Montag, 26. März 2018

Liebesgrüße aus Moskau - Gefahr für die Wirtschaft


Belastung der Beziehungen


Gerade als es scheint, dass die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen den Tiefpunkt erreicht haben, erreichen sie neue Abgründe. Es ist ein Muster, das man in den letzten zehn Jahren verfolgen konnte (Ende der Liberalisierungsphase), als Russlands Sicherheitsdienste in ihren Taktiken zurück zum KGB-Niveau kehrten. Und tatsächlich haben sich nach dem Angriff auf Oberst Sergej Skripal, einen ehemaligen russischen Geheimdienstoffizier, der am 4. März in London mit einem seltenen Nervengift vergiftet wurde, erneut Spannungen entfacht. Die britische Regierung hat inzwischen angekündigt, dass das für den Angriff verwendete Nervengift ein Novitschok war, russisch für "Newcomer" - eine Substanz, die das russische Chemiewaffenprogramm entwickelt hatte und als binärer Kampfstoff konzipiert ist, um die Beschränkungen der Chemiewaffenkonvention zu umgehen, die Moskau 1993 unterzeichnete. 

Nach der Novitschok-Enthüllung kündigte die britische Premierministerin Theresa May die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten aus London an, von denen man annahm, dass sie Geheimdienstler seien. Die britische Regierung diskutiert auch die Möglichkeit, mit Unterstützung der USA und anderer NATO-Verbünde neue Sanktionen gegen Moskau zu verhängen. Aber der Kreml bekümmern diese Strafen nicht wirklich. Moskau hat bereits 23 britische Geheimdienstoffiziere aus Russland vertrieben und wird zweifellos mit eigenen Maßnahmen neue Sanktionen einleiten, womöglich dürfen dann Kaviar, Krim-Sekt, tschetschenische Terroristen und Katalogerussinnen nicht mehr auf die britischen Inseln exportiert werden.

Die eskalierenden Feindseligkeiten werden natürlich westliche Unternehmen zu spüren bekommen und irgendwann wird der Kreml zu den altbewährten Taktiken der bolschewistischen Enteignung zurückgreifen, wie es Russlands Verbündete Bolivien und Venezuela längst taten.


Feindliche Gastgeber


Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich seit der Wahl von Präsident Wladimir Putin im Jahr 2000 beträchtlich abgekühlt, und die Feindschaft lässt sich nicht leugnen. Ein Freund, der bei seinen häufigen Reisen in das ganze Land durch ganz Russland gereist war, berichtete kürzlich, dass er bei einem Besuch in diesem Monat ungewöhnliche Feindseligkeit von gewöhnlichen Russen auf der Straße gespürt hatte. Als er einen Sicherheitsbeamten fragte, warum die Einheimischen ihn auf diese Weise behandelten, antwortete der Polizist, dass dies darauf zurückzuführen sei, dass die Amerikaner in Syrien mehr Russen getötet hätten als während des gesamten Kalten Krieges. Er bezog sich unter anderem auf Berichte, dass US-Luftangriffe in der Provinz Deir el-Zour am 7. Februar Hunderte von russischen Söldnern töteten, als Kräfte mit der syrischen Regierung versuchten, ein Ölfeld zu erobern. Die USA verlor bei diesem Angriff nicht einen Mann. 


Obwohl die Richtigkeit der Aussage des Sicherheitsoffiziers unsinnig ist - insbesondere wenn man die Unterstützung der Mudschaheddin durch die USA während des sowjetisch-afghanischen Krieges berücksichtigt - scheint der Konflikt in Syrien einige der Feindseligkeiten zu erklären. Die US-Regierung ließ den göttlichen Führer im Kreml dort schon mehrmals dumm da stehen, etwas das es un Barack Obama nie gegeben hätte, da dieser Wladimir Putin immer den Weg ebnete um sich profilieren zu können.

Die russischen Staatsmedien ergriffen den blutigen Kampf und den Beitrag der USA zur Anzahl der Körper, um den Nationalismus zu schüren und Putin im Vorfeld seiner Wiederwahl zu unterstützen. Die Sanktionen Washingtons als Reaktion auf die Ermordung des russischen Anwalts Sergei Magnitski, auf Russlands Einmarsch auf die Krim und auf seine Interventionen im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen haben den Zorn der russischen Öffentlichkeit nur angeheizt. Was Putin tut ist halt immer richtig und jede Reaktion ist falsch, so funktioniert das denken der Untertanen der Moskauer Könige und jenes deutscher Hilfsrussen. Und die Feindschaft richtet sich nicht nur an die US-Regierung oder das Militär, wie der anekdotische Bericht meines Freundes zeigt, sondern gegen DEN WESTEN. Einen Westen den hier in Deutschland so mancher Lehmbohrer glaubt in den Gazprommarionetten der Bundesregierung und Merkels rot-grüner degenerierter  Bettnässergefolgschaft verkörpert zu sehen. Denn so viel ist schon mal klar, dieses verfaulte Gesocks das Bertelsmann-Medien heranzüchteten hat nicht Rückgrat noch Mumm als tatsächliche Alternative sich einem Kreml-Imperialismus entgegen zu stellen.


Der Rubel rollt?


Aus verschiedenen Gründen, darunter Korruption, verwirrende und manchmal widersprüchliche Gesetze und Vorschriften sowie organisiertes Verbrechen des Kremls, war Russland lange Zeit ein herausforderndes Umfeld für ausländische Unternehmen. Der Rückfall über die westlichen Sanktionen und die Todesfälle auf dem Schlachtfeld in Syrien wird für ausländische Firmen und Nichtregierungsorganisationen, die dort aktiv sind, noch eine weitere Falle hinzufügen. Abgesehen von den diplomatischen Auswirkungen könnte die zunehmende Belastung zwischen Moskau und dem Westen unangenehme Folgen für die schätzungsweise 1 Million Zuschauer, Sponsoren und Sportler haben, die diesen Sommer zur Fußballweltmeisterschaft nach Russland strömen werden. Viele dieser Besucher werden schließlich aus dem Westen kommen.


Kurz vor dem Angriff auf Skripal und dem darauffolgenden Tod eines russischen Geschäftsmanns und Regierungskritikers in London warnten ich vor der Bedrohung der Industriespionage die westliche Unternehmen und Führungskräften während der WM erfahren werden. Aber diese Vorfälle und ihre Folgen werden den russischen Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) zweifelsohne noch aggressiver gegenüber Westlern machen, die in Russland leben oder reisen. Was mich betrifft, selber Schuld. Es gibt eben Länder, die sollte man meiden.

Im Laufe seiner Geschichte und in den letzten Jahren war Russland oft ein schwieriger Ort für Unternehmen aus dem Ausland, um Geschäfte zu machen. Die Gefahr eventueller Enteignungen ist permanent. Auch wenn man sich zurückhält und dies gegenwärtig nur gegen Russen selbst praktiziert, für gewöhnlich durch inszenierte Schauprozesse wie gegen  Pavel Durov. Doch die Enteignung der Ausländer wird kommen, es ist nur eine Frage der Zeit. Aber es gibt andere Probleme, gerade weil in Russland die Mafia nicht die Regierung umterminiert, sondern die Regierung selbige Mafia ist. Denn die wirtschaftliche Gesamtsituation ist katastrophal, das von Radio Eriwan herbei fantasierte russische Wirtschaftswunder nicht mehr als eine Bilanzfälschung. Doch der Westen wird ins Land gelockt, mit der Aussicht auf traumhafte Gewinne. Bei aller Kurzsichtigkeit will man nicht realisieren, dass alle Möglichkeiten nichts mehr wert sind, wenn die Falle zuschnappt.

Im Jahr 2016 verabschiedeten die russischen Gesetzgeber das Yarovaya-Gesetz und forderten, dass im Land operierende Technologieunternehmen wie Twitter, Facebook und LinkedIn Benutzerdaten speichern, die Verschlüsselung einschränken und dem FSB dabei helfen, verschlüsselte Nachrichten zu entschlüsseln. Die Regulierungsbehörden in Russland haben seitdem das Gesetz benutzt, um sich auf virtuelle private Netzwerke oder VPNs zu beschränken, die oft von ausländischen Firmen zum Schutz von proprietären Daten verwendet werden. Angesichts dieser Einschränkungen müssen die Besucher des Landes vorsichtig sein, welche Daten sie mitbringen. Sie können davon ausgehen, dass alles, was sie einbringen, kompromittiert wird. Touristen oder Geschäftsreisende können auch Prepaidhandy oder Computer - Prepaid-Geräte, die niemals an ein Firmen- oder Heimnetzwerk angeschlossen werden - für die Dauer ihres Aufenthalts verwenden. Darüber hinaus sollten Besucher wissen, dass die meisten High-End-Hotelzimmer in Russland für Sound und Video verkabelt sind.


Ein gefährliches Fieber

Über die erhöhte Aufmerksamkeit der Nachrichtendienste hinaus werden westliche Unternehmen und Reisende wahrscheinlich stärker von russischen Nationalisten und nationalistischen Banden bedroht sein. Aber keine Sorge, mit diesen Vollpfosten der sibirischen Hochkultur haben wir auch zu Hause zu tun. 

Minderheiten und offensichtliche Ausländer in Russland waren lange Zeit Ziel von Angriffen nationalistischer Gruppen und Einzelpersonen. Die wachsende Feindseligkeit gegenüber dem Westen wird solche Vorfälle nur fördern. Einer der Gründe, warum Putin auf der globalen Bühne so aggressiv agiert, ist, dass seine Demonstrationen von Bravour - wie die Annexion der Krim - auf überwältigende Unterstützung seitens der Öffentlichkeit stoßen. Je schamloser er sich verhält, um so höher scheint seine Zustimmungsrate zu steigen. Russlands Öffentlichkeit ist der wahre Traum eines jeden Psychopathen. Die internationale Gegenreaktion auf seine Handlungen trägt darüber hinaus dazu bei, die Erzählung zu verstärken, dass andere Länder Russland zurückhalten wollen, was wiederum Misstrauen und Antipathie gegenüber Ausländern schürt.

"Der Kapitalist wird uns den Strick verkaufen, an dem wir ihn aufhängen"
Lenin


Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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