Eine kleine Hilfe zum Erkennen und Ausstieg aus der sozialistischen Matrix.

Sonntag, 2. August 2015

Die Kozis und die Nazis

Vertiefen wir die Sicht auf die Kooperation von Kommunisten und Nationalsozialisten. Und das am besten mit einem konkreten Beispiel aus Deutschland. Lediglich zwei Tage vor den Reichstagswahlen von 1932 marschierten KPD und NSDAP gemeinsam in der Hauptstraße von Schöneberg, um einen Streik in der BVG zu unterstützen und gingen gemeinsam gegen Streikbrecher vor. Es kam dabei auch zu gemeinsam koordinierten Angriffen auf die Berliner Polizei. Eine Szene, die sich in dieser Zeit an vielen Punkten in Berlin wiederholte. Der Tag ging als „roter Freitag“ in die Geschichte ein. Nicht wirklich ungewöhnlich für die Zeit, in der die Weimarer Republik ihrem Ende zuging. Leider ein Spiel, das sich gegenwärtig wiederholt. 

Hunderte starben 1932 in Straßenkämpfen, allerdings nicht KPD gegen NSDAP, sondern gemeinsam als Genossen. Doch dieser Verkehrsarbeiterstreik war ein Meilenstein der Zusammenarbeit, zwischen KPD und NSDAP. Welche sich untereinander tatsächlich nicht so sehr mochten, sondern Moskau hatte die KPD angewiesen, die NSDAP zu unterstützen. 

Chef der Berliner KPD war der berühmte Walter Ulbricht gewesen, der DDR Staatschef, der nie die Absicht gehabt hatte eine Mauer zu bauen. Ulbricht kam persönlich zum Streikgeschehen und an seiner Seite kein Geringerer als der berühmte Joseph Goebbels, damals in der Eigenschaft als Berliner Gauleiter. Diese beiden Halunken hatten die Streiks untereinander ausgekaspert und zogen die Strippen im Hintergrund.

Nazis und Kommunisten sammelten in friedlicher Eintracht Geld für die Streikkasse. So berichtete der Publizist Klaus Rainer Röhl, in seinem Buch Nähe zum Gegner. Kommunisten und Nationalsozialisten im Berliner BVG-Streik von 1932. Den Menschen damals kam eine solche Zusammenarbeit jedoch nicht so überraschend vor, wie uns heute, denn schon in den Jahren zuvor hatte man gemeinsame Sache gemacht.

„Bolschewismus und Faschismus haben ein gemeinsames Ziel: Die Zertrümmerung des Kapitalismus und der Sozialdemokratischen Partei“, erklärte ganz offen der KPD-Abgeordnete im sächsischen Landtag Kurt Alfred Sindermann, der Bruder von Horst Sindermann.

Bei den Reichstagswahlen im Juli 1932 erhielten die Demokratiefeinde aus NSDAP (37,4 Prozent) und KPD (14,5 Prozent), zusammen mehr als die Hälfte der Stimmen. Und das war der Plan von Stalin gewesen, damit Deutschland fällt. Als aber Hitler die Macht nicht teilen wollte, hatte Stalin keine Skrupel die KPD fallen zu lassen.

Wer sich gegen die Machtübernahme Hitlers wehrte, waren nicht die Roten gewesen, sondern der Rechte Paul von Hindenburg, der sich weigerte, Hitler bereits September 1932 zum Reichskanzler zu ernennen.

Ein DDR Film feiert Thälmann 
als den Führer. 

KP-Chef Ernst Thälmann hatte im Mai 1932 angeordnet, bei jedem Streik darauf zu achten, das Nationalsozialisten in den Streikkomitees vertreten waren.1 Das 350-köpfige Streikkomitee gab die Verlautbarung heraus:
„Es spielt keine Rolle, ob wir Kommunisten oder Nationalsozialisten sind, weil unsere Mägen den gleichen Hunger haben, müssen wir uns vereinigen, um die SPD-Bosse zu steuern und unser Ziel zu erreichen.“

Goebbels kommentierte den Streik: 

„Viele bürgerliche Kreise werden durch unsere Teilnahme am Streik abgeschreckt. Das ist aber nicht das Entscheidende. Diese Kreise kann man später sehr leicht wiedergewinnen; hat man aber den Arbeiter einmal verloren, dann ist er auf immer verloren.“


Gesine Lötsch, von der Partei DIE Linke, schrieb auf Lafontaines Linke. Das Blog zur Partei:
„Thälmann hat große Verdienste im Kampf gegen Hitler erworben. (…) Natürlich gibt es in der Bundesrepublik Menschen, die die Erinnerung an den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus auslöschen wollen.“

Sind sie nicht entzückend, die deutschen Linken? Immer groß im Ignorieren ihrer eigenen Idiotie.


Thälmann war der Steigbügelhalter von Hitler.

Ulbricht und Goebbels mobilisierten gemeinsam ihre Genossen in der Nacht vom 2. zum 3. November, um den Streik zu beginnen. Man baute Barrikaden. Dennoch ging die Rechnung von Ulbricht und Goebbels letztlich nicht auf. Der Streik weitete sich nicht aus und der Berliner Transport brach auch nicht zusammen, da sich die S-Bahn, die der Reichsbahn unterstand, nicht dem Streik anschloss. Da Kanzler von Pappen die ganze Polizei zusammenholte und den Streik unter allen Umständen beenden wollte, zog Hitler die SA ab, denn er wollte den Eindruck erhalten, dass er die Machtübernahme auf legalem Weg anstrebt und die demokratische Ordnung der Republik respektierte. Der Streik hatte damit nichts gebracht außer Tote und Verletzte. Doch da Hitler die Front der Streikenden brechen ließ, war es den Kommunisten ein leichtes ihn als Grund dafür hinzustellen. Am folgenden Wahlsonntag konnte die KPD 2,4 Prozent mehr Stimmen verbuchen.

Der ehemalige SPD Reichskanzler (Juni 1928 – Mai 1930) Herman Müller versuchte am 17. Oktober 1930 eine Rede im Reichstag zu halten. Er wurde von den Abgeordneten der KPD und NSDAP gleichermaßen und denselben Zwischenrufen ständig unterbrochen. Die Moskauer Prawda jedoch kommentierte das in einem Artikel wohlwollend zugunsten der NSDAP, die „so viel mehr Proletarier“ seien, als die SPD.2

Professor P. Valkenburg, ein Politologe der Universität Groningen, in den Niederlanden, erzählte im Jahre 1983, dass Nazis und Kommunisten in 70 Prozent aller Fälle im Reichstag identisch abstimmten. Beide extremistischen Gruppen hatten enorm profitiert von der Wirtschaftskrise 1929 und der damit verbundenen Verarmung der Bevölkerung (was gerade erneut geschieht). Nazis genauso wie Kommunisten beschuldigten den Kapitalismus und die jüdische Wall Street daran Schuld zu sein. Heute wettert Die Linke gegen den Kapitalismus, Banken und Zionismus. Was hat sich geändert?

Dabei hat Die Linke, speziell Gregor Gysi, die Spielchen der Banken gerne unterstützt, wenn es opportun war. So zum Beispiel unterstützte Gregor Gysi die Ansichten von Dirk Müller, bei Anne Will, wo Schäubles ständige Finanzpakete an eine Pleiteregierung in Griechenland kritisiert wurden.3 Gysi stimmt deutlich den Ansichten von Dirk Müller zu, der diese Situation mit der Krise in der Weimarer Republik verglich, die zur Radikalisierung der Bevölkerung führte. Kaum wechselt die Regierung von Griechenland zu einer Allianz aus Kommunisten und Neonazis, unterstützt Gysi genau dieselbe Politik von Schäuble.4 Genauso kanzelt er jede Kritik gegen seine Partei als Verschwörungstheorie ab. Was heißt, das sind alles dumme Menschen und nur sie die Genies und Saubermänner. Kaum aber gab es Krawalle der Antifa in Frankfurt, kommt Gregor Gysi mit der Verschwörungstheorie daher, dass nicht die friedliche Antifa die Krawalle anzettelte, sondern der Staat Provokateure einschleuste.

Schon im Mai 1923 hatten Kommunisten und Nationalsozialisten gemeinsam gearbeitet, gegen die französische Besetzung des Rheinlandes.5 Die Partei von Hitler umfasste zu diesem Zeitpunkt immerhin schon 55 000 Mitglieder. Diese Zusammenarbeit wurde provoziert, als die Franzosen Albert Leo Schlageter hinrichteten.

Sowohl die Nazis als auch die Kommunisten feierten ihn als Held, da er in der kommunistischen Bewegung genauso aktiv gewesen war, wie bei den Nazis.6 Beide Parteien verrichteten Gedenkfeiern in Schönau, 
der Geburtsstadt von Schlageter, am 10. Juni 1923. 

Karl Radeck, ein prominentes sowjetisches Mitglied der Internationale und Organisator der kommunistischen Bewegung in Deutschland, feierte den Held Schlageter am 23. Juni 1923. Im Auftrage Moskaus sollte er die Nationalsozialisten und Kommunisten verbünden.7

Radek hatte den Auftrag eine Allianz mit „Deutschen patriotischen Kreisen“ und den Kommunisten, sowie „revolutionären Nationalisten“ aufzubauen. Und das „gegen die Entente (Frankreich und Großbritannien) und dem deutschen Kapital“. Was bitte schön wäre für eine derartige Allianz besser geeignet gewesen, als die NSDAP? Die den Spagat vollzog, zwischen Nationalpatriotischen (auch wenn er nur vorgetäuscht war) und dem Sozialismus? Nazis und Nationalbolschewisten waren sich ideologisch so ähnlich, da passt höchstens ein Blatt Papier dazwischen. 

Die kommunistische Partei startete die sogenannte Kampagne Schlageter, die dazu führte, dass führende Köpfe der Kommunisten und Nationalsozialisten sich zusammensetzten, um über die notwendigen Vorbereitungen einer deutschen Revolution zu beraten.8 Die Taktik, die sich dahinter verbarg, lautete: 
Getrennt marschieren, vereint schlagen.9


1Streik bei der Berliner Verkehrsgesellschaft (http://de.wikpedia.org/wiki/streik_bei_der_Berliner_Verkehrsgellschaft). Bezüglich der kommunistischen Strategie: Heinz August Winkler, Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930-1933 (Dietz Verlag Bonn, 1990), p. 765-775.

2 Michael Koth, Rede in Leuna, 21. Dezember 2000 (wws.kds-im-netz.de), Michael Koth ist ein ehemaligerhochrangiger Kader der KPD und SED, Mitglied des „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ (KDS) die versuchte Verbindungen zwischen Sozialisten, Kommunisten und Neo-Nazis zu schaffen. Die Fakten aus der Rede lassen sich nachprüfen und wurden von anderen bereits bestätigt.

3 In Youtube anzusehen: https://www.youtube.com/embed/2yuj0lsuFtI?

4 In YouTube anzusehen: https://www.youtube.com/embed/gTlyJRjC8-s?

5 Harry Brinkmeyer, Der 1. deutsche Demokratieversuch – didaktische Untersuchungen und Reflexionen zur Weimarer Republik. Das Krisenjahr 1923 (Seminararbeit, 2000, archivnummer K7479). Mat 26, 123: "Da sich Kommunisten und Nationalsozialisten auch gemeinsam am Widerstand und Sabotageakten beteiligen, wird in Teilen beider Parteien über eine Zusammenarbeit nachgedacht."

6 Zwicker, Stafan: Nationale Martyrer. Albert Leo Schlageter und Julius Fucik. Heldenkult, Propaganda, Erinnerungskultur (Paderborn: Ferdinand Schöningh Verlag, 2006), S. 51.

7 Degras, Jane: The Communist International 1919-1943. Documents (London: Frank Cass & Co. Ltd, 1971), Vol II (1923-1928), S. 39; Harry Brinkmeyer, op. cit. June 20, 1923: „Er (Radek) beabsichtigt einen Brückenschlag zum rechten Radikalismus.“

8 Borkenau, Franz: World Communism. A History of the Communist International (Ann Arbor: University of Michigan Press, 1983), S. 246

9 Getrennt marschieren, vereint schlagen? Nationalrevolutionäre Ideologie und Strategie. (www.trend.infopartisan.net/trd0203/t130203.html)

Und im übrigen bin ich der Meinung, dass die sozialistische Bewegung zerstört werden muss!




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