Dienstag, 5. Januar 2016

8. Deutschlands Querfront: Gladio Rossa

Sehen wir uns nun den militärischen Arm der Linksfaschisten an. Hohe Funktionäre der inzwischen aufgelösten Kommunistischen Partei Italiens, hatten widerstrebend zugegeben, dass es eine Gladio Rossa gibt. (Zum Beispiel: Giulio Seniga vor dem ermittelnden Staatsanwalt Franco Ionta 1998) Die eigentlich dasselbe wie die herkömmlichen Gladio Einheiten sind, aber eben von Moskau aus organisiert und nicht von der CIA. Während letztere vorgesehen waren, bei einem Überrollen durch den Warschauer Pakt den Partisanenkampf aufzunehmen, hatte Gladio Rossa einen klaren Kampfauftrag: Destabilisierung von Staat und Gesellschaft. Felice Cassone, Staatsanwalt von Venedig, der mit den Gladio-Ermittlungen einen Nato-Skandal auslöste, vertrat die Auffassung das Gladio lediglich die Fortsetzung einer Strategie ist, die sehr viel älter als NATO und Warschauer Pakt war. In der Weimarer Republik sehen wir das zum Beispiel in SA und Roter Frontkämpferbund ausgedrückt. Im Nachkriegsdeutschland, als keiner mehr Nazi sein wollte, nennt sich das inzwischen alles Antifa. Es sind dennoch Gruppen die unterschiedliche Hintermänner haben.

Diese Doppelstrategie findet man auch bei den Untersuchungen in den Stasiakten, wo man auf Aktionen stößt, die sich mit der offiziellen Linie der SED nicht decken lassen: Unterstützung des Terrorismus, Unterstützung der Nazis in der BRD, RAF und islamische Terroristen, Antisemitismus, Waffenhandel usw. Diese Widersprüche müssen nicht nur vor dem Feind verborgen werden, sondern auch vor den eigenen Leuten. Nur ein kleiner Kreis darf wissen, worum es tatsächlich geht, sonst funktioniert das nicht. Auch Stalin hat der Moskauer Internationale nie mitteilen lassen, dass er die NSDAP fördert. Trotzki hingegen wusste es und das führte zu einem Konflikt.

Auch innerhalb der Geheimdienste wird das Zwiebelschalensystem fortgesetzt, so gibt es spezielle Gruppen mit speziellen Sicherheitsstufen und Akten. Aus der Geheime Verschlusssache GVS 516/59 beim ZK der SED (1959) erfährt man, dass es geheime Ausbildungslager gab, für diese kommunistischen Gladio-Einheiten. Dort wurden auch Stasi Agenten ausgebildet, die in der Szene der Neo-Nazis der BRD eingeschleust wurden. Die Akte stellt ziemlich deutlich klar, dass es die DDR-Version der CIA-Gladio war, nur war die Existenz dieser von Funktionären der SED, NVA und Stasi immer geleugnet worden. (vgl.: Klaus Behling, Transit in den Tod, Berlin 2008, S. 54

Natürlich ist Gladio nicht der offizielle Name, sondern eine Medienkreation. Der Stasi Name war Abteilung zur besonderen Verwendung (AzbV), etwas sperrig, deshalb bleiben wir bei Gladio. 
Im Westen Unterstand Gladio der NATO. Im Osten der NVA und Stasi. Chef war, seit 1955 Markus Wolf, im Rahmen der NVA zuständig. In den 60-er Jahren wurde die Zuständigkeit sowohl im Westen, als auch im Ostblock auf die Geheimdienste verlagert. Was vermuten lässt, das diese Projekte vom jeweiligen Feind gut beobachtet wurden. 
Bei der Stasi wurden die Operation dann Arbeitsgruppen des Ministers/Sonderaufgaben (AGM/S) genannt. Der Hauptsitz war in Berlin und 3 Nebenzentren in der Republik verteilt. Kurz vor dem Zusammenbruch der SED Diktatur wurde die Einheit der (Haupt-) Abteilung XXII unterstellt, deren Aufgabenbereich die Terrorabwehr war. 
Nur war es mit der Abwehr nicht weit her, sondern befasste sich mit der Kreation von Terror, zum Beispiel Sprengstoffanschläge in der BRD. 
Es ist bekannt das die Stasi Mitte der 80-er Jahre 3500 Soldaten, alle mit Einzelkämpferausbildung, in die BRD eingeschleust hatte, die sich über die lokalen Antifagruppen vernetzt hatten. 
Der tschechische Agent Svetozar Simko, der in den Westen überlief, berichtete davon und wies auf Waffenlager der Stasi hin, die in der BRD existierten. Sogar Geld war dort eingelagert. 
Die RAF griff auf einige dieser Depots zurück. Die letzten führenden RAF Mitglieder der 2 Generation wurden in diesen Stasilagern dann verhaftet. Zumindest in Italien ist eine ähnliche Struktur und Arbeitsweise bekannt. 

In seiner englischen Biographie spricht auch Markus Wolf von diesen Einheiten, verschweigt aber das diese für den Einsatz in der BRD vorgesehen waren. Das geht aus Unterlagen der Stasi selber jedoch hervor:
"Training in Spionage und Gegenspionage, in Waffen- und Sprengstoffgebrauch und Guerillataktiken (..) war Routinetraining für Gruppen aus nationalen Befreiungsbewegungen und wurde geleitet von meiner Abteilung und zwei ministeriellen Abteilungen, der Gegenspionage und den AGM(Arbeitsgruppe des Ministers), verantwortlich für militärische Aufgaben und Training." (zitiert in: Klaus Behling, Transit in den Tod, Berlin 2008, S. 270)
Das weitere Versteckspiel, in der BRD wird es seltsamerweise vermieden über die Einheiten zu reden, lässt darauf schließen, dass bei Nachforschungen zu Licht kommen könnte, dass diese Einheiten immer noch aktiv sind.

1999 erschien bereits ein sehr umfangreiches Buch von Thomas Auerbach: Einsatzkommandos an der unsichtbaren Front. Terror- und Sabotagevorbereitungen des MfS gegen die Bundesrepublik (Berlin 1999). Darin berichtet er von den AGM/S. Er war früher Historiker der Bundesbehörde für Stasi Unterlagen gewesen und leitete die Nebenstelle in Rostock. Das Buch, das hochexplosive Informationen enthält, wurde von den deutschen Medien seltsamerweise ignoriert. So wie er glaubte auch der Journalist David Crawford (Wall Street Journal), das das nahezu 4000 Seiten umfassende Handbuch des MfS dazu diente eine Untergrundarmee in der BRD aufzubauen. Das Buch erhält Taktiken, Hinweise zum Überleben, benutzen von Waffen, Herstellen von Waffen und Bomben, Menschenfallen, Hinweise zum liquidieren ohne Spuren zu hinterlassen.
Auerbach zitierte Auszüge des Handbuches, die sehr interessante wie auch brisante Rückschlüsse ziehen lassen:
"Unter relativ friedlichen Verhältnissen (..) sollten tschekistische Einsatzkräfte zum Einsatz zur Unterstützung von Kräften, die gegen den imperialistischen Machtapparat antreten. Speziell in dieser Periode sollten tschekistische Einzelkämpfer und Einsatzgruppen in verstärktem Maße die Szene der Terror- und Gewaltverbrechen nutzen, um mit dieser Tarnung und Abdeckung ihre Kampfaufgaben vorzubereiten und durchzuführen."
"Die Durchführung aller Kampfaktionen muss so erfolgen, dass keine Rückschlüsse und Zusammenhänge für den Feind erkennbar werden. (..) Das hat unter Ausnutzung der sich in den imperialistischen Staaten zeigenden Szene der Terror- und Gewaltverbrechen, durch Tarnung und Vortäuschung von Havarien, Unfällen und Anderes zu erfolgen."(entnommen aus: Berlin 15.4.1981 Einsatzgrundsätze und Hauptaufgaben der Einsatzgruppen im Operationsgebiet. Auerbach. A.a.O., S. 148 u. 161 BStU, ZA, HA XXII 521/17)

7. Deutschlands Querfront: Stalin und Hitler, Brüder im Geiste
24. Deutschlands Querfront: Der Abschaum

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