Donnerstag, 26. Oktober 2017

Der BND operiert gegen Polen


Aktivitäten des deutschen Auslandsgeheimdienstes, BND, beim östlichen Nachbarn sind kein Produkt der jüngsten Spannungen zwischen Polen und Merkel-Regime. Es reicht natürlich zurück in die Zeit des Kalten Krieges und erlebte besondere Intensivität, zurzeit des Aufbegehrens der Polen gegen die kommunistische Diktatur. Allerdings nicht aufseiten der freiheitlichen Proteste, sondern - für viele überraschend - eher im Interesse der Kommunisten. Was damals darauf zurückgeführt werden kann, dass sie den Kommunisten auf den Leim gingen, gilt heute nicht mehr.

Zwischen 1980 und 1990 finanzierte der BND der CDU-regierten BRD, diverse neue Parteien in Polen. Viele dieser sind längst wieder verschwunden und sind nur noch aus den Erinnerungen von Historikern bekannt. Jedoch einige Politiker dieser Parteien überlebten die wirren, auffällig, besonders jene einer Partei, die deutsche Interessen in Polen vertrat. 

Gemeint ist die KLD (Kongres Liberalno-Demokratyczny / Liberaler Demokratischer Kongress, die sich 1989 in Danzig formierte. Mit dabei waren zum Beispiel Donald Tusk und Jacek Merkel. Sie wurden gefördert von den polnischen Ökonomen Krzysztof Bielecki und Janusz Lewandowski, aber auch mehreren hochrangigen Kadern der polnischen Kommunisten. Wie zum Beispiel Michał Boni, der auf der Macierewicz-Liste als Mitarbeiter von Służba Bezpieczeństwa (kommunistischer Geheimdienst) genannt wurde. Boni behauptet vom Geheimdienst erpresst worden zu sein. Wunderlich ist dann aber, dass Boni kein simpler Zuträger war. Er und Donald Tusk gingen beide zur gleichen Zeit in die EU-Politik nach Brüssel, im Jahre 2014. Dort vielen sie auf mit lauten Forderungen nach Sanktionen. Gegen wen? Gegen ihr eigenes Land: Polen. Und zwar um den Anti-Merkelkurs in Warschau zu sabotieren. 

Das ist allerdings nicht der einzige Verrat polnischer Politiker. Die KDL verschwand so schnell, wie sie aufgetaucht war, und verschmolz mit der Demokratischen Union und Balcerowicz's Union der Freiheit. Die ursprünglichen Förderer Bielecki und Lewandowski intervenierten in die polnische Wirtschaft um diese zu zerstören und verhökerten das Volkseigentum. Im Großen und Ganzen gab es viele Parallelen zu dem, was in der ehemaligen DDR ablief.

Bielecki und Lewandowski sorgten bei jeder Firma, die sie übernahmen, dafür, dass diese ruiniert wurde durch schlechte Verwaltung, und verkauften sie dann billig an von ihnen ausgesuchte Käufer mit Tschekisten Hintergrund. 

In den Anfängen von KDL nutzte man für Versammlungen ein Apartment im Warschauer Marriot Hotel. Der eigentliche Mieter war Wiktor Kubiak, nicht nur Manager der Sängerin Edyta Górniak, sondern auch Agent des militärischen Geheimdienstes mit Geschäftsverbindungen nach Schweden und zur Pruszkow-Mafia. 

Paweł Piskorski enthüllte, dass es dieses Apartment war, wo Agenten des BND Geld an die KDL übergaben und sich alle zusammen bei Schottischen Whiskey und kubanischen Zigarren vergnügten.

In diese Gruppe gesellte sich später dann Pawel Graś, der eigentlich der kommunistischen Partei angehörte. In der Zeit als Donald Tusk dann Ministerpräsident von Polen wurde, holte er eben diesen Pawel Graś in sein Kabinett und machte ihn ausgerechnet zum Geheimdiensberater. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Graś bereits als Student an der Jagiellonian Universität Oppositionsbewegungen für den kommunistischen Geheimdienst ausspionierte. 

Äußerst seltsam zum Beispiel: Noch als Student wurde Pawel Graś ohne alle Erfahrungen, Direktor einer Deutsch-Polnischen Firma: ABW Pro-Holding GmbH.

Eingetragener Besitzer dieser Firma, Paul Rogler, der nur einmal kurz mit Pawel Graś sich in Westdeutschland 1989 getroffen hatte. Ab 1987 war Rogler auch Besitzer eines kleinen Kopierservice an der Tschechisch-bayrischen Grenze. Woher er das Geld, für seine Firma in Polen, nahm ist unbekannt. Es war auch kurz nach seinem Treffen mit Graś, dass er, wie aus dem Nichts als Besitzer von Rotronik EDV in Polen in Erscheinung trat.

Interessant auch der Umstand, dass Rogler und Graś sehr viele Geschäfte gemeinsam tätigten, die alle nicht erfolgreich verliefen. Sie verloren sehr viel Geld und jeder seriöse Geschäftsmann hätte einen Schlussstrich gezogen, doch diese beiden machten immer weiter. Ohne das es eine Erklärung gab, wie die beiden sich finanzieren konnten.

Es war in dieser Zeit, als Graś in die Wirtschaftselite von Krakau eintauchte. Viele dieser Leute hatte er damals auf der Universität kennengelernt und nutzte diese Kontakte für eine politische Karriere. Er wechselte später in die Konservative Volkspartei. Sein Mentor wurde General Gromosław Czempiński. 

Pawel Graś Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten sind erstaunlich, er absolvierte entsprechende Kurse in den USA, Kanada und BRD. Doch seine Rolle ist unklar. Arbeitete er für die Tscheka oder den Westen. Oder war er gar ein Doppelagent?

Unter Premieminister Jerzy Buzek wurde Graś Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates. Er wurde auch Vorsitzender einer Kommission zur militärischen Zusammenarbeit mit ausländischen Armeen und NATO. Im Range eines Staatssekretärs wurde er dann informeller Geheimdienstkoordinator. Aber von diesem Posten wurde er entlassen und wurde stattdessen Regierungssprecher.

In dieser Zeit wurde vermutet, dass er Entlassen wurde, weil der damalige Premieminister Donald Tusk ihm misstraute. Doch dies ist falsch. Ganz im Gegenteil sogar. Tusk vermutete, dass Graś zu angreifbar sein könnte und ein Skandal um ihn auch den Premierminister selbst zu Fall bringen könnte. Er wollte Graś daher aus dem öffentlichen Interesse raus nehmen. Die Geschäfte von Graś mit Rogler hatten begonnen die Medien zu interessieren. Durch den Schachzug Graś in eine weniger bedeutende Position zu versetzen, umging Tusk mögliche Vorwürfe diesen zu schützen und konnte ihn doch in seiner Regierung behalten. Doch ein seltsamer Geschäftsmann mit Verbindungen zum BND, als Koordinator der polnischen Geheimdienste? Das wäre das Aus von Tusk gewesen.

In jenen Tagen hatte Roglers Aktivität für den BND in Polen bereits für Aufregung gesorgt. Man fragte sich nun, warum die Sicherheitsbehörden keine Maßnahmen ergriffen. Die Antwort lag auf der Hand, weil der Geheimdienstberater von Donald Tusk der Geschäftspartner von Rogler war.

Tusk war ursprünglich Vertreter der Reformkommunisten, Anhänger von Gorbatschows Perestroika. Das hatte er gemeinsam mit Angela Merkel. Von 2007-2014 war er Ministerpräsident von Polen und betrieb dort das politische Äquivalent der Merkelpolitik. Als es dann den Regierungswechsel gab, ging er in die EU-Politik und unterstützte dort den Merkel Kurs, förderte anti-polnische Politik und Unterstützte Gorge Soros finanzierte Proteste gegen die konservative Regierung von Polen. Ganz zu schweigen davon, dass der BND unter Angela Merkel extrem pro-russische Tendenzen zeigte.

Bliebe jedoch der Mythos über Tusk's antikommunistisches Engagement. Wahrscheinlicher ist, dass Tusk genauso wie Graś zur Unterwanderung der antikommunistischen Bewegungen und für den Geheimdienst arbeitete. Tusk trat als antikommunistischer Journalist in Erscheinung, kurz nach den Auguststreik 1980. Vorher hatte er nie als Journalist gearbeitet oder war mit antikommunistischer Rhetorik aufgefallen. Nun arbeitete er plötzlich nicht nur bei der Wochenzeitschrift Samorządność, sondern wurde sogar Vorsitzender des Betriebskomitees von Solidarność, bei dem Verlag der die Zeitung in Danzig herausgab. Nachdem 1981 das Kriegsrecht verhängt wurde, erhielt Tusk ein Berufsverbot. Allerdings konnte das Teil seiner Tarnung gewesen sein, denn so gelangte er ab 1984 zur Świetlik, einer Genossenschaft der Danziger Oppositionellen.

Paweł Graś war an der Jagiellonian Universität Vorsitzender der NZS (Unabhängige Studenten Union). Die NZS, wie sich später herausstellte, war eine Tarnorganisation des kommunistischen Geheimdienstes und präparierte Kader unter den Studenten, die dann in den Dienst übernommen wurden. 

Angeleitet wurde Graś von Maciej Hunia, einem Absolventen der Geheimdienstschule in Stare Kiejkuty. Dem NZS gehörten auch an: Grzegorz Reszka und Paweł Białek, die später durch den Geheimdienstoffizier  Krzysztof Bondaryk, Sonderabteilung für "feindliche politische Aktivität", zu dessen Stellvertreter beim Inlandsgeheimdienst ABW wurden, bzw. Janusz Nosek.

Die Studentenopposition von Polen wurde von 2 Personen angeführt Tadeusz Rusak, ein sehr guter "Freund" des oppositionellen und politischen Häftlings Bronisław Komorowski, machte später Karriere als Chef des Militärischen Geheimdienstes (WSI) der Volksrepublik Polen.

Der andere Anführer der Studentenopposition, in Krakau, war Mieczysław Tarnowski, agierte als Stellvertreter von Rusak. Diese Winkelzüge der Tschekisten nehmen noch viel perversere Ausmaße an. Lech Wałęsa engster Vertrauter arbeitete direkt für den KGB. Und nehmen sie dies als Warnung, für die Oppositionen in der BRD.

Seine hohen politischen Ämter verdankte Paweł Graś einzig Donald Tusk. Doch als die Spionageabwehr auf dessen Geschäftspartner Rogler, in Krakau, aufmerksam wurde, wurde die Lage auch für Tusk bedrohlich. Und tat das angesprochene Manöver, das er Graś scheinbar sanktionierte. Angemessen der Straftat steht das allerdings in keiner Verhältnismäßigkeit. 

Doch erst einmal egal, denn später stellte sich heraus, dass die Spionageabwehr 1990 zum ersten Mal auf Rogler aufmerksam wurde. Dabei ging es um dessen Kontaktaufnahme zum deutschen Konsulat in Krakau. Der polnische Geheimdienst hatte Informationen dazu, dass Rogler sich dort mit einem Deutschen treffen werde, der der Verbindungsmann von Ryszard Tomaszek war, ein Pole, der für den BND ein Spionagenetzwerk in Polen aufbaute.

Es wäre einfach gewesen, die einzelnen Punkte in der Geschichte zusammenzufügen und das Gesamtbild zu erkennen, was hier vor sich ging. Doch die Sache ist, dass diese Einzelinformationen nicht zusammengefügt wurden, von niemandem. Der Agentenring des BND blieb im Endeffekt unbehelligt und operierte weiter, und zwar, weil es diesbezüglich Anweisung von ganz oben gab, von Donald Tusk.

Und das war nicht ganz zufällig. Denn es gab eine kurze Periode einer Gefahr, als 2005-2007 die PSI an die Macht kam und den Krakauersumpf trocken legen wollte. Das war eine kurze Zeit in der Graś keinen Schutz hatte und so begannen die Untersuchungen zu seinen Beziehungen zu Rogler. Die Spionageabwehr machte nun auch sehr schnell klar, dass beide, Rogler und Graś für den BND arbeiten. Die Arbeit an der Untersuchung kam auch gut voran, wurde jedoch 2007 abrupt abgebrochen, als Tusk Ministerpräsident wurde.

Im Herbst 2007 machte Tusk dann Graś zu einem Sicherheitsberater Polens und zu seinem persönlicher Berater. Aber das ist nicht alles. Tusk ernannte auch Maciej Hunia zum Chef des militärischen Geheimdienstes, dann des normalen Geheimdienstes und Jannusz Nosek rückte beim Militärgeheimdienst nach. Beide Personen mit Tschekisten Hintergrund. Und Hunia  ausgerechnet die Personen, die Graś in seiner Geheimdiensttätigkeit aufbaute. Ergebnis war, dass die Untersuchungen zu Graś und Rogler geschlossen wurden.

Ryszard Tomaszek hätte zwar die Geschichte enthüllen können, tat es nicht, weil er eine lebenslange Pension von der deutschen Regierung erhielt, wenn er im Gegenzug schweige.

Wir können davon ausgehen, dass die gegenwärtigen gezielt provozierten Aktionen gegen die Souveränität Polens auf dieses Netzwerk zurückzuführen sind und in Verbindung zu Berlin stehen. Es braucht uns daher nicht überraschen, dass polnische Truppenverbände nicht nur an der Grenze zu Weißrussland, sondern auch zu Deutschland Aufstellung nehmen.

Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!

Kommentare:

  1. Die Polen sind auch nicht ohne, haben schon vor dem Krieg gegen Deutschland gestänkert. Und wohl kein anderer Krieg war so gerechtfertigt begonnen, wie der 2. Weltkrieg.

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    1. Schau mal einer an! Die Polen hatten ein Problem mit Nazi-Deutschland? Huch, nein! Wie können die bloß. Zum Glück das so einige diese Distanz inzwischen verarbeitet zu haben scheinen.

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