Donnerstag, 26. Mai 2016

Wie die Kommunisten Kinder zur Revolution erzogen

Links: Das alte Buch - Märchen unten: Weg mit Mystik und 
Fantasy aus Kinderbüchern
Rechts: Gib das neue Kinderbuch! unten:Arbeit, Kampf, Technologie, 
Natur - Das neue Buch wird dabei helfen 
den neuen Nachwuchs zu erziehen
Sowjetpropaganda Plakat von Olga and Galena Chicagova
Nach einem Artikel des The Guardian. Danke an Sam für den Tipp.

Dies ist ein historisches Beispiel dazu, wie der Kommunist pflegte das schwächste Glied unserer Gesellschaft, die Kinder, konsequent zu manipulieren und umzuerziehen. Und dies mit Methoden, wie sie auch von Pierre Vogel, Todenhöfer oder Scientology benutzt werden. Interessant ist es deshalb, weil wir genau jetzt die Früchte dieser Manipulation sehen, da diese Kinder zu Erwachsenen wurden.

1925 gestalteten Galina and Olga Chichagova das hier abgebildete zweiseitige Plakat, dass aus Kindern kommunistische Revolutionäre machen sollte. Auf der Linken Seite, um das Interesse der Kinder zu wecken, finden sich typische Gestalten der russischen Märchen und Sagen: Zar und Zarin, der Feuervogel, die Hexe Baba Jaga und dann, ein Krokodil in eleganter Kleidung. Darunter steht auf Russisch: "Weg mit Mystik und Fantasy aus Kinderbüchern"

Dahingegen, auf der rechten Seite, sollten die Kinder zu Bürgern der Sowjetunion herangezüchtet werden. Unter dem wachsamen Auge von Führer Lenin, der den Weg weist, sind Pioniere mit rotem Halstuch, beim arbeiten in Kollektiven, aber auch als Kavaleristen, die in den Krieg ziehen: Arbeiten und Krieg machen. Fabriken die Flugzeuge herstellen, natürlich für den Krieg. 

"Gib das neue Kinderbuch", steht auf dem Plakat: "Arbeit, Kampf, Technologie, Natur - Das neue Buch wird dabei helfen den neuen Nachwuchs zu erziehen".

Diese Art der Kindererziehung zu Revolutionären im Dienst des Kommunismus, war Teil der der Sozialistischen Bildung. "In dem großen Arsenal, mit dem die Bourgeoisie gegen den Sozialismus kämpft, nehmen Kinderbücher eine wichtige Rolle ein," schrieb einst L. Kormchii 1918, in der kommunistischen Zeitung der Sowjetunion: Prawda. "Die Bourgeoisie, erfahren in der Macht der Kinderbücher, nutzt dies, um ihre eigene Macht zu stärken... Zögern wir und sterben wir, doch bevor wir in unserem eigenen Blut ertrinken, wir müssen diese Waffe aus den Händen des Feindes entreißen."

"Die Idee war es Fantasie Literatur und Illustrationen zu verbieten, denn dass erkannte man als bourgeois und konterrevolutionär," sagte Olivia Ahmad, Herausgeberin von: Eine neue Kindheit - Bilderbücher von Sowjet-Russland. Mann stelle sich vor Kinder denen es verboten wird Harry Potter zu lesen, weil das anti-kommunistisch sei. 

In einem bekannten Kinderbuch in Russland, dass Eiskreme heißt und von Samuil Marshak geschrieben und von Wladimir Lebvedev gezeichnet wurde, ist ein Bourgeois zu viel Eis und stirbt an Erfrierung. In Roter Nacken, ein Gedicht von Nicolia Aseev, ein überzeugter Jungpionier lehnt es ab sein rotes Pioniertuch abzunehmen, selbst als ein wilder Stier ihn angreift. dies lehrt den Kindern die Kampfbereitschaft für Revolution und Kampf im Angesicht der Gefahr.

Sowjetische Kinderliteratur war Unterhaltung, weil es den Sozialismus propagandierte. In den 1920er und frühen 30er Jahren, waren sie eine billige Weise, den Sozialismus unter dem Volk zu verbreiten, während die Eltern oftmals nicht lesen konnten. Es war die Zeit der Alphabetisierung.

Dann wurden sie zum politischen Kampf. Aber die Revolution findet sich weniger im Text, als in den Bildern. Walter Benjamin schrieb bezüglich seines Besuches in Moskau 1927: "Jeder Gedanke, jeder Tag, jedes Leben liegt hier auf einem Labortisch."
Es gab erschreckende Änderungen in der Gestaltung der Kinderliteratur. Die Illustrationen von Roter Nacken, zum Beispiel, stammten vom Theater Bildner Natan Altman, der auch als futuristisch-kubistischer Bildhauer bekannt war. Bei den Kinderillustrationen arbeitete er mit winkligen, abstrakten Formen. Heute sind wird mit dieser Technik vertraut, aber auf die Russen in den 1920er, muss das verstörend gewirkt haben.

In Über zwei Quadrate illustriert der Sowjet-Künstler El Lissitzk, in dem er mit den Schwarzen Quadraten von Kazimir Malevich arbeitet. Ein schwarzes Quadrat und ein rotes Quadrat, dass den Kommunismus darstellt, treten eine Reise durch den Weltraum an. Beide Quadrate stürzen auf die Erde und verursachen einen dreidimensionalen Schaden, was die Oktoberrevolution darstellt, aus der eine neue rote Erde, ein kommunistischer Planet, ersteht.


Gegen 1934 übernahm der Dachverband der sowjetischen Schriftsteller, die geforderte Politik der KPdSU, dass der Sozialismus der einzige akzeptierte und tolerierte Style sei. Nicht Objektivismus oder Konstruktivismus, Suprematismus, Surrealismus oder Primitivismus - Style frühere Kinderliteratur. Alle diese Prinzipien waren nun verboten, als konterrevolutionär und brachten ihre Vertreter in den Gulag. Wie etwa die Künstlerin Vera Ermolaeva, als Vertreterin von Konstruktivismus und Suprematismus gefeiert, wurde sie umgehend nach in Kraft treten der Neuen Politik 1934 verhaftet wegen "staatsfeindlicher Aktivitäten" und 3 Jahre darauf, in einem Gulag in Kasachstan erschossen.

Oder das Buch Das einzige Kind, von El Lissitzky auf Jiddisch, ein erstes Opfer der neuen Politik wurde zerstört und verboten, es war ein sehr wichtiges Buch in der Kultur der russischen Juden.

Umgehend kam es zur Flucht vieler russischer Avant Gard Künstler aus der Sowjetunion. So wie zum Beispiel Nathalie Parain und Feodor Rojanovsky, gingen beide nach Frankreich. Andere hingegen, wie Marshak und Lededev, wurden von den Kommunisten und mit der Angst vor dem Gulag, assimiliert.

Die radikale Form der Kommunisten mag heute zwar nicht mehr gegeben sein in der Unterhaltungsbranche, aber sie hat ein uns heute sehr störendes Nachleben. Denn die Kinder sind nun Erwachsene in sensiblen Positionen, denen es nach der Revolution ihrer Kindertage lechzt. 
Aber die Arbeit wird mit diesen Mittel durchaus fortgesetzt, so ist in Star Treck, der Überlebenskampf des freien menschlichen Individuum gegen die Borg eine Anspielung auf den Kampf gegen den Kommunismus. 

Das Gegenteil von Kommunismus ist Freiheit!


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