Freitag, 3. März 2017

Das geht auch andersrum



Die Verschwörer der Operation Walküre waren sich darüber im Klaren, dass, wenn ihnen die Ermordung Adolf Hitlers gelingen sollte, sie von den Regime-Treuen schnell niedergerungen werden. Sie verfassten daher einen ausgeklügelten Plan, die Verwirrung über den Tod des Diktators zu nutzen, eine Notregierung zu installieren, die pro forma den nationalsozialistischen Staat weiter führt.
Merke: Wenn man Schwach ist, übernimmt man die Regierung durch einen schleichenden Putsch, damit alle anderen, die Masse, die gefährlich werden könnte, nicht mitbekommt was tatsächlich passiert.

Das setzt voraus, dass die nationalsozialistische Dialektik weitergeführt wird, das Andenken an Hitler gefeiert etc. pp. Das man sich nicht als Putschist erkennen lässt.


Dazu nahm man im Vorfeld Kontakt zum Vatikan auf und fasste gemeinsam den Plan, dass der Papst, als Impulsgeber für Europa fungieren sollt. Genauer: Der Papst sollte die Verschwörer offiziell anerkennen, um ihnen internationale Anerkennung zu geben. Es war vorhersehbar, dass andere Staaten diesem Beispiel folgen sollten.
Merke: Die Putschisten müssen den Schein wahren, dass alles in Ordnung sei. Sollten Zweifel aufkommen, werden diese als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt und von treuen Truppen niedergezwungen.

Tatsächlich hatten die beteiligten Offiziere und Generäle, noch nicht mal Truppen in dem Sinne. Sie waren einfach Kommandeure, eingebunden in das nationalsozialistische System. Waren also gezwungen, selbiges System zu benutzen, um gegen das System zu putschen. 

Die Truppen der Putschisten waren in die Operation Walküre nicht eingeweiht. Weil Verschwörungen nur funktionieren können, mit einer überschaubaren Zahl von Personen, die nahe der Regierung sind. Dennoch kommandierten sie reguläre Truppen, die ihnen auf Kommando gefolgt wären, aus dem simplen Grunde, dass alles den Anschein der Korrektheit habe und seinen natürlichen Gang nehme. Auf dieser Weise (wäre alles erfolgreich gewesen), sind Situationen denkbar, in denen fanatisch Ideologisierte Anhänger von Adolf Hitler, in den Kampf, gegen aufständische Truppen, der anderen fanatisch ideologisierten Anhänger von Adolf Hitler gefolgt wären. Möglich ist das nur, wenn die Masse nicht weiß, was tatsächlich geschieht. Damit dies funktioniert, ist die Oberhoheit über die Meinungsbildung notwendig. Heißt, die Kontrolle der Medien, um die politische Opposition, in das Bild der Unkorrekten zu setzen und ein falsches Bild dessen, der Öffentlichkeit zu vermitteln, von dem was gerade passiert.

Anschließend, nach Sicherung der eigenen Macht, hatten die Verschwörer den Plan, das nationalsozialistische Deutschland umzubauen, zu einem anderen Staat. Der sich zwar formell als das Deutschland-Hitlers darstellte, es aber de facto nicht mehr gewesen wäre. Auch dies wäre verdächtig gewesen und vermutlich hätten sich die Anhänger Hitlers erhoben.

Das lässt uns mehrere Erkenntnisse über die Gruppendynamik erkennen:

  1. Es ist für den leisen Putsch, gefährlich, wenn die Menschen anfangen, sich eine eigene Meinung über das Geschehen zu bilden. 
  2. Damit niemand was merkt, müssen die Menschen abgelenkt werden. 
  3. Die Masse muss denken, dass der Umbau des Staates, als notwendige Reaktion auf Krisen zu verstehen sei.
Wolfgang Schäuble:
„Wenn die Krise größer wird, werden die Fähigkeiten Veränderungen durchzusetzen größer.“

Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss! 

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