Freitag, 29. April 2016

Die Stasi und die Nazis

Wenn wir derzeit über das "rechtsradikale" Sachsen so viel in der Zeitung lesen (und die Grenze zu Thüringen ist dabei fließend), dann müssen wir dabei bedenken, dass es sich dort um das Zentrum der Sachsensumpfmafia handelt, wo Die Linke, als SED Nachfolger, und der russische FSB dick ihre Finger mit im Spiel haben.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind 42 Hardcore Neonazis, in herausgehobener Stellung, der westdeutschen Szene bekannt, die fest für das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) arbeiteten. 30 weitere sollten angeworben werden, als der Mauerfall dazwischen kam. Desweiteren wurden Stasioffiziere in die BRD eingeschleust um als Anheizer der dortigen Neonazis zu fungieren. Dabei ist zu erwähnen, dass die Stasi nur an der gewaltbereiten Szene Interesse hatte. Eine Notwendige Studie die die Stasiakten gezielt auf Rechtsextremismus durcharbeitet, gibt es nicht und wird es Angesichts der Stasi-Fuzzis im Parlament auch nicht geben.
Die DDR-Ideologie wies gerne daraufhin, dass westdeutsche Neonazis die Integrität ihres "entnazifizierten" realexistierenden Sozialismus gefährden. Doch soweit wissen wir dennoch, dass die jährlichen Treffen von Vertriebenenverbänden und deren Diskussionsrunden, von der Stasi als deutlich grössere Bedrohung der DDR gewertet wurden, als die terroristischen Neonazis, die sie gut unter Kontrolle hatten. (Vgl. hierzu ausführlich: Samuel Salzborn, Heimatrecht und Volkstumskampf. Die außenpolitischen Konzepte der Vertriebenenverbände und ihre praktische Umsetzung, Hannover 2001.)

Jedoch  bei Jeffrey Herf in At War with Israel East Germany's Key Role in Soviet Policy in the Middle East (Artikel im Journal of Cold War Studies, 14, Heft 3/2014, S. 129–163) , erfahren wir den entscheidenden Antrieb der Stasi, zu Infiltrierung der westdeutschen Neonazis: Die Anwerbung von Neonazis auf der Basis der ideologischen Symphatie. Das muss man man sich auf der Zunge zergehen lassen! Diese Symphatie begründete sich in einem gemeinsamen Hass auf Israel und identitären Juden, sowie eine Pro-Palästinapolitik, aber natürlich auch in der gemeinsamen Kapitalismuskritik und dem Antiamerikanismus. Die Neonazis wurden als Linke identifiziert, bei der Stasi.
(Vgl. dazu auch: Martin Jander, Differenzen im "antiimperialistischen Kampf". Zu den Verbindungen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) mit bundesdeutschen (Links-)Terroristen, in: Wolfgang Kraushaar (Hg.), Die RAF und der linke Terrorismus (2 Bde.), Hamburg 2006, S. 696–713.)

Einer der interessantesten Fälle ist in dieser Stasi-Nazis Konektion, der Fall von Manfred Roeder, der die Stasi schön verschaukelte, da diese ihn vollkommen falsch einschätzten. In den 1960er Jahren versuchte die Stasi Roeder als IM anzuwerben und 15 Jahre später musste die Stasi dann dessen Deutsche Aktionsgruppe bekämpfen, weil eine akute Gefahr für Angriffe auf die DDR gesehen wurde.
Aber auch der Fall von Arnulf-Winfried Priem, er arbeitete für die Stasi, als Dreh- und Angelpunkt für die internationale Neonaziszene und Neuheidenszene. Er galt als Hardcore Antikommunist. Die RAF kaufte bei ihm schon mal Waffen ein.
Doch gerade der Fall Odfried Hepp lehrt uns die tiefe Korruption der SED (Die Linke) und der Verkommenheit. Der Führer der Hepp-Kexel-Gruppe, der in Mittelhessen Anschläge auf die US-Armee verübte, stand bei der Stasi in höchsten Ehren. Als er wegen der Fahndung der Polizei untertauchen sollte, verhalf ihm die Stasi zur Flucht nach Syrien und Libanon, wo damals bereits das heutige sozialistische Baath-System installiert war. Sie bauten seine Kontakte zur PLO und der marxistischen PLF aus, es gab da nie Bedenken wegen politischer "Gegnerschaft" zu Nazi. Alle Meinungsverschiedenheiten traten hinter den Gemeinsamkeiten Judenhass und Antiamerikanismus zurück.(Michael Müller und Andreas Kanonenberg: Die RAF-Stasi-Connection, 2. Aufl., Berlin 1992; Tobias Wunschik: Das Ministerium für Staatssicherheit und der Terrorismus in Deutschland, in: Heiner Timmermann (Hg.): Diktaturen in Europa im 20. Jahrhundert. Der Fall DDR Berlin 1996, S. 289–302.)

Sobald es im Bezug auf gemeingefährliche Terroristen eine Übereinstimmung in den Punkten Antizionismus und Antiamerikanismus gab, war die Stasi nicht mehr in der Lage substanzielle Unterschiede in der Ideologie zu erkennen, was die Neonazis mit einschloss. Der Antiimperialismus der Neonazis, den Antisemitischen PLO und PLF oder der "Antizionismus" der DDR, es kam auf dasselbe heraus. (Müller/ Kanonenberg & Wunschik: ebenda).

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