Mittwoch, 21. März 2018

Konfrontation im östlichen Mittelmeer

ISW Karte zur Positionierung der russischen Kriegsflotte im östlichen Mittelmeer. Zum vergrößern anklicken.

Verschärfung seit Ende des vergangenen Jahres


Bereits im Dezember sind zwei russische Raketen-U-Boote (Oscar-II Klasse
) ins östliche Mittelmeer eingedrungen, um auf den Befehl zu warten, gegen dortige französische und amerikanische Kriegsschiffe vorzugehen. Insbesondere war ihr Schwerpunkt auf die beiden Flugzeugträger Charles de Gaulle und USS Eisenhower gesetzt. Zuvor kam es zu einem ungeschickten Versuch der Provokation, im November, russischer Kriegsschiffe mit der niederländischen Kriegsmarine. Der Kreml redete sich mit einem Missverständnis heraus. Zu dieser Zeit war bereits klar, dass der neue Präsident der USA Donald Trump, unterstützt von der Tea Party Bewegung, sein wird.

Die beiden russischen Atom-U-Boote überwachen den französischen und US-Flugzeugträger, die an den Kämpfen gegen den Islamischen Staat (dessen Rolle nun die türkische Fake-Armee FSA übernahm) beteiligt waren. US-Marine Flieger bestimmen derzeit die Position der beiden U-Boote.

NATO unzureichend vorbereitet


Dank des Wirkens der 5. Kolonne im Westen stehen die Chancen allerdings schlecht. Die Technologie zum Aufspüren von U-Booten, wurde von den USA seit Ende des Kalten Krieges nicht weiterentwickelt. Die britische Armee hat überhaupt keine Flugzeuge für die U-Boot Jagd, ihre Küsten werden im Moment von den französischen Marinefliegern überwacht.

ISIS als Nebelbombe für Russland


Es ist ziemlich eindeutig, dass der ISIS lediglich ein Vorwand für den Kreml war, um einen permanenten Truppenaufmarsch im Nahen Osten zu realisieren. Dabei unterstützt wird der Kreml von Iran und China. 

John W. Miller und Fredrick W. Kagan belegten in The new Cold War in the Mediterranean, dass es Russland darum geht, eine permanente Bedrohung der NATO-Ostflanke zu etablieren.

Tatsächliche Ambitionen


Es geht darum, wie ich hier schon früher anführte, die Grenzen im Nahen Osten neu zu ziehen. Russland, Iran und die Türkei haben kein Interesse an einem Kurdenstaat, der im Besitz der Rohstoffe im Nordirak gelangen würde. Iran will den schiitischen Halbmond vollenden und so einen Korridor bis zum Mittelmeer haben. Diese Konstellation stellt eine massive Bedrohung für Israel und Saudi Arabien dar. 

Es zeigt sich, dass der Iran offenbar die Macht in Gaza komplett an sich reißen will. Moskau Marionette Machmud Abbas beschuldigte zunächst den Mossad eines missglückten Attentats auf Rami Hamdallah, änderte überraschend seine Beschuldigung und sprach dann von der Hamas als Urheber.

Wer vermutet, dass die Hamas lediglich eine Intifada gegen Israel provozieren wollte, muss bedenken, dass eine Eskalation angesichts der gegenwärtigen Situation kaum möglich wäre. Auch würde Abbas dann nie die Hamas beschuldigen. Hamas ist dem Baath-Sozialismus zu zurechnen, damit wird sie zur Konkurrenz für die Machtentfaltung des Islamischen Staat im Iran.

Rolle der Türkei


Auch die Bedeutung der Türkei wird nun deutlich, die die Interessen Russlands und Irans bezüglich eines Kurdenstaates teilt. 

Die Türkei wurde 1952 Mitglied der NATO. Strategisch ein überaus wichtiger Punkt, der den ökonomisch-politischen Komplex der Sowjetunion (der sich im europäischen Teil konzentrierte) umklammerte. Die Türkei wurde aufgrund seiner strategischen Bedeutung vom Westen sehr großzügig behandelt. Für Moskau war es ein Schwerpunkt in seiner Propaganda, die Mitgliedschaft der Türkei anzuprangern. 

Nun zeigt sich, dass Ankara und Moskau nun die Lage umkehrten und nun der Ukraine eine Umklammerung droht.

In einem perfiden Showkampf, der teilweise auch echte Rivalität ausdrückte, sollte die Öffentlichkeit zwischen der Annäherung von Moskau und Ankara hinweggetäuscht werden.

Warum teilweise? Weil Türkei und Russland keine traditionellen Freunde sind, sondern sich meist feindlich gegenüberstanden. Aber in Hinblick auf den Westen haben sie (inklusive Iran) gemeinsame Interessen, Gleiches gilt im Bezug auf Kurden und Eurasisches Reich, dem die Türkei - immer hofiert, gesponsert und ausstaffiert von einem anderen pseudowestlich regierten Staat (BRD) - angehören soll. Davon abgesehen sind Türkei und Russland allerdings geopolitisch gesehen auch Konkurrenten. Es ist der gemeinsame Hass gegen den Westen, der zumindest momentan diese Staaten verbindet.

Strategisch ist klar, dass die Türkei mit ins Team musste. Nur sich in Syrien festsetzen und dann wie von einer Exklave aus agieren, kam für Moskau nicht infrage. Die Zusammenarbeit formierte sich in der gemeinsamen Unterstützung für den Islamischer Staat, einem reinen Ablenkungsgrund und Rechtfertigungsgrund für das gemeinsame Vorrücken. 

Die Bekämpfung des ISIS war reine Show, an deren Anschluss sich Türkei, Russland und Iran, Syrien in Interessensphären aufteilten. Zum Angriff auf die mit den USA verbündeten Kurden holte sich die Türkei die Zustimmung von Russland und Iran ein.

Konfrontation im östlichen Mittelmeer


Die gegenwärtige Konfrontation der Marinestreitkräfte von NATO und Russland sind Angriffspositionen, die Ausweitung des Krieges steht unmittelbar bevor. Die russische Marine versucht die NATO-Truppen von der syrischen Küste abzutrennen, und die Militäroperationen der USA zu unterbinden. Zuerst bezüglich der Angriffe gegen den ISIS, dann um die Kurden zu isolieren.

Robert S. Ford, ein hochrangiger Mitarbeiter des Middle East Institute und ehemaliger Botschafter in Syrien, schrieb in einer analytischen Kolumne, dass die militärischen Operationen der Türkei in Syrien nur darauf aus sind, die USA in Probleme zu bringen. Und das geschieht einzig im Interesse des eurasischen Reiches.

Das russische Militär hat seit dem 5. Juli 2017 etwa 15 Marineschiffe als Teil einer permanenten Mittelmeer-Task Force (MTF) eingesetzt.

[vgl.: “Russia’s Mediterranean Group Incorporates Fifteen Black Sea Fleet Ships,” TASS Russian News Agency, June 01, 2017 http://www.tass(.)com/defense/948989 ; Russian naval deployments to MTF after June 1, 2017: SB-739 Tugboat, [“The Black Sea Fleet’s New Rescue Tugboat Began to Perform Tasks in the Mediterranean Sea”], Russian Ministry of Defense, June 28, 2017,http://www.function.mil(.)ru/news_page/country/more.htm?id=12131320@egNews ; Vasily Tatishchev Reconnaissance Ship, “Russian Navy Reconnaissance Ship Deployed off Syria,” Interfax, June 26, 2017, http://www.interfax.com/newsinf.asp?id=762557 ; Redeployment of Admiral Essen Frigate, “Admiral Essen Frigate to Join Russian Mediterranean Grouping-source,” TASS Russian News Agency, July 9, 2017, http://www.tass(.)com/defense/955483]

Russland sicherte sich im Januar 2017 nach der Unterzeichnung eines bilateralen Abkommens mit dem Regime von Bashar al-Assad, das den vorherigen Mietvertrag für die Stationierung der russischen Marine für die nächsten 49 Jahre verlängerte, eine langfristige Marinebasis für die MTF in Tartous/ Syrien zu.

Der Kreml nutzt den syrischen Krieg aus, um Russlands neueste Waffen und Waffen der Marine im Kampf zu testen, darunter die Überschall-Anti-Schiff-Raketen P-800 Onyx. [Genevieve Casagrande and Kathleen Weinberger, “Putin’s Real Syria Agenda,” Institute for the Study of War, March 2017. Publication available upon request.] 

Die MTF wird weiterhin die modernsten Kriegsschiffe der russischen Marine erhalten, die mit russischen Marschflug- und Schiffsangriffsraketen mittlerer und großer Reichweite ausgerüstet sind. Russische Regierungsvertreter behaupteten, dass die MTF in der Nähe der Küsten Libyens und Ägyptens auch eine Reihe operativer und logistischer Marineübungen durchgeführt habe. 
[Sharkov, Damien, Russia Set for Rocket Fire Off Libya, Coast, U.S. FAA Warns Newsweek, July 5, 2017; RBC Information Systems, May 17, 2017; “Russia’s Black Sea Fleet Holds Drills in the Mediterranean,” TASS Russian News Agency, May 23, 2017, Russian Warships Conduct Anti-Sub Drills in Mediterranean, Al Defaiya Arabian Defense and Aerospace Business, May 30, 2017, ; Russia closed the area off the coast of Libya to carry out missile strikes”, Lenta, May 17, 2017]

Russland, das in einer strategischen Koalition mit dem Iran steht, wird die MTF weiter nutzen, um den militärischen Einfluss Russlands entlang des Mittelmeerraums auszuweiten und gleichzeitig das Risiko für die USA und NATO im Nahen Osten und Nordafrika erhöhen. 
[Putin, Vladimir and Rogozin, Dmitry, et al.,“Russian Federation Marine Doctrine,” President of Russia Website, July 26 2015, ; Christoper Kozak, “The Strategic Conversion of Russia and Iran,” Institute for the Study of War, February 2017. Publication available upon request.] 

Russlands wachsende Marinefähigkeiten, Partnerschaften und zukünftige Basisexpansion könnten langfristig die wichtigsten globalen Seehandels-Engpässe, einschließlich des Suez-Kanals, der Straße von Hormuz und der Straße Bab al Mandab, gefährden. 

[Jennifer Cafarella, Kimberly Kagan, and Frederick W. Kagan, “U.S. Grand Strategy: Destroying ISIS and al Qaeda, Report Four – America’s Way Ahead in Syria,” Institute for the Study of War and Critical Threats Project, March 2017 ; Genevieve Casagrande, “Russia Moves to Supplant U.S. Role,” Institute for the Study of War and Critical Threats Project, March 2017. Publications available upon request.]

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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