Dienstag, 5. Januar 2016

15. Deutschlands Querfront: Antidemokraten unter sich

Im Zusammenhang mit den Ereignissen zum 11. September 2001, stellte Ken Jebsen die Demokratie in Frage. Und da frage ich den werten Leser nun: Für was bitte schön, sollen wir denn sonst kämpfen, wenn nicht für den Erhalt einer funktionierenden Demokratie? Für den Kommunismus etwa? Für das eurasische Reich, über dem die Flagge der Sowjetunion weht?

Oder um es mit dem Wortes des Gründers der Prager Universität zu sagen (Dennis Prager, konservativer US-amerikanischer Jude): 
"Aus dem Nationalsozialismus habt ihr (Deutschen) nichts gelernt. Statt zu lernen, dass das Böse bekämpft werden muss, habt ihr gelernt, dass es böse ist zu kämpfen."
Jebsen benutze da eine Allegorie, in dem er sagte, dass Zugvögel nicht demokratisch handeln würden, sonst schaffen sie es nicht nach Afrika, viel mehr „kämen […] nur bis Sylt. Nein, die kommen bestens ohne Demokratie zurecht“. Nur das Problem ist, das die Zugvögel eben keineswegs einem Führer von Europa nach Afrika folgen. Sondern sich an der Führung nacheinander ablösen. Was also doch irgendwie nach Demokratie klingt. Darum sage ich Jebsen jetzt das gleiche wie Todenhöffer: Vorsicht beim Vergleiche wählen.

Zwar haben sich inzwischen auch linke Vereinigungen von der Mahnenwache distanziert, doch das hatte weniger mit der Denkweise zutun, als mit der anhaltenden Kritik und dem dadurch befürchteten Prestigeverlust. 
Sogar Die Linke distanzierte sich:
"DIE LINKE wird mit diesen Kräften ganz grundsätzlich nicht zusammenarbeiten. Was als „überparteilich“ dargestellt wird, ist am Ende nicht selten die Propagierung von Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus und Homo-/Transfeindlichkeit. Das lehnen wir ohne Wenn und Aber ab."
Das ist freilich Quatsch, da Die Linke gerade bei der Basis der Mahnwache überdurchschnittlich repräsentiert ist.
Die Linke-Parlamentraier Andrej Hunko, Sabine Leidig, Heike Hänsel, Dieter Dehm (Der Antifa-Stasi Agent aus dem ersten Artikel dieser Reihe) und Wolgang Gehrcke drängten auf die Zusammenarbeit mit der Mahnwache und lösten damit diese Verlautbarung des Vorstandes aus. Natürlich kann man ja nicht seine anderen Querbündnisse riskieren. Also zogen einige Aktivisten von Die Linke sich offiziell zurück von der Mahnwache, unterstützen sie doch tatsächlich weiter. Andere hingegen auch ganz offen, wie Diether Dehm, der trotz der Verlautbarung als Redner und Musiker auftrat, bei der Berliner Mahnwache und von Lars Mährholz präsentiert wurde. Derartige widersprüchliche Strategien macht Die Linke häufiger: Link
Diether Dehm verteidigt die Mahnwache und kann nach
(zu diesem Zeitpunkt) rund 150 000 Toten und 2,6 Mio.
Flüchtlingen,auch eine Kriegsgefahr in Syrien erkennen.
Genau diese verdeckte Unterstützung änderte sich dann wieder, als der Friedenswinter ausgerufen wurde. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Die Linke, Wolgang Gehrcke, der sich von selbiger Mahnwache distanzierte, unterstützte nun in aller Öffentlichkeit den Friedenswinter, als handle es sich dabei um eine Neue Sache. Naja, die Strategie der ständigen Namensänderung funktionierte schließlich auch bei der SED. Auch Inge Höger, Jutta Keilmann und Kathrin Vogler, alle ebenfalls von Die Linke, riefen zur Teilnahme am Friedenswinter auf. Als der Friedenswinter zur Demonstration gegen Gauck aufrief, wurde diese dann auch von Sarah Wagenknecht, wie von Wolfgang Gehrcke, Andrej Hunko, Diether Dehm, Sabine Leidig, Alexander Neu, und Kathrin Vogler unterstützt. Heike Hänsel und Sevin Dagdelen taten es hingegen verborgen.
Nicht nur das, denn dies könnte man als private Aktion schön reden, die nichts mit der Partei zutun habe. Doch weit gefehlt, trotz ihrer eigenen Verlautbarung setzte die Partei eine ihrer Publizität-Anzeigen in die offizielle Zeitung des Friedenswinters. Genau diese Anzeige wies darauf hin, das eben selbige Partei Die Linke, die sich von der Berliner Mahnwache distanzierte, ebenfalls zur Demonstration gegen Gauck aufrufe. Das heißt im Klartext: 
Wir haben denselben Weg, gehen wir doch gemeinsam!
Und wie bitte schön kann das sein, wenn Links doch das Gegenteil von Rechts ist?

Auf der Webseite der Partei wurde jeder Verweis auf den Friedenswinter vorsorglich vermieden, um nicht einige seiner eigenen Leute vor den Kopf zu stoßen. Tatsächlich toben in der Die Linke seit geraumer Zeit erbitterte Flügelkämpfe, ein Produkt der selbigen Querfront. Dabei geht es aber darum, das der linke Flügel bemängelt, die Partei sei nicht radikal genug beim bestreiten des Weges zum Kommunismus. Ja, da sind einige schon richtig geil drauf endlich loszuschlagen. Diese Extremisten versucht man zu beruhigen ohne zu verlieren, man braucht sie ja für den richtigen Moment, in dem man sie in der MLPD und DKP auffängt. Offiziell zwar eigene Parteien, aber tatsächlich (mit einigen Antifa Gruppen) der militärische Arm der Die Linke.
Verantwortlich für die geschaltete Annonce sind jedenfalls Sarah Wagenknecht und Dietmar Bartsch. Erschwerend hinzu kommt, dass Letzterer zum Forum demokratischer Sozialismus gehört, dass heißt die "Realos" der Die Linke.
Es ist unvorstellbar davon auszugehen, dass niemanden der Linken-Politiker  gewusst haben wollte, dass Mährholz und Jebsen an dem Friedenswinter verantwortlich sind. Denn schliessen waren die der Grund, warum man sich angeblich von der Mahnwache distanzierte. Und das entlarvt uns nun die offizielle Verlautbarung der Partei Die Linke, als dass was es immer war, eine Farce die als Alibi dienen sollte.

Machen wir ein Gegenbeispiel: Tobias Pflüger, vom Parteivorstand Die Linke unterzeichnete einen nationalen Aufruf zum Friedenswinter. Zog seine Unterschrift jedoch Medienwirksam zurück, weil Mährholz und Jebsen bei der Demo dabei seien würden. Bei taz heuchelte er gar "mit solchen Leuten" verbinde ihn nichts. Das ist freilich sehr verwunderlich, denn er gab dem Neo-Nazi Esoteriker Michael Vogt sogar ein Interview. Vogt, der ebenfalls den Friedenswinter unterstützt, kreierte zusammen mit dem Neo-Nazi Olaf Rose 2004 den Film Geheimakte Heß
Seit langem ist er bekannt für den Aufbau einer Querfront von Neonazis und Internationalnazis, hin und wieder auch unverständlicherweise immer noch Sozialisten oder Kommunisten genannt. In diesem Rahmen nahm er an einer Zusammenkunft der Querfrontler in Straßburg teil. Organisiert wurde es von der extremistischen Identität, Tradition, Souveränität. Das war die lediglich von Januar 2007 bis November 2007 existierende Rechts-Fraktion im Europaparlamanet, die von Bruno Gollnisch, dem Stellvertretenden Vorsitzenden der Front National geführt wurde.
Vogt bestritt aber vehement, bei diesem Treffen dabei gewesen zu sein. Mehrere Teilnehmer, darunter der Parteichef der Republikaner, Rolf Schlierer, widersprach dem: "Ja, er war da, wir haben sogar miteinander gesprochen." (Christoph Giesen: Honorarprofessor unter Rechtsextremismus-Verdacht. In: Der Spiegel. 23. November 2007)
2007 arbeitete er mit Jan Udo Holey (alias: Jan van Helsing: Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert). Dann arbeitete er für eine dubiose Esoteriker Firma über die Zukunft des Sozialismus. In diesem Rahmen machte er auch ein Interview mit Heinz Dietrich an der Universität Mexiko Stadt, der das Buch Socialismo del Siglo XXI (Sozialismus des 21. Jahrhunderts) herausgegeben hatte, welches in Lateinamerika auch sehr erfolgreich war. 


7. Deutschlands Querfront: Stalin und Hitler, Brüder im Geiste

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