Dienstag, 9. Februar 2016

BRD-Zustände wie in der Weimarer Republik

Die kurze Epoche, einer allgemeinen Demokratie in Deutschland, wird sehr stiefmütterlich gehandelt. Und ich sehe den Grund dafür darin, dass wir beim Betrachten dieser 14 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, den Schlüssel im Verstehen der heutigen Vorkommnisse finden.
Betrachten wir dazu einmal die Zeitzeugen Bertold Brecht und Kurt Weil. Diese beiden schrieben die Dreigroschenoper. Und diese spiegelt einen damaligen Zeitgeist wieder, der uns nur allzu sehr bekannt vorkommt.
Dort wird uns erzählt, dass kriminelle Banden die Gesellschaft kontrollierten. Die Mittelschicht stirbt und führt zur Verarmung Deutschlands und seiner Werte. Die Gesellschaft radikalisiert sich und führt zu politischen Straßenschlachten.
Es ist die Mafia, die eine Gutmenschen-Mitleidswelle lostritt. Damals hatte man keine Asylanten und Refugees. Es ist eine Armee die sich in der Unterschicht rekrutiert und in den Straßen und Medien falsche Prothesen und herzzerreißende Geschichten präsentiert. Es ist ein Service der angeboten wird und zwar jener, der dem Gutmenschen suggeriert, wieder mal etwas Gutes getan zu haben, damit er sich selbst auf die Schultern klopft. Doch hinter allem zieht eben die Mafia die Fäden und verdient hervorragend. Ja, diese Industrie des Mitleides ist so entwickelt, dass selbst das Elend demonstriert wird, in Inszenierungen. Nicht an der Küste der griechischen Insel Kos, nein, damals waren es noch die Straßen Berlins, wo das Klima weniger schön ist.
Diese Mafia aber besteht aus Menschenhändlern und Zuhältern, die sich am Elend bereichern. Doch ihr verwerfliches Treiben begründen sie damit, eigentlich Opfer zu sein und vom Bösemenschen dazu gezwungen worden zu sein. Das ist es freilich, was der Gutmensch hören will. Dafür meint der Gutmensch, auch dem Mafioso helfen zu müssen. Er hat es sich verdient, weil er sagt, was der Gutmensch hören wollte und ihn daher auf seinem Gutmenschenpodest bestätigte.
Wer jedoch unter den Zuständen leidet, sind Frauen. Doch ihnen verbietet man den Mund, denn sie sagen nicht, was Gutmensch hören will.
Der Chef der Mafia wird letztlich zwar vor Gericht gestellt, aber frei gesprochen, weil die Justiz von Gutmenschen unterwandert ist und dem Mafiaboss wird letztlich eine großzügige Pension zugesprochen. Und der Gutmensch meint: Das System funktioniert.

Erich Kästner veröffentlichte 1931 mit Der Gang vor die Hunde, die Geschichte von Fabian, der um sich herum Bürgerkriegszustände wahrnimmt. Er selbst arbeitet bei der Wirrpresse und erfindet Nachrichten, die dem entsprechen, was der Gutmensch hören will. Fabian bemerkt den Verfall der Moral, kämpft jedoch mit seinen eigenen Problemen, die ihn abhalten einzugreifen.
Das Sprachrohr der NSDAP, Der Völkische Beobachter, nannte den Roman damals „Gedruckter Dreck“, eine Reaktion, die auch von der heutigen seriösen Presse stammen könnte, wenn man die heutigen Zustände anprangert.
Erich Kästner wurde von den Nazis verfolgt, wie unsereiner vom Gutmenschen.

Sigmund Freud betonte Atheist zu sein, aber dem Judentum zuzugehören. Eindeutig merkt man ihm also seine Kokainsucht an (gelle Michel Friedmann?) oder eine gewisse Schizophrenie. Und genauso setzt es sich fort: Während man ihn heute als Aufklärer gegen den Antisemitismus feiert, durch Nichtjuden, sorgte die Veröffentlichung von Das Unbehagen in der Kultur (1930) und die Verleihung des Goethe Preis zu Protesten der Juden wegen Antisemitismus. Damals eine irre Welt wie heute, in der ebenfalls Leute als Pro-Jüdisch geehrt werden, die antisemitisch handeln. Anbetracht der Bedeutung bei der Frankfurter Schule, wäre Sigmund Freud heute gewiss bei den Die Grünen.

Der Jude Joseph Roth schreibt im selben Jahr, mit dem Radetzkymarsch die Geschichte eines untergehenden Staatenbundes. Er spricht freilich von der Donaumonarchie Österreich-Ungarn, der er nachtrauert, nicht von der Europäischen Union. Sein Held Carl Joseph von Trotta trauert mit ihm und vermutet, dass etwas faul ist in der Gesellschaft. Er endet als Biobauer in den Karpaten. Nein, das haben nicht Die Grünen erfunden.


Der erklärte Antidemokrat Oswald Spengler, bejubelte den Untergang des Abendlandes, 1918 und 1922 (2. Teil). Obwohl er sich vom Nationalsozialismus distanzierte, sahen die Nazis in ihm einen Wegbereiter. 

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