Sonntag, 9. April 2017

Ron Paul: Hinter dem Giftgas-Einsatz steckt nicht Assad



Was ist das denn? Das Berlinjournal zitiert Ron Paul? Ja bin ich denn im falschen Film! Gleich daneben ein Video von Sahra Wagenknecht, die den US-Angriff auf Syrien verurteilt. Hierbei kann einiges nicht stimmen, soviel ist klar. Die letzten Aktionen von Donald Trump, gegen die gegenwärtige Gefahr durch die kommunistische Infiltration, hat die sozialistische Koalition gehörig aufgeschreckt. Wie das so ist in solchen Situationen, verfällt man in Panik und Ratlosigkeit und wilden Aktionismus ohne noch zu wissen, was man tut. Die Kritiken von Ron Paul an Präsident Donald Trump werden derzeit zur fundamentalen Basis der Donald Trump Kritik von der putinistischen Linken und Scheinalternativen. Allerdings auch von der den Kreml kritisierende Neulinken. Wir finden ihn daher nicht nur zitiert im Berlinjournal, sondern auf beim Compact-Magazin, Russia Today , bis hin zu sinistren Alternativmedien wie etwa n8waechter und neopress, die sich alle von Radio Eriwan alimentieren. Dies sollte uns stutzig machen!

Und daher die Frage, was hat einer wie Ron Paul mit prorussischen Alternativmedien, New Age Schwachsinn, Freibürger Medien oder Erzkommunistischen und neoliberalen Publikationen zu tun?

Ron Paul war Vertreter von Texas im US-Kongress und hat libertäre Ansichten. Nur haben die meisten Deutschen nicht die geringste Ahnung davon, was libertäre Ansichten sind. Dass er mit genannten Gruppierungen in irgendeinem Zusammenhang zu setzen sei, ist vollkommen absurd. Aufgrund seiner persönlichen Ansichten tritt Ron Paul in eine Opposition zum gegenwärtigen Präsidenten. Und offenbar benutzt er dabei gern Kreml-Medien. Wenn ich mir ansehe, dass angesprochene deutsche Gruppen diesen Ron Paul sogar als Republikaner also auf derselben Partei wie Trump präsentieren, dann braucht es uns auch nicht zu wundern, dass diese noch nicht einmal in der Lage sind Paul sinngemäß zu zitieren. 


Ron Paul wechselte mehrmals seine Parteizugehörigkeit, er war zwar in der Republikanischen Partei, um genau zu sein bis 1987, sowie 1996 bis 2015 dazwischen jedoch 1987 bis 1996 und dann wieder ab 2015 bis zur Gegenwart war und ist er in der Libertären Partei. Ron Paul ist kein konservativer Republikaner, aber er hat deswegen noch lange nichts mit den deutschen links Spinnern zu tun. Nur das Paul Trump und sein Team lächerlicherweise als Neo-Konservative bezeichnet sollte bereits offenlegen, dass es mit seinem politischen Kalkül nicht allzu weit her ist.

Seine freiheitlichen Ansichten stehen im totalen Gegensatz zu den Ansichten des sozialistischen Kollektivmenschen. Von irgendeiner Sympathie zum Kommunismus/Sozialismus kann bei ihm absolut keine Rede sein. Er ist ein Senior Mitglied des Mise Institutes und Anhänger der Wirtschaftspolitik der Österreichischen Schule, was sich mit sozialistisch/kommunistische Ideologie ungefähr so verträgt wie Feuer und Wasser. Die von ihm publizierten Bücher The Case for Gold (1982), A Foreign Policy of Freedom (2007), Pillars of Prosperity (2008), The Revolution: A Manifesto (2008) oder Liberty Defined (2011) stellen klassische Libertäre Philosophy dar.

Tatsächlich vertritt Ron Paul Ansichten, die mit meinen weitaus mehr gemein haben als mit den Frontleuten des Putinistenlagers, die sich nun seiner Opposition zu Donald Trump bedienen.

Ich für meinen Teil halte die Ansichten von Ron Paul insbesondere in Bezug auf Wladimir Putin für mindestens naiv. Was ich auch noch ausweiten könnte generell auf seine politischen Ansichten oder auf seinen Pazifismus. Es mag gut möglich sein, dass er eine Person ist, die einfach an das Gute im Menschen glaubt.

Mag sein, dass Ron Paul der Auffassung ist, Politik müsse von edlen Charakteren gemacht werden, wie wir sie sonst in Märchen von guten Rittern finden. Ich denke, wenn sich Aragorn aus Minas Tirith zur Wahl des US-Präsidenten stellt, könnte er mit der vollen Unterstützung von Paul rechnen. Dummerweise leben wir in einer Welt in der Machiavelli die heutige Politik weitaus besser schildert als der Herr der Ringe. Wenn man mal absieht von dem alten Feind, der sich wieder im Osten erhebt.

Paul meinte, dass die Politik von Donald Trump vollkommen unberechenbar sein. Das mag für ihn vielleicht zutreffen, nicht auf jene Leute, die die feinmotorischen jedoch machiavellistischen Mechanismen der Politik zu deuten wissen.

Ich habe hier immer wieder geschildert, dass es von geringer Bedeutung ist, was die Leute wirklich sagen. Um das politische Geschehen richtig zu deuten, ist es weitaus aufschlussreicher genau darauf zu Achten was die Politiker tun. Donald J. Trump war immer berechenbar. Man musste nur den für Europäer skurrilen US-Wahlkampf ignorieren.

Der Präsident der Vereinigten Staaten ist kein Alleinherrscher, wie es die Trump Kritiker gern darstellen möchten. Auch wenn der US-Präsident politische Macht hat, ist er Frontmann, das Gesicht, eines Teams. Es sind eben diese Teammitglieder, die den Charakter der Politik bestimmen. Da finden wir beispielsweise eben Namen wie Mattis, Kelly, Zinke, McMaster, Tillerson, Gorsuch, Haley, DeVos usw. Das sind durch die Reihe weg klassische Konservative, die in dieser Weise auch die amerikanische Verfassung verstehen.

Ich verweise auch darauf, wie viele Generäle der US Streitkräfte in seiner Regierung zu finden sind. US Militär und Geheimdienste haben das kleine Spiel bezüglich des 11 September 2001 recht schnell durchschaut, Auch wenn man sich dementsprechend nicht öffentlich äußert, aber hinter den geschlossenen Türen im Pentagon arbeitete man an einer Lösung des Problems. Glaubt jemand die gingen nach 9/11 zur Tagesordnung über? Nachdem das halbe Pentagon verwüstet wurde? Sie verzweifelten an G.W. Bush. Bei Obama standen sie kurz vor einem Putsch. In einem Jahr wurden 9 Generäle von Obama vorzeitig entlassen. In der 200-jährigen Geschichte der USA ein einmaliger Vorgang.

Die Regierung Trump wird von Militärs und Erzkonservativen gemacht, die sich die Figur Donald Trump ganz bewusst aussuchten und sie zum Gesicht ihre Ambitionen machten, um von ihren Plänen der Reaktion abzulenken. Das US-Militär ist sich der kommunistischen Subversion im eigenen Land, bis hinein in die Reihen der Regierung, sehr wohl bewusst. Bevor dieser Feind-Apparat reagieren konnte, hatte man mit Trump den perfekten Nebelwerfer eingesetzt und das sowohl bezüglich der Innenpolitik als auch der Außenpolitik. Das betrifft auch seine ohnehin weit überbewerteten positiven Äußerungen zu Wladimir Putin.

Das kommunistische System hatte sich auf die Abschaffung der Verfassung und Entwaffnung der Bevölkerung vorbereitet. Sie sollten nicht frühzeitig die Vorbereitung des Gegenschlag erkennen. Das Team um Trump hatte nichts anderes getan als sich den machiavellistischen Spielregeln im Spiel der kommunistischen Subversion anzupassen. Und das kritisiert nun Ron Paul an Donald Trump. Er hat es jedoch nicht im Bezug auf die Akteure der Gegenseite getan. Entweder, weil er tatsächlich zu naiv ist oder weil er es nicht sehen wollte, denn auch er hat meines Erachtens viel zu wenig Distanz zum Lager der Putinisten.

Hätte Ron Paul einmal Sun Zi gelesen, das ist der Autor des militärischen Klassikers Kunst des Krieges, so hätte er mit Leichtigkeit feststellen können, dass die seiner Meinung nach unberechenbare Politik von Donald Trump und seinem Team den klassischen Regeln der Kriegskunst entspricht. Auch bis Paul sollten inzwischen die von den Russen angewendeten Konzepte des Hybridkrieges oder nicht-linearen Krieg vorgedrungen sein. Sollte es nicht geschehen sein, sind seinen Einschätzungen zur gegenwärtigen Politik keine große Beachtung zu schenken. Sollte er aber wider besseren Willens diese russische Politik ignorieren, dann muss sein Verhalten weitaus schwerwiegender als nur mit Naivität erklärt werden.

Paul ist libertär nicht konservativ. Die Libertären haben zwar die richtige Einstellung bezüglich Freiheit, aber man sollte nicht annehmen, dass diese ständigen Ambitionen sich an oftmals Nebensächlichem zu erregen, statt den Kern des Problems zu fokussieren zu irgendeiner Alternative des Problems der Subversion führen würden.

Die Konservativen haben sich nach langer Zeit, unendlicher Geduld und einer Unzahl von Fehlern auf das eingestellt, was den Staat ihrer Gründerväter, den Staat der "pursuit of happiness" droht zu vernichten.

Bei Berlinjournal heißt es, er halte Diktator Assad bezüglich des Giftgasanschlages für unschuldig. Er hält es für eine verdeckte Operation einer Partei, die dem syrischen Staatschef schaden möchte. Er behauptet die Situation war für ihn perfekt, er schien auf der Gewinnerseite, sowohl Islamischer Staat als auch Al-Qaida zogen sich zurück. So drückt er sich in seinem Liberty Report aus. Damit befindet sich Paul voll und ganz auf der Dialektik Moskaus.

Sowohl Islamischer Staat als auch Al-Qaida haben sich überhaupt nicht zurückgezogen. Sie haben sich nach Süden verschoben und stellen sich an der Grenze zu Israel auf (und auf Sinai), ohne von den Russen dafür angegriffen zu werden. Wie jeder problemlos feststellt, der die Medien des Nahen Ostens mal aufschlägt. Stattdessen kam es in derselben Zeit zu immer frequentierteren Drohungen gegen Israel, von dem die westlichen Medien nicht berichteten, um den Friedenspropheten Wladimir Putin nicht den Heiligenschein zu nehmen. Ohnehin galt der Anti-Terrorkrieg überhaupt nicht dem ISIS, sondern war Vorwand gegen andere Rebellen vorzugehen. Ja er meint sogar, ein Giftgasanschlag würde überhaupt keinen Sinn ergeben bei Assad. Wir wissen ziemlich genau, dass Assad weitaus öfters Giftgas einsetzte, als es in den westlichen Medien berichtet wurde. Und zwar nicht in erster Linie als Mittel in verfahrenen Kriegssituationen, sondern zur Abschreckung und bewusst gegen zivile Ziele.

Paul hat nicht die geringste Raffinesse für die Situation in Syrien und die Fähigkeit zu erkennen, dass es sich dort in Wahrheit um einen Energiekrieg handelt. Einen Krieg der ganz im Sinne von Gazprom liegt.

Genauer gesagt geht es um eine Pipeline die aus den Erdgas Feldern von Aserbaidschan und Nordirak den begehrten Energieträger nach Europa bringen sollte. Das Projekt begründete sich aufgrund der Krisis durch die Preis Manipulationen zwischen Russland und der damals Moskau hörigen Regierung in der Ukraine gegen den Westen einen regelrechten Energiekrieg auslöste. Die Nabucco Pipeline hätte Europa von den Energielieferungen aus Russland unabhängig machen sollen. Selbstverständlich erkannte auch der Kreml, dass man Gefahr lief sein Druckmittel gegenüber Europa zu verlieren. Und erklärt auch die Bedeutung die dabei der Türkei zukommt, die nähmlich als Transitland der Pipeline gedient hätte.

Und dann fassen wir noch einmal zusammen, was in den Jahren danach bis heute geschah. Mehrere Kriege im Kaukasus und anhaltende Feind Aktivitäten gegenüber Aserbaidschan durch Moskau. Die Türkei bekommt Erdocan aufgedrückt, der neben den geschauspielten Machtspielchen tatsächlich harmonische Beziehungen zum Kreml hat. Dann taucht der ISIS auf, aufgebaut durch die Reste des Kreml-freundlichen Regime von Saddam Hussein, gestützt durch Al-Qaida und Muslimbruderschaft die beides vom russischen Geheimdienst kontrolliert werden. Die Tochter Raghad Hussein freute sich 2014 über den Sturz der irakischen Regierung im Norden, die die Familienherrschaft ersetzte  und eine Kreml-hörige Scheinregierung an die Macht brachte, drohte unlängst Trump in den islamischen Medien, lobt ihn jedoch in den westlichen Medien. Rein zufällig ist sie eine finanzielle Unterstützerin des ISIS.

Die Bundesregierung beginnt daraufhin nach einer Kifferrunde oder zu viel Kokain-Genuss auf dem Reichstags Klo, in einem Anflug von Hippie-Wahn Macht hoch die Tür, die Tor macht weit zu praktizieren und Deutschland flutet sich mit Assad und Putin Fans.

Die obere Kommandoebene von Isis besteht inzwischen aus den Vasallen von Kadyrow, der Putins Statthalter in Tschetschenien ist. Die Russen und der Iran haben inzwischen ihre Kontrolle über den Nordirak gestärkt doch dann bereiteten Rebellen in Syrien dem treuen und zuverlässigen Partner Moskau Probleme. Der ISIS marschierte umgehend in Syrien ein und kämpfte gegen die Rebellen, auch wenn die Nachrichten den Eindruck erwecken wollten, sie würden gegen Assad gemeinsam mit den Rebellen kämpfen. Beim Auftauchen des russischen Militärs in Syrien wurde nicht der ISIS bekämpft wie sie Vorgaben in ihren Medien, es wurden die Rebellen bekämpft.

Assad ist nur noch Präsident Syriens proforma, geopolitisch wurde das Land in russische, iranische und türkische Einflusszonen aufgeteilt. Assad dient nur noch als Marionette, um über die die realpolitischen Gegebenheiten hinweg zu täuschen. Insofern gebe ich Ron Paul sogar Recht, wenn er von einer verdeckten Operation bezüglich des Giftgasanschlag spricht. Doch bezweifle ich, dass ihm gefallen wird, wer der tatsächliche Urheber dieser Operation ist.

Sein Vorwurf, dass alle westlichen Medien einhellig Assad für diesen Anschlag verurteilen entbehrt jeglicher Grundlage, allein hierzulande gibt es genug Spinner, die das Gegenteil voller inbrunst vertreten. Ron Paul hat ohnehin eine vollkommen verschrobene Ansicht bezüglich Aggression. Er vertritt nämlich die Ansicht, dass der Eintritt der USA in den Ersten und Zweiten Weltkrieg den Weltfrieden gefährdet habe und bei derartigen kruden Ansichten muss man wirklich an Pauls Gesundheitszustand zweifeln. Die Alternative wäre wohl kaum im Sinne eines humanistisch gebildeten Menschen.

Auch beim Anschlag mit Giftgas im August 2013 war laut Paul nicht Assad der Schuldige, sondern macht dafür die Freie Syrische Armee verantwortlich. Das ist völliger Unsinn, die Freie Syrische Armee war 2013 so gut wie nicht mehr existent. Und diente dem Assad-Regime als Placebo, um seine Kriegsverbrechen einer andere Kriegspartei unterzujubeln. In einer unglaublichen Leichtgläubigkeit nimmt er jede Erklärung aus Damaskus für bare Münze, ohne sich einzugestehen, dass er den Auslegungen und Behauptungen eines Diktators folgt, ohne jeden Zweifel oder dessen Aussagen einmal zu überprüfen.

Alle Nachrichten die im Westen zur Verfügung stehen, die in den Medien verarbeitet werden kommen aus der Deutungshoheit des Kremls. Wer auf wirklich alternative Nachrichten bauen möchte, ist auf diverse syrische Blogger angewiesen und da zeichnet sich auch ein vollkommen anderes Bild vom Krieg in Syrien, als wie es uns man hier vorgaukeln möchte. Die Verbrechen gegen die Bevölkerung durch russische Truppen und den verbliebenen Assad Treuen ist ungeheuerlich. Ron Paul behauptet die Freie Syrische Armee habe Sarin Gas eingesetzt, welches von Saudi-Arabien geliefert wurde. Was vollkommener Quatsch ist, die Berichte über Sarin Gas sind falsch es war Chlorgas und die Chemikalien wurden von Deutschland geliefert.

Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss! 

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