Donnerstag, 14. April 2016

Die befremdliche Kritik des Boris Reitschuster

Boris Reitschuster gilt als Russlandkenner und Putinkritiker. Geliebt und gehasst dafür. 
Doch irgendwie ist mir das befremdlich. Ich will ganz und gar nicht sagen, dass ich etwas an seinen Aussagen als FALSCH bezeichnen würde. Sehr wohl allerdings als unvollständig. Aus irgend einem Grunde gibt er uns nicht den Kern des Problemes preis.

In seinem heutigen Beitrag erklärt er Alexander Rahr zum "Dreh- und Angelpunkt von Putins Netzwerken". Einen Dialog zwischen Berlin und Moskau verglich er mit Potemkinsche Dörfer. Was soll der Quatsch? Selbst als nicht Russlandsexperte kann jeder die Anbiederung Berlins an Moskau erkennen, der mit halbwegs offenen Augen der Politik folgt, sich der oberflächlichen Propaganda widersetzt und versteht zwischen den Zeilen zu lesen. Ständige Bekundungen zur Aufhebung der Sanktionen von verschiedenen Regierungsmitgliedern. Dubiose Geschäfte der deutschen Regierung an den Sanktionen vorbei. Der wohlwollende Umgang der Medien mit Putin. Natürlich ist der "neue Dialog" zwischen Berlin und Moskau in sofern unsinnig, da dort an der Öffentlichkeit vorbei tatsächlich Harmonie und Eintracht herrscht. Die deutsche Regierung ist nicht minder Putinistisch, als Jürgen Elsässer, nur getraut man sich das nicht so offen zu sagen. 
Warum spricht Boris Reitschuster aber nicht das doppelte Spiel an, erkennt er es nicht? Der Petersburger Dialog ist eine Tatsache, auch das es dabei darum geht, Europa an Moskau zu binden, ergo das Eurasische Reich.

Und was bitte schön soll das Theater um Alexander Rahr? Trotz des Verweises darauf, dass Rahr jetzt bei Gazprom ist, macht es im Oberstübchen nicht klick und lässt ihn sofort an den Oberputinisten Gerhard Schröder, immerhin Vorstandsmitglied bei Gazprom und nicht kleiner Fisch wie Rahr, denken?

Ich zum Beispiel finde es im Gegensatz zu Boris Reitschuster sehr interessant, dass die Putinlobby mit Rahr ausgerechnet in der Clinton-Nahen Huffington Post eine Pro Putin-Plattform erhält. Über diese Verbindungen von Clinton nach Moskau will uns Boris Reitschuster ebenso wenig erzählen wie Bertelsmann, die extra den Panama Paper Fake ins Leben riefen, um genau von den Untersuchungen gegen Hillary Clinton abzulenken.

Huffington Post Deutschland gehört zu Focus, wo Boris Reitschuster früher als Büroleiter arbeitete. Das wird nicht irgendein beliebiger Mitarbeiter. Focus gehört zu Hubert Burda Media und damit zur Bertelsmann Stiftung.
Hubert Burda Media, das meint im Klartext: Deutscher Verlag, BUNTE, Freundin, Das Haus, Focus, cinema, Elle, Chip Online, Focus Online, Toworrow Focus, Cybersport, Instyle, Donna, Burda Style, Holyday Check, Elite Partner.de, zooplus.de, sevenload, Internationales Medienhaus, XING, amiando, DLD, GAME DUELL, Glam, edelight, Playboy, Fit For Fun, Max, die Vermarktungsgruppe TV Spielfilm plus (TV Spielfilm, TV Spielfilm XXL, TV Today, TV Today Digital) und TV Schlau. Freizeit Revue, Super Illu, Lisa, Meine Familie & ich, Guter Rat, Mein schöner Garten, Mein schönes Land, Lust auf Genuss, Wohnen & Garten, Frau im Trend und Neue Woche ... Das Volk muss schliesslich Konkurrenz sehen sollen. Jährlicher Gesamtumsatz ca. 1,2 Milliarden Euro.

Wie wichtig die Internetpräsenz für Burda  ist, zeigt BurdaCreative, diese deckt dabei mit der internen Kreativagentur „Creative Works“ und sechs interdisziplinären Branchenteams das ganze Leistungsspektrum ab: Von der Konzeption und Umsetzung inhaltlich gestalteter 360°-Kampagnen bis hin zu Kunden – oder Mitarbeitermedien – sei es als Zeitschrift, als App, Website oder Social-Media-Präsenz. Über 60 solcher Medien werden derzeit betreut. Umsatz Geschäftsjahr 2013 betrug 2,617 Milliarden Euro.

Über Bertelsmann Media arbeitete Boris Reitschuster auch direkt mit Bertelsmann zusammen. Genauso wie die Putinversteherin Gabriele Krone-Schmalz. Entzückend! Alexander Rahr, Gabriele Krone-Schmalz und Boris Reitschuster haben also den selben Brötchengeber. Direkt oder indirekt (via Burda) sind sie Teil des Meinungsmonopol Bertelsmann Stiftung
In selbiger Bertelsmann Stiftung sitzt nun auch Gerhard Schröder. Daher frage ich mich nun noch einmal, warum erklärt uns Boris Reitschuster den 2. Liga Putinisten Alexander Rahr zum Dreh- und Angelpunkt von Putinspropagandanetzwerk?

Der Dreh- und Angelpunkt der Putinisten, die Quelle aus der sich die meisten Putinversteher alimentieren ist das Compact-Magazin von Jürgen Elsässer. Dieser nun wird durch mehrere Putin- und Gerhard Schröder nahestehende Istitutionen, (z.B.: Denkfabrik Institut für Demokratie und Zusammenarbeit und das Russische Haus in Berlin) gefördert. Was also erzählt Boris Reitschuster uns nun über einen unbedeutenden Alexander Rahr?

Im November 2014 wurden die Daten der russischen Nachrichtenagentur ANNA News gehackt. Interessanterweise stellte sich dabei heraus, das es sich hier um eine Scheinfirma des FSB (KGB Nachfolger) handelt und diverse Politiker und Medienunternehmen von ganz Europa, mit den gewünschten Kremelnachrichten alimentiert. Darunter befand sich auch FOCUS. Diese Konnektion kam zustande als Boris Reitschuster Büroleiter von FOCUS in Moskau war. Interessant! 
Freilich kann es sein, dass ihm dieser Umstand bezüglich der ANNA News nicht bekannt war. Man will ja nichts unterstellen, er ist vielleicht nur einer Täuschung aufgesessen.
Allerdings wurde auch die Partei Die Linke von ANNA News mit Nachrichten versorgt und dass explizit, weil man wusste, es handle sich um Kreml konforme Nachrichten.

Erstaunlich auch die steile Karriere bei Burda. Gerade die Ausbildung abgeschlossen und sofort Büroleiter in Russland, ein überaus wichtiger Posten, geworden. Respekt!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen