Freitag, 28. April 2017

Putin, die Nationalisten und der ISIS - Kampf der Kulturen

Russische ISIS-Kämpfer, Quelle kavkaz-uzel.eu
In diesem Artikel beziehe ich mich auf ein Gespräch mit Paul A. Goble einem Spezialisten für ethnisch religiöse Fragen in Eurasien, ehemals Forschungsdirektor an der diplomatischen Akademie von Aserbaidschan.

Der Bericht (Link russisch), den kavkaz-uzel.eu publizierte zeigt sehr genau, wie die Zahl russischer Kämpfer beim ISIS ansteigt. Und ganz offenbar gibt es da jeweils einen kausalen Zusammenhang zu Bekenntnissen des Kreml zu seiner Opposition. Was bis dahin auch logisch erscheint: Jemand erklärt seine Feindschaft und seine Gegner fühlen sich dazu aufgerufen, ins Lager seines Feindes zu wechseln.

Auffällig jedoch die Vertuschungen des Kremls um dieses Thema. Erst im Juni 2013 gab die russische Regierung zu, dass es 200 Staatsbürger gibt, die beim ISIS sind. Nur war diese Zahl viel zu geschönt. Im April diesen Jahres gab man zu, es seien mehr als 4000 russische Staatsbürger. Dabei ist zu erwähnen, dass die russischen Behörden davon ausgehen, dass die Hälfte derer die gegangen sind getötet worden seien, was uns auf eine Zahl von demzufolge über 8000 bringt.

Hauptquelle der ISIS-Unterstützung sind natürlich die Kaukasus-Republiken, aber nicht nur. Die wichtigste Unterstützung kommt aus Tschetschenien (alias: Islamischer Staat im Norden) und Dagestan. Beide Territorien stehen unter direkter oder indirekter Kontrolle von Ramsan Kadyrow.

Allerdings behaupten die offiziellen Zahlen der russischen Behörden, dass die Unterstützer aus Dagestan von 900 auf 1200 stiegen, im vergangenen Jahr. Und für Tschetschenien wurden lediglich 600 veranschlagt. Gerade diese Zahlen zeigen, dass die gemachten Angaben falsch sind. Allein für Tschetschenien dürfte eine Zahl zwischen 3200 und 3500 zutreffender sein. Viele dieser ISIS-Kämpfer russischer Herkunft, die von den Behörden als gefallen angegeben werden, tauchen mit syrischen oder irakischen Pass dann als Flüchtling in Europa auf, wobei Hauptziel Deutschland ist. Die Bundesrepublik ist die Drehscheibe des Islamterrors. Die Zellen operieren von hier aus und greifen auf Unterstützung von FARC und PKK zurück. Von hier aus schwärmen sie zu Anschlägen in ganz Europa aus.

Viele Personen wenden ein, dass die russischen Behörden nicht in der Lage sind, die Route der ISIS-Söldner zu blockieren. Richtiger dürfte jedoch sein, dass Moskau nicht willig ist. Wie ich hier schon früher berichtete, legte der russische Auslandsgeheimdienst FSB einen Grünen Korridor an, vom Kaukasus in die Türkei, der von ihm sehr genau kontrolliert wird. Über diesen Korridor verlaufen die Unterstützungen für ISIS und die Islam-Terroristen reisen sogar mit Flugzeug in die Türkei ein, wo diese kein Visum benötigen.

Ich möchte weiter daran erinnern, dass Russland, die ja so viel konsequenter den ISIS zu bekämpfen vorgeben, bisher immer noch nicht mit einer Truppe von ca 30 000 bis 40 000 Verstrahlten fertig werden konnte. Wir reden hier von höchstens 2 Divisionen. Die weitaus weniger unterstützten und weniger gut bewaffneten Kurden gelang es dem ISIS hart zu zusetzen. Der glorreichen russischen Armee gelang dies wiederum nicht. Entweder aus Unfähigkeit oder aber aus geheimer Hilfe heraus. Ich bin der festen Überzeugung, dass Moskaus Kampf gegen den ISIS nur eine Medienshow ist. Dafür spricht auch die Besetzung der Führungsebenen mit Personen die nachweislich Vorgeschichten haben zur Roten Armee, KGB oder eben dem irakischen Geheimdienst, der wiederum als eine Außenstelle des KGB galt. Interessant dazu auch die Berichte aus diesem Monat von SVPRESSA.RU (siehe hier und hier, auf russisch), die herausstellen, wie die Senior-Figuren der letzten Getöteten aus der ISIS-Führung, aus Russland stammen.

Nicht zu vergessen ist die traditionelle Wurzel des Islamterrors in den Strukturen der Sowietunion, selbst als die Genossen betonten gegen Terror zu sein. Gegen Terror sein und Kommunist sein, dies sind Dinge die sich nicht gemeinsam vertragen. 

Die Apartmentbomben 1999 zeigten sehr deutlich, wie erfolgreich sich Wladimir Putin durch vorgetäuschten Islamterror in Szene setzen konnte. Das unterstreicht auch die jüngsten Reaktionen der russischen Regierung, bezüglich der Metrobombe in St. Petersburg. Wie Vitaly Portnikow es richtig sagte, das Putin Regime provoziert viel mehr Islamterror, als diesen zu unterbinden. 

Man beachte dabei, dass es der Islamterror war, der die Russen über den Putsch gegen Boris Jelzin hinwegsehen ließ, der zuvor gezielt in den eigenen Medien vom russischen Geheimdienst zerstört worden war, der dann Wladimir Putin ins Präsidentenamt brachte. 

Genau jetzt, im Moment des inneren Aufbegehren (wir erinnern uns an die Verhaftung von Nawalny, der unter den Nationalisten sehr beliebt ist) und die Prestige-Schlappe durch die US-Attacke in Syrien. 

In den 1980-er Jahren dachten viele westliche Globalstrategen, dass es die Konflikte zwischen Slawischen Völkern und Muslimen seien werden, die die Sowjetunion zusammenbrechen lassen. Alle diese irrten sich gewaltig, diese existenziellen Konflikte traten nie ein, obwohl es in den 1990-er noch mal als Option aufgegriffen wurde, Russland zu domestizieren. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass Moskau diese Konflikte kontrollierte, genauso wie die Sowjetunion ein aufwendiges Rätesystem installiert hatte, um die heimischen Muslime zu kontrollieren. Es waren am Ende unerwarteter Weise die Balten und Ukrainer, die die Sowjet-Macht bedrohten. Es sind daher als Reaktion Balten und Ukraine, die der Kreml gerade bedroht.

Der Kreml benutzt die Muslime seit Jahrzehnten in seinem Sinne der Außenpolitik, insbesondere zum Stellvertreterkrieg gegen Israel. Die ganze Struktur der Sowjetunion, zur Kontrolle der Muslime, hat sich immer darauf ausgerichtet die Agression und Ursache des Hasses gegen Israel, USA und Westeuropa zu richten, konform mit dem marxistisch-leninistischen Feindbild. Und in diesem Sinne hatte der Kreml stets die heimischen Muslime benutzt, um Einfluss auf die gesamte islamische Welt zu nehmen und sie zum Krieg gegen diesen marxistisch-leninistischen Feind einzusetzen, als Stellvertreterkrieg. Nichts anderes ist unsere gegenwärtige Situation, Hamas und Hisbollah im Nahen Osten und der Arabische Frühling. 

Gleichzeitig zielt die Außenpolitik des Kreml darauf ab, dass Russland und der Westen Schulter an Schulter mit der USA eine geschlossene Front gegen den Islam bilden müsse. Und dies ist ein unglaublicher Spagat, der letztlich das Land zerreißen wird. Putin weiß zwar sich gekonnt in Szene zu setzen, aber das bedeutet noch nicht, dass er ein geschickter Politiker ist. Er alimentiert und schafft Probleme, um sich daran zu profilieren. Dies wird auf die Dauer immer mehr Probleme schaffen, an dem das System letztlich kollabiert. 

Inzwischen brechen ihm die russischen Nationalisten weg. Wieder sind es nicht die Muslime die seine diktatorische Macht bedrohen. Noch hat er die Muslime gut unter Kontrolle. Noch! Ich sehe allerdings sehr wohl eine große Chance die Muslime gegen den Kreml einzusetzen, wie es dieser gerade gegen den Westen tut.

Während die AfD-ler immer mehr Narrenfreiheit bekommen und mit dem Kreml Bündnisse schließen, wurden in Russland die Nationalisten für vogelfrei erklärt! Dmitri Djomuschkin, der Organisator des "Russischen Marsches" 2014 bekam 2,5 Jahre Haft für das Plakat: "Für Russland - eine russische Führung". Und zwar nicht für das physische Hochhalten vor Ort, denn das war mit den Behörden abgesprochen, sondern für das TEILEN (!!!) auf VK.com. Es ist als extremistisch eingestuft worden. Bereits 2015 wurde seine Seite per Gerichtsbeschluss gesperrt.

Neben aller Rosaroten Brille, die die hiesige Putinisten beim Betrachten Russlands aufhaben, offenbart der wahre Zustand des Putin-Regimes genau dasselbe Bild, welches wir aus Deutschland kennen. Und es wird noch schlimmer: Anfang März erreichten uns Nachrichten über eine Moskauer Version einer Sharia-Polizei.

Die Warschauer Zeitung Dzennik brachte einen hochinteressanten Artikel darüber, wie sich Russland in eine islamische Gesellschaft umändert. Dass, was bei unseren Nachbarn im Osten ein akzeptiertes Bild von Russland ist, kommt den hiesigen Hilfsrussen komplett ungelegen. Statt sich mit russischen Patrioten zu verbünden, tuen sie es mit deren Feind Wladimir Putin und erwarten, dass der sie vor dem Islam und Angela Merkel errettet, obwohl sein Regime keinen Zweifel daran lässt, das wir es mit demselben Bild in der Transformation der Gesellschaft zu tun haben. (➽ inosmi.ru)

Die Ähnlichkeiten zwischen dem Merkel Regime und Putin, lassen sich weiter detaillieren: Es ist ziemlich eindeutig, dass es ca. 3 Mio. Mantelköpfe in Moskau gibt. Aber die Behörden verfälschen die Statistik und behaupten weiterhin, es seien weniger als 300 000. Dieser offiziellen Propaganda widersprechende Meldungen werden als Fake News diffamiert. Kommt uns alles bekannt vor in Deutschland, zeigt uns aber das hiesige "Patrioten" auf dem Holzweg sind. Putin ist nicht Herr des Problems, wie er vorgibt. Deshalb auch dieser bizarre Versuch der Ein-Gott-Religion, den Islam unter Kontrolle zu bringen. Putin wird scheitern! Insbesondere jetzt mit Donald Trump als Präsident der USA, habe ich wieder etwas Hoffnung, das auch uns etwas Luft zum Atem verschafft wird, was der typische deutsche Dummdödel freilich nicht zu schätzen wissen wird.

Kateryna Shchetkina berichtete darüber, wie das Auftreten eines Mantelkopfes in einer kleinen Schule zum nationalen Problem in Russland wurde. Wir kennen all das von Deutschland. Ich meine, Muslime in Deutschland sind ja nichts Neues, dies geht zurück in die 1950-er Jahre und noch früher. Das der Islam jedoch zum Problem wird, fällt offenbar zusammen mit den Problemen Russland und Ukraine. 

Shchetkina macht uns ziemlich deutlich, dass Moskau nicht in der Lage ist, bzw. überhaupt das Interesse hat, Islamterror zu kontrollieren. Wieder sehen wir den Abklatsch der fürchterlichen Unperson Merkel.

Öffnen wir diesbezüglich unsere Gedanken und sehen die zukünftigen Entwicklungen, so kann man den bevorstehenden Kampf der Kulturen erwarten, den uns Samuel P. Huntington unter dem wilden Geheul der internationalen Linken bereits vor Jahrzehnten  voraussagte. Was uns auch wieder einmal beweist, wozu die Globalistischen Analysen der Linken im Gegensatz zu denen der Rechten dienen: Zum in die Tonne kicken! 

Russland ist längst geteilt in Regionen die Islamisch oder orthodox sind. Nur haben die Russen es in dieser Beziehung besser, weil deren Priester tatsächlich den Islam als Gefahr erkennen. Dahingegend Deutschland, wo die Kirchen Teil des kommunistischen Rätesystems sind und die falschen Propheten sich selbst in die Tempel Gottes setzen und sich als Gott ausgeben.

Igor Eidman, darf ich den jetzt erwähnen oder komme ich dann vor das Volkskommissariat zur Bekämpfung zionistischer Umtriebe, wies daraufhin, dass der Westen taktische Zusammenarbeit mit Russland anstrebt, um den Islam zu bekämpfen, aber völlig übersieht, dass Wladimir Putin keinerlei Interesse daran hat, den Islam zu bekämpfen.

Mikhail Sokolov beschrieb das Problem sehr treffend gegenüber Radio Liberty, schon Teil der Résistance, in dem er meinte er erwarte gemäß der falschen Reputation von Wladimir Putin im Westen keinerlei große Aktionen gegen ihn. Er begründete es mit der wiedersprüchlichen Kreml-Politik, etwas zu sagen, aber dann das Gegenteil zu tun. Interessant, ich empfehle genau dies seit Jahren meinen Lesern, zum Verstehen der Linken: Höre genau zu was sie sagen und gehe dann vom Gegenteil aus!

Putins letze Chance ist es nun einen Krieg zwischen Sunniten und Schiiten zu provozieren.


Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss! 


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