Freitag, 14. August 2015

IV Die Deutschlandreihe IV: Novemberevolution und Räterepublik - Die Jahre 1918 - 1920

Bisher erschienen:

Gründung der KPD

Am Ende des Ersten Weltkrieges war es nicht das Interesse der Alliierten, dass Machtgefüge in Deutschland zu ändern. Dazu war man viel zu sehr politisch und wirtschaftlich verflochten, aber nicht zu Letzt auch Ideologisch miteinander verwoben. Jeder wusste etwas vom anderen, wovon man nicht wollte, dass es ans Licht kommt. 
Kaiser Wilhelm selbst, war Enkel der britischen Königin Victoria, die selbst zur deutschen Königsdynastie gehörte. Und das jetzige Königshaus Windsor ist eigentlich die Dynastie Sachsen-Coburg und Gotha. Es war der alte inzestuöse Mafia Dünkel, wie er im Mittelalter offen tat, was man nun hinter immer besser funktionierender Propaganda und den neuen aufkommenden Medien verbarg. Das Volk in England, Deutschland, Frankreich, USA oder auch Russland, dass man wissen musste zu dirigieren wie Marionetten.
Nun war aber etwas passiert, was man nicht hinnehmen konnte. Diese Machtmafia wurde in ihrer Struktur gestört und ernsthaft bedroht. Allerdings nicht vom Deutschen Reich, sondern von Russland, beziehungsweise der sich formierenden Sowjetunion. Lenin hatte sich nicht als die kontrollierbare Marionette gezeigt, für die man ihn in Deutschland gehalten hatte. Er bewies sich als der eiskalte und gewissenlose Taktiker als den Parvus-Helphand ihn charakterisiert hatte. Brillant hatte er es verstanden die deutschen Intriganten für sich zu benutzen. Lenin hatte sofort begriffen, was die gesamte deutsche Linke heute tut: Wir benutzen das System, um das System zu stürzen. Gewiss hat er sich das nicht allein ausgedacht, doch er war der Kopf eines Teams von brillanten Köpfen. Die sich bietenden Chancen hatte er erkannt und schöpfte sie aus. Die Finanzierungen der Regierung des Deutschen Kaiserreiches hatte er auch benutzt, um die Weltrevolution in dem Sinne vorzubereiten, das er am Systemwechsel in Deutschland gleich mitarbeitete. Freilich auch unter der Voraussicht, das enorme Potenzial deutscher Finanzmittel auszuschöpfen. Einen Plan in der auch seinen Kameraden Stalin einweihte. Die westlichen Geheimdienste wussten von alle dem, doch zogen sie vor die Finanzierung der Bolschewiki durch Deutschland nicht zu erwähnen. Und Deutschland sollte stattdessen in die Allianz gegen diesen nicht hinnehmbaren Arbeiter und Bauernstaat treten, der das alte System ausradierte wie einst die Französische Revolution.
Die Meinung das die Sowjetunion, die noch lange nicht sich durchgesetzt hatte und nur einen kleinen Teil des gigantischen Zarenreiches kontrollierte, werde zusammenbrechen ohne die deutschen Gelder, ging jedoch nicht auf. Tatsächlich merkte Lenin und Genossen sehr schnell, wie sehr ihm das deutsche Geld fehlte und auch Stalin vergaß das nicht. Doch die Sowjetunion verstand es sich durchzusetzen mit sehr grausamen Methoden. Europa, insbesondere aber Deutschland, denn man wollte den Finanzgeber wieder an Bord, wurde mit extra vorbereiteten und ideologisierten fanatischen Agenten überschwemmt, die wirklich zu allem bereit waren, um die Weltrevolution zu retten.

Wie weit voran geschritten man bereits war, zeigte die Novemberrevolution 1918/19 sie beendete die Monarchie der Hohenzollern in Deutschland. Aber damit wurde der gesamte deutsche Adel entmachtet. Zu diesem Zeitpunkt gab es 60 000 Adlige im Deutschen Reich, das einem Prozent der Bevölkerung entsprach.
Schon in den vorherigen Jahren des Kaiserreiches hatten Bourgeoisie und Sozialdemokratie die absolute Monarchie in eine konstitutionelle geändert. Kaiser Wilhelm II dankte ab und ging ins Exil in Holland. Die Machtelite mit westlicher Unterstützung, denn alle fürchteten eine weitere Sowjetrepublik im Herzen Europas, tat alles mögliche um sich mit den neuen Verhältnissen zu arrangieren. Und die Alliierten waren bereit den Verursachern des Krieges weiträumige Zugeständnisse zu machen, einschließlich undemokratischer Methoden, wenn sie nur den Fall Deutschlands in den Bolschewismus verhinderten.
Um eine wahre Demokratie in Deutschland zu schaffen, woran weder Adel noch Proto-Kommunisten interessiert waren, versäumte man es zwei Dinge zu tun, die dringend notwendig gewesen wären. Zum einen war es das, den deutschen Hochadel auf die Guillotine zu schicken und zum anderen das Auswärtige Amt aufzulösen, das noch bis heute von der alten Clique kontrolliert ist. Stattdessen erklärte man den Adel abgeschafft zu haben, allerdings blieb das denken in den Köpfen das gleiche. Und bezüglich des Auswärtigen Amtes ist zu sagen, das da noch heute der selbe Mafiöse Mief krimineller Intriganten der Machtelite vorherrscht, wie es zur Kaiserzeit war. Die Direktion der Machtelite Deutschlands ist dort. Das Problem der Konservativen und Bourgeoisie ist es leider Kompromisse zu schließen um die öffentliche Ruhe zu wahren. Manchmal aber benötigt man ein reinigendes Gewitter.

Knapp zwei Wochen vor der KPD-Gründung (30. Dezember 1918 bis 1. Januar 1919) tagte der Reichskongress aller Arbeiter und Soldatenräte Deutschlands im Preußischen Landtag zu Berlin. Das höchste Organ der revolutionären Bewegung in Deutschland beriet vom 16. bis zum 21. Dezember 1918 in der Hauptstadt über die Zukunft des Deutschen Reiches. Die Novemberrevolution von 1918, die mit dem Kieler Matrosenaufstand am 4. November begann, hatte innerhalb weniger Tage die Monarchie gestürzt und mit der Kapitulation Deutschlands den Ersten Weltkrieg beendet. 
Die Arbeiter- und Soldatenräte, die überall im Land die politische Selbstverwaltung in die Hand nahmen, sorgten mit Bedacht für Ruhe und Disziplin unter ihren bewaffneten Anhängern. Kaiser Wilhelm II. hatte abgedankt und war nach Holland geflohen. Seine letzte Reichsregierung übergab die Macht dem Rat der Volksbeauftragten unter der Führung des Sozialdemokraten Friedrich Ebert. 
Der Reichsrätekongress, in den die Arbeiter- und Soldatenräte aus allen Teilen des Landes nach einem festgelegten Schlüssel ihre Delegierten entsandt hatten, stand vor der Frage, ob Deutschland den Weg einer parlamentarischen Demokratie beschreiten oder ob eine Räteherrschaft nach russischem Vorbild errichtet werden sollte. Die Idee einer sozialistischen Rätediktatur propagierte vor allem der Spartakusbund, eine von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht geführte linke Abspaltung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Der Spartakusbund strebte die rasche Umwandlung der demokratischen Revolution durch einen sozialistischen Umsturz an und hielt einen Bürgerkrieg für unausweichlich. Wer glaube, den Bürgerkrieg vermeiden zu können, schrieb Rosa Luxemburg am 20. November 1918 in der Roten Fahne, opfere die Revolution kleinbürgerlichen Illusionen, "Bürgerkrieg ist nur ein anderer Name für Klassenkampf". Man muss sich hier genau vor Augen setzen, was sie sagt und es dann auf die heutige Rhetorik der deutschen Linken umsetzen. Wer inneren Frieden will und keinen Bürgerkrieg ist Teil der Rechten, also Nazi. Wer Mord und Totschlag will, ist hingegen einer von den "guten Linken". An dieser Deutung allein, kann man erkennen, das die deutsche Linke weniger auf Intellektuellen bestand, als denn aus Volksverführern und geistigen Brandstiftern. 
Doch die Bürger in Deutschland wollten alles andere als Bürgerkrieg, sie waren gerade aus dem bis dahin fürchterlichsten und opferreichsten Krieg seit Menschengedenken herausgetaumelt. Frieden war die Losung, unter der die Revolution am 4. November 1918 in der Reichskriegsflotte vor Kiel ausbrach und die in Windeseile innerhalb weniger Tage das ganze Land erfasste. Der Spartakusbund blieb in der demokratischen Revolutionsbewegung von 1918 deshalb isoliert. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wurden nicht einmal als Delegierte in den Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte gewählt. 
Wesentlich wichtiger als der kommunistische Spartakusbund war in dieser, für die Zukunft des damaligen Deutschen Reiches entscheidenden Situation, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD). Sie hatte sich 1916 von der SPD abgespalten, nachdem die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sich wiederholt zur Bewilligung von Kriegskrediten und damit für die Weiterführung des Ersten Weltkriegs bereit gefunden hatte. Der Spartakusbund gehörte der USPD als 3. eigenständige Gruppe an. 
Die Mitglieder der USPD sympathisierten mehrheitlich durchaus mit der russischen Revolution und der erfolgreichen Machtergreifung durch die Bolschewiki. Es gab bei ihnen viele SPD-Politiker, mit geheimdienstlicher Verbindung zu den Bolschewiki. Ein geheimdienstliches Netz, das von der deutschen Adelsdiktatur selbst geschaffen worden war, um Lenins Revolution zu unterstützen und sich dann verselbstständig hatte, mit fatalen Folgen für Deutschlands weitere Geschichte.

Die Arbeiter- und Soldatenräte wandten sich auf ihrem Berliner Kongress schließlich mit 344 zu 89 Stimmen gegen die von USPD, Spartakusbund und anderen linken Splittergruppen geforderte Errichtung eines bolschewistischen Rätesystems. 
Am Ende sprachen sich die Delegierten mit einer Mehrheit von 400 gegen 50 Stimmen für die Einberufung einer verfassungsgebenden Nationalversammlung am 19. Januar 1919 aus. Das war die Geburtsstunde der Weimarer Republik. 
Rosa Luxemburg beschimpfte, wie nicht anders zu erwarten, die Delegierten des Reichsrätekongresses als "Eberts Mamelucken", als "williges Werkzeug der Gegenrevolution", heißt als Rechte im heutigen demagogischen Links-Jargon also Nazi, und rief in völliger Verkennung der Lage die Räte im Reich dazu auf, die Entscheidung der "ungetreuen Vertrauensmänner für null und nichtig" zu erklären. Demokratische Beschlüsse waren schon damals nicht das Ding der deutschen Linken. Die Räte folgten solchen Aufrufen der linken Radikalen jedoch nicht. 
Der Spartakusbund ignorierte die breite Ablehnung seines Programms durch die Vertretungen der Arbeiter und Soldaten und hielt an der Illusion fest, dass die Herbeiführung einer sozialistischen Revolution in Deutschland auf der Tagesordnung stünde. (Das tut sie noch heute.) 
In scharfer Abgrenzung zur USPD, die sich an der Provisorischen Übergangsregierung, dem Rat der Volksbeauftragten, beteiligt hatte, gründete sich am 1. Januar 1919 die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), die zur "Bewaffnung des Proletariats" als "Gebot der Stunde" aufrief und den sofortigen Sturz des Rates der Volksbeauftragten forderte. 
In der Hauptresolution ihres Gründungsparteitags erklärte die KPD, dass sie sich als "neue, selbstständige Partei mit klarem Programm, festem Ziel, einheitlicher Taktik, höchster revolutionärer Entschlossenheit und Tatkraft" für die "Durchführung der beginnenden sozialen Revolution" einsetzen wolle. Die deutschen Kommunisten waren allerdings nie eine wirklich selbständige Partei, sondern im zunehmenden Maß von Moskau abhängig. Bis hin zu dem Grade, dass Ernst Thälmann später nicht wagte auch nur einen Furz zu lassen ohne Erlaubnis Stalins. Die KPD verstand sich auch selbst als organisierte Abteilung der "Weltrevolution", also Moskau hörig, und erklärte sich zur einzigen Partei in Deutschland, die sich einem "konsequenten Internationalismus" verpflichtet sehe. Ihr Emblem war das der Bolschewiki. Es wurde daher nie bezweifelt das die KPD der verlängerte Arm der Bolschewiki sei. 1956 wurde die KPD aus den selben Gründen heraus in der BRD verboten.

Ursachen der Revolution


Die Ursachen der Revolution lagen in den enormen Belastungen des Volkes durch die vier Jahre Krieg, die an der Machtelite spurlos vorüber gegangen sind. Die Sorgen und Nöte interessierte sie nicht. Die Nationaldenkenden Bürger, wozu auch Sozialdemokraten gehörten, war im Schock über die Niederlage Deutschlands das ihm alle Kolonien und ein siebentel des Mutterlandes gekostet hatte, und das nutzten die von Moskau aus dirigierten Kommunisten geschickt aus. Auch die Soldaten an der Ostfront wurden bereits von den russischen Bolschewiki ideologisch bearbeitet und kamen dementsprechend zurück. Es gibt Berichte im Auswärtigen Amt die das genau untersuchten und die Gefahr erkannten. Und natürlich resultierte es aus den sozialen Spannungen, die die Machtelite nicht gewillt war zu lösen. Wie sehr das doch an die gegenwärtige Situation in der BRD erinnert.
Der unmittelbarer Auslöser war der Befehl vom 24. Oktober 1918 an die deutsche Kriegsmarine, sich in einen aussichtslosen Kampf gegen die britische Royal Navy zu begeben. Obwohl die Niederlage von Deutschland fest stand wollte man die Matrosen verheizen. Die darauf sich ausbreitenden Meutereien auf einigen Schiffen formierten sich zum allgemeinen Aufstand Kieler Matrosen. Daraus entwickelte sich die Revolution, in deren Anschluss am 9. November 1918 die Republik ausgerufen wurde.
Der Versuch der Proto-Kommunisten diese Revolution in ihrem Interesse umzulenken scheiterte am Widerstand der SPD-Regierung unter Friedrich Ebert. Aus Angst vor einem zweiten Bolschewismus in Europa paktierte die SPD mit der Machtelite des Kaiserreiches, ohne diese völlig zu entmachten. Die Machtbeschneidungen waren vielfach eher symbolisch als tatsächlich. 
Die Adelstitel wurden zum Bestandteil des Namens erklärt, allerdings ihr Besitz und damit die Basis ihrer Macht blieb bestehen. Tatsächlich also änderte sich nicht viel. Darum kam es das die SPD-Regierung mit der obersten Heeresleitung paktierte, die den kommunistisch ursupierten Spartakusaufstand durch rechte Freikorps niederschlagen ließ. Sofort nach ihrer Gründung stürzte sich die KPD unter der Führung Luxemburgs und Liebknechts in eine aussichtslose Entscheidungsschlacht. Tatsächlich handelte es sich hierbei um den verzweifelten Versuch, in letzter Minute die Bildung einer demokratischen Republik durch einen Putsch gegen die sozialdemokratische Übergangsregierung zu verhindern. Im Verlauf dessen kam er zur Exekution von Liebknecht und Luxemburg. Wurde aber formell durch die Akzeptanz der Weimarer Verfassung am 11. August 1919 beendet. Das war der Deal gewesen. Die Machtelite sagt ja zur Verfassung und gibt einen Teil ihrer Macht ab oder die SPD unterstützt die Revolution und man verliert alles. Ein Lippenbekenntnis natürlich, die Machtelite arbeitete umgehend an der Zerstörung der Weimarer Republik durch Subversion. Genauso auch die Kommunisten, die der SPD Verrat vorwarfen und zurecht begriffen das sich nicht viel ändern wird in dieser Republik. Auch diesmal wieder war das Auswärtige Amt dabei der zentrale Knotenpunkt.
Dennoch Artikel 109 Abs. 3 WRV der Weimarer Verfassung schaffte den Adel faktisch ab. Allerdings, die verfassungsgebende Versammlung vom 15. Juli 1919 konnte keine Mehrheit erreichen, das der Artikel 109 die Formulierung „Der Adel ist abgeschafft“ aufnehme. Weshalb gegenwärtig von Reichsbürgern, sofern sie die Weimarer Republik überhaupt anerkennen, und allerlei anderes Adels verliebten Gesocks das Gerücht ausgestreut wird, die Abschaffung des Adels sei nur temporär gewesen. Mitnichten, das war der Glaube des deutschen Adels, weil bei ihnen fest stand, das man dafür sorgen werde, dass die Weimarer Republik nur vorübergehend sei.
Gegenwärtig bemerke ich voller Unbehagen das sich eine romantische Verklärung zugunsten des Adels breit macht. Nach dem Motto: Die gute alte Zeit! Gut war an dieser alten Zeit nichts. Der deutsche Adel, als er beendet wurde, war eine pervertierte Clique von Machtgeilen Intriganten. 
Die frühesten Berichte des germanischen Adels, auf die sich der deutsche Adel meist zurückführt, (auch die Queen von England führt sich auf Merowech zurück) beruhen oftmals auf falschen Übersetzungen und Missdeutungen, der meist römischen Beobachter. Die Germanen hatten eine überaus hochentwickelte Demokratie, weitaus besser gemacht als heute. Die Titel waren Amtsbezeichnungen und wurden gewährt oder genommen, vom Volk. Im Verbund mit dem Titel gab es 3-fach Rechte, allerdings auch 3-fach Strafe bei Überschreitungen. Der Adel hatte diese Demokratie im laufe der Zeit ungesetzlich zerstört und den Blutadel geschaffen, der ohne irgendwelche Verdienste Privilegien in Anspruch nahm. Und das erinnert doch wahrlich an den Kommunismus.

Mit der Märzrevolution 1848/49 war der Versuch der deutschen Rechten gescheitert, die Machtelite in Deutschland zu entmachten. Nun scheiterten die Linken, die das gleiche Ziel verfolgt hatten. Um also dieses Ziel zu erreichen, so glaubten viele müssen man Linke und Rechte irgendwie zusammen bringen, was Hitler auch trefflich gelang. Wohingegen freilich der deutsche Adel das Interesse hatte, genau dies zu verhindern und einen gegen den anderen auszuspielen. Zu dieser Auffassung gelangte auch die Moskauer Internationale und entsandte ihre Leute, besonders nach Deutschland, um rechte und linke zu Vereinen.

Für die Rechten war die Märzrevolution zu einem bedeutenden Anteil durch die Nationale Frage provoziert worden. Was sich ja 1871 dann löste und dafür sorgte, das sich die Rechten begannen zu arrangieren mit dem Staat. Also war es folgerichtig von Nöten die Nationalfrage in einer oder anderen Form wieder aufzuwerfen, um die Rechten unzufrieden zu machen, damit auch sie sich erheben, wenn die Linken es tun. Dazu diente diesmal die Niederlage des ersten Weltkrieges, die Schande des Versailler Vertrages. Käme es dann zu einem neuen Krieg, sollte dieser von Moskau zu einer Weltrevolution umgewandelt werden. Hier stießen die Interessen Moskaus und der deutschen Machtelite natürlich frontal aufeinander.

verschiedener Sozialismus


Seit 1871 waren auch Sozialdemokraten im Reichstag vertreten, später formierten sie sich zur SPD. Es war die einzige Partei, die das System damals noch abschaffen wollte und die Republik einzuführen suchte. Doch die Macht des Reichstages war beschränkt durch den Bundestag, also praktisch das selbe System wie heute.
Otto von Bismarck taktierte damit den Sozialdemokraten die rechten Kreise abspenstig zu machen, in dem er eine eigene sozialdemokratische Politik betrieb. Und die SPD würde dann nur das linke Klientel bleiben. Und es zeigt sich, das er damit sehr erfolgreich war. Wenn auch nicht so sehr, wie er gehofft hatte. Doch auch Stalin erkannte später noch das die Macht der SPD enorm ist, selbst wenn sie nicht regierte, so dass Deutschland praktisch mit der SPD fallen würde. Darum versuchte man die SPD noch gegenwärtig zu zerstören. 
Um zu verhindern, das die SPD nicht zu der gewaltigen Macht gelangte, die sie im beginnenden Kaiserreich hatte, gründete man nach dem zweiten Weltkrieg die CDU.
Bei jeder Wahl steigerte die SPD ihren Stimmenanteil. Seit den Wahlen von 1912, wo sie 28 % und damit 110 Sitze erhielt, stellte die Partei immer die stärkste Fraktion.
Mit der Zeit des Kaiserreiches veränderte sich die Natur der SPD, das Element der Revolution wurde gegen soziale Reformen ausgetauscht. Aus der revolutionären Orientierung entwickelte sich eine links-konservative Haltung. Die Sozialdemokraten der SPD verstanden sich als deutsche Patrioten. Als dann der Erste Weltkrieg ausbrach, erkannte die extremen Linke, dass die SPD zum Teil des kaiserlichen Systems geworden war, weil sie den Kriegskrediten zustimmte. Und das führte unter anderem zur Gründung der USPD von Eisner.

Die Gründung des „Kleinen deutschen Reiches“ 1871 hatte aber noch eine Nebenaustrahlung, die kaum beachtet wird. Österreich hatte die beleidigte Leberwurst gespielt, als man den Österreichern die Kaiserkrone nicht antrug, sondern stattdessen den Hohenzollern von Preußen. Die Habsburger hatten die Krone gefordert,unter Verweis auf die Kaiserwürde des Heiligen Römischen Reiches. Dieser Prozess war in Österreich empörend und die Verweigerung der Krone, wurde dort als Schmach empfunden und führte zum Gegenreich als Kaiserreiches der Habsburger. In dem das Aufbegehren der Ungarn zu deren Emanzipation führte, die zur Errichtung der K und K Monarchie führte. Ungarn wurde Königreich in Personalunion mit den österreichischen Habsburgern.
Nicht alle allerdings waren über die erlittene Schmach der Habsburger traurig. Österreich und sein Vielvölkercharakter repräsentiert da die Idee des Internationalismus, der lediglich dazu diente, das viele Nationen einen Herrscher akzeptieren. Das mittelalterliche Feudalsystem kannte keine Nationalidee, das sind Errungenschaften der französischen Linken als auch der Bourgeoisie, und waren durch Napoleons Armee nach Deutschland exportiert worden und ergriff vor allem die Bürgerschaft in den Städten. So war es auch in Österreich-Ungarn, die französische Nation hatte sich als stark erwiesen und den Adel davongejagt. Die Nation war stark und führte zu einem allgemeinen Wohlstand und Kulturblüte. Und die Nation Ungarn hatte sich emanzipiert. Das hatte erhebliche Auswirkungen auf die starken aber dennoch kleineren Nationen im Reich der Habsburger.
Wachsende Nationen haben auch wachsende Bedürfnisse, nicht nur im Konsum sondern auch in Privilegien. Ein Beispiel, um das zu verdeutlichen, Panama duldete immer die Herrschaft der USA über den Kanal. Die wachsende Population führte auch zu einem Nationaldenken und die Forderung des Volkes, den Kanal ihnen zu zusprechen. Der Diktator Noriega gab dem Druck aus dem Volk nach und das führte zur Invasion der USA.
Eine dieser kleinen Nationen im Reich der Habsburger, die aber nicht unbedeutend war, waren die Tschechen.
Die Sozialdemokraten dort, im Taumel dieser Entwicklungen, waren sich bewusst, das dieser Internationalismus des Marxismus sie viel zu sehr an den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn erinnerte, deren Herrschaft sie überdrüssig waren. Das kulminierte darin das tschechische Sozialdemokraten im Jahre 1896 den Sozialismus auf internationaler Ebene zur irrealistische Utopie erklärten und unter Führung von Václav Klofáč, Stribrny und France die erste linke Partei gründeten, die sich nationalsozialistisch nannte. Ihr Führer wurde 1919 Eduard Benes, ein Nationalsozialist von echtem Schrot und Korn, der schon 1943 im Exil erklärte, dass man Hitler nachahmen müsse. Klofáč gründete 1901 die Tageszeitung České slovo, die als Parteiorgan der Partei fungierte. 
Heutzutage tut man sich sehr schwer mit diesem Umstand, weshalb man von einer National Sozialen Partei spräche, als sei da irgendein Unterschied außer ein paar Buchstaben. Es wird nur ein Adjektiv in ein Substantiv umgeändert. Ob das allerdings die Ideologie dahinter verändert, wage ich zu bezweifeln.
Genauso wie Hitler hielt sich der tschechische Politiker Klofáč  für einen Volkstribun und verstand es die Linken und kleine Bourgeoisie sich einander näher zu bringen. Ich frage an dieser Stelle allen ernstes, wäre es möglich in Deutschland eine Partei zu etablieren die sich National Sozialistisch nennt, weil sie sagt sie hätte nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun und Massaker an Minderheiten begeht? Ich rede dabei nicht ausschließlich von den Deutschen dort, die tschechischen „National Sozialen“ gingen auch gegen Ungarn vor oder Slowaken.

Adolf Hitler war bei der Gründung der tschechischen Nationalsozialisten 7 Jahre alt. Seine Familie stammte aus dem niederösterreichischen Waldviertel, das an Böhmen angrenzt. Die Historiker sind sich nicht einige darüber ob die Eltern von Adolf Hitler im Verhältnis Großvater-Enkelin oder, in der favorisierten Version, Onkel und Nichte waren. Doch sie waren nahe Verwandte. Von 1923 an verschwieg Hitler immer wieder Details seiner Herkunft. 1930 verbot er seinem Halbruder Alois Hitler junior sich als seine Verwandte zu bezeichnen. Aus irgendeinen Grund hatte Hitler Angst vor dem Interesse an seiner Abstammung. Schon damals wurden jüdische Vorfahren vermutet in den Medien des Auslandes. Aus diesem Grunde beauftragte Hitler zwei Genealogen 1932 seinen Stammbaum zu erforschen. Das Ergebnis, veröffentliche 1937, viel freilich im Interesse des Diktators aus. Aber auch Werner Maser widerlegte 1971 die These eines jüdischen Großvaters von Hitler.
Nichtsdestotrotz gab es ein Familiengeheimnis, dessen Entdeckung Hitler fürchtete. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 erklärte Hitler die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern, Döllersheim und Strones, zu Sperrgebiet. Die Bewohner wurden umgesiedelt und Zeugnisse seiner Familie vernichtet. Das mag auch nur etwas mit seiner inzestuösen Herkunft zu tun haben. Noch dazu wo er selbst eine arrangierte Beziehung mit seiner Nichte unterhalten hatte.

Die SPD im Wandel


Zu Beginn des Jahrhunderts war die deutsche Sozialdemokratie, als SPD, weltweit Vorreiter und bewundert. Ihr Parteiführer August Bebel war zu Lebzeiten eine Legende und man nannte ihn „Kaiser Bebel“, „Arbeiterkaiser“ oder „Gegenkaiser“, soviel Ansehen hatte dieser Mann. Aber, er starb 1913. Selbst in der Julikrise, die durch das Attentat von Sarajevo ausgelöst wurde, organisierte die SPD Antikriegsdemonstrationen, auf denen Rosa Luxemburg, die den linken Flügel der SPD vertrat zu Streiks aufrief und Gehorsamsverweigerung propagierte, wenn Deutschland einen Krieg beginnen sollte. Darum gab es Geheimanweisungen der Regierung, die vorsah bei Kriegsbeginn die SPD-Spitze sofort zu verhaften. Reichkanzler Theobald von Bethmann Hollweg drohte mit einem Verbot der SPD unter Kriegsrecht. Friedrich Ebert und Otto Braun schafften das ganze Parteikapital in die Schweiz, damit es nicht beschlagnahmt werden konnte.
Doch dann, am 1. August 1914 erklärte Deutschland Russland den Krieg. Woraufhin die SPD-Spitze den Krieg bejahte. Allerdings argumentierte man den Standpunkten August Bebels treu zu bleiben, denn der hatte 1904 im Reichstag gesagt, das die SPD im Verteidigungsfall einen Krieg unterstützen würde. 1907 hatte er auf dem Essener Parteitag bekräftigt, er selbst werde dazu noch „die Flinte auf den Buckel nehmen“, wenn es gegen Russland, den „Feind aller Kultur und aller Unterdrückten“ gehe.
In diesem Jahr, in dem Bebel das gesagt hatte, starb die Mutter von Adolf Hitler am Brustkrebs. Sie wurde von dem jüdischen Arzt Eduard Bloch über lange Zeit hinweg behandelt. Hitler bedankte sich für die Mühen des Arztes und schenkte ihm einige seiner Bilder. 1938 schützte er ihn vor der Gestapo. Auch den jüdischen Offizier seiner Einheit aus dem ersten Weltkrieg schützte er übrigens.

Die Medien hatten dem Großteil der Bevölkerung eingeredet, ein Angriff der Entente stehe unmittelbar bevor. Was in den Jahren zuvor auch einige Male so gewesen war. Daher fürchtete man in der SPD-Führung mit einem konsequenten Pazifismus Wähler zu verlieren. Der Reichskanzler hatte zuvor auch geschickt taktiert, um die anti-zaristische Haltung der SPD auszunutzen.
Dennoch waren es nur 96 SPD-Abgeordnete, darunter Friedrich Ebert, die der Aufnahme von Kriegskrediten durch die Reichsregierung zustimmten. Der Rest, wie Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Hugo Haase dagegen. Diese 14 änderten aber nichts und so stimmte die SPD-Fraktion den Krediten zu.
Zwei Tage vorher hatten die Freien Gewerkschaften ein Streik- und Lohnverzicht beschlossen, um Deutschlands Krieg zu unterstützen. Von dem man wohlgemerkt ausging, es sei eine Verteidigung. Dazu gilt es zu wissen, das Kurz zuvor sich die französischen Sozialisten für einen Krieg gegen Deutschland ausgesprochen hatten.
Aufgrund all dieser Ereignisse war nun eine Generalmobilmachung möglich.

Kurz danach, am 5. August 1914 trat Liebknecht in den Spartakusbund von Rosa Luxemburg, Hermann Duncker, Hugo Eberlein, Julian Marchlewski, Franz Mehring, Ernst Meyer und Wilhelm Pieck ein. Und man verstand sich als linker Flügel der SPD, ab 1919 war es dann die KPD. Auch Martha Arendsee, Fritz Ausländer, Heinrich Brandler, Käte Duncker, Otto Gabel, Otto Geithner, Leo Jogiches, August Thalheimer und Bertha Thalheimer folgten dem Beispiel Liebknechts. Luxemburg wie auch Liebknecht wurden über die Dauer des Krieges inhaftiert.

Lenins Revolution erweckte Ängste beim deutschen Bürgertum und der Aristokratie. Auch der SPD stand es fern, das sich so etwas wiederholte in Deutschland. Das war der Ausschlag im Verhalten bezüglich der Novemberrevolution.

Otto Braun verdeutlichte die Haltung seiner Partei im Januar 1918 im Parteiorgan Vorwärts in dem Leitartikel Die Bolschewiki und wir:
Der Sozialismus kann nicht auf Bajonetten und Maschinengewehren aufgerichtet werden. Soll er auf Dauer Bestand haben, muss er auf demokratischem Wege verwirklicht werden. Dazu ist freilich Vorbedingung, dass die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse für die Sozialisierung der Gesellschaft reif sind. Wäre das in Russland der Fall, würden sich die Bolschewiki zweifellos auf eine Mehrheit im Volke stützen können. Da dem nicht so ist, haben sie eine Säbelherrschaft etabliert, wie sie brutaler und rücksichtsloser unter dem Schandregiment des Zaren nicht bestand. (…) Deshalb müssen wir zwischen den Bolschewiki und uns einen dicken, sichtbaren Trennungsstrich ziehen.“
Was er hier sagt ist, das die SPD der Meinung war, das zur Einführung des Sozialismus die Sozialisierung des Menschen erreicht wurde. Ein Konzept das später Adolf Hitler aufnahm.

Die Idee des Nationalsozialismus


In dieser Zeit waren viele abgeschreckt von den Greulen der Bolschewiki und versuchte sich zu distanzieren. Das zog nach sich, dass sich die Idee des Nationalen Sozialismus, wie er von den Tschechen konzipiert worden war, ausdehnte auch auf die deutschen Gebiete des ehemaligen Habsburgerreiches. Um nicht in den Verdacht zu kommen zum Internationalismus der Bolschewiki, die sich zur Weltrevolution bekannten, zu gehören, benannte sie die Wiener Deutsche Arbeiterpartei (DAP) um in Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP). Von Ferdinand Burschofsky und Wilhelm Prediger 1903 gegründet. (Dies geschah am 5. Mai 1918, das war der 100 Geburtstag von Karl Marx.) Wichtig zu wissen ist, das dieses National in Verbindung zum Sozialismus damals einzig und allein bedeutete, kein Internationalist zu sein. Auch das Programm dieser Partei war eindeutig links. Sie hatten nicht die Merkmale der typischen Rechtsextremen, sie waren gegen die Monarchie, gegen den Klerus, gegen den Kapitalismus. Der einzige Unterschied zu den tschechischen Nationalsozialisten, sie waren antisemitisch. Die Partei verstand sich als Gegenreaktion der Tschechischen Nationalsozialisten und sprach sich gegen mehr Rechte für Slaven aus. Der Namensbezug Sozialistisch wurde gewählt, um den Gegensatz zu den Rechten Deutschnationalen Bewegung (Großdeutsche Vereinigung ab 1920) zu betonen.

Situation bei Kriegsende


Zu diesem Moment kam es zu den Januarstreiks, an dem sich 1 Million Arbeiter beteiligten. Diese waren Organisiert von einer Gruppe um Richard Müller von der USPD, die sich als unabhängige SPD verstand. Die schon 1916/17 erfolgreich war. Sie nannten sich Arbeiterrat, als Anspielung auf die russischen Sowjets.

Nachdem der Frieden von Brest-Litowsk zustande kam, glaubte man allgemein, dass nach der Verlegung der Truppen an die Westfront, auch dort der Sieg winkte. Das war ein Irrtum, denn viele Soldaten hatten sich von der Ideologie der Bolschewiki anstecken lassen. Außerdem griff die USA in den Krieg ein. Am 8. August durchbrachen die Briten die deutschen Stellungen. Auch die Balkanfront zerbrach. Am 27. September kapitulierte die Mittelmacht Bulgarien.
Am 29. September war die Situation fatal, Ludendorf, der seit geraumer Zeit wie ein Militärdiktator befehligte, unterstützt durch Hindenburg, vermutete das die Front in den nächsten 24 Stunden zerbrechen werde. Darüber wurde der Kaiser informiert, der sich gerade in Spa (Belgien) aufhielt. Außerdem empfahl er das Staatswesen auf ein Parlament umzustellen. Das war eine Forderung von US-Präsident Wilson gewesen, für die Waffenruhe. Ludendorf konnte die Verhandlungen über die Niederlage dann aber den parlamentarischen Parteien anlasten, die nun auslöffeln sollten, was er verbrochen hatte.
Als Hertling, als radikaler Monarchist, die Parlamentisierung ablehnte, ernannte der Kaiser Max von Baden am 3. Oktober zum Reichkanzler. An seinem Kabinett beteiligte sich auch die SPD.
Am Folgetag bot die neue Regierung den Alliierten den von Ludendorff geforderten Waffenstillstand an. Die deutsche Öffentlichkeit erfuhr erst am 5. Oktober davon. Im allgemeinen Schock über die nun offenkundige Kriegsniederlage blieben die Verfassungsänderungen fast unbeachtet. Diese beschloss der Reichstag am 28. Oktober auch formell. Fortan waren Kanzler und Reichsminister an das Vertrauen der Reichstagsmehrheit gebunden. Der Oberbefehl über die Streitkräfte ging vom Kaiser auf die Reichsregierung über. Damit war das Deutsche Reich von einer konstitutionellen zu einer parlamentarischen Monarchie geworden. Aus Sicht der SPD-Führung erfüllte die Oktoberreform alle ihr wichtigen verfassungsrechtlichen Ziele. Ebert betrachtete den 5. Oktober daher als „Geburt der deutschen Demokratie“ und hielt eine Revolution nach dem "freiwilligen" Machtverzicht des Kaisers für überflüssig. Der Kaiser war ja praktisch von seinem angeblichen freiwilligen Machtverzicht überrumpelt worden.

Auf das deutsche Waffenstillstandsgesuch vom 4. Oktober antwortete US-Präsident Wilson in den drei darauf folgenden Wochen mit drei diplomatischen Noten. Als Vorbedingungen für Verhandlungen forderte er darin den Rückzug Deutschlands aus allen besetzten Gebieten, die Einstellung des U-Boot-Kriegs und – wenn auch verklausuliert – die Abdankung des Kaisers, um den demokratischen Prozess in Deutschland unumkehrbar zu machen.
Nach der dritten Wilson-Note vom 23. Oktober erklärte Ludendorff die Bedingungen der Alliierten als unannehmbar. Er verlangte, den Krieg wieder aufzunehmen, den er einen Monat zuvor für verloren erklärt hatte. Dabei hatte erst das auf sein Verlangen abgegebene Waffenstillstandsgesuch der Entente die ganze militärische Schwäche des Reichs enthüllt und dessen Regierung nahezu jedes Verhandlungsspielraums beraubt. Die deutschen Truppen hatten sich auf das nahe Kriegsende eingestellt und drängten darauf, nach Hause zu kommen. Ihre Kampfbereitschaft war kaum neu zu wecken, und Desertionen häuften sich.
Daher blieb die Reichsregierung auf dem von Ludendorff selbst eingeschlagenen Weg. Sie ersetzte ihn am 26. Oktober als 1. Generalquartiermeister durch General Wilhelm Groener, und Ludendorff floh mit falschem Pass in das neutrale Schweden. Dort begann er allerdings Einfluss auf die deutsche Politik zu nehmen, durch das große Agentennetzwerk und dem Auswärtigem Amt, auf das er angewiesen war, wohl wissend das er damit auf die Bolschewiki angewiesen war. Allerdings hatten nun beide das selbe Ziel, das System in Deutschland zu ändern. Auch wenn das Endziel ein anderes war. 
Die dritte Wilson-Note hatte viele Soldaten, aber auch einen Großteil der Zivilbevölkerung und der Vertreter der Mehrheitsparteien im Reichstag davon überzeugt, dass der Kaiser abdanken müsse, um Frieden zu erreichen. Am 28. Oktober forderte Philipp Scheidemann in einem Schreiben an Reichskanzler Max von Baden den Thronverzicht Wilhelms II. Der Kaiser verließ daraufhin Berlin und begab sich ins Große Hauptquartier nach Spa. Unter der Bedingung deutscher Reparationsleistungen stimmten die Alliierten am 5. November der Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen zu.

Das deutsche Militär war des Krieges überdrüssig geworden. Und das Volk enttäuscht vom Kaiser. Dennoch strebte Admiral Franz von Hipper eine Endschlacht im Ärmelkanal gegen die Royal Navy an. Doch mit dem Flottenbefehl 24. Oktober 1918 wurden Meutereien ausgelöst, als die Vorbereitungen zum Auslaufen begann. Daraus entwickelte sich ein Aufstand, der die Monarchie in Deutschland beendete. Sie glaubten mit ihrem Aufstand die parlamentarische Regierung zu unterstützen, die gerade in Friedensverhandlungen mit der Entente war, und das der Adel die absolute Macht zurückgewinnen wollte. Daher richtete sich die Wut der Matrosen gegen die Monarchie. 
Natürlich begannen die extremen Linken damit die Revolution in ihrem Sinne zu nutzen. Die Einflussnahme der Bolschewiki bestand aber vorerst wohl nur ideologisch, denn man war zu sehr mit Russland beschäftigt, als das man sich auch praktisch, um eine Revolution in Deutschland hätte kümmern können.

Matrosenaufstand


Der Matrosenaufstand begann auf Schillig-Reede vor Wilhelmshaven, wo die deutsche Hochseeflotte in Erwartung der geplanten Seeschlacht vor Anker gegangen war. In der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 1918 kam es zur Befehlsverweigerung einiger Schiffsbesatzungen. Auf drei Schiffen des III. Geschwaders weigerten sich die Matrosen, die Anker zu lichten. Auf den Schlachtschiffen des I. Geschwaders Thüringen und Helgoland gingen Teile der Besatzungen zu offener Meuterei und Sabotageakten über. Als aber am 31. Oktober einige Torpedoboote ihre Geschütze auf diese Schiffe richteten, ergaben sich die Meuterer und ließen sich widerstandslos abführen.
Da die Marineleitung sich des Gehorsams der Mannschaften nicht mehr sicher war, ließ sie ihren Schlachtplan fallen und beorderte das Geschwader nach Kiel zurück. Nach einer störungsfreien Übung in der Helgoländer Bucht ließ Geschwaderkommandeur Vizeadmiral Kraft während der Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal 47 Matrosen der Markgraf, die als Haupträdelsführer galten, verhaften und in Kiel arrestieren.
Die Matrosen und Heizer versuchten nun, ein erneutes Auslaufen zu verhindern und die Freilassung ihrer Kameraden zu erreichen. Etwa 250 von ihnen trafen sich dazu am Abend des 1. November im Kieler Gewerkschaftshaus. Sie schickten Delegationen zu den Offizieren, die aber nicht angehört wurden. Daraufhin suchten sie verstärkt Kontakt zu Gewerkschaften, USPD und SPD. Nachdem die Polizei das Gewerkschaftshaus für den 2. November gesperrt hatte, versammelten sich am Folgetag mehrere tausend Matrosen und Vertreter der Arbeiter nachmittags auf dem Großen Exerzierplatz. Sie waren einem Aufruf des Matrosen Karl Artelt und des Werftarbeiters Lothar Popp, beide USPD-Mitglieder, gefolgt. Die Menge forderte unter der Losung Frieden und Brot die Freilassung der Meuterer, die Beendigung des Krieges und eine bessere Lebensmittelversorgung. Zuletzt zogen die Teilnehmer zur Arrestanstalt, um die verhafteten Matrosen zu befreien.
Um die Demonstranten kurz vor ihrem Ziel am weiteren Vordringen zu hindern, befahl ein Leutnant namens Steinhäuser seiner Patrouille, zunächst Warnschüsse, dann gezielte Schüsse in die Menge abzugeben. Dabei wurden sieben Personen getötet und 29 schwer verletzt. Auch aus der Demonstration heraus wurde geschossen. Steinhäuser wurde durch Kolbenhiebe und Schüsse schwer verletzt, aber entgegen später verbreiteter Aussagen nicht getötet. Nach dem Gewaltausbruch zogen sich sowohl die Demonstranten als auch die Patrouille zurück.
Dennoch wurde aus dem Massenprotest nun ein allgemeiner Aufstand. Am 4. November durchstreiften Gruppen Aufständischer die Stadt. In der großen Kasernenanlage im Norden Kiels kam es zu Demonstrationen. Karl Artelt organisierte den ersten Soldatenrat, dem bald weitere folgten. Soldaten und Arbeiter brachten die öffentlichen und militärischen Einrichtungen Kiels unter ihre Kontrolle. Der Gouverneur der Marinebasis, Wilhelm Souchon, sah sich gezwungen, zu verhandeln und die inhaftierten Matrosen freizulassen. Als entgegen seiner Absprache mit Artelt auswärtige Truppen zur Niederschlagung der Bewegung anrückten, wurden diese von den Aufständischen abgefangen. Sie kehrten entweder um oder schlossen sich der Aufstandsbewegung an. Damit war Kiel am Abend des 4. November fest in der Hand von etwa 40.000 revoltierenden Matrosen, Soldaten und Arbeitern.
Noch am selben Abend traf der SPD-Reichstagsabgeordnete Gustav Noske in Kiel ein. Um den Aufstand im Auftrag der neuen Reichsregierung und der SPD-Führung unter Kontrolle zu bringen, ließ er sich zum Vorsitzenden des Soldatenrats wählen. Einige Tage später übernahm er den Posten des Gouverneurs, während Lothar Popp Vorsitzender des Obersten Soldatenrats wurde. Noske gelang es in der Folgezeit, den Einfluss der Räte in Kiel zurückzudrängen. Die Ausweitung der Revolution auf Deutschland jedoch konnte er nicht verhindern.

Abdankung des Kaisers


Abordnungen der Matrosen schwärmten seit dem 4. November in alle größeren deutschen Städte aus. Am 6. November war Wilhelmshaven in ihrer Hand; am 7. November erfasste die Revolution alle größeren Küstenstädte sowie Braunschweig, Frankfurt am Main, Hannover, Stuttgart und München. Am selben Tag wurde dort – als erster deutscher Bundesfürst – König Ludwig III. von Bayern gestürzt. Nach einer Großdemonstration von Soldaten und Arbeitern ergriff er die Flucht. Kurt Eisner von der USPD rief in Bayern als erstem Land des Reiches die Republik aus und wurde vom Münchner Arbeiter-und Soldatenrat zum bayerischen Ministerpräsidenten gewählt. Bis zum 25. November sahen sich auch die übrigen deutschen Monarchen zur Abdankung gezwungen, als letzter Fürst Günther Victor von Schwarzburg Rudolstadt.
Die Arbeiter- und Soldatenräte bestanden zum weitaus größten Teil aus Anhängern von SPD und USPD. Ihre Stoßrichtung war demokratisch, pazifistisch und antimilitaristisch. Sie entmachteten neben den Fürsten nur die bis dahin allmächtigen militärischen Generalkommandos. Alle zivilen Behörden und Amtsträger des Kaiserreichs – Polizei, Stadtverwaltungen, Gerichte – blieben leider unangetastet. Auch Beschlagnahmungen von Eigentum oder Betriebsbesetzungen fanden kaum statt, weshalb die alten monarchistischen Strukturen intakt blieben und der Eisner-Regierung zum Verhängnis wurde. 
Um eine der Revolution und der künftigen Regierung verpflichtete Exekutive zu schaffen, beanspruchten die Räte zunächst nur die Oberaufsicht über die Behörden, die zuvor in den Händen der Generalkommandos gelegen hatte.
Die SPD erhielt dadurch eine reale Machtbasis auf lokaler Ebene. Doch während die Räte glaubten, damit im Interesse der neuen Ordnung zu handeln, sahen die Parteiführer der SPD in ihnen störende Elemente für einen friedlichen Machtwechsel, den sie schon vollzogen wähnten. Wie die bürgerlichen Parteien forderten sie möglichst rasche Wahlen zu einer Nationalversammlung, die über die endgültige Staatsform befinden sollte. Dies brachte sie bald darauf in einen Gegensatz zu einem großen Teil der Revolutionäre. Deren Forderungen versuchte vor allem die USPD aufzugreifen. Auch sie war für möglichst späte Wahlen zu einer Nationalversammlung, um schon vor deren Zusammentritt Fakten schaffen zu können, die den Erwartungen eines Großteils der Arbeiterschaft entsprachen.
Ebert war sich mit Max von Baden darin einig, dass eine soziale Revolution verhindert und die staatliche Ordnung unter allen Umständen aufrechterhalten bleiben müsse. Damit schützte er allerdings die aristokratische Machtclique. Er wollte die bürgerlichen Parteien, die ja schon 1917 im Reichstag mit der SPD zusammengearbeitet hatten, sowie die alten Eliten des Kaiserreichs für den Staatsumbau gewinnen und eine befürchtete Radikalisierung der Revolution nach russischem Vorbild vermeiden. Dazu kam seine Furcht, die ohnehin prekäre Versorgungslage könne zusammenbrechen, wenn die bestehende Verwaltung von in administrativen Dingen ungeübten Revolutionären übernommen würde. Er glaubte, die SPD werde in Zukunft zwangsläufig parlamentarische Mehrheiten erringen, die sie in die Lage versetzen würden, ihre Reformvorhaben umzusetzen. Aus diesen Gründen handelte er möglichst übereinstimmend mit den alten Mächten.
Um seinen Anhängern einen Erfolg vorweisen zu können, zugleich aber die Monarchie zu retten, forderte Ebert seit dem 6. November den Thronverzicht des Kaisers. Doch Wilhelm II., der sich weiterhin im Hauptquartier der Obersten Heeresleitung im belgischen Spa aufhielt, spielte auf Zeit. Nachdem die Entente am selben Tag Waffenstillstandsverhandlungen zugesagt hatte, hoffte er, an der Spitze der bald frei werdenden Fronttruppen ins Reich zurückkehren und die Revolution gewaltsam niederschlagen zu können.
Laut Aufzeichnungen Max von Badens hat Ebert am 7. November erklärt:
"Wenn der Kaiser nicht abdankt, dann ist die soziale Revolution unvermeidlich. Ich aber will sie nicht, ja, ich hasse sie wie die Sünde."

Der Reichskanzler wollte nach Spa reisen, um den Kaiser persönlich von der notwendigen Abdankung zu überzeugen. Doch dazu kam es nicht mehr, da sich die Lage in Berlin rasch weiter zuspitzte.
Am Abend des 8. November hatte die USPD 26 Versammlungen in Berlin einberufen, auf denen ein Generalstreik und Massendemonstrationen für den nächsten Tag angekündigt wurden. Ebert hatte daraufhin noch einmal ultimativ die Abdankung des Kaisers gefordert und wollte diesen Schritt auf den Versammlungen als Erfolg der SPD verkünden. Um möglichen Unruhen entgegenzutreten, ließ Prinz Max von Baden am Abend das als besonders zuverlässig geltende 4. Jägerregiment aus Naumburg an der Saale nach Berlin verlegen.
Doch selbst die Soldaten dieses Regiments waren nicht gewillt, auf Landsleute zu schießen. Als ihre Offiziere ihnen am frühen Samstagmorgen des 9. November Handgranaten aushändigten, schickten sie eine Abordnung zur Redaktion des sozialdemokratischen Parteiorgans Vorwärts, um Aufklärung über die Situation zu verlangen. Dort trafen sie auf den SPD-Reichstagsabgeordneten Otto Wels. Er konnte die Soldaten davon überzeugen, die Führung der SPD und ihre Politik zu unterstützen. Anschließend gewann er weitere Regimenter dafür, sich Ebert zu unterstellen.
Damit war die militärische Kontrolle über die Hauptstadt den Sozialdemokraten zugefallen. Doch Ebert fürchtete, sie könne ihnen rasch wieder entgleiten, wenn USPD und Spartakisten die Arbeiter bei den angekündigten Demonstrationen auf ihre Seite ziehen würden. Denn vormittags zogen Hunderttausende Menschen in mehreren Demonstrationszügen ins Zentrum von Berlin. Auf ihren Plakaten und Spruchbändern standen Parolen wie „Einigkeit“, „Recht und Freiheit“ und „Brüder, nicht schießen!“ Im Prinzip also die Parolen der Nationalhymne. Anders als heute waren die Masse der deutschen Linken keineswegs unpatriotisch, das änderte sich er nach 1989.

Etwa zur gleichen Zeit erfuhr der Kaiser das Ergebnis einer Befragung unter 39 Kommandeuren: Auch die Frontsoldaten waren nicht mehr bereit, seinen Befehlen zu folgen. Am Abend zuvor hatte erstmals auch ein Garderegiment den Gehorsam verweigert. In Telegrammen aus Berlin bat die Reichsregierung ihn dringend um seine sofortige Abdankung, damit die Nachricht davon noch eine besänftigende Wirkung erzielen könne. Dennoch zögerte er weiter und erwog, nur als Deutscher Kaiser abzudanken, nicht aber als König von Preußen.
Schließlich handelte Max von Baden in Berlin auf eigene Faust. Ohne die Entscheidung aus Spa abzuwarten, gab er am Mittag dieses Tages folgende Erklärung heraus:
"Der Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen. Der Reichskanzler bleibt noch so lange im Amte, bis die mit der Abdankung des Kaisers, dem Thronverzicht des Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preußen und der Einsetzung der Regentschaft verbundenen Fragen geregelt sind."

Als die Erklärung in Spa bekannt wurde, floh Wilhelm II. aus dem besetzten Belgien ins niederländische Exil, zunächst nach Amerongen, dann nach Doorn, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1941 lebte. Da er die Abdankungsurkunde erst am 28. November in Amerongen unterzeichnete, kam sein Grenzübertritt einer Fahnenflucht gleich. Das kostete ihn nun auch die Sympathien seiner Militärs.

Ausrufung der Republik


Um weiter Herr der Lage bleiben zu können, forderte Ebert am Mittag des 9. November das Amt des Reichskanzlers für sich und bat Max von Baden, das Amt eines Reichsverwesers zu übernehmen. Dieser gab nur sein Kanzleramt ab. Damit glaubte Ebert, eine Übergangsregelung bis zur Bestellung eines Regenten gefunden zu haben.
Die Nachricht vom Thronverzicht des Kaisers kam zu spät, um auf die Demonstranten noch Eindruck zu machen. Niemand befolgte die in Sonderausgaben des Vorwärts veröffentlichten Aufrufe, nach Hause oder in die Kasernen zurückzukehren. Immer mehr Demonstranten forderten die Abschaffung der Monarchie. Karl Liebknecht, erst kurz zuvor aus dem Gefängnis entlassen, war sofort nach Berlin gereist und hatte am Vortag den Spartakusbund neu gegründet. Nun plante er die Ausrufung der sozialistischen Republik.
Beim Mittagessen im Reichstag erfuhr der stellvertretende SPD-Vorsitzende Philipp Scheidemann davon. Er wollte den Spartakisten nicht die Initiative überlassen und trat kurz entschlossen auf einen Balkon des Reichstagsgebäudes. Von dort verkündete er – gegen Eberts erklärten Willen – vor einer demonstrierenden Menschenmenge seinerseits die Republik mit den Worten:
"Der Kaiser hat abgedankt. Er und seine Freunde sind verschwunden, über sie alle hat das Volk auf der ganzen Linie gesiegt. Prinz Max von Baden hat sein Reichskanzleramt dem Abgeordneten Ebert übergeben. Unser Freund wird eine Arbeiterregierung bilden, der alle sozialistischen Parteien angehören werden. Die neue Regierung darf nicht gestört werden in ihrer Arbeit für den Frieden und der Sorge um Arbeit und Brot. Arbeiter und Soldaten, seid euch der geschichtlichen Bedeutung dieses Tages bewusst: Unerhörtes ist geschehen. Große und unübersehbare Arbeit steht uns bevor. Alles für das Volk. Alles durch das Volk. Nichts darf geschehen, was der Arbeiterbewegung zur Unehre gereicht. Seid einig, treu und pflichtbewusst. Das alte und morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue. Es lebe die deutsche Republik!"

Erst Stunden später veröffentlichten Berliner Zeitungen, dass Liebknecht im Berliner Lustgarten – wahrscheinlich fast gleichzeitig – die sozialistische Republik ausgerufen hatte, auf die er gegen 16 Uhr eine im Hof des Berliner Stadtschlosses versammelte Menschenmenge nochmals einschwor:
"Parteigenossen, ich proklamiere die freie sozialistische Republik Deutschland, die alle Stämme umfassen soll. In der es keine Knechte mehr geben wird, in der jeder ehrliche Arbeiter den ehrlichen Lohn seiner Arbeit finden wird. Die Herrschaft des Kapitalismus, der Europa in ein Leichenfeld verwandelt hat, ist gebrochen."

Liebknechts Ziele, die mit den Forderungen des Spartakusbundes vom 7. Oktober übereinstimmten, waren bis dahin noch kaum öffentlich bekannt geworden. Dazu gehörten vor allem die Umgestaltung der Wirtschaft, des Militärs und der Justiz, u.a. die Abschaffung der Todesstrafe. Zum größten Streitpunkt mit der SPD wurde die Forderung, schon vor der Wahl einer verfassunggebenden Nationalversammlung einige kriegswichtige Wirtschaftsbereiche zu sozialisieren, d.h. der direkten Kontrolle von Arbeitervertretern zu unterstellen. Die SPD dagegen wollte die zukünftige Wirtschaftsordnung Deutschlands der Konstituante überlassen.
Um der revolutionären Stimmung die Spitze zu nehmen und die Forderung der Demonstranten nach Einigkeit der Arbeiterparteien zu erfüllen, bot Ebert der USPD nun den Eintritt in die Regierung an und erklärte sich bereit, Liebknecht als Minister zu akzeptieren. Dieser forderte die Kontrolle der Arbeiterräte über die Soldaten und machte seine Regierungsbeteiligung davon abhängig. Wegen der Debatten darüber und weil sich der Parteivorsitzende Hugo Haase in Kiel aufhielt, konnten sich die USPD-Vertreter an diesem Tag nicht mehr über Eberts Angebot einigen.

Ebert-Groener-Pakt


Weder die vorzeitige Verkündung des kaiserlichen Thronverzichts durch Max von Baden und seine Übergabe des Kanzleramts an Ebert noch die Ausrufung der Republik durch Scheidemann waren verfassungsrechtlich gedeckt. All dies waren im Grunde revolutionäre Handlungen von Akteuren, welche die Revolution nicht wollten, die aber dennoch dauerhafte Fakten schufen. 
Noch am selben Abend fand dagegen eine bewusst revolutionäre Aktion statt, die sich jedoch am Ende als vergeblich erweisen sollte. Gegen 20 Uhr besetzte eine Gruppe von 100 Revolutionären Obleuten aus Berliner Großbetrieben den Reichstag und bildete ein Revolutionsparlament. Bei den Obleuten handelte es sich weitgehend um dieselben Personen, die schon im Januarstreik als Streikführer aufgetreten waren. Sie misstrauten der SPD-Führung und hatten im Bündnis mit der USPD-Linken und der Spartakusgruppe bereits seit Wochen auf eine Revolution hingearbeitet. Vom Matrosenaufstand überrascht, hatten sie zunächst den 11. November als Termin für den Umsturz vorgesehen. Nachdem aber am 8. November der Militärexperte der Gruppe, Ernst Däumig, der alle Aufstandspläne bei sich trug, verhaftet worden war, entschloss sich das Bündnis zu sofortigem Handeln. Um Ebert die Initiative zu entreißen, beschloss das Revolutionsparlament, Wahlen für den nächsten Tag auszurufen: Jeder Berliner Betrieb und jedes Regiment sollte an diesem Sonntag Arbeiter- und Soldatenräte bestimmen, die dann eine aus beiden Arbeiterparteien bestehende Revolutionsregierung wählen sollten. Dieser Rat der Volksbeauftragten sollte nach dem Willen der Obleute die Beschlüsse des Revolutionsparlaments ausführen und Eberts Funktion als Reichskanzler ersetzen.
Die SPD-Führung erfuhr noch am Samstagabend von den Plänen der Revolutionären Obleute. Da die Wahlen zur Räteversammlung und diese selbst nicht mehr zu verhindern waren, schickte Ebert noch in der Nacht und am folgenden frühen Morgen Redner zu allen Berliner Regimentern und in die Betriebe. Sie sollten die Wahlen zu seinen Gunsten beeinflussen und die ohnehin geplante Regierungsbeteiligung der USPD bekannt geben.
Diese Aktivitäten entgingen wiederum den Obleuten nicht. Als absehbar war, dass Ebert auch in der neuen Regierung den Ton angeben würde, planten sie, der Räteversammlung außer der Wahl einer Regierung auch die Einsetzung eines Aktionsausschusses vorzuschlagen. Dieser sollte die Tätigkeit der Arbeiter- und Soldatenräte koordinieren. Die Obleute hatten für diese Wahl schon eine Namensliste vorbereitet, auf der die SPD nicht vertreten war. So hofften sie, eine ihnen genehme Kontrollinstanz über der Regierung installieren zu können.
In der Versammlung, die am Nachmittag des 10. November im Circus Busch zusammentrat, stand die Mehrheit auf Seiten der SPD: fast alle Soldatenräte und ein Großteil der Arbeitervertreter. Sie wiederholten nun die Forderung nach „Einigkeit der Arbeiterklasse“, die am Vortag von den Revolutionären aufgestellt worden war und nutzten die Parole jetzt, um Eberts Linie durchzusetzen. In den sechsköpfigen „Rat der Volksbeauftragten“, der nun gewählt wurde, entsandte die USPD wie geplant drei ihrer Vertreter: ihren Vorsitzenden Haase, den Reichstagsabgeordneten Wilhelm Dittmann und Emil Barth für die Revolutionären Obleute. Die drei SPD-Vertreter waren Ebert, Scheidemann und der Magdeburger Reichstagsabgeordnete Otto Landsberg.
Der für die SPD-Führung überraschende Vorschlag der Obleute, zusätzlich einen Aktionsausschuss als Kontrollorgan zu wählen, löste hitzige Debatten aus. Ebert erreichte schließlich, dass auch dieser 24-köpfige Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte mit SPD- und USPD-Mitgliedern besetzt wurde. Vorsitzender des Vollzugsrates wurde Richard Müller, der Sprecher der Revolutionären Obleute. Auch die USPD-Mandate des Rates wurden von den Obleuten besetzt. Der Vollzugsrat beschloss, für Dezember einen Reichsrätekongress nach Berlin einzuberufen.
Obwohl Ebert die bestimmende Rolle der SPD gewahrt hatte, war er mit den Ergebnissen unzufrieden. Er sah das Räteparlament und den Vollzugsrat nicht als Hilfen, sondern nur als Hindernisse auf dem Weg zu einer Staatsordnung, die nahtlos an das Kaiserreich anknüpfen sollte. Damit allerdings wurde nur abgesichert, dass sich am deutschen Machtgefüge wenig änderte. Die gesamte SPD-Führung betrachtete hauptsächlich die Räte, nicht aber die alten Eliten aus Militär und Verwaltung als Gefahr. Und das war ihr grosser Fehler. Sie überschätzte erheblich deren Loyalität zur neuen Republik, die lediglich geheuchelt war. Ebert störte vor allem, dass er vor ihnen nun nicht mehr als Reichskanzler, sondern nur noch als Vorsitzender einer Revolutionsregierung auftreten konnte. Konservative betrachteten ihn in der Tat als Verräter, obwohl er nur deshalb an die Spitze der Revolution getreten war, um sie zu bremsen.
Während der achtwöchigen Doppelherrschaft von Räten und Reichsregierung war letztere immer dominant. Die höheren Beamten arbeiteten allein Ebert zu, obwohl Haase im Rat formal gleichberechtigter Vorsitzender war. Den Ausschlag in der Machtfrage gab noch am Abend des 10. November ein Telefonat Eberts mit General Wilhelm Groener, dem neuen 1. Generalquartiermeister im belgischen Spa. Dieser sicherte Ebert die Unterstützung des Heeres zu und erhielt dafür Eberts Zusage, die militärische Rangordnung wiederherzustellen und gegen die Räte vorzugehen.
Hinter dem geheimen Ebert-Groener-Pakt stand die Sorge der SPD-Führung, die Revolution könne in eine Räterepublik nach russischem Vorbild münden. Die Erwartung, das kaiserliche Offizierskorps damit für die Republik gewinnen zu können, sollte sich jedoch nicht erfüllen.

Gleichzeitig wurde Eberts Verhalten für die revolutionären Arbeiter und Soldaten und ihre Vertreter zunehmend unverständlich. So büßte die SPD-Führung immer mehr Vertrauen bei ihren Anhängern ein, ohne an Sympathien bei den Gegnern der Revolution zu gewinnen.
In den Turbulenzen dieses Tages war fast untergegangen, dass die Regierung Ebert am Morgen nach einer erneuten Aufforderung durch die OHL die harten Bedingungen der Entente für einen Waffenstillstand akzeptiert hatte. Am 11. November unterzeichnete der Zentrumsabgeordnete Matthias Erzberger im Auftrag Berlins das Waffenstillstandsabkommen von Compiègne. Damit endeten die Kampfhandlungen des Ersten Weltkrieges. Er unterschrieb damit allerdings auch sein Todesurteil.

Im Chaos der Umformung des Staates


Wie über die Staatsordnung, so hegten die Revolutionäre auch über die künftige Wirtschaftsordnung sehr unterschiedliche Vorstellungen. Sowohl in der SPD als auch in der USPD weit verbreitet war die Forderung, zumindest die kriegswichtige Schwerindustrie ihrer Kontrolle zu unterstellen. Die linken Flügel beider Parteien und die Revolutionären Obleute wollten darüber hinaus eine direkte Demokratie im Produktionsbereich etablieren. Die dort gewählten Delegierten sollten auch die politische Macht kontrollieren. Diese Rätedemokratie zu verhindern, lag nicht nur im Interesse der SPD, sondern auch in dem der Gewerkschaften, die durch die Räte überflüssig zu werden drohten.
Parallel zu den Revolutionsereignissen trafen sich daher der Vorsitzende der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, Carl Legien, sowie weitere Gewerkschaftsführer vom 9. bis 12. November in Berlin mit den Vertretern der Großindustrie unter Hugo Stinnes und Carl Friedrich von Siemens. Am 15. November unterzeichneten sie ein Arbeitsgemeinschaftsabkommen, das beiden Seiten Vorteile brachte: Die Gewerkschaftsvertreter sagten zu, für einen geordneten Produktionsverlauf zu sorgen, wilde Streiks zu beenden, den Einfluss der Räte zurückzudrängen und eine Sozialisierung von Produktiveigentum zu verhindern. Die Arbeitgeber garantierten im Gegenzug die Einführung des 8-Stunden-Tages und erkannten den Alleinvertretungsanspruch der Gewerkschaften an. Beide Seiten bildeten eine Zentralarbeitsgemeinschaft mit einem paritätisch besetzten Zentralausschuss an der Spitze. Aber die Gewerkschaft wurden durch finanzielle Anreize auch zu Vollstreckern des alten Systems, die nach und nach unter den Einfluss der SPD gerieten. Auf Verbandsebene sollten Schlichtungsausschüsse, die gleichfalls paritätisch besetzt wurden, bei künftigen Konflikten vermitteln. Außerdem wurde vereinbart, Arbeiterausschüsse in jedem Betrieb mit mehr als 50 Arbeitern zu bilden. Gemeinsam mit den Unternehmensleitungen sollten sie die Einhaltung von Tarifverträgen überwachen.
Damit hatten die Gewerkschaften einiges von dem erreicht, was sie seit Jahren vergeblich gefordert hatten. Zugleich hatten sie alle Bestrebungen nach Sozialisierung von Produktionsmitteln unterlaufen und die Räte weitgehend ausgeschaltet.
Der Reichstag wurde seit dem 9. November nicht mehr einberufen. Der Rat der Volksbeauftragten und der Vollzugsrat hatten die alte Regierung ersetzt. Doch der bisherige Verwaltungsapparat bestand fast unverändert fort. Vertreter von SPD und USPD wurden den bis dahin kaiserlichen Beamten nur beigeordnet. Diese behielten ebenso allesamt ihre Funktionen und setzten ihre Arbeit zum großen Teil unverändert fort.
Beachten Sie das tiefgreifende Umwälzungen in Deutschlands Geschichte seit dem 2. Kaiserreich mit dem 9 November verbunden sind. Das Datum kommt immer wieder. Es steht ihnen frei göttliche Fügung anzunehmen, okkulte Freimaurerlogen, oder, so wie ich, von einem System auszugehen das bestimmte Ereignisse gezielt steuert und sich durch die Wiederkehr des selben Datums praktisch über das Volk hämisch grinst. Zum Beispiel weil der 9. November der Geburtstag von Sebottendorf ist. Dessen Thule Gesellschaft im Namen des Staates und der alten aristokratischen Mafia das Volk verarschte,

Am 12. November veröffentlichte dann der Rat der Volksbeauftragten sein demokratisches und soziales Regierungsprogramm. Er hob den Belagerungszustand und die Zensur auf, schaffte die Gesindeordnung ab und führte das allgemeine Wahlrecht ab 20 Jahren ein, erstmals auch für Frauen. Alle politisch Inhaftierten erhielten Amnestie. Bestimmungen zur Vereins-, Versammlungs- und Pressefreiheit wurden erlassen. Auf der Basis des Arbeitsgemeinschaftsabkommens wurde der 8-Stunden-Tag vorgeschrieben und Leistungen der Erwerbslosenfürsorge, der Sozial- und Unfallversicherung ausgeweitet.
Auf Druck der USPD-Vertreter setzte der Rat der Volksbeauftragten am 21. November eine Sozialisierungskommission ein. Ihr gehörten u.a. Karl Kautsky,Rudolf Hilferding und Otto Hue an. Sie sollte prüfen, welche Industrien „sozialisierungstauglich“ seien, und eine Verstaatlichung der Montanindustrie vorbereiten. Diese Kommission tagte bis zum 7. April 1919 ohne jedes greifbare Ergebnis. Nur im Kohle- und Kalibergbau sowie in der Stahlindustrie wurden „Selbstverwaltungskörperschaften“ eingesetzt, aus denen die heutigen Betriebsräte hervorgingen. Eine sozialistische Enteignung wurde nicht eingeleitet.
Die SPD-Führung arbeitete lieber mit der alten Verwaltung zusammen als mit den neuen Arbeiter- und Soldatenräten, da sie diesen keine geordnete Versorgung der Bevölkerung zutraute. Das führte seit Mitte November zu ständigen Konflikten mit dem Vollzugsrat. Dieser wechselte seine Position laufend, je nach den Interessen derer, die er gerade vertrat. Ebert entzog ihm daraufhin mehr und mehr Kompetenzen mit dem Ziel, das „Herum- und Hereinregieren der Räte in Deutschland“ endgültig zu beenden. Er und die SPD-Führung überschätzten allerdings nicht nur die Macht der Rätebewegung, sondern auch die des Spartakusbundes bei weitem. So kontrollierten die Spartakisten beispielsweise nie die Rätebewegung, wie Konservative und Teile der SPD glaubten.
Die Arbeiter- und Soldatenräte lösten u.a. in Leipzig, Hamburg, Bremen, Chemnitz und Gotha die Stadtverwaltungen auf und unterstellten sie ihrer Kontrolle. In Braunschweig,
Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr und Zwickau wurden außerdem alle kaisertreuen Beamten verhaftet. In Hamburg und Bremen wurden „Rote Garden“ gebildet, die die Revolution schützen sollten. In den Leunawerken bei Merseburg setzten Räte die Konzerndirektion ab. Häufig wurden die neuen Räte spontan und willkürlich bestimmt und besaßen keinerlei Führungserfahrung. Einige waren korrupt und handelten eigennützig. Den neu ernannten Räten stand eine große Mehrheit von gemäßigten Räten gegenüber, die sich mit der alten Verwaltung arrangierten und gemeinsam mit ihr dafür sorgten, dass in Betrieben und Städten schnell wieder Ruhe einkehrte. Sie übernahmen die Verteilung der Nahrungsmittel, die Polizeigewalt sowie die Unterbringung und Verpflegung der allmählich heimkehrenden Frontsoldaten.
Verwaltung und Räte waren aufeinander angewiesen: Die einen verfügten über Wissen und Erfahrung, die anderen über politischen Einfluss. Meist waren SPD-Mitglieder in die Räte gewählt worden, die ihre Tätigkeit häufig als Übergangslösung betrachteten. Für sie wie für die Mehrheit der übrigen Bevölkerung stand 1918/19 die Einführung einer Räterepublik in Deutschland nie zur Debatte. Viele wollten die neue Regierung stützen und erwarteten von ihr die Abschaffung des Militarismus und des Obrigkeitsstaates. Kriegsmüdigkeit und Not ließen einen Großteil der Menschen auf eine friedliche Lösung hoffen und führten dazu, dass sie das Erreichte teilweise überschätzten.
Wie vom Vollzugsrat beschlossen, schickten die Arbeiter- und Soldatenräte aus dem ganzen Reich Abgeordnete nach Berlin, die am 16. Dezember im Circus Busch zum Ersten Allgemeinen Kongress der Arbeiter- und Soldatenräte zusammentreten sollten. Um dies zu verhindern, planten Ebert und Groener mit Hilfe von Fronttruppen, die nach Berlin beordert wurden, am 15. Dezember die Kontrolle über die Hauptstadt zurückzugewinnen. Eines der dafür vorgesehenen Regimenter schlug am 6. Dezember zu früh los und rief Ebert zum Präsidenten aus. Bei dem Versuch, den Vollzugsrat zu verhaften, feuerte die Truppe in einen Demonstrationszug von unbewaffneten „Roten Garden“, den Spartakisten nahestehende Soldatenräte, und tötete 16 Menschen.
Hier wurden das Gewaltpotential und die Putschgefahr von Rechts bereits sichtbar, das sich unterb der Führung der alten Machtelite zusammenbraute. Aus dieser Erfahrung heraus forderte Rosa Luxemburg am 12. Dezember in der Roten Fahne, der täglich erscheinenden Zeitung des Spartakusbundes, die friedliche Entwaffnung der heimgekehrten Militäreinheiten durch die Berliner Arbeiterschaft, daraus resultierte aber auch die Bewaffnung der ihr ergebenen Arbeiterschaft zur marxistischen Revolution.
Zuvor hatte am 10. Dezember Ebert zehn von der Front heimkehrende Divisionen begrüßt, in der Hoffnung, diese gegen die Räte einsetzen zu können. Es stellte sich jedoch heraus, dass auch diese Truppen nicht mehr gewillt waren, weiter zu kämpfen. Der Krieg war zu Ende, Weihnachten stand vor der Tür, und die meisten Soldaten wollten nur noch nach Hause zu ihren Familien. So liefen sie kurz nach ihrem Einzug in Berlin auseinander. Der geplante Schlag gegen den Reichsrätekongress fand somit nicht statt.
Er wäre ohnehin unnötig gewesen. Denn der Kongress, der am 16. Dezember im Preußischen Abgeordnetenhaus seine Arbeit aufnahm, bestand in seiner Mehrheit ebenfalls aus Anhängern der SPD. Nicht einmal Karl Liebknecht war es gelungen, dort ein Mandat zu erringen. Seinem Spartakusbund wurde keine Einflussnahme zugebilligt. Am 19. Dezember stimmten die Räte mit 344 zu 98 Stimmen gegen die Schaffung eines Rätesystems als Grundlage einer neuen Verfassung. Vielmehr unterstützten sie den Regierungsbeschluss, so bald wie möglich Wahlen zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung durchzuführen, die über die endgültige Staatsform entscheiden sollte.

Der einzige Streitpunkt zwischen Ebert und dem Kongress bestand in der Frage der Kontrolle über das Militär. Der Kongress verlangte unter anderem ein Mitspracherecht des von ihm gewählten „Zentralrats der Deutschen Sozialistischen Republik“ im Oberbefehl über die Streitkräfte, die freie Offizierswahl und die Disziplinargewalt für die Soldatenräte. Dies aber lief der geheimen Abmachung zwischen Ebert und Groener zuwider. Beide setzten alles daran, den Beschluss ungeschehen zu machen. Die Oberste Heeresleitung, die inzwischen nach Kassel umgezogen war, begann mit der Aufstellung ihr loyal ergebener Freikorps, die sie gegen die drohende bolschewistische Gefahr einzusetzen gedachte, die aber tatsächlich noch ganz am Anfang befand. Bei diesen Truppen handelte es sich – anders als bei den revolutionären Soldaten vom November – um rechtsradikale monarchistisch gesinnte Offiziere und Mannschaften, die den Weg zurück ins Zivilleben fürchteten.

Nach dem 9. November hatte die Regierung zu ihrem Schutz die neu gebildete Volksmarinedivision von Kiel nach Berlin beordert. Sie galt als absolut loyal und verweigerte in der Tat die Teilnahme an dem Putschversuch vom 6. Dezember. Die Matrosen setzten sogar ihren Befehlshaber ab, weil sie ihn in die Affäre verwickelt sahen. Nachdem aber verschiedene Kunstschätze aus dem Stadtschloss gestohlen worden waren, in dem die Truppe stationiert war, verlangte der Rat der Volksbeauftragten ihre Auflösung und ihren Abzug aus dem Schloss. Otto Wels, seit dem 9. November Stadtkommandant von Berlin, setzte die Matrosen unter Druck, indem er ihren Sold einbehielt.
Der Streit eskalierte am 23. Dezember in den Weihnachtskämpfen. Die Matrosen meuterten und besetzten die Reichskanzlei. Sie kappten die Telefonleitungen, stellten den Rat der Volksbeauftragten unter Hausarrest und nahmen Wels im Marstall als Geisel und misshandelten ihn. Anders als von spartakistischen Revolutionären zu erwarten gewesen wäre, nutzten sie die Situation aber nicht, um die Regierung Ebert auszuschalten, sondern bestanden nur weiterhin auf ihren Sold. Ebert, der über eine geheime Telefonleitung mit der Obersten Heeresleitung in Kassel in Kontakt stand, gab am Morgen des 24. Dezember den Befehl, das Schloss mit regierungstreuen Truppen anzugreifen. Dieser Angriff scheiterte. 56 Regierungssoldaten, elf Matrosen und einige Zivilisten verloren dabei ihr Leben. Nach erneuten Verhandlungen räumten die Matrosen Schloss und Marstall und ließen Wels frei. Im Gegenzug verlor dieser sein Amt als Stadtkommandant, die Volksmarinedivision erhielt ihren Sold und blieb als militärische Einheit bestehen. Die Affäre zeigte die Schutzlosigkeit der Regierung, die über keine zuverlässigen und schlagkräftigen eigenen Truppen verfügte. Somit verstärkte die Krise das Bündnis zwischen Ebert und Groener, das nach Ansicht des Historikers Ulrich Kluge im eigentlichen Sinne erst durch die Weihnachtskämpfe zustande kam. Die geschlagenen Regierungstruppen wurden nun ihrerseits aufgelöst oder in die neu gebildeten Freikorps integriert. Um den Gesichtsverlust auszugleichen, besetzten sie vorübergehend die Redaktionsräume der Roten Fahne. Doch die militärische Macht in Berlin lag nun wiederum in den Händen der Volksmarinedivision, und erneut nutzte sie diese nicht aus.
Das zeigt zum einen, dass die Matrosen keine Spartakisten waren, zum anderen, dass die Revolution keine Führung hatte. Selbst wenn Liebknecht der revolutionäre Führer im Sinne Lenins gewesen wäre, den die Legende später aus ihm gemacht hat, hätten ihn die Matrosen wie auch die Räte kaum als solchen akzeptiert. So hatte die Weihnachtskrise, die von den Spartakisten als „Eberts Blutweihnacht“ bezeichnet wurde, lediglich zur Folge, dass die Revolutionären Obleute für den ersten Weihnachtstag zu einer Demonstration aufriefen und die USPD am 29. Dezember aus Protest die Regierung verließ. Dies aber war dem SPD-Vorsitzenden nur recht, hatte er doch die Unabhängigen lediglich unter dem Druck der revolutionären Ereignisse an der Regierung beteiligt. Innerhalb weniger Tage wurde aus einer militärischen Niederlage der Regierung Ebert ein politischer Sieg.
Nach den Weihnachtsunruhen glaubten die Spartakusführer nicht mehr, die sozialistische Revolution mit SPD und USPD verwirklichen zu können. Um die Unzufriedenheit ihrer Anhänger und vieler Arbeiter mit dem bisherigen Revolutionsverlauf aufzufangen, beriefen sie zum Jahreswechsel einen Reichskongress zur Gründung einer eigenen Partei ein. Rosa Luxemburg trug das von ihr verfasste Spartakusprogramm vom 10. Dezember 1918 am 31. Dezember vor. Es wurde mit wenigen Änderungen als Parteiprogramm angenommen und hielt fest, dass die neue Partei die Regierung nie ohne klaren mehrheitlichen Volkswillen übernehmen werde. 

Gründung der KPD


Am 1. Januar 1919 gründeten die angereisten Spartakisten zusammen mit anderen linkssozialistischen Gruppen aus dem ganzen Reich die KPD. Rosa Luxemburg forderte nochmals deren Teilnahme an den geplanten Parlamentswahlen, wurde aber überstimmt. Die Mehrheit hoffte weiter, die Macht durch fortgesetzte Agitation in den Betrieben und den Druck der „Straße“ erringen zu können. Die „Revolutionären Obleute“ entschieden sich jedoch nach Verhandlungen mit den Spartakisten für den Verbleib in der USPD.
Die entscheidende Niederlage der Linken erfolgte in den ersten Tagen des neuen Jahres 1919. Wie im November entstand fast spontan eine zweite Revolutionswelle, die diesmal aber gewaltsam unterdrückt wurde. Sie wurde ausgelöst, als die Regierung am 4. Januar das USPD-Mitglied Emil Eichhorn als Polizeipräsidenten von Berlin entließ.

Die KPD-Gruppe verstand sich als Internationalisten. Luxemburg begrüßte zwar die Oktoberrevolution zeigte sich aber schockiert ob der Grausamkeiten der Bolschewiki. Im Zuge der Februarrevolution 1917 erhielten die Juden kurzzeitig eine kulturelle Autonomie, die jedoch schon bald wieder von den extrem antisemitischen Bolschewiki abgeschafft wurde. Besonders litten die Juden unter dem Bürgerkrieg, der vielfach zu antijüdischen Pogromen führte, vonseiten der Kommunisten organisiert. Das Ganze gelangte 1919 in der Ukraine zu einem Höhepunkt. Das war noch vor Stalin geschehen und kann nicht mit der Universalerklärung "Einzelfall" abgetan werden. Die Kommunisten ermordeten in den organisierten Pogromen Millionen Menschen, meist in der Ukraine. 
Zu bedenken ist, dass Lenin 1919 den "weltweiten Bürgerkrieg" ausrief. In Deutschland traf dies zu. Ob die Bolschewiki dafür mitverantwortlich gemacht werden können? Sie waren noch sehr schwach. Aber ideologisch auf jedenfall, war das Beispiel Russland von Bedeutung. In Deutschland war man sich auch darüber einig, dass dies so wahr. Zufall schien da nicht am Werk gewesen zu sein. Und viele Verbindungen Lenins, verwickelt im Vorbereiten der Revolution, blieben in in Deutschland erhalten. Das Netz von Geheimdienstlern blieb intakt, auch ohne die Verbindungen zum deutschen Machtsystem.

Spartakusaufstand


Eichhorn hatte sich in der Weihnachtskrise geweigert, gegen demonstrierende Arbeiter vorzugehen. USPD, Revolutionäre Obleute sowie die KPD-Führer Karl Liebknecht und Wilhelm Pieck nahmen seine Entlassung zum Anlass, für den nächsten Tag zu einer Protestaktion aufzurufen.
Am 4. Januar hatte Ebert Gustav Noske zum Volksbeauftragten für Heer und Marine ernannt. Am 6. Januar übernahm Noske den Oberbefehl über diese Truppen mit den Worten: „Meinetwegen, einer muss der Bluthund werden. Ich scheue die Verantwortung nicht.“ Am selben Montag rief der Revolutionsausschuss zu einer erneuten Massendemonstration auf. Diesem Aufruf folgten noch mehr Menschen. Sie trugen erneut Plakate mit der Aufschrift „Brüder, nicht schießen!“ und verharrten wartend auf einem Versammlungsplatz. Ein Teil der Revolutionären Obleute begann, sich zu bewaffnen und zum Sturz der Regierung Ebert aufzurufen. Doch die Bemühungen der KPD-Aktivisten, die Truppen auf ihre Seite zu ziehen, blieben weitgehend erfolglos. Vielmehr zeigte sich, dass selbst Einheiten wie die Volksmarinedivision nicht bereit waren, den bewaffneten Aufstand aktiv zu unterstützen. Sie erklärte sich für neutral. Die übrigen in Berlin stationierten Regimenter standen weiterhin mehrheitlich zur Regierung.
Während weitere Truppen in seinem Auftrag auf Berlin vorrückten, akzeptierte Ebert ein Angebot der USPD, zwischen ihm und dem Revolutionsausschuss zu vermitteln. Nachdem die Truppenbewegungen und ein SPD-Flugblatt mit dem Titel „Die Stunde der Abrechnung naht“ bekannt wurden, brach der Ausschuss am 8. Januar weitere Verhandlungen ab. Daraufhin befahl Ebert den in Berlin stationierten Truppen, gegen die Besetzer vorzugehen. Vom 9. Januar an schlugen sie deren improvisierten Aufstandsversuch gewaltsam nieder. Am 12. Januar rückten zudem die seit Anfang Dezember aufgestellten republikfeindlichen Freikorps in die Stadt ein. Nachdem sie mehrere Gebäude brutal geräumt und die Besetzer standrechtlich erschossen hatten, ergaben sich die übrigen rasch. Ein Teil von ihnen wurde dennoch ebenso erschossen.

Was als Demonstration geplant war, entwickelte sich zu einem Massenaufmarsch, mit dem die Veranstalter selbst nicht gerechnet hatten. Wie am 9. November 1918 strömten am 5. Januar 1919, einem Sonntag, Hunderttausende ins Zentrum Berlins, darunter viele Bewaffnete. Am Nachmittag besetzten sie die Berliner Bahnhöfe sowie das Berliner Zeitungsviertel mit den Redaktionsgebäuden der bürgerlichen Presse und des Vorwärts. Einige der betroffenen Zeitungen hatten in den Tagen zuvor nicht nur zur Aufstellung weiterer Freikorps, sondern auch zum Mord an den Spartakisten aufgerufen. Die Demonstranten waren im Wesentlichen dieselben wie zwei Monate zuvor. Sie forderten jetzt die Einlösung dessen, was sie sich damals erhofft hatten. Die Forderungen kamen aus der Arbeiterschaft selbst und wurden von den verschiedenen Gruppen links von der SPD unterstützt. Die Spartakisten waren daran keineswegs führend beteiligt. Auch der nun folgende so genannte Spartakusaufstand ging nur zum Teil von den KPD-Anhängern aus. Diese blieben unter den Aufständischen sogar in der Minderheit. Es ging darum sich diesen Aufstand nutzbar zu machen und dessen Leitung zu übernehmen, um eine demokratische Republik zu verhindern. Rosa Luxemburg unterstützte am 7. Januar in der Roten Fahne den Aufstand: "Die Gegenrevolution entwaffnen, die Massen bewaffnen, alle Machtpositionen besetzen. Rasch handeln! Die Revolution verpflichtet." Das Ziel des Aufstands sei, wie sie schrieb, die "Aufrichtung der sozialistischen Diktatur". Von der "Freiheit der Andersdenkenden", für die sie sich im Streit mit den Bolschewiki ausgesprochen hatte, war im praktischen Revolutionsgemenge nun nicht mehr die Rede. Offenbar war sie auf Linie gebracht worden. 
Im September 1918 noch hatte sie Lenin und Trotzki kritisiert, weil "sie Volksvertretungen aus allgemeinen Wahlen grundsätzlich ablehnen". Zwei Monate später, im November 1918, wandte sie sich dann selbst gegen die demokratische Republik und unterstützte den aussichtslosen Versuch einer kommunistischen Machtergreifung. Das war, weil sie inzwischen auf den Kurs Moskaus um geschwungen war. Als Internationalist musste man auch international handeln und den Weltbürgerkrieg Lenins unterstützen.

Die im Polizeipräsidium versammelten Initiatoren der Demonstrationen wählten einen 53-köpfigen „Provisorischen Revolutionsausschuss“, der aber mit seiner Macht nichts anzufangen und dem Aufstand keine klare Richtung zu geben wusste. Liebknecht, neben Georg Ledebour und Paul Scholze einer der drei Vorsitzenden, forderte den Sturz der Regierung und schloss sich der Mehrheitsmeinung im Ausschuss an, die den bewaffneten Kampf propagierte. Rosa Luxemburg hielt, wie die Mehrheit der KPD-Führer, einen Aufstand zu diesem Zeitpunkt für eine Katastrophe und sprach sich ausdrücklich dagegen aus. Dennoch unterstützt sie ihn. Nachdem der Aufstand gescheitert war, rechtfertigte Rosa Luxemburg das hoffnungslose Unterfangen am 14. Januar 1919. Die Revolution sei eben die einzige Form des Krieges, "wo der Endsieg nur durch eine Reihe von ‚Niederlagen’ vorbereitet werden" könne, schrieb sie in der Roten Fahne. Der "ganze Weg des Sozialismus ist - soweit revolutionäre Kämpfe in Betracht kommen - mit lauter Niederlagen besät. Und doch führt diese selbe Geschichte Schritt um Schritt unaufhaltsam zum endgültigen Sieg". Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Angehörigen einer Wilmersdorfer Bürgerwehr, in einer Wohnung in Berlin-Wilmersdorf verhaftet und an Hauptmann Waldemar Pabst gefangen genommen der das Garde-Kavallerie Schützen-Division, unterstellt war, einer in Berlin eingerückten Freikorpseinheit, übergeben. Diese Übergabe erfolgte im Hotel Eden. Sie wurden verhört, wobei sie misshandelt wurden, und Pabst plante mit seinen Offizieren ihre Ermordung. 
Gegen Mitternacht wurden beide nacheinander mit einem PKW aus dem Hotel abtransportiert. Am Hotelausgang schlug der Soldat Otto Wilhelm Runge beide zuvor fast bewusstlos. Unterwegs erschoss der Marineoffizier Horst von Pflugk-Harttung Karl Liebknecht und der Leutnant Hermann Souchon Rosa Luxemburg. Kurt Vogel, ebenfalls ein Offizier der Schützendivision, ließ Liebknechts Leiche einer Polizeiwache übergeben und die von Rosa Luxemburg in den Landwehrkanal werfen, wo sie erst am 31. Mai 1919 gefunden wurde. Pabst stellte die Taten in einer Presseerklärung als Lynchmorde unbekannter Täter dar.
Dieser politische Mord machte Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zu den ersten Märtyrern der deutschen Kommunisten. Bis heute pilgern Verehrer der beiden KPD Gründer alljährlich anlässlich des Todestags zur Grabstätte auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde. Heute werden die Gedenkfeierlichkeiten für Liebknecht und Luxemburg von der Partei Die Linke, Nachfolgerin der PDS und SED, organisiert. Der Totenkult um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht war freilich schon in den Zwanzigerjahren zu einem festen Bestandteil der kommunistischen Geschichtslegende geworden. Seit 1927 gestaltete die KPD-Führung unter Ernst Thälmann das Gedenken an die beiden Parteigründer zu einer Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Ehrung um. Lenins Todestag (24. Januar 1924) und die Erinnerung an die Ermordung Liebknechts und Luxemburgs wurden als organisiertes Ritual alljährlich durch Aufmärsche an der Grabstätte in Berlin-Friedrichsfelde begangen. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten unterbrach diesen Parteibrauch. Nach 1945 wurde er in der SBZ wiederbelebt und erhielt seit Gründung der DDR den Rang einer Staatsfeier, in deren Verlauf die Parteiführung auf einem Podium den wohlgeordneten Vorbeimarsch ihrer Gefolgschaft am Märtyrergrab abnahm.

Paul Jorns, ein von der Schützendivision selbst ausgewählter Militärrichter, sprach im Juni 1919 Harttung frei und verurteilte Runge zu zwei, Vogel zu zweieinhalb Jahren Haft. Pabst und Souchon dagegen wurden weder verfolgt noch angeklagt. Noske ließ die Revisionsverfahren gegen Runge und Vogel einstellen. Nach 1933 entschädigten die Nationalsozialisten Runge für Haft und Strafverfolgung und überführten die Gardekavallerie in die SA. Souchons Beteiligung an der Exekution wurde erst 1968 bekannt und 1992 nachgewiesen. Der Neffe von Wilhelm Souchon, dem Gouverneur von Kiel während des Matrosenaufstands, hat die Tat stets geleugnet und wurde nie bestraft. Pabst gab nach dem Zweiten Weltkrieg an, Noske habe seinen Mordbefehl telefonisch gebilligt. In seinem später entdeckten Tagebuch hatte er 1969 notiert, die SPD-Führung habe ihn gedeckt und seine Strafverfolgung vereitelt. Einmal mehr wieder damit bewiesen, was später der Rote Frontkämpferbund in den Straßen skalierte:
Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten?“
Diese Szene zeigt uns sehr deutlich, wie die Handlanger des alten monarchistischen Systems die Justizkontrollierten und Manipullierten. Und wie man in Deutschland zum Mittel der Schauprozesse griff, um den Eindruck im Volk zu wecken, alles ist schon in Ordnung.

Münchener Räterepublik


Die Freikorps wurden nach der Niederschlagung des Januaraufstands zu einem bleibenden Machtfaktor. Schwerer wog auf lange Sicht, dass die Morde vom 15. Januar sowie deren mangelnde Aufklärung und Verfolgung den Bruch zwischen SPD auf der einen sowie USPD und KPD auf der anderen Seite verschärften. SPD und KPD konnten sich in der Weimarer Republik nie mehr auf ein gemeinsames Handeln verständigen, zumal die KPD nach der Ermordung ihrer Gründer in Abhängigkeit von der Komintern und ihren ideologischen Vorgaben aus Moskau geriet, die einen Bund mit den Nationalsozialisten anstrebte.
In den ersten Monaten des Jahres 1919 kam es zu weiteren bewaffneten Aufstandsversuchen in mehreren Gegenden Deutschlands, außerdem zu einer umfangreichen Generalstreikwelle. In einigen Regionen wurden vorübergehend Räterepubliken ausgerufen.
Neue Kämpfe in Bremen brachen aus, nachdem Noske Ende Januar entschieden hatte, auch gegen die Bremer Räterepublik gewaltsam vorzugehen. Trotz eines Verhandlungsangebots der Gegenseite befahl er den Freikorpsverbänden, in die Stadt einzumarschieren. In den darauf folgenden Kämpfen kamen Anfang Februar etwa 400 Menschen ums Leben.
Als Reaktion auf das Vorgehen von Regierung und Freikorps, aber auch, um die Revolution weiter zutreiben, brachen Massenstreiks in Berlin, Sachsen, Oberschlesien, im Rheinland und im Ruhrgebiet aus, dort im Zuge einer Sozialisierungsbewegung. In Berlin beschloss am 3. März die Vollversammlung der Arbeiterräte einen Generalstreik, der am 4. März begann. Zu seinen Zielen gehörte die Anerkennung und dauerhafte Etablierung der Räte, aber auch eine demokratische Militärreform und Sozialisierungen. Rund eine Million Beschäftigte beteiligten sich daran, das Wirtschaftsleben und der Verkehr kamen fast vollständig zum Erliegen. Allerdings zerbrach die bis dahin weitgehend geschlossene Streikfront, als eine Ausdehnung auf die Versorgungsbetriebe beschlossen wurde. Das geschah in Reaktion auf die militärische Intervention. So kam es in Berlin gegen den Willen der Streikleitung erneut zu Straßenkämpfen. Die preußische Regierung, die mittlerweile den Belagerungszustand erklärt hatte, rief die Reichsregierung um Hilfe. Noske setzte daraufhin Truppen gegen die Streikenden und einige der Militärführung missliebige Einheiten wie die Volksmarinedivision ein. Sie töteten bis zum Ende der Kämpfe in Berlin am 16. März mindestens 1.200 Menschen, darunter viele Unbewaffnete und völlig Unbeteiligte. Unter anderem wurden 29 Angehörige der Volksmarinedivision willkürlich exekutiert, da Noske befohlen hatte, jeden standrechtlich zu erschießen, der mit einer Waffe angetroffen werde.
Auch in Hamburg und Sachsen-Gotha kam es zu bürgerkriegsähnlichen Situationen. Von den Räteregierungen hielt sich die der Münchner Räterepublik am längsten. An dieser Räterepublik beteiligte sich auch Adolf Hitler. Gewiss als kleiner Rad im Getriebe. 
"In den dramatischen Wochen der Münchener Räterepublik war Hitler von der Revolutionsregierung als Wache in den Hauptbahnhof entsandt worden. Seine Kameraden wählten ihn zum stellvertretenden Soldatenrat ihres in die Revolutionsarmee eingegliederten Regiments.” (Götz Aly) 

Doch er sympathisierte mit den Linken der Räterepublik, denn es bestand ja die Möglichkeit sich an den Rechten Freikorps zu beteiligen. Höhepunkt der Auseinandersetzungen war die Ermordung des Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern am 21. Februar, durch Rechtsradikale. Dies war Kurt Eisner, Mitglied der USPD und ein Jude. Aufnahmen belegen, das Adolf Hitler im Trauerzug von Kurt Eisner mitlief.

Da gibt es noch einen anderen wichtigen Punkt zu betrachten. Am 5. Januar 1919 hatte sich in München die DAP gegründet, angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen. Am 8. November 1918 hatte Kurt Eisner die Räterepublik ausgerufen. Und rechte Parteien war für die Wahlen nicht zugelassen. Kurzum, die Parteigründer Anton Drexler und Karl Harrer, der sich gewiss die Österreichische DAP zum Vorbild nahm. Gründete eine linke Partei. Am Gründungstag bestand sie nur aus 22 weiteren Personen, darunter der aus dem Baltikum geflohene Alfred Rosenberg. 
Drechsler vertrat die Auffassung, das der Bolschewismus von Juden unterwandert sei. Diese Legende war allerdings vom deutschen Adel verbreitet worden, um ihre eigene Patenschaft zu verschleiern. Harrer war Mitglied der Thule-Gesellschaft. Die damals so beliebten okkultistischen Zirkel waren es, mit denen derartige Gerüchte, als Geheimwissen, verbreitet wurden. Internet gab es eben noch nicht. Und die Leute geiferten nach diesem Geheimwissen, um sich wichtig zu machen. Gemäß einen alten Sprichwort, willst du das alle etwas wissen. Erzähle es jemanden unter dem Sigel der Verschwiegenheit. Harrer arbeitete für Rudolf von Sebottendorf (eigentlich Adam Alfred Rudolf Glauer aus Hoyerswerda, nannte sich auch Erwin Torre) beim Münchener Beobachter. Dieser war gleichzeitig der Gründer der Thule Gesellschaft, von der diese Legende der Jüdischen Bolschewiki in Umlauf gebracht wurde und die Informationsquelle von Drexler war. Der Adel hoffte damit zu erreichen, das sich die nicht beruhigen wollende Wut im Volk gegen die Juden entlade und dann wieder zur Ruhe käme und natürlich sich mit ihnen versöhne.

Den Linken damals war diese Geschichte ebenfalls ganz recht, denn so konnten sie den Leuten, die sich von den Taten der Bolschewiki abgeschreckt fühlten erklären, dass diese gar keine echten Marxisten sind. Erinnert das nicht erstaunlich bereits an die gegenwärtige Ausrede der deutschen Linken, das die Toten des Kommunismus nichts mit Kommunismus zu tun haben? 
Alfred Woldemarowitsch Rosenberg sollte später zur Verschärfung des Antisemitismus beitragen, er brachte die Protokolle der Weisen von Zion aus Russland mit. Diese dienten da dem Adel, zur Untermauerung, das die Bolschewiki ein Produkt der Juden seien. Aber, man weiß das diese Protokolle eine Fälschung sind, die gern in jeder muslimischen Buchhandlung vertrieben werden, neben dem Koran und Mein Kampf. Und wir wissen das die Bolschewiki nicht das Produkt der Juden, sondern des deutschen Adels waren.
Bis heute ist nicht sicher, ob der glühende Antisemit Rosenberg möglicherweise selbst jüdische Vorfahren hatte. Das Interesse an dieser Frage ist erstmals im Monat der Veröffentlichung seiner antisemitischen Schrift Der Mythos des 20. Jahrhunderts und seiner Wahl in den Reichstag im Oktober 1930 entstanden. In der Öffentlichkeit war damals die Rede davon, dass „kein Tropfen deutschen Blutes“ in seinen Adern fließe und sich unter seinen Vorfahren nur „Letten, Juden, Mongolen und Franzosen“ befunden hätten.1 Verkündet haben soll diese Aussage etwa der Journalist Franz Szell2 und am 15. September 1937 ebenso die Vatikan-Zeitung L’Osservatore Romano.3 Nachgewiesen werden konnten jüdische Familienwurzeln allerdings bislang nicht. Allem Anschein nach wurden diesbezügliche Dokumente, die diese Frage mutmaßlich hätten klären können, während der deutschen Besatzungszeit in den Jahren 1941 bis 1945 vernichtet, nach Ansicht mancher Forscher gezielt.4

Im selben Jahr passierte etwas Interessantes. Am 12. September 1919 nahm Adolf Hitler zum ersten Mal Kontakt auf zur DAP. Zu dieser Zeit, die Räterepublik war inzwischen zerschlagen, arbeitete er beim „Propagandaabteilung IB/P“ die zur Abt. Nachrichten- und Verbindungsdienst Ib gehörte, geführt von unter Generalmajor Arnold von Möhl. Hitlers Chef war der SPD Politiker Karl Mayr, beim Reichswehrgruppenkommando 4. Dies bedeutete das man Hitler beauftragte die zahlreichen sich neugründeten Parteien zu inspizieren, in wie fern diese dem System gefährlich werden konnten. Insbesondere solche wie die DAP, die aus der Räterepublik stammten. Oder, um es mit anderen Worten zu sagen, wie wir es heute nennen würden, Adolf Hitler war ein V-Mann des Staatsschutzes, jener Regierung, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte die Struktur des alten Systems zu schützen, vor den Linken. Freilich suchten diese ihren Feind in Deutschlands Linker und darum kam er zur DAP. Ausgründen der Tarnung warb man dazu gezielt Personen an, die in der linken Szene bereits integriert waren. Hitler akzeptierte die Arbeit, denn er hatte sie nötig.
Dies erfolgte als Sondierungsuntersuchung eines Planes, das im Auswärtigen Amt eifrig diskutiert wurde. Erich Ludendorf war der Urheber des Planes zur zurück Gewinnung der monarchistischen früheren Ordnung. Unter Einbeziehung des Antisemitismus, mit der Prämisse die Juden sind Schuld am Unheil, sollte die deutsche Linke sich von der bolschewistischen Revolution lösen und unter Einbeziehung der Rechten, zu einer einheitlichen und lenkbaren Masse formen. Ähnlich wie man es bei Lenin getan hatte, durch möglichst eine Marionette.
Das hatte jedoch einen Hacken, um Einfluss auf Deutschland zu nehmen, griff Ludendorf verstärkt auf das alte Netzwerk in Schweden zurück, in dem auch Russen verwickelt wurden, die nachweislich auch den Bolschewiki zuarbeiteten. Außerdem wurde man in den kommenden Jahren weiter von der Sowjetunion abhängig, wie im Fall der Schwarzen Reichswehr. So dass Moskau recht gut informiert war über diesen Plan.

An diesem Tag des Erscheinens Hitlers bei der DAP, hielt Gottfried Feder einen Vortrag zum Thema: Wie und mit welchen Mittel beseitigt man den Kapitalismus? Der Staatsschutz vermutete einen Angriff auf das System. Hitler behauptete später, das er damals heftig widersprochen habe, als auf der Versammlung die Abtrennung Bayerns von Deutschland gefordert wurde. Andere Teilnehmer der DAP sagten allerdings aus, das Hitler erst ab November 1919 begann als Redner in Erscheinung zu treten. Hitler war also ein stiller Zuträger zuerst. Die DAP wird sektenhaft beschrieben, ähnlich der MLPD heute. Hitler trat in die DAP eine Woche nach seinem ersten Besuch ein, und das auf Anweisung von Karl Mayr.5 Dieser gehörte ebenfalls der Thule Gesellschaft an. Da war er in Begleitung mit Hauptmann Hermann Passavant, dem eigentlichen Leiter der Nachrichtenabteilung des Gruppenkommandos, also war er auch sein Arbeitskollege, der im Juli 1919 eine Denkschrift mit antisemitischen Inhalt veröffentlichte. Mayr stand eher politische Agitation und Propaganda zu. Aber natürlich überschneiden sich die Interessen dieser beider Abteilungen.
Kurz vorher, am 10. bis 19. Juli hatte Mayr Adolf Hitler zum Dritten Mal auf einen Kurs geschickt, der über Bolschewistische Agitation informierte. Am 22. Juli teilte ihn Mayr einem Aufklärungskommando zu, die Soldaten im Reichswehrlager Lechfeld über Bolschwismus und Spartakianismus aufklären sollte. Die infizierten Soldaten sollten politisch Umerzogen werden.
Es steht außer Frage, dass Hitler inzwischen ein Agent der alten Machtelite war, spezialisiert auf die Infiltrierung von linken Bewegungen. Er wurde aufgebaut, erwies sich aber als die gleiche Fehlentscheidung als Marionette, wie bei Lenin. Hitler hatte seinen eigenen Kopf, war aber bereit wegen Not und Taktischen Entscheidungen, sich des Systems zu bedienen.

Ab 1910 teilte sich Hitler eine Wohnung mit Siegfried Löffner, einem Juden der Hitlers Bilder verkaufte. Löffner machte am 4. August 1910 eine Anzeige gegen Reinhold Hanisch bei der Wiener Polizei, wegen Unterschlagung eines Bildes von Hitler. Dies alles ist zu wissen wenn man wissen will was im Hintergrund Hitlers zuging. Denn zum einen konsumierte Hitler zwar die antisemitischen Schriften seiner Zeit, auf der anderen Seite hatte er vielen Umgang mit Juden. Bis Sommer 1919 gibt es keinerlei antisemitische Äußerungen von Hitler, sehr wohl aber allerlei Lobe und Hochschätzende Äußerungen über verschiedene Juden. Plötzlich, im Herbst 1919 bediente sich Hitler antisemitischer Klischees. Das ist überaus merkwürdig, denn es gab kein Ereignis für diesen Sinneswandel. Jedoch geschah es just in dem Augenblick, als Hitler, als V-Mann bei der DAP eintrat. Und man sich im Auswärtigen Amt auf den Plan Ludendorfs geeinigt hatte.
Erinnern wir uns an den Verbotsantrag der NPD, vor nicht all zulangen Jahren, dieser scheiterte daran, das die der Partei zur Last gelegten Aussagen von V-Männern gemacht wurden. Was mir dabei in den Sinn kommt ist: 
Wir alle sind Statisten und Deutschland eine Bühne.

Bezüglich des Antisemitismus gab Hitler später u.a. Karl Lueger als seine Inspiration an. Einer der führenden Antisemiten seiner Zeit, der allerdings privat jüdische Freunde hatte. Der Mann war ein gewissenloser Politiker, der es meisterhaft verstand ethnische Gruppen gegeneinander auszuspielen. Und ausgerechnet den gibt Hitler als Quelle an?
Während seiner letzten Amtszeit als Bürgermeister von Wien, hatte Lueger eingestanden: 
„Ja, wissen S', der Antisemitismus is' a sehr gutes Agitationsmittel, um in der Politik hinaufzukommen; wenn man aber amal oben ist, kann man ihn nimmer brauchen, denn dös i[s'] a Pöbelsport!“6

Luegner ermordete zwar keine Juden und hatte jüdische Freunde, doch seine gewissenloses Machtstreben auf dem Rücken anderer sorgte für die mentale Verrohung seiner Zuhörer.

Weimarer Republik


Der Räterepublik in Bayern bereiteten preußische, württembergische und Freikorps-Truppen erst am 2. Mai 1919 ein Ende, wobei es zu ähnlichen Gewaltexzessen kam wie zuvor in Berlin und Bremen.
Nach der heute vorherrschenden Forschungsmeinung lag die Errichtung einer bolschewistischen Rätediktatur in Deutschland bereits seit dem 9./10. November 1918 nicht mehr im Bereich des Wahrscheinlichen. Dennoch glaubte sich die Regierung Ebert von einem Umsturzversuch der radikalen Linken bedroht und ging das Bündnis mit der Obersten Heeresleitung und den Freikorps ein. Deren brutales Vorgehen während der verschiedenen Aufstände hat viele linke Demokraten der SPD entfremdet. Sie betrachteten das Verhalten Eberts, Noskes und anderer SPD-Führer während der Revolution als Verrat an ihren eigenen Anhängern.
Am 19. Januar 1919 fanden die Wahlen zur verfassunggebenden Nationalversammlung statt, die ersten in Deutschland, für die auch das Frauenwahlrecht galt. Neben SPD und USPD traten die katholische Zentrumspartei und mehrere bürgerliche Parteien an, die sich seit November neu gebildet hatten: die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP), die nationalliberale Deutsche Volkspartei (DVP) und die konservativ-nationalistische Deutschnationale Volkspartei (DNVP). Die KPD nahm entgegen Rosa Luxemburgs Empfehlung nicht an den Wahlen teil.
Die SPD wurde mit 37,4 Prozent der Stimmen stärkste Partei und stellte 165 von 423 Abgeordneten. Die USPD kam nur auf 7,6 Prozent und 22 Abgeordnete. Sie gewann nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch 1920 zwar vorübergehend noch einmal an Bedeutung, löste sich aber 1922 auf. Die Zentrumspartei zog mit 91 Abgeordneten als zweitstärkste Kraft in die Nationalversammlung ein. Die DDP errang 75, die DVP 19 und die DNVP 44 Mandate. Die SPD bildete die sogenannte Weimarer Koalition mit Zentrum und DDP.
Um den revolutionären Nachwirren in Berlin zu entgehen, trat die Nationalversammlung am 6. Februar in Weimar zusammen. Dort wählte sie am 11. Februar Friedrich Ebert zum vorläufigen Reichspräsidenten und am 13. Februar Philipp Scheidemann zum Ministerpräsidenten der neu gebildeten Koalition. Am 21. August wurde Ebert verfassungsgemäß endgültig als Reichspräsident vereidigt.
Die neue Weimarer Verfassung, die das Deutsche Reich zu einer demokratischen Republik machte, war am 11. August 1919 mit den Stimmen von SPD, Zentrum und DDP verabschiedet worden. Sie stand in der liberalen und demokratischen Tradition des 19. Jahrhunderts und übernahm – wie später das Grundgesetz – viele Passagen wörtlich aus der Paulskirchenverfassung des Jahres 1849. Jedoch blieben zentrale Forderungen der Novemberrevolutionäre wegen der Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung unerfüllt: Die Sozialisierung der Montanindustrie und die Demokratisierung des Offizierskorps, die schon der Kieler Arbeiter- und Soldatenrat gefordert und der Reichsrätekongress eingeleitet hatte, blieben ebenso aus wie die Enteignung von Großbanken, Großindustrie und adeligem Großgrundbesitz. Anstellung und Rentenansprüche von kaiserlichen Beamten und Soldaten wurden ausdrücklich geschützt.
Die Weimarer Verfassung enthielt einerseits mehr Möglichkeiten direkter Demokratie als das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, z.B. Volksbegehren und Volksentscheid; andererseits räumte der Notverordnungs-Artikel 48 dem Reichspräsidenten weitreichende Vollmachten ein, auch gegen die Reichstagsmehrheit zu regieren und notfalls das Militär im Innern einzusetzen. Dieser Artikel erwies sich 1932/33 als ein entscheidendes Mittel zur Zerstörung der Demokratie.

Die Novemberrevolution ist eines der wichtigsten Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte, im historischen Gedächtnis der Deutschen aber kaum verankert. Das Scheitern der aus ihr hervorgegangenen Weimarer Republik und die darauf folgende Zeit des Nationalsozialismus haben den Blick auf die Ereignisse an der Jahreswende 1918/19 lange Zeit verstellt. Ihre Deutung wird bis heute mehr von Legenden als von Tatsachen bestimmt.
So nährten sowohl die radikale Rechte als auch die radikale Linke – unter jeweils umgekehrten Vorzeichen – die Vorstellung, es habe damals einen kommunistischen Aufstand gegeben mit dem Ziel, Deutschland in eine Räterepublik nach sowjetrussischem Vorbild zu verwandeln. Auch die Parteien der demokratischen Mitte, besonders die SPD, hatten lange Zeit wenig Interesse an einer gerechten Beurteilung der Ereignisse, die Deutschland zur Republik machten. Denn bei genauerer Betrachtung erweisen sie sich als eine von Sozialdemokraten getragene Revolution, die von den sozialdemokratischen Parteiführern gestoppt wurde. Dass die Weimarer Republik sich als schwache Demokratie erwies und schon 14 Jahre später wieder unterging, hat auch mit diesem und anderen Geburtsfehlern während der Novemberrevolution zu tun.
Von großer Bedeutung war die Tatsache, dass die kaiserliche Regierung und die Oberste Heeresleitung sich frühzeitig der Verantwortung entzogen und die Bewältigung der von ihnen verschuldeten Niederlage im Ersten Weltkrieg den Mehrheitsparteien des Reichstags aufbürdeten. Welches Kalkül dahinter steckte, belegt ein Zitat aus der Autobiografie des Ludendorff-Nachfolgers Groener:
Mir konnte es nur lieb sein, wenn bei diesen unglückseligen Waffenstillstands-Verhandlungen, von denen nichts Gutes zu erwarten war, das Heer und die Heeresleitung so unbelastet wie möglich blieb.“

So entstand die sogenannte Dolchstoßlegende, nach der die Revolutionäre dem „im Felde unbesiegten“ Heer in den Rücken gefallen seien und erst damit den fast sicheren Sieg in eine Niederlage verwandelt hätten. Zur Verbreitung dieser Geschichtsfälschung trug wesentlich Erich Ludendorff bei, im Eigeninteresse freilich, der seine eigenen schweren militärischen Fehlentscheidungen damit kaschieren wollte. In nationalistischen und völkischen Kreisen fiel die Legende auf fruchtbaren Boden. Dort wurden die Revolutionäre und sogar Politiker wie Ebert – der die Revolution gar nicht gewollt und alles getan hatte, um sie zu kanalisieren und einzudämmen – bald als „Novemberverbrecher“ diffamiert. Selbst vor politischen Morden, etwa an Matthias Erzberger und Walter Rathenau, schreckte die radikale Rechte nicht zurück. Es war eine bewusste Symbolik, dass der Hitlerputsch von 1923 ebenfalls an einem 9. November unternommen wurde.
Die Republik war vom Zeitpunkt ihrer Geburt an mit dem Makel der Kriegsniederlage behaftet. Ein Großteil des Bürgertums und der alten Eliten aus Großindustrie, Großlandwirtschaft, Militär, Justiz und Verwaltung akzeptierten die neue Staatsform nie, sondern sahen in der demokratischen Republik ein Gebilde, das bei erster Gelegenheit wieder beseitigt werden sollte. Auf der Linken dagegen trieb das Verhalten der SPD-Führung während der Revolution viele ihrer einstigen Anhänger den Kommunisten zu. Die gebremste Novemberrevolution führte nach Ansicht von Kurt Sontheimer dazu, dass die Weimarer Republik eine „Demokratie ohne Demokraten“ blieb.
Die historische Forschung fand – von wenigen Ausnahmen abgesehen – erst seit den 1960er Jahren zu einer ausgewogenen Beurteilung der Novemberrevolution.
In einem Artikel zum 10. Jahrestag der Revolution befand der Publizist Kurt Tucholsky, dass weder die Position Wolffs noch die Baeckers haltbar seien. Zwar warf auch er Ebert und Noske Verrat vor – allerdings nicht an der Monarchie, sondern an der Revolution. Er schrieb 1928 in „November-Umsturz“:
Die deutsche Revolution hat im Jahre 1918 im Saale stattgefunden.Das, was sich damals abgespielt hat, ist keine Revolution gewesen: keine geistige Vorbereitung war da, keine Führer standen sprungbereit im Dunkel; keine revolutionären Ziele sind vorhanden gewesen. Die Mutter dieser Revolution war die Sehnsucht der Soldaten, zu Weihnachten nach Hause zu kommen. Und Müdigkeit, Ekel und Müdigkeit.Die Möglichkeiten, die trotzdem auf der Straße gelegen haben, sind von Ebert und den Seinen verraten worden. Fritz Ebert, den man nicht dadurch zu einer Persönlichkeit steigern kann, daß man ihn Friedrich nennt, ist so lange gegen die Errichtung einer Republik gewesen, als er nicht merkte, daß hier ein Posten als Vorsitzender zu holen war; der Genosse Scheidemann è tutti quanti sind verhinderte Regierungsräte gewesen. (…)Folgende Möglichkeiten sind damals ausgelassen worden:Zerschlagung der Bundesstaaten;Aufteilung des Großgrundbesitzes;Revolutionäre Sozialisierung der Industrie;Personalreform der Verwaltung und der Justiz.Eine republikanische Verfassung, die in jedem Satz den nächsten aufhebt, eine Revolution, die von wohlerworbenen Rechten des Beamten des alten Regimes spricht, sind wert, dass sie ausgelacht werden.Die deutsche Revolution steht noch aus.

Der Kapp-Putsch


Der Kapp-Putsch, vom 13. März 1920 war ein nach 100 Stunden gescheiterter, konterrevolutionärer Putschversuch gegen die nach der Novemberrevolution geschaffene Weimarer Republik. Anführer war General Walther von Lüttwitz mit Unterstützung von Erich Ludendorff, während Wolfgang Kapp mit seiner „Nationalen Vereinigung“ nur eine Nebenrolle spielte.
Der Putschversuch brachte das republikanische Deutsche Reich an den Rand eines Bürgerkrieges und zwang die sozialdemokratischen Mitglieder der Reichsregierung zur Flucht aus Berlin. Die meisten Putschisten waren aktive Reichswehrangehörige oder ehemalige Angehörige der alten Armee und Marine, insbesondere der Marinebrigade Ehrhardt, die sich nach dem Ersten Weltkrieg in reaktionären Freikorps organisierten, sowie Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).
Einen großen Anteil am Scheitern des Putsches hatte neben der bewaffneten Gegenwehr der Proletarier und Uneinigkeit der Militärs über die eigentliche Zielsetzung des Putsches unzweifelhaft der Generalstreik – der größte in der deutschen Geschichte.
Der Putschversuch richtete sich gegen die von SPD, Zentrum und DDP getragene Regierung unter Gustav Bauer (SPD). Allerdings bestand zwischen den Beteiligten keine Einigkeit über die Zielsetzungen, was vor allem auch an dem überstürzten Beginn und den ungenügenden Vorbereitungen lag. So gab es besonders zwischen den Hauptverantwortlichen Kapp und Lüttwitz erhebliche Unterschiede.
Die Regierung Bauer versuchte zwar, die Erfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages abzuschwächen, gleichwohl musste sie ihm im wesentlichen entsprechen. Am 10. Januar 1920 trat er in Kraft. Große Teile des Offizierskorps der Reichswehr und die Angehörigen der nationalistisch orientierten Freikorps wollten die Reduzierung der Reichswehr – und damit ihre Entlassung – nicht hinnehmen.
Der Kommandierende General des Reichswehr-Gruppenkommandos 1 in Berlin, Walther Freiherr von Lüttwitz, stellte sich an die Spitze der militärischen Opposition gegen die Regierung. Die politische Führung sollte der preußische Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp übernehmen, der im Kriege Gründungsmitglied der Deutschen Vaterlandspartei gewesen war.
Die Reichsregierung selbst bemühte sich, den Abbau der bewaffneten Kräfte hinauszuzögern, da sie sich auf die Truppen angewiesen sah, um der heftigen sozialen Unruhen im Reich Herr zu werden. So endeten etwa im Januar 1920 vor dem Reichstag Auseinandersetzungen um das Betriebsrätegesetz gewaltsam. Zudem war die Frage der Grenzen des Reiches im Osten noch nicht geklärt; polnische Nationalisten versuchten in Aufständen in Oberschlesien vor den anstehenden Volksabstimmungen Tatsachen zugunsten Polens zu schaffen.
Gründe für den Putsch waren die Republikfeindlichkeit sowie die Frustration vieler früherer Soldaten, die nun in etwa 120 Freikorps organisiert waren.
Konkreter Auslöser war am 29. Februar die Verfügung von Reichswehrminister Gustav Noske, die Marinebrigade Ehrhardt aufzulösen, da am 10. Januar 1920 der Versailler Friedensvertrag in Kraft getreten war, welcher das deutsche Heer auf 100.000 Mann beschränkte. Dies bedeutete einen massiven Personalabbau der etwa 400.000 Mann starken Reichswehr von 1919, und die meisten der damaligen Freikorps sollten aufgelöst werden. In diesem Punkte spielten aber die Führer der Freikorps nicht mit; die politischen Generäle waren nicht gewillt, auf die Instrumente ihrer politischen Macht zu verzichten, und so kam es zu dem militärischen Staatsstreich vom 13. März 1920.
In diesem Monat wurde auch Hitler von Karl Mayr, zusammen mit Dietrich Eckart und Robert Ritter von Greim nach Berlin gesendet, um die Auswirkungen des Kapp-Putsches vor Ort zu untersuchen.
Insbesondere kämpften die sogenannten Baltikum-Freikorps (aus denen sich die Marinebrigade Ehrhardt zu einem Teil zusammensetzte) auch nach dem Krieg weiterhin gegen die vorrückende Rote Armee Sowjetrusslands. Dies wurde von den Alliierten geduldet. Nach der Eroberung der lettischen Hauptstadt Riga im Mai 1919 galt der Auftrag als erfolgreich erfüllt. Der folgende Abzugsbefehl wurde von den Freikorps ignoriert. Erst als die Reichsbehörden den Nachschub unterbrachen, gaben die Freikorps auf. Die von ihrer Regierung enttäuschten Soldaten trafen sich mit der 1919 gegründeten Nationalen Vereinigung, einer Nachfolgeorganisation der Deutschen Vaterlandspartei aus dem Ersten Weltkrieg, in der Wolfgang Kapp und Hauptmann Waldemar Pabst den Ton angaben. Sie diente vor allem der Koordination der bereits bestehenden nationalistischen Oppositionsgruppen.
Die Marinebrigade Ehrhardt war militärisch eine Eliteeinheit, politisch extrem regierungs- und republikfeindlich. Am Tage nach Noskes Auflösungsverfügung hielt die Brigade eine große Parade ab, ohne Einladung des Reichskriegsministers, auf der General von Lüttwitz erklärte: „… Ich werde nicht dulden, dass mir eine solche Kerntruppe in einer so gewitterschwülen Zeit zerschlagen wird. …“ Damit kündigte er der Regierung öffentlich den Gehorsam auf.
In den nächsten Tagen übertrug Noske den Oberbefehl über die Brigade Ehrhardt an die Marineführung, in der Hoffnung, dass diese seinen Auflösungsbefehl durchführen werde.
Lüttwitz nahm Anfang März Kontakt zu führenden Politikern der rechtskonservativen DNVP und der nationalliberalen DVP, Oskar Hergtund Rudolf Heinze auf. Er setzte sie von seinen Forderungen in Kenntnis (Neuwahlen zum Reichstag und Direktwahl des Reichspräsidenten) und wies auf die Möglichkeit eines Putsches hin. Seine Forderungen stimmten weitgehend mit denen der beiden Parteien überein. Hergt und Heinze versprachen, auf eine Lösung in der noch als Parlament fungierenden Weimarer Nationalversammlung hinzuwirken. Gleichzeitig forderten sie Lüttwitz auf, seine Putschpläne vorerst zurückzustellen. Der von beiden Fraktionen am 9. März eingebrachte Entschließungsantrag fand jedoch keine Mehrheit. Die schon länger kursierenden Putschgerüchte waren von Reichswehrminister Gustav Noske ignoriert worden.
Am 10. März sprach General von Lüttwitz bei Reichspräsident Ebert vor und forderte ultimativ die Rücknahme des Auflösungsbefehls. Gleichzeitig trug er verschiedene politische Forderungen vor, darunter die sofortige Auflösung der Nationalversammlung und Neuwahlen zum Reichstag. Ebert wies im Beisein von Noske diese Forderungen ab und verlangte von dem General seinen Rücktritt in den nächsten 24 Stunden. Der Chef des Heerespersonalamtes General Ritter und Edler von Braun wurde angewiesen, Lüttwitz unter Beförderung zum Generaloberst zum Ausscheiden aus dem Dienst zu bewegen. Da der freiwillige Rücktritt ausblieb, wurde Lüttwitz am 11. März durch Noske wegen Insubordination gegenüber den zivilen Reichsbehörden zur Disposition gestellt.
General von Lüttwitz dachte nicht daran, seine Entlassung einzureichen, und fuhr stattdessen nach Döberitz zur Brigade Ehrhardt. Dort gab er Ehrhardt den Befehl zum Marsch auf Berlin. Erst danach informierte er die Verschwörergruppe der „Nationalen Einheit“ um Kapp, Pabst und Ludendorff. Sie sollten sich dafür bereithalten, Sonnabend früh in Berlin die Regierung zu übernehmen.
Bereits Freitagabend kursierten entsprechende Gerüchte in Berlin; selbst Berliner Abendzeitungen brachten Meldungen über einen bevorstehenden Putsch der Brigade Ehrhardt, sodass Noske zwei Regimenter Sicherheitspolizei und ein Regiment Reichswehr in das Regierungsviertel beorderte, um es gegebenenfalls militärisch zu verteidigen. Doch die verantwortlichen Offiziere dieser drei Regimenter teilten noch in derselben Nacht den anderen in und um Berlin stehenden Truppenteilen mit, dass sie nicht gewillt seien, Noskes Befehl zur Verteidigung der Regierungsgebäude Folge zu leisten.
In der Nacht auf den 13. März setzte sich die Brigade Ehrhardt nach Berlin in Marsch, feldmarschmäßig, wie in Feindesland. Viele Soldaten trugen als Ausdruck ihrer völkischen Gesinnung ein weiß gemaltes Hakenkreuz auf dem Helm. Ab 23:00 Uhr wurde die Regierung über den Anmarsch der Brigade Ehrhardt informiert; es brach hektische Betriebsamkeit aus. Noske hielt eine Kommandeurssitzung ab, auf der er erfuhr, dass das Regierungsviertel durch die drei Kompanien nicht verteidigt und sein Schießbefehl nicht befolgt werden würde. Gleichzeitig fand unter Eberts Leitung in der Reichskanzlei eine Kabinettssitzung statt, auf der beschlossen wurde, dass die Regierung aus Berlin fliehen und ein Aufruf zum Generalstreik erfolgen solle. Beide Beschlüsse wurden mit Mehrheit, nicht einstimmig gefasst. Der bürgerliche Vizekanzler Schiffer schloss sich mit seinen Ministern nicht der Flucht an, während der Aufruf zum Generalstreik nur von den sozialdemokratischen Ministern unterzeichnet wurde. Um 6:15 Uhr wurde die Sitzung unterbrochen, und die Minister flüchteten mit im Hof bereitgestellten Autos. Zehn Minuten später marschierte die Brigade Ehrhardt mit Gesang durch das Brandenburger Tor.
Die sozialdemokratischen Mitglieder der Regierung begaben sich zunächst nach Dresden zu Noskes altem „Städteeroberer“, dem dortigen Wehrkreisbefehlshaber Georg Maercker. Sie nahmen an, dort sicher zu sein. Maercker hatte jedoch schon telegrafisch aus Berlin den Befehl erhalten, die Minister bei ihrer Ankunft in „Schutzhaft“ zu nehmen. Nur die zufällige Anwesenheit des Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei, Heinze, konnte Maercker von seinem Vorhaben abbringen. Dennoch zogen es Ebert und Noske vor, weiter nach Stuttgart zu fliehen, wo das Militär bisher ruhig geblieben war. In Berlin blieben nur wenige Regierungspolitiker zurück, darunter Justizminister und Vizekanzler Eugen Schiffer (DDP) und der Zentrumsvorsitzende Karl Trimborn, die später die Verhandlungen mit den Putschisten führten.
Die meuternden Truppen proklamierten Kapp zum Reichskanzler. Mit beteiligt am Putsch waren der ehemalige Berliner PolizeipräsidentTraugott von Jagow, Oberst Max Bauer, Major Waldemar Pabst und der Pfarrer und DNVP-Politiker Gottfried Traub.
In einer Besprechung zwischen Noske, dem Chef der Heeresleitung Walther Reinhardt und dem Chef des Truppenamtes Hans von Seeckt sprach sich nur Reinhardt für den Einsatz regierungstreuer Truppen gegen die Putschisten aus, während Seeckt dies ablehnte. Häufig wird Seeckts Antwort mit den Worten „Truppe schießt nicht auf Truppe“ bzw. „Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr“ zitiert. Auch wenn dafür Belege fehlen, äußerte er sich sinngemäß so, da er befürchtete, dass dies die Zerstörung der von ihm aufgebauten Reichswehr bedeuten würde. Seeckt meldete sich zu Beginn des Putsches krank und beteiligte sich von zu Hause aus insgeheim an dessen Liquidierung. Die Truppen des Gruppenkommandos 1 in den östlichen und nördlichen Teilen des Reiches folgten anfangs weitgehend den Befehlen ihres unmittelbaren Vorgesetzten Lüttwitz, während die des Gruppenkommandos 2 in Westdeutschland sich abwartend verhielten. Ähnlich gespalten war die Reichswehrführung in Berlin.
Am Vormittag des 13. März wurde ein Aufruf des Pressechefs der Reichskanzlei, Ulrich Rauscher, zum Generalstreik im Namen des Reichspräsidenten und der SPD-Minister und -Fraktion verbreitet; dem schlossen sich am Nachmittag der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) und die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltengewerkschaften (AfA) an. Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) sprach sich ebenfalls gegen den Putsch aus, forderte jedoch die Proletarier zunächst auf, mit der Teilnahme an Aktionen noch zu warten. Der Wortlaut des Aufrufes war folgender:
Arbeiter! Genossen! Wir haben die Revolution nicht gemacht, um uns heute wieder einem blutigen Landsknechtsregime zu unterwerfen. Wir paktieren nicht mit den Baltikumsverbrechern!.....Es geht um Alles! Darum sind die schärfsten Abwehrmittel geboten. .... Legt die Arbeit nieder! Streikt! Schneidet dieser reaktionären Clique die Luft ab! Kämpft mit jedem Mittel für die Erhaltung der Republik! Lasst allen Zwist beiseite. Es gibt nur ein Mittel gegen die Diktatur Wilhelms II: Lahmlegung jedes Wirtschaftslebens! Keine Hand darf sich mehr rühren! Kein Proletarier darf der Militärdiktatur helfen! Generalstreik auf der ganze Linie! Proletarier, vereinigt euch! Nieder mit der Gegenrevolution!“
Die Mitglieder der DNVP solidarisierten sich mit den Putschisten und unterstützten zum Teil aktiv den Umsturzversuch. Auch Teile der DVP sympathisierten mit den Putschisten. Die Parteiführung unter Gustav Stresemann fasste den Beschluss, den Putsch nicht zu verurteilen, gleichwohl stellte sie in ihrer Erklärung vom 13. März die Forderung nach einer baldigen Überleitung zu geordneten Verhältnissen auf.
Am 14. März korrigierte die KPD ihre Haltung vom Vortag und rief zur Beteiligung am Generalstreik auf. Dies lag zum Teil auch daran, dass sich einzelne Bezirke der Partei bereits am Streik beteiligten.
In Thüringen, Sachsen und im Ruhrgebiet (Ruhraufstand) versuchten linksgerichtete Gruppen wie die USPD, den Generalstreik in eine zweite Revolution überzuleiten. Dazu wurden bewaffnete Formationen gebildet, die etwa im Ruhrgebiet (Rote Ruhrarmee) zwischen 50.000 und 120.000 Mann umfassten.
Es gelang den Kapp-Putschisten in den folgenden Tagen nicht, sich an der Macht zu halten. Sie fanden nicht ausreichend Unterstützung und stießen in der Berliner Ministerialverwaltung auf Widerstand. So unterstützte der Deutsche Beamtenbund ab dem 15. März den Streik. Zudem fehlte es den Militärs an Einigkeit über ihre eigentlichen Ziele. Die überstürzte Natur des Putsches wird auch daran deutlich, dass die Putschisten keine Ministerlisten vorbereitet hatten.
Einen großen Anteil am Misslingen des Putsches hatte jedoch zweifelsohne der Generalstreik – der größte in der deutschen Geschichte. Dieser Generalstreik erfasste am Sonntag, dem 14. März, bereits vollständig Berlin und breitete sich am Montag über die ganze Republik aus. Es gab keinen Eisenbahnverkehr, in den Städten keine Straßenbahnen und Busse, keine Post, keine Telefonvermittlung, keine Zeitungen, alle Fabriken und alle Behörden waren geschlossen. In Berlin gab es nicht einmal mehr Wasser, Gas oder elektrisches Licht. Dieser Generalstreik führte zur völligen Lahmlegung der öffentlichen Versorgung und führte den Putschisten schnell die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens vor Augen. Er nahm ihnen jede Möglichkeit zu regieren.
Am 17. März schließlich floh Kapp nach Schweden. Von Lüttwitz übernahm nun als Militärdiktator die Regierung und wollte als solcher gegen die Aufstände vorgehen. Jedoch kam es bereits am selben Tag zu Verhandlungen im Berliner Justizministerium, bei denen die Parteienvertreter Lüttwitz die weitgehende Erfüllung seiner Forderungen als Gegenleistung für die unblutige Beendigung des Putsches anboten. Zudem stellten sie ihren Einsatz für eine Amnestie in Aussicht. Sie handelten dabei ohne Rückendeckung der Reichsregierung in Stuttgart, die Verhandlungen stets abgelehnt hatte. Da Lüttwitz auch den Rückhalt in der Reichswehr weitgehend verloren hatte, willigte er in die Bedingungen ein und trat zurück. Die Vereinbarung wurde am gleichen Tag in einer Pressemitteilung verbreitet. Der Putschversuch war nach fünf Tagen beendet. Lüttwitz verließ, begleitet von Erich Ludendorff, den die Putschisten mehrfach zur Beratung eingeladen hatten, die Reichskanzlei.
Weil die Regierung die Brigade Ehrhardt nach der Flucht Kapps gegen die weiter streikenden Arbeiter zu Hilfe rief, konnte sie noch eine Zeit lang weiter bestehen. Die ebenfalls eingesetzte schwer bewaffnete Sicherheitspolizei (Sipo) setzte Bomben aus Flugzeugen und schwere Maschinengewehre zur Aufstandsbekämpfung ein.
Die den Generalstreik unterstützenden Gewerkschaften einigten sich am 18. März auf ein gemeinsames Neun-Punkte-Programm mit weitgehenden Forderungen, darunter die Sozialisierung von Betrieben und Enteignung von Großagrariern, zudem eine Regierungsumbildung. Andernfalls wollten sie den Streik fortsetzen. Am 26. März trat das Kabinett Bauer zurück, und eine neue Regierung unter Hermann Müller (SPD) wurde gebildet (Kabinett Müller I). Eine Beteiligung der Gewerkschaften an der Regierung kam nicht zustande, so hatte der ADGB-Vorsitzende Carl Legien das ihm von Ebert angebotene Amt des Reichskanzlers abgelehnt. Der neue Reichskanzler Müller ernannte Hans von Seeckt zum neuen Chef der Heeresleitung, nachdem General Reinhardt aus Solidarität mit dem nicht mehr haltbaren und wegen „Begünstigung der Konterrevolution“ zum Rücktritt gezwungen Reichswehrminister Noske ebenfalls zurückgetreten war.
In Ostpreußen hatten sich alle höheren Verwaltungsbeamten mit Ausnahme des Königsberger Oberbürgermeisters Hans Lohmeyer dem Unternehmen von Kapp angeschlossen. Nach dessen Scheitern entließ die Staatsregierung den Oberpräsidenten, drei Regierungspräsidenten und die meisten Landräte. Nicht entlassen wurden OB Lohmeyer, der Regierungspräsident v. Oppen (Allenstein) und die Landräte v. Gottberg (Bartenstein), Frhr. zu Innhausen und Knyphausen (Rastenburg), Neumann (Pr. Eylau) und Frhr. v. Mirbach (Neidenburg).
In der Reichstagswahl vom 6. Juni 1920 verlor die Weimarer Koalition aus SPD, Zentrum und DDP ihre absolute Mehrheit, und mit dem Kabinett Fehrenbach wurde eine bürgerliche Minderheitsregierung gebildet. Als Gewinner gingen aus der Wahl sowohl die USPD als auch die DNVP und die DVP hervor. Zur ersten Reichstagswahl am 6. Juni 1920 trat auch die KPD an und brachte es auf 2,1 Prozent der Stimmen. Die Entscheidung für eine Wahlbeteiligung konnte die KPD-Führung unter ihrem Vorsitzenden Paul Levi nur gegen erhebliche Widerstände in der eigenen Partei durchsetzen. Die starke innerparteiliche Fundamentalopposition spaltete sich von der Partei ab und gründete die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD).
Die USPD errang im Juli 1920 bei der ersten Reichstagswahl 18,8 Prozent und die an einer Koalitionsregierung beteiligte SPD fiel auf 21,7 Prozent zurück. Nachdem sich die USPD im Oktober 1920 auf einem Parteitag mehrheitlich für einen Anschluss an die Kommunistische Internationale (Komintern) und für den Zusammenschluss mit der KPD entschieden hatte, erhielt die mitgliederschwache KPD durch den USPDÜbertritt kurzzeitig einen enormen Mitgliederzuwachs von knapp 80000 auf über 350 000. Etwa ebenso viele Mitglieder der USPD akzeptierten die von der Kommunistischen Internationale diktierten 21 bolschewistischen Beitrittsbedingungen nicht und blieben in der USPD, die sich bis auf eine kleine Minderheitsgruppe 1922 mit der SPD wiedervereinigte. Zu den bekanntesten Rückkehrern in die SPD gehörte Karl Kautsky, der als enger Vertrauter von Friedrich Engels nach dessen Tod als die große marxistische Autorität der II. Sozialistischen Internationale galt. Sehr interessant die Charakterisierung des Bolschewismus dieses Mannes, eine Stellungsnahme, die bis heute gültig ist: Er betonte die Gemeinsamkeiten von Faschismus und Bolschewismus. »Der Faschismus ist aber nichts als das Gegenstück des Bolschewismus, Mussolini nur der Affe Lenins.« Scharf kritisierte Kautsky die Doppelmoral des Bolschewismus: »Jede Niedertracht verwandelt sich in eine herrliche Großtat, wenn ein Kommunist sie verübt. Jede Bestialität ist erlaubt, wenn man sie im Namen des Proletariats vollbringt. So vollzogen auch die spanischen Konquistadoren ihre Bluttaten in Südamerika im Namen Gottes.« Das Totalversagen der Roten beim Aufkommen der angeblich "rechten” NSDAP wird von der Geschichtswissenschaft (die in überwiegend "linken” Händen ist, um diesen Begriff hier zu verwenden), vermutlich auch deswegen so stiefmütterlich behandelt, weil die geistige Nähe der NSDAP (mit ihren roten Hakenkreuz-Fahnen) zu den kommunistischen Bewegungen ansonsten zwangsläufig zutage träte.
Die am 2. August 1920 verabschiedete Amnestie stellte alle Putschteilnehmer mit Ausnahme der „Urheber“ und „Führer“ straffrei, sofern sie nicht aus „Rohheit“ oder „Eigennutz“ gehandelt hatten. Gleiche Bestimmungen galten für die linken Aufständischen. In der Reichswehr wurden nach Militärgerichtsverfahren 48 Offiziere ihres Amtes enthoben, die meisten Verfahren wurden eingestellt oder endeten mit einem Freispruch.
Viele führende Beteiligte des Putsches setzten sich in die – infolge der dortigen Regierungsübernahme Gustav von Kahrs am 16. März gebildete – konservative „Ordnungszelle“ Bayern ab, wo sie sich in rechtsgerichteten Organisationen und Wehrverbänden engagierten. Der frühere Chef der Brigade Ehrhardt gründete in München als Quasi-Nachfolgeorganisation die Organisation Consul, die in der Folgezeit für zahlreiche Fememorde an republikanischen Politikern verantwortlich war.
Am 21. Dezember 1921 verurteilte das Reichsgericht Traugott von Jagow zur Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft (die mildeste und ehrenhafteste Form des Freiheitsentzuges bei Vergehen und Verbrechen). In diesem Urteil hieß es einerseits sinngemäß, dass § 81 Abs. I Nr. 2 StGB (Hochverrat) die jeweils gültige Verfassung des Deutschen Reichs und damit auch die neue Weimarer Verfassung schützen solle. Auf der anderen Seite hieß es: „Bei der Strafzumessung sind dem Angeklagten [gemeint ist Traugott von Jagow], der unter dem Bann selbstloser Vaterlandsliebe und eines verführerischen Augenblicks dem Rufe von Kapp gefolgt ist, mildernde Umstände zugebilligt worden.“
Das Verfahren gegen zwei Mitangeklagte wurde am gleichen Tag eingestellt. Diese drei Verfahren waren die einzigen Strafverfahren gegen die Putschisten. Zwar stellte sich Kapp nach seiner Flucht im April 1922 todkrank dem Reichsgericht, jedoch verstarb er vor seinem Prozess am 12. Juni 1922 in Untersuchungshaft.

1920 gibt es noch ein weiteres Ereignis, das damals Bedeutungslos war, aber im Nachhinein die Erinnerungen an den Kapp Putsch überlagerten. Der aus Böhmen ausgewiesene Ingenieur Rudolf Jung überredete Hitler, der in München auch einer "Deutschen Arbeiterpartei" angehörte und beabsichtigte, ihr die Bezeichnung "sozialrevolutionär" zu geben, sie lieber "nationalsozialistisch" zu nennen. Jung überzeugte ihn auch, die rote Fahne als zugkräftiges Symbol zu benutzen.
Jung, gebürtig aus Pilsen, hatte im Habsburgerreich der DAP/DNSAP angehört und wurde zu einem der wichtigsten Theoretiker der NSDAP. Schon 1913 war er einer von jenen die das Parteiprogramm der DNSAP ausarbeitete (Iglauer Programm), diese Partei aber zerfiel mit dem Zusammenbruch der K und K Monarchie. 1919 publizierte er in Troppau sein Buch "Der nationale Sozialismus". Am 7. August 1920 hielt Jung im Sitzungssaal des Salzburger Landtags auf einer so genannten überstaatlichen Tagung der Nationalsozialisten die programmatische Rede. Adolf Hitler hielt hier auch eine Rede, aber nicht er, sondern Rudolf Jung war der umjubelte Visionär der versammelten Nationalsozialisten.

1Manfred Weißbecker: Alfred Rosenberg. „Die antisemitische Bewegung war nur eine Schutzmaßnahme…“. In: Kurt Pätzold, Manfred Weißbecker (Hrsg.): Stufen zum Galgen. Lebenswege vor den Nürnberger Urteilen. Leipzig 1999, ISBN 3-86189-163-8, S. 171 (dazu ausführlich: Baumgärtner: Weltanschauungskampf im Dritten Reich. 1977, S. 6 ff.); Walter Laqueur: Deutschland und Russland. Frankfurt am Main/ Berlin 1965, S. 93.
2Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945–1. Oktober 1946. Band V, München/Zürich 1984, S. 53 ff.
3Eduard Gugenberger: Boten der Apokalypse. Visionäre des Dritten Reichs. Wien 2002, ISBN 3-8000-3840-4, S. 196.
4Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe. München 2005, S. 22 f.
5Benjamin Ziemann: Wanderer zwischen den Welten – Der Militärkritiker und Gegner des entschiedenen Pazifismus Major a.D. Karl Mayr (1883–1945). In: Wolfram Wette (Hrsg.): Pazifistische Offiziere in Deutschland 1871–1933. Donat, Bremen 1999, S. 274.

6Alexander Spitzmüller: Und hat auch Ursach, es zu leben. Frick, 1955, S. 74

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