Eine kleine Hilfe zum Erkennen und Ausstieg aus der sozialistischen Matrix.

Samstag, 13. Januar 2018

Dirk Müller: Krise USA und Pakistan


Liebling der deutschen Alternativen


Dirk Müller, Liebling der deutschen Alternativen Szene, wird von mir ja eher weniger geschätzt, was nun wohl wieder einen Sturm der Entrüstung provozieren wird. Aber ich erwarte bei ihm ständig den Aufruf zum Kommunismus. Dabei geht er außergewöhnlich geschickt vor. Er beginnt mit einer brillanten Analyse zu Politik oder Wirtschaft, unterschlägt dann jedoch einige entscheidende Punkte (die aber der Situation einen anderen Sinn geben) und schließt dann mit emotionalen Worten, wo der geschundene Michel meint, der spricht mir aus dem Herzen und projiziert dann als Ausweg einen linken Manichäismus.

Dirk Müller prophezeit uns hier im Video Spannungen zwischen USA und Pakistan, wobei er in die gängige Ostblockpolemik einsteigt, USA will wieder mal ein weiteres Land mit Bomben bewerfen, um imaginäre Terroristen zu bekämpfen.

Immer dann, wenn USA und Israel kollektivistisch verurteilt werden, aber China und Russland als zu Handlungen gezwungen dargestellt, oder bestenfalls ein Individuum aus seiner Umgebung etwas Schlechtes getan habe, was nun schlechtes Licht auf Genosse Putin lenkt, gilt es wachsam zu sein. Hier werden die Leute mit dem Gut und Böse Denken konfrontiert, was in der Politik - schon gar nicht in Analysen - nichts zu suchen hat. 

Es geht um gemeinsame Interessen und darum, wie man sie erreicht und wer einem dabei unterstützt. Um nichts anderes. Aber diese bereits nicht subtile Art den Imperialismus Russland, China, Iran als Notwehr darzustellen, erzeugt gegen den Aggressor USA ist schon ein hartes Stück Ostblockpropaganda. Im selben Atemzug stellt er die Merkelregierung als US-abhängig dar, die zu einem feindlichen Verhalten gegen Moskau gezwungen wird. Gerade einem Dirk Müller dürfte der Ausverkauf Deutschlands an Gazprom, Rosatom und andere Kremlfirmen, wohl kaum entgangen sein, wird aber niemals von ihm kritisch hinterfragt. Das ist sonderbar.


Die Situation in Afghanistan


Russland, China und Iran verfolgen seit geraumer Zeit den Plan einer Pipeline von den zentralasiatischen Erdgasfeldern, die sich Russland und Kasachstan teilen, durch Afghanistan hindurch an den Indischen Ozean zu verlegen. Im Bezug auf Afghanistan stehen die Aussichten nicht schlecht. Die Taliban erklärten in einem offiziellen Schreiben mit Moskau kooperieren zu wollen, wenn die USA nicht ihre Truppen abziehen. Da sie sowieso mit Moskau und dem Iran zusammenarbeiten (in Afghanistan dominieren  die Schiiten) ist klar, dass die Russen und Iraner in großen Kontingenten einfallen, ehe der letzte US-Soldat abreiste. Donald Trump reagierte demzufolge mit einer Bombardierung der Drogenlabore der Taliban. Und ließ eine neuartige Waffentechnik, Überreste von Ronald Reagans SDI-Weltraumprogramm, in den Orbit befördern: modulare Robotsysteme der Typen Orbit-Orbit, Orbit-Luft, Orbit-Land und Orbit-See.

Dieses Programm war - da machen wir uns nichts vor - ein gegen die Sowjetunion gerichtetes Militärsystem zum Satellitenabschuss und Vernichtung der sowjetischen Atomraketen auf Boden selbiger Sowjetunion. Ein Programm, welches den kommunistischen Imperialismus blockieren sollte. Darüber darf man mit Deutschen eigentlich nicht reden, weil Krieg ist schlecht und Genosse Putin ist die weiße Friedenstaube in Person. Aggressor ist bei diesem Volk von kastrierten Warmduschern immer der Westen, der auf den enormen Lebensstandard im Ostblock neidisch war.

Aber o.k., führen wir das nicht weiter aus. Aufgrund des Versagens der deutschen Eliten ist das Hilfsrussentum in Deutschland zu fest verankert. Sollte Deutschland sich retten können, wird es eh daran liegen, dass sich die Russen erheben und die Deutschen einfach in ein emotionales Loch stürzen, weil man sie ihres Führers beraubte.

Wichtig ist, dass der Hybridkrieg, seit Trump, keineswegs so rosig läuft, wie es Radio Eriwan behauptet. Und auch das große jüngste Wirtschaftswunder, dass Dirk Müller in anderen Situationen besang (ebenso im Fall China), beruht in erster Linie auf Bilanzfälschung. Und gerade ein Dirk Müller sollte so was erkennen.

Die Situation ist jedenfalls für Afghanistan eindeutig, ziehen die Amis ab, dann sind Russen und Iraner umgehend da.


Der Pakistan Indien Konflikt


Sowohl Pakistan, als auch Indien, sind von China als Filetstücken in ihrem Seidenstraßenprojekt angesehen. (China-Pakistan Economic Corridor [CPEC]). Die misstrauischen Inder verstehen das Projekt jedoch als Umklammerung Indiens durch feindliche Mächte, China und Pakistan. Mit Pakistan liegt Indien im Streit um Kaschmir und man sprach von der Kolonisierung Pakistans durch China. Unterstützt wird die Angst durch die Anlegung mehrerer Tiefseehäfen Chinas, die militärisch nutzbar sind, und einem Luftwaffen- und Marinestützpunkt auf Sri Lanka. Ganz zu schweigen von der Rolle Chinas beim Produzieren der jüngsten Unruhen in Bangladesch und Burma.

Der Kreml und Peking biederten sich dann Indien an, da sie Pakistan für zu fest verankert im pro-amerikanischen Lager sahen. Nach einem verheißungsvollem Anfang ging dieses Projekt gehörig schief. Und bei seiner Asienreise schloss sich Indien dann der Trump-Allianz an, die sich gegen China und Russland richtet. 

Doch was war geschehen? Die Beziehungen zwischen Indien und China sind vorbelastet, seit China eine Himalajaregion Indiens (Hochplateau von Doklam) besetzte, was bereits zum Grenzkrieg von 1962 führte. Und dies war auch der Grund für das Kernwaffenprogramm Indiens.

Seitdem gab es ständiges hin- und her, bei Truppenaufmärschen und Abzügen. Die ab 2010 begannen sich dramatisch zuzuspitzen. 2013 wieder eine kurze Phase der Entspannung. 2017 spricht der Ordensburg-Sonthofen-Absolvent und Bilderberger Theo Sommer von einem Kalten Krieg in der Die Zeit. Und Radio Eriwan stellte Indien als Aggressor dar. Das bedeutet wohl, dass die Zeit der Indisch-Chinesisch-Russischen-Freundschaft vorüber ist. Indien wird im Kreml zum Feindstaat erklärt. 

Über all das verliert Dirk Müller kein Wort, sondern reduziert die komplexe politische Situation auf: Böse USA will Pakistan angreifen. So einfach ist die Weltpolitik erklärt, wie im Ostblock.

Wenn es zu Spannungen zwischen USA und Pakistan kommt, wird es daran liegen, dass Moskau und Peking den Konflikt Pakistan-Indien anstacheln werden.

Hinzukommt das gestörte Verhältnis zu Russland, die (mit den Chinesen) über lange Zeit versuchten, die indische Regierung durch die kommunistische Partei zu destabilisieren. Zwar waren die Marxisten in Indien immer eine kleine Gruppe, aber dennoch kam es zum blutigen Naxalitenaufstand von 1960. Aber in den letzten Jahren verstärkten sich die Aktivitäten der Kommunisten wieder, dank der Unterstützung Moskaus und Pekings. Was diese Ausschreitungen provozierte. Ein wirres Spiel aus die Kommunisten bekämpfenden Gesetzen und kommunistischen Terrorismus oder der Tötung von vermeintlichen Verrätern an der kommunistischen Weltrevolution.


Der Konflikt Pakistan-Iran


Doch halt, so schnell schießen die Kommunisten nicht. Die Spielchen sind schließlich nicht einseitig. Es gibt auch einen Konflikt zwischen Pakistan und Iran, der sich selbstverständlich auch ausnutzen lässt, die Einflussnahme von Russland und China zu bremsen, wenn es gelingt, den Konflikt Pakistan-Iran in den Vordergrund zu stellen.

In Pakistan ist die dominierende Strömung des Islam aber die Sunniten, nicht wie im Iran Schiiten was ein natürlicher Feind der Sunniten ist. Auch dies beachtet Dirk Müller nicht. 

Es wird schwer werden der pakistanischen Bevölkerung zu erklären, dass sie an der Seite des Irans gegen Saudi-Arabien und die heiligen Städte Medina und Mekka kämpfen sollen. 

Der Iran hat in seinen Regierungsbekundungen mit der Vernichtung aller Sunniten gedroht, das hat man in Pakistan nicht vergessen. 

Bereits im Jahre 2016 verkündete der Stabschef der pakistanischen Armee, General Raheel Sharif, bei einem Angriff auf Saudi-Arabien werde man "Iran aus der Mappe ausradieren".


Abschluss


Wir sehen also, auch hier ist die Situation deutlich komplizierter als es uns Dirk Müller präsentiert. Daher bestehen natürliche Interessen der iranischen Verbündeten, Russland und China, Pakistan aus dem USA-Bündnis zu lösen. 

Auf der anderen Seite war Indien gerade etwas offener gegenüber Russland und China geworden. Nun haben sie ein klares Bekenntnis zu Trump abgegeben. Indien ist wiederum Pakistans Feind. Sollte sich die pakistanische Regierung für das Lager Moskau-Peking entscheiden, drohen ihnen eine Konfrontation mit Indien und ein massiver Volksaufstand. Wer hier also unter Druck geraten wird, ist Pakistan, die USA brauchen keinen Finger rühren. 

Saudi-Arabien ist ganz und gar nicht interessiert das Lager des Iran zu stärken, da sie aber Mekka und Medina haben, wohin die Pakistanis pilgern, könnten die gar das Volk zum Regierungssturz mobilisieren. Die Sache der USA steht also keineswegs so schlecht, wie man es den Endsiegpolemik gewöhnten Deutschen glauben lassen will, mit der man sie konsequent bombardiert (um sie ins Verderben zum wiederholten Mal zu locken) und unsere größte Gefahr ist vor allem das Wirken einer 5. Kolonne oder der nützlichen Idioten. 

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!


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