb Russlands selbst durchzuführen.

Aufgrund der großen Anzahl von Flugzeugen, die für dieses Vorhaben eingesetzt werden müssten, würden die Vereinigten Staaten auch Flugzeugträger einsetzen, wahrscheinlich in die Ägäis (die Montreux-Konvention verhindert, dass Flugzeugträger ins Schwarze Meer eindringen, wo sie leichter Ziele wären) für russische Angriffe). So könnten in zwei Wochen mindestens zwei Trägerflügel in das Theater verlegt werden, und ein Drittel könnte sich in der vierten Woche des Einsatzes anschließen.

2.4 Zeitfaktor


Wegen der Zeit, die benötigt wird, verschiedene US-Luftstreitkräfte in das Kriegsgebiet zu bringen, können realistische Operationen erst beginnen, nachdem die russischen Offensivoperationen die meisten ihrer Ziele bereits erreicht hätte. Dies bedeutet, dass Russland in der Lage wäre, mobile Luftabwehreinrichtungen an die Front zu verlegen, und die US-Luftreaktion würde darauf abzielen, die Verteidigungsfähigkeiten Russlands auf besetzten Territorium der Ukraine zu verschlechtern, anstatt seinen anfänglichen Angriff abzuwehren.

Vor dem Abschluss der Truppenaufmarsches in Osteuropa könnten jedoch lähmende Operationen durchgeführt werden, mit luftgestützten Raketen oder marinen Marschflugkörpern zur Bekämpfung russischer Luftabwehr, Versorgungslager und potentieller Flugplätze, die von russischen Luftfahrzeugen in der Ukraine benötigte werden.

Die nächste Phase würde sich dann wahrscheinlich stark auf das F-16CJ "Wild Weasel" und alle verfügbaren alliierten Flugzeuge mit Radarsuchraketen stützen, die aktive Radarsignale von bodengestützten Luftabwehrsystemen aufnehmen. Diese Flugzeuge würden dazu verwendet werden, das russische Luftverteidigungsnetz erheblich zu beschädigen oder zumindest die Verwendung aktiver Radargeräte zu verringern, was die Fähigkeit der Russen, im Luftraum über dem Schlachtfeld operierende US- und verbündete Luftfahrzeuge gezielt anzugreifen, erheblich beeinträchtigen würde. An diesem Punkt wäre die größte russische Bedrohung der Luftüberlegenheit seine Flugzeugflotte, und der Luftkampf würde wahrscheinlich zu einer erheblichen Abnutzung auf beiden Seiten führen.

2.5 Mögliche Ergebnisse


Das genaue Ergebnis dieser Phase ist schwer vorherzusagen, wird aber wahrscheinlich die größere Anzahl von NATO-Luftstreitkräften mit fortgeschritteneren Fähigkeiten begünstigen als die russische. Dennoch haben beide Seiten bemerkenswerte Vor- und Nachteile, die das Ergebnis des Luftkampfes beeinflussen werden.

Die russische Luftwaffe hätte den Vorteil, dass sie in der Nähe ihres Heimatflughafens und außerhalb ihrer eigenen Luftwaffenstützpunkte operieren kann, wodurch sie eine höhere Ausfallrate pro Flugzeug erzielen könnte als die nach vorgeschobenen NATO-Flugzeuge. Die Luftflotte, die die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten bilden könnten, ist wesentlich größer als die Flotte, die die Russen aufstellen könnten, und folglich wäre die Gesamtmenge möglicher Einsätze pro Tag für die NATO viel höher.

Russland hätte den Vorteil, über sein eigenes bodengestütztes Luftverteidigungsnetz zu operieren. Zu diesem Zeitpunkt würde die Operation erheblich eingeschränkt sein, aber die Luftabwehr würde weiterhin NATO-Flugzeuge bedrohen und sie zwingen, Radarsuchraketen und Bodenangriffsmunition zu tragen, während russische Flugzeuge in der Lage wären, ihre Lasten zu reduzierebn, da sie sich auf leichtere Luft-Missiles beschränken. Die NATO-Streitkräfte hingegen würden von besseren Stealth-Fähigkeiten und fortschrittlichen Aufklärungs-, Überwachungs- und Aufklärungsressourcen profitieren.

Die US- und NATO-Streitkräfte hätten auch den Vorteil, im vergangenen Jahrzehnt mehr Erfahrung mit Expeditionseinsätzen gesammelt zu haben. Piloten haben nicht nur mehr Kampferfahrung, sondern Bodenpersonal und Kommandeure haben auch umfangreiche Erfahrung in der Wartung und Logistik in großem Umfang. Die Interoperabilität zwischen den NATO-Partnern wurde auch bei Einsätzen in Ländern wie Irak, Afghanistan und Libyen verstärkt. Die russischen Kräfte dagegen haben unter diesem Druck nicht gearbeitet.

Aus der Perspektive der russischen Planer in diesem Szenario besteht die Ungewissheit für Russlands Fähigkeit, Luftüberlegenheit zu erhalten, was bedeutet, dass alle Bodengewinne, die es macht, nur vorrübergehend sein könnten. Die Luftüberlegenheit würde es den USA und der NATO ermöglichen, eine verheerende Bodenkampfkampagne durchzuführen, die allein die Kampfkraft der in der Ukraine stationierten russischen Einheiten zerstören könnte. Was in diesem Falle (abgesehen von der Marine) die komplette Vernichtung des russischen Militärs bedeuten könnte.

Es ist auch wichtig zu bedenken, dass zu diesem Zeitpunkt in den Szenarien, nach mindestens einigen Wochen, die Bodenstreitkräfte der USA und Europas genügend Zeit gehabt hätten, ihre Verlegung nach Osteuropa abzuschließen. Mit der Möglichkeit des Einsatzes bedeutender Bodentruppen und der Erlangung von Luftüberlegenheit durch NATO-Luftüberwachung müssen die russischen Militärplaner davon ausgehen, dass ihre offensiven Operationen militärisch in einem Fiasko enden.



3. Kostenfrage


3.1 Aufwand und Gewinn


Neben der Berücksichtigung der Kosten und erreichbaren Ziele verschiedener militärischer Optionen sowie der möglichen Reaktionen darauf müssen die russischen politischen Entscheidungsträger entscheiden, ob eines der Szenarien ihre politischen Anforderungen erfüllt.

Das Ziel besteht nicht einfach darin, Optionen zu finden, die machbar sind, sondern Optionen zu finden, die einem eigentlichen strategischen Zweck dienen. Russland hat eindeutig die militärische Fähigkeit, die Ukraine immens unter Druck zu setzen, wenn es will, aber die Ergebnisse würden nicht unbedingt befriedigen, um Moskaus höhere geopolitische Ziele zu erreichen. Die ukrainische Frage muss im weiteren Zusammenhang gesehen werden, dass Russland einen Puffer gegen die europäischen Mächte und die NATO in ihrem Westen braucht. Die Ukraine ist für diesen Bedarf von entscheidender Bedeutung, da sie im Intermarium, dem Gebiet zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer, eine große Landmasse abdeckt.

Abgesehen von den tatsächlichen geopolitischen Leistungen, die in diesen Szenarien zur Verfügung stehen, müssten die russischen Politiker auch die Konsequenzen einer groß angelegten Intervention der USA oder der NATO in Betracht ziehen. Wie im zweiten Teil (Wie kann der Westen reagieren?) beschrieben, würde eine solche Intervention wahrscheinlich die russische Offensive unterminieren. Aber die Frage ist, ob eine Intervention eine günstige Vorgehensweise für den Westen wäre. Die Vereinigten Staaten und die NATO sind nicht verpflichtet, die Ukraine zu verteidigen, wenn sie einer russischen Offensive gegenüberstehen. Wie auch in Russland werden die geopolitischen Imperative das Handeln des Westens vorantreiben.

In der Tat ist es wahrscheinlicher, dass die NATO nicht direkt interveniert, aber russische Planer müssen alle Risiken berücksichtigen. Ein realistischeres Mittel zur Vergeltung oder Abschreckung wäre, dass der Westen Sanktionen verhängt, die extrem gravierender sind als die derzeitigen, die die russische Wirtschaft in die Knie zwingen könnten. Stärkere Sanktionen würden mit Kosten für den Westen verbunden sein, aber für Russlands schwache Wirtschaft wäre dies ein Todesstoß.

3.2 Russische Ziele


Kommen wir zu der aktuellen Situation in Russland und der Ukraine, dem Punkt, an dem diese Szenarien ins Spiel gelangen. Bies alles vor dem Hintergrund der jüngsten Veränderungen, die den russischen Imperativ, die Ukraine als Pufferzone zu bewahren, bedroht haben. Als sich die ukrainische Krise entwickelte, wendete sich Kiew in Richtung Westen. Alle Schritte in Richtung einer weiteren Integration mit Europa oder der NATO würden Russlands Ziele erheblich gefährden und könnten die Grenzen der NATO auf 435 Kilometer in Richtung Moskau verschieben. Trotz der Annexion der Krim durch Russland und ihrer Militäraktionen in der Ostukraine scheint Kiew zu diesem Zeitpunkt noch näher am Westen zu sein, und Russland bleibt in diesem Abschnitt des Intermariums ohne Puffer.

Bei der Betrachtung der militärischen Optionen und der politischen und materiellen Kosten, die mit jedem Szenario einhergehen würden, würde sich Russlands Puffer oder strategische Tiefe auszahlen. Einige der untersuchten Szenarien haben in dieser Hinsicht wenig zu bieten.

Zum Beispiel, obwohl eine Landverbindung zur Krim aus militärischer Sicht durchaus machbar ist und Süßwasserversorgung für die Halbinsel garantieren könnte, erreicht sie wenig in Bezug auf die strategische Tiefe. Es würde der Ukraine schweren wirtschaftlichen Schaden zufügen, besonders wenn die Besatzung über den Dnjepr nach Transniestrien hinauswachsen würde. Aber die wirtschaftliche Lähmung Kiews garantiert nicht die russischen Sicherheitsvorgaben. In der Tat könnte dies dazu führen, dass die Ukraine stärker auf westliche Finanzmittel angewiesen ist und sich dadurch stärker in Europa integriert.

Die Gebiete in der Ostukraine, die Separatisten mit beträchtlicher Unterstützung des russischen Militärs errungen haben, verleihen den Regionen Wolgograd und Rostow in Russland eine gewisse strategische Tiefe. Das ist nicht unbedeutend - diese russischen Regionen bilden die Verbindung zur südlichen Grenze Russlands im Kaukasus - aber der Verlust des Rests der Ukraine als Puffer bringt den Westen immer noch näher an Moskau.

Selbst wenn die Separatisten und ihre russischen Unterstützer in der Lage wären, die gesamten Regionen Donezk und Luhansk zu erobern, würde eine Lücke im Puffer in Kursk bleiben. Angesichts der Tatsache, dass die Ukraine einen beträchtlichen Teil ihrer Kampfkraft auf das Schlachtfeld in der Ostukraine verlegt hat, könnte eine Operation zur vollständigen Eroberung dieser Regionen die militärischen Fähigkeiten der Ukraine zerstören. Es wäre gut innerhalb Russlands Fähigkeiten, die Kampfkraft des gesamten ukrainischen Militärs erheblich zu reduzieren. Dies würde jedoch die Möglichkeit einer Annäherung Kiews an den Westen nicht ausschließen und, ähnlich wie die Parallelisierung der ukrainische Wirtschaft, würde auch die Zerstörung des ukrainischen Militärs Kiew noch näher an den Westen drängen, indem es gezwungen ist, sich auf die Unterstützung der Vereinigten Staaten und der NATO beim Wiederaufbau ihres Militärs zu verlassen.

Die einzige militärische Option für Russland, die sowohl ihre Fähigkeiten als auch ihre strategische Tiefe erheblich verbessern würde, ist das Szenario, in dem das russische Militär über die Ostukraine auf den Dnjepr vormarschiert. Wie in Abschnitt 1 (Was Russland tun könnte) erläutert, würde die zur Durchführung dieser Operation erforderliche Einsatzkraft einen beträchtlichen Teil der russischen Bodentruppen ausmachen. Mit dieser Kraft würde Russland nicht nur viele seiner bestehenden Sicherheitskräfte verwenden müssen, sondern es würde wahrscheinlich auch sein Militär durch Anwerbung und umfangreiche Mobilisierung von Reserven vergrößern müssen, besonders wenn es in anderen Territorien präsent bleiben will (Militärbasis in Syrien z. B.).

Der Zustand der russischen Wirtschaft würde solche Bemühungen an den Zusammenbruch bringen. Eine umfangreiche Mobilisierung würde erfordern, dass Russland sein bereits knappes Verteidigungsbudget erhöht, obwohl die Verteidigung eine Ausnahme von den Haushaltskürzungen der Regierung darstellt. Selbst wenn es Russland gelingen würde, die Operation zu starten, konnte sein Erfolg nicht garantiert werden. Darüber hinaus könnte eine NATO-Intervention in der Ukraine nicht nur Russlands Bemühungen zur Erreichung seiner Ziele zunichte machen, sondern auch den militärischen Fähigkeiten Russlands einen schweren Schlag versetzen und eine historische Demütigung bedeuten.


3.3 Eskalationsrisiko


Eine Intervention der USA und der NATO gegen eine  russische Offensive in der Ukraine wäre eine erhebliche Eskalation an und für sich. Im Falle eines solchen Eingreifens wäre die Drohung und Durchführung militärischer Operationen und Vergeltungsmaßnahmen, die sich in das Baltikum oder innerhalb Russlands ausweiten, sehr real. Als Teil der strategischen Ebene der Kriegsführung könnten beide Seiten versuchen, Infrastruktur- und Militärgüter jenseits des ukrainischen Kriegsschauplatzes mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern oder Luftangriffen zu zerstören. Solche Aktionen könnten natürlich schnell in einen globalen Krieg münden, und an diesem Punkt würde die Möglichkeit nuklearer Vergeltungsmaßnahmen eine unvorhersehbare Dynamik in den Konflikt bringen, was den militärischen Sieg zu einem strittigen Punkt machen würde. Die USA haben bereits durch das Lancieren neuartiger Militärsatelliten reagiert, die die Abschussrampen von Atomraketen bereits am russischen Boden angreifen können. Doch wird dies nicht ein hundertprozentiger Schutz sein.

Weiteres Problem sind zu befürchtende Unruhen und Aufstände in den NATO-Staaten und USA, angezettelt von Moskaus 5. Kolonne. Der Westen wäre dann gezwungen auf diese zu schießen, da er es versäumte bei Zeiten Vorsorge gegen die Unterwanderung zu tragen. Dank der Politik der Bundesregierung dürfte spätestens dann der Kollaps Deutschlands erfolgen, was einzig und allein dem Kreml dienlich wäre.

Natürlich könnten russische Politiker das Risiko einer Eskalation als Abschreckung gegen eine Intervention der USA oder der NATO gegen jede Offensive betrachten, die sie in der Ukraine betreiben möchten. Aber wenn Russland eine Operation durchführen würde, die seinen Streitkräften erlaubt, entlang des Dnjepr in Stellung zu gehen, wäre der Zustand, in dem die Ukraine sich befindet, für Russland nicht wünschenswert. Selbst wenn keine direkte militärische Reaktion des Westens eintreten würde, würde der westliche Teil der Ukraine als Staat bestehen bleiben, und die gegenwärtigen Hemmungen des Westens, die Ukraine zu bewaffnen oder Streitkräfte zu entsenden, könnten sich schnell verflüchtigen.

Im Wesentlichen würde ein neuer Eiserner Vorhang entlang des Dnjepr entstehen, wobei sich russische und NATO-Truppen gegenseitig von gegenüberliegenden Flussufern anstarren würden. Obwohl Russland dies als einen Nettogewinn im Vergleich zum Verlust der gesamten Ukraine gegenüber dem Westen betrachten könnte, ist dies ein bedeutender Verlust im Vergleich zu einer ganzen, aber neutralen Ukraine. Wenn Russland die Ostukraine erobern würde, würde es eine etwa 800 Kilometer breite Pufferzone für etwa 320 Kilometer zusätzliche Tiefe innerhalb seiner eigenen Grenzen einbüßen. Zugegeben, die Geographie wäre besser zu verteidigen, aber die NATO würde wahrscheinlich direkt an der russischen Grenze enden, ohne dass ein Puffer übrig wäre.

Die Schlussfolgerung, die aus der Abstimmung dieser Szenarien mit Moskaus strategischen Imperativen gezogen wurde, ist, dass keine offensichtlichen Optionen herausstechen. Alle Szenarien sind logistisch machbar, obwohl einige mit unglaublichen Kosten verbunden sind, nur wenige von ihnen erfüllen Russlands Bedürfnisse, und keiner von ihnen kann so lange erfolgreich sein, wie die Möglichkeit einer militärischen Antwort der USA oder der NATO droht.

Wenn die Aussicht auf ein solches militärisches Engagement den Westen davon abhält, direkt gegen eine russische Offensive vorzugehen, minimiert dies die Option des Westens, die übrigen Teile der Ukraine zu zurückzuerobern, die Vorteile einer militärischen Operation, die Russland in Erwägung ziehen könnte. Wie Joshua, der Computer im Film WarGames von 1983, bemerkte:
"Der einzige gewinnbringende Schritt ist, nicht zu spielen."
Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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