Eine kleine Hilfe zum Erkennen und Ausstieg aus der sozialistischen Matrix.

Sonntag, 16. August 2015

Die Deutschlandreihe V Die interessanten Ereignisse von 1920

Weltgeschehen

Im Jahre 1920 setzten sich die Bolschewiki im Bürgerkrieg durch. Nach einem kommunistischen Aufstand in Aserbaidschan schließt sich das Land Moskau an. Allerdings wurde das Baltikum selbständig. Eine Hungersnot bricht aus in Russland und Deutschland. Die Finnen hatten den Bürgerkrieg im Zarenreich geschickt genutzt und sich die Freiheit errungen. 70 000 Kommunisten wurden daraufhin in Konzentrationslagern verschleppt und zwar auch Frauen und Kinder. Die Festung Suomenlinna war das größte Lager. Krankheiten, wie die Spanische Grippe, waren gewollt, um die Inhaftierten zu dezimieren. Diese wurden auch durch ihre Bewacher zu tausenden ermordet. General Carl Gustaf Emil Mannerheim, ein schwedischer Monarchist hatte die Unabhängigkeit Finnlands errungen, mit der Unterstützung des deutschen Reiches. Er bekam den Beinamen „der blutige Baron“ obwohl er den Umgang in den Konzentrationslagern nicht befohlen hatte unternahm er auch nichts dagegen. Aber er äußerte sich gelegentlich dahingehend, das er die Erschießung der Anführer der Kommunisten befürwortete. Wohingegen die Mitläufer zurück an ihre Arbeit entlassen werden sollten. Die Behandlung der russischen Bolschewiki in Finnland resultierte auf deren eigener Vorgehensweise und ihren immensen Grausamkeiten an Hilflosen, Mitleid ist daher unangebracht. Immer gerechtfertigt mit der großen Sache für die sie kämpfen unterschieden sie sich nicht im geringsten von den Nazis. General Mannerheim und seine Ansichten zur Behandlung der kommunistischen Anführer sind daher nur allzu verständlich und zu begrüssen.

Und die Niederlande, im ersten Weltkrieg neutral, verweigerte 1920 den Alliierten die Auslieferung des Ex-Kaisers von Deutschland. 
Ungarn büßte durch den Friedensvertrag von Trianon am 4. Juni 71 % seines Territoriums ein und verlor 63 % seiner Bevölkerung. Reichsverweser wurde Nikolaus von Horthy der Ungarn bis 1944 regierte. Und mit den Nationalsozialisten paktierte.
Im September begann der indische Freiheitskampf unter Mahatma Gandhi.

Polen fiel, unter dem Kommando von Marschall Józef Klemens Piłsudski, in die Ukraine ein. Allerdings im Bund mit dem ukrainischen Präsidenten Symon Petljura. Man wollte die Kommunisten vertreiben. Was durchaus verständlich ist, leider nicht erfolgreich. Es hätten Millionen Tote verhindert werden können. 
Das polnisch-ukrainische Unterfangen allerdings ging ganz schön daneben und die polnische Armee wurde bis vor Warschau zurückgetrieben. Nur durch französische Hilfe kam es zum Wunder an der Weichsel und die Kommunisten mussten eine Niederlage hinnehmen. Piłsudski war der spätere Diktator in der 2. polnischen Republik.

Der Völkerbund hatte seine erste Vollversammlung in Genf und der ständige internationale Gerichtshof wurde in Den Haag eingerichtet. Die freigewordenen Gebiete des ehemaligen Osmanischen Reiches im Nahen Osten werden zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Syrien und Libanon gingen an Frankreich und Mesopotamien an Großbritannien. Palästina verblieb unter der Hoheit des Völkerbundes, aber als britisches Protektorat. Auch Saarland und Danzig blieben Mandatsgebiet. 
Dem Empire wurde die Aufgabe erteilt einen Raum für jüdische Siedlungen zu schaffen. Frankreich fiel umgehend in Syrien ein, um den britischen Marionetten König Faisal I. Zu vertreiben, der wird 1921 daraufhin König des Irak.
In diesem Jahr bekam das britische Protektorat Palästina auch eine Verfassung. Die Flagge dieses ersten Staates Palästina ist allerdings Blau Weiss Zweigeteilt und hat einen Großen Davidstern in der Mitte. Den angeblichen und von der deutschen Linken geradezu religiös deklarierten Palästinenserstaat hatte es nie gegeben.

Die Sabotage an der konservativen Regierung

Die Weimarer Koalition zerbrach bereits mit den Reichstagswahlen in jenem Jahr 1920. Das lag vor allem an den gewaltigen Stimmenverlusten der SPD, nach dem die linke extreme USPD sich abgespalten hatte. Die SPD war damit ohne ihren linken Flügel offiziell keine linke Partei mehr. 
Ein Minderheitenkabinett bildete sich aus Bourgeoisie Politikern, der Parteien Zentrum, DDP und DVP. Diese Regierung war nur durch die Tolerierung der SPD arbeitsfähig. Wurde aber gleichzeitig durch die SPD ständig sabotiert. 
Dem Parlamentspräsidenten Constantin Fehrenbach (Zentrum), der als ein Mann des Ausgleichs galt, wurde das Amt des Kanzlers angetragen. Dieser nahm erst nach langem zögern an. Ihm war die Situation der Lage bewusst und die war fatal.
Die wichtigste Aufgabe seiner Kanzlerschaft war die Erfüllung des Versailler Vertrages. Dieser legte allerdings nur die Rahmenbedingungen für zahlreiche Konferenzen fest, die sich mit der Frage der Reparationen beschäftigten. Auf der Konferenz von Spa vom 5. bis 16. Juli 1920, an der erstmals Vertreter Deutschlands teilnehmen durften, leitete Reichskanzler Fehrenbach die deutsche Delegation. In seiner Ansprache an die Vertreter der Entente forderte er, dem Deutschen Reich statt der im Versailler Vertrag vorgesehenen Verringerung der Heeresstärke auf 100.000 Mann wenigstens das Doppelte zuzugestehen. Die zeitgleich erfolgende Volksabstimmung über den Verbleib Westpreußens und Oberschlesiens bei Deutschland ergab eine große Mehrheit für die Erhaltung der Gebietssituation.

Zuerst aber musste sich die neue Regierung dem Ruhraufstand widmen. Im Ruhrgebiet kam es am 13. März 1920 zu ersten Demonstrationen, so zum Beispiel mit 20.000 Menschen in Bochum. Gleichzeitig zum Kapp-Putsch fand am 14. März 1920 in Elberfeld (heute zu Wuppertal) ein Treffen von Vertretern von KPD,USPD und SPD statt. Die linken Arbeiterparteien beschlossen spontan ein Bündnis gegen die Putschisten. SPD, USPD und KPD verfassten einen gemeinsamen Aufruf zur „Erringung der politischen Macht durch die Diktatur des Proletariats“.
Die Politik der SPD ist mit höchster Vorsicht zu beurteilen. Sie agierte an allen Fronten, verbündete sich Feinden und sabotierte Alliierte. Das Verhalten rief selbst bei ihren Mitgliedern Unverständnis vor und führte zur Abspaltung der USPD, in deren Augen die SPD eben abhängig war und das meinte deren Parteiführung vom Geld.

Ruhraufstand

Infolge dieser Erklärung und im Rahmen des Generalstreiks versuchten einige Arbeiter im regionalen Maßstab des Ruhrgebietes die Regierungsgewalt zu übernehmen. In den größeren Orten des Ruhrgebietes übernahmen spontan gebildete lokale „Vollzugsräte“ die politische Macht. Sie wurden meist von der USPD dominiert, die KPD war ebenfalls mit dabei. Aber auch die anarchosyndikalistische Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) war vertreten. Arbeitersoldaten wurden aufgestellt, die die Städte kontrollierten.
Der Roten Ruhrarmee, deren Stärke aus den später abgegebenen Gewehren auf etwa 50.000 Angehörige geschätzt wurde, gelang es, binnen kürzester Zeit die bewaffneten Ordnungskräfte im Revier zu besiegen. Einer der die Ruhrarmee damals bejubelte, war der Student Joseph Goebbels.
Am 15. März 1920 griffen bewaffnete Arbeiterformationen bei Wetter eine Vorhut des Freikorps Lichtschlag unter Hauptmann Otto Hasenclever an, der unter schwarz-weiß-roten Fahnen angerückt war und auf Nachfrage angegeben hatte, unter dem Befehl des Generalleutnants von Watter zu stehen, der wiederum „auf dem Boden des Generals Lüttwitz“ stünde. Die Batterie wurde aufgerieben, Hauptmann Hasenclever und zehn Soldaten sowie sechs Arbeiter getötet. Am 17. März wurde die Hauptmacht des Freikorps in Dortmund nach einem mehrstündigen Gefecht geschlagen. Die bewaffneten Arbeiter erbeuteten die Geschütze, nahmen 600 Freikorpsangehörige gefangen und besetzten Dortmund.
Am 20. März 1920 bildete sich in Essen der Zentralrat der Arbeiterräte, die in Teilen des Ruhrgebiets die Macht übernahmen. Auch in Hagen gab es eine Zentrale.
Die Zitadelle Wesel wurde am 24. März angegriffen.
Dem Ultimatum der ins Amt zurückgekehrten Regierung, bis zum 30. März bzw. 2. April Streik und Aufstand aufzugeben, kamen die Arbeiterräte nicht nach.
Der Versuch, den Konflikt auf dem Verhandlungsweg im sogenannten Bielefelder Abkommen beizulegen, scheiterte letztlich am eigenmächtigen Vorgehen des regionalen Militärbefehlshabers im Wehrkreis VI, Generalleutnant Oskar von Watter.
Die Folge war die erneute Proklamation eines Generalstreiks. Daran beteiligten sich mehr als 300.000 Bergarbeiter (rund 75 Prozent der Belegschaften). Der Aufstand brachte auch Düsseldorf und Elberfeld in die Hände der Arbeiter. Bis Ende März war das ganze Ruhrgebiet erobert.
Die beteiligten Aufständischen, oftmals Weltkriegsveteranen, bezogen sogar Sold von den Arbeiterräten. Man operierte oft in kleinen Gruppen, die sich auf Fahrrädern fortbewegten. Auch die ehemalige Festung in Wesel wurde belagert, doch erlitt die Ruhrarmee hier ihre erste Niederlage.

Ende März 1920 marschierten Reichswehreinheiten ins Ruhrgebiet ein, um den Aufstand niederzuschlagen. Pikanterweise befanden sich darunter auch Einheiten, die noch Tage zuvor den Putsch unterstützt hatten, wie etwa die Marine-Brigade von Loewenfeld oder das Freikorps Aulock.
Mit Rückendeckung der Reichsregierung wurde der Aufstand von General von Watter niedergeschlagen. 
Es erfolgten Todesurteile sowie Massenerschießungen. Wer bei Festnahme bewaffnet war, wurde erschossen – auch Verletzte. Am 3. April 1920 ließ Reichspräsident Friedrich Ebert die Standgerichte wieder verbieten, um das Schlimmste zu verhüten, aber erst am 12. April untersagte General von Watter seinen Soldaten „gesetzwidriges Verhalten“. Trotzdem wurden noch Tage später (vermeintliche) Angehörige der Roten Ruhrarmee „auf der Flucht erschossen“.
Erst an der Ruhr machte die Reichswehr halt, weil die britischen Besatzungstruppen wegen Verletzung des Friedensvertrages von Versailles mit der Besetzung des Bergischen Landes drohten.

Adolf Hitler und die Räterepublik

Adolf Hitler blieb bis zum 31. März 1920 Soldat des 2. bayrischen Infanterieregiments. Zuvor, bis zum 25. Januar 1919 war er im Lager Traunstein, wo er russische und französische Kriegsgefangene bewachte. 
In diesem Jahr 1920 wurde Eduard Benes Chef der tschechischen Nationalsozialistischen Partei.
"So sehr die deutsche Linke auch vom Kampf gegen Rechts redet, muss uns klar sein, das es nicht darum geht Nazis zu bekämpfen, sondern das Bürgertum. Das von ihnen so gern benutzte Wort Nazi, mit denen sie ihre eigenen Gegner bedenken, stammt ursprünglich aus der Bezeichnung für Linke. Das Wort kannte man in Bayern, wo es als Kurzform für Ignaz verwendet wurde. Aber es wurde auch in Bayern, Böhmen und Österreich benutzt, um eine törichte Person zu benennen. In Bayern auch für Österreicher, die nach Deutschland kamen, wie eben Adolf Hitler.1903 lässt sich der Begriff dann nachweisen, als Bezeichnung für die Nationalsozialen um Friedrich Naumann, der noch immer bei FDP und SPD verehrt wird. Götz Aly bezeichnete ihn 2011 als „Leiche im Keller der FDP“. Kurt Tucholsky verwendete 1923 zum ersten Mal Nazi in der heutigen Form. Und zwar, um die Nationalsozialisten, deren Abkürzung ja eigentlich Naso lauten müsste, von der SPD zu unterscheiden. Das war in der damaligen Zeit nämlich nicht so einfach wie heute. Speziell, weil die NSDAP von SPD Politikern dominiert war. Da man diese aber bereits Sozi nannte und fest eingebürgert war, sagte man eben nicht Naso, sondern Nazi. Daher kommt es nämlich, das Goebbels ein Buch mit dem Namen Der Nazi-Sozi schrieb. Denn die NSDAP, hat sich eben nicht (frei nach einem Zitat von Franz Josef Strauß) nur aus der Beamtenschaft gebildet, sondern durch das Heer von SPD-lern, die aus der SPD wegen derer enttäuschenden Politik austraten und in die NSDAP als die für sie akzeptabelste sozialistische Partei eintraten. Was übrigens wieder geschieht seit einigen Jahren." 1

Das Lager unterstand aber dem Kommando eines Soldatenrates der Räterepublik. Am 15. Februar wählte man ihn zu einem Vertrauensmann seines Regimentes. Und als solcher geriet er in den Kontakt mit der Propagandaabteilung der Münchner Räterepublik, unter Kurt Eisner von der ultralinken USPD. Er bekam den Auftrag seine Kameraden in das neue sozialistische System einzuweisen. Im Rahmen dessen nahm er auch am 16. Februar an einer Demonstration des „Revolutionären Arbeiterrates“ in München teil.
Obwohl der jüdische Ministerpräsident der Räterepublik am 21. Februar seinen Rücktritt verkünden wollte, da die USPD die Landtagswahlen verloren hatten, wurde er kurz vorher noch von einem Rechstradikalen, dem Monarchisten und Mitglied der Thule-Gesellschaft Leutnant Anton Graf von Arco auf Valley ermordet. Die Thule-Gesellschaft war zwar eine Geheimorganisation, die sich der Bekämpfung der sozialistischen Räterepublik verschrieben hatte, doch der Mord war völlig überflüssig. Außer man hatte es darauf angelegt neuerliche gewalttätige Unruhen auszulösen. 
Ein Schuss in den Rücken und ein zweiter in den Kopf töteten Eisner, der von dem bevorstehenden Attentat gewusst hatte.
War es die Absicht Unruhen auszulösen, so schien man Erfolg damit zu haben. Ein Mitglied der Revolutionären Arbeiterrates, der Metzger und Koch Alois Lindner, der zwei Stunden nach dem Attentat auf Eisner auf den SPD-Vorsitzenden und Innenminister Erhard Auer schoss. Er glaubt ihn als Drahtzieher zu erkennen. Der Major Paul von Jahreiß versuchte das noch zu verhindert und wurde vom Attentäter getötet. Ein zweiter unerkannter Attentäter erschoss im selben Moment den konservative Abgeordneten Heinrich Osel.
Man glaubte an einen Putschversuch der Monarchisten, weshalb die USPD einen Generalstreik ausrief. Zeitungen der konservativen Bürgerschaft wurden verboten, man glaubte das die Bürgerschaft mit den Monarchisten paktieren würde, wegen der Ermordung von Osel. 
Vorrübergehend übernahm der Zentralrat der bayrischen Republik die Regierung unter Leitung von Ernst Niekisch, der eigentlich zur SPD gehörte, aber zur USPD wechselte.
Am 26. Februar 1919 wurde Kurt Eisner zu Grabe getragen auf dem Münchener Ostfriedhof. Im Trauerzug mit dabei, Adolf Hitler. Sein Grab wurde 1933 nicht durch die Nationalsozialisten zerstört, sondern seine Urne wurde auf den Neuen Israelitischen Friedhof mit Gustav Landauer beigesetzt, der etwa 10 Wochen nach Eisner von Rechtsradikalen ermordet wurde.
Eisners Mörder wurde erst 8 Monate später vor Gericht gestellt. Da war die Bayrische Räterepublik längst von Reichswehr und Freikorps zerschlagen worden. 
Der Richter Georg Neithardt war nicht nur dem System ergeben, er gehörte auch zur Thule-Gesellschaft. Dies war in diesem Moment aber nicht bekannt. Hinweise auf die Thule Gesellschaft als Drahtzieher ignorierte der Richter und erklärte Arco zum Einzeltäter, der „nicht niederer Gesinnung“ nach gehandelt habe, sondern aus „glühender Liebe zum Vaterland“. Trotz dieser Sympathiebekundung wurde Arco am 16. Januar 1920 zum Tode verurteilt. Am Tag darauf allerdings von der bayrischen Regierung begnadigt. Und zwar aufgrund der Gesinnungsmotive die Richter herausgestellt hatte:
Von einer Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte konnte natürlich keine Rede sein, weil die Handlungsweise des jungen politisch unmündigen Mannes nicht niedriger Gesinnung, sondern der glühenden Liebe zu seinem Volke und Vaterland entsprang […] und Ausfluss der in weiten Volkskreisen herrschenden Empörung über Eisner war.“
Das Gerede von Neithardt ist das typische Gutmenschengerede von heute. Seine Lobe für den Halbjuden Arco, lassen den Vorwurf des Antisemitismus nicht zu. Die Ermordung der Juden Eisner, durch den Halbjuden Arco lassen es schwer sein eine rechtsradikale oder antisemitische Tat vorzuwerfen.
Das ganze war also ein abgekartetes Spiel gewesen und im Vorfeld geplant. Das Todesurteil wurde umgewandelt in lebenslange Festungshaft in Landsberg am Lech. Genau dort also, wo 1924 auch Adolf Hitler inhaftiert werden würde. 
Festungshaft war eine milde Strafe, die nicht als unehrenhaft angesehen wurde. Aufgrund der Amnestie vom April 1924 wurde Arco entlassen und 1927 auch offiziell begnadigt.
Die Witwe und die beiden Töchter von Kurt Eisner wurden von der bayrischen Regierung hingegen davon gejagt. Arco sagte über Eisner:
Eisner ist Bolschewist, er ist Jude, er ist kein Deutscher, er fühlt nicht deutsch, untergräbt jedes vaterländische Denken und Fühlen, ist ein Landesverräter.“
Die Ironie der Geschichte aber ist, das Arco selbst Kind einer Jüdin war. Die NSDAP ernannte ihn zuerst dennoch zum Held der Bewegung, so wie Horst Wessel etwa. Allerdings änderte sich das etwas später. Politisch gehörte Arco-Valley seit seiner Haft zu den radikalsten Mitgliedern des monarchistisch-föderalistischen Flügels der Bayerischen Volkspartei (BVP). In der NSDAP, die ja keine Monarchisten waren, sah er Linke.
Am 13. März 1933 wurde er verhaftet, weil er unter Bezugnahme auf Hitlers zentralistische und daher sozialistische Innenpolitik bemerkt hatte, ebenso gut wie Eisner könne er auch einen anderen erschießen. Die nationalsozialistische Parteipresse erging sich daraufhin in hasserfüllten Tiraden:
Wäre unserem Führer bei dem Mordversuch des Juden Graf Arco-Oppenheimer auch nur ein Haar gekrümmt worden – kein Jude in Deutschland hätte den anderen Tag überlebt.“2
Letzten Endes wurde Arco-Valley auf Fürsprache des letzten bayerischen Kronprinzen und gegen die Zusicherung, nichts gegen Hitler zu unternehmen, noch im gleichen Jahr wieder freigelassen, blieb jedoch unter Beobachtung.

Noch 1969 protestierte die CSU gegen die Benennung der Kurt-Eisner-Straße in München-Neuperlach: Das Feingefühl der Witwe des 1945 gestorbenen Grafen Arco-Valley könnte verletzt werden, wenn eine Straße nach dem Opfer ihres Mannes benannt werde. 
Er war Enkel von Lord John Emerich Edward Dalberg-Acton. Seine Mutter Emmy Freiin von Oppenheim, aus der jüdischen Bankiersfamilie Oppenheim. Das machte Arco zu einem Verwandter von Max von Oppenheim. Sie sind ein Zweig der jüdischen Familie Oppenheimer, die auf Amschel Oppenheim († nach 1505 in Worms) zurückgehen. Erstaunlich dieser Selbsthass. Wegen dieser Mutter soll er aus der der Thule Gesellschaft ausgestoßen worden sein. Das verhalten des Richters gegen ihn scheint das zweifelhaft zu machen. Die Ermordung von Eisner dürfte wohl eher die Mutprobe eines Fanatikers gewesen sein, wie sie bei derartigen Zirkeln gang und gäbe war.

Alois Lindner hingegen wurde am 15. Dezember 1919 in München zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. 1930 emigrierte er in die Sowjetunion und trat der KPdSU bei. 
Sein Opfer Auer, das überlebte, galt als Rechtssozialist der bereits den Krupp-Streik Januar 1918 sabotierte, er war von der Werksleitung gekauft. Und das zeigt was für eine gewissenlose und niederträchtige Partei der Lobbyarbeit schon damals die SPD war, nicht nur heute.

Der Richter Georg Neithart war später mit dem Prozess gegen Adolf Hitler und seinem NSDAP Putsch betraut. Januar 1922 landet Adolf Hitler zum ersten Mal vor diesem Richter. Es ging um eine dreimonatige Gefängnisstrafe wegen Landfriedensbruchs, nämlich der gewaltsamen Sprengung einer Versammlung des Bayernbundgründers Otto Ballerstedt. Diese änderte er um in zwei Monate auf Bewährung „erlassen“. Kurz darauf wurde Neithart zum Landgerichtsdirektor befördert. 1924 ist er erneut der Richter von Hitler im Prozess bezüglich seines missglückten Putsches. 264 Tage Festungshaft, in dem Hitler den ersten Teil von Mein Kampf schrieb, sind das Ergebnis.
Was viele jedoch auch nicht wissen ist, dass Neithart Hitler bereits vor dem Prozess unterstützte. Da es sich um einen Hochverratsprozess handelte, erklärte sich der Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik in Leipzig zuständig. Dies entsprach dem Gesetz der Weimarer Republik. Neithart wies die beantragte Auslieferung allerdings ab. Dies war eine Anweisung des bayrischen Justizministers Franz Gürtner (DNVP), der bereits einige Tage vorher einem Haftbefehl aus Leipzig gegen Adolf Hitler ablehnte zu folgen. Hitler und seinen Mitangeklagten vom Putsch gab der Richter dann ausgibig Spielraum zur Selbstdarstellung. Rechtswidrig wurden Hitlers damalige Vorstrafen nicht zum Gegenstand der Verhandlung gemacht, ebenso wenig wie die Tatsache, dass vier Beamte der Münchner Polizei von den Putschisten erschossen worden waren. Neithardt verurteilte Hitler schließlich rechtswidrig lediglich zur Mindeststrafe von fünf Jahren und stellte entgegen gültigem Recht, dem bereits bewährungsbrüchigen Straftäter die Aussetzung eines Strafrestes in Aussicht. Tatsächlich verbüßte Hitler nur etwa acht Monate Festungshaft. Die nach geltendem Recht zwingende Folge der Ausweisung des österreichischen Staatsangehörigen Hitler unterblieb. Der Staatsrat Fritz Schäffer wies den Richter noch mal später daraufhin, dass laut Gesetz kriminelle Ausländer, Hitler war noch nicht eingebürgert, ausgewiesen werden müssen. Wer so was heute fordert wird von der deutschen Linken als Nazi bezeichnet. Irgendwas stimmt doch nicht in diesem Land.

Der V-Mann Adolf Hitler

Zurück zu den Ereignissen 1920. Am 15. April 1919 wurde Adolf Hitler vom Ersatzbataillonsrat der Soldatenräte der Münchner Räterepublik gewählt. Diese hatte sich am 13. April Kommunistisch erklärt und Hitler mitten drin.
Im Mai wurde die Räterepublik gewaltsam durch die Reichswehr beendet. Nun wird der Nachrichtendienst des Heeres auf Hitler aufmerksam. Hitler begann umgehend nach Ende der Räterepublik andere Mitglieder des Bataillonsrates, als kommunistische Aktivisten anzuzeigen. Das sicherte ihm das Wohlwollen des neuen Machthabers und die Aufmerksamkeit des Nachrichtendienstes. 
Er selbst verschwieg seine Beteiligung an den sozialistischen Räten. Dies wird als Beleg gesehen, das Hitler zu diesem Zeitpunkt noch nicht politisch gefestigt war. Unsinn, er war ein Opportunist. Erinnert sei an Angela Merkel die im Spendenskandal um Helmut Kohl, ihrem politischen Mentor als Erste das Messer in den Rücken jagte und dafür mit dem Kanzleramt belohnt wurde. Glauben Sie Angela Merkel wurde Kanzlerin, weil sie politisch nicht gefestigt war? Naja, und Hitler tat das Selbe.
Die Gegenprobe zeigt das auch. Während viele Kommunisten in die rechten Freikorps eintraten, als die Niederlage der Räterepublik sich abzeichnete, um der Verfolgung zu entgehen tat Adolf Hitler wiederum dies niemals. Die Linken dieser Zeit waren weder unpatriotisch, noch waren sie pro-jüdisch, ganz im Gegenteil, sie drückten sich nur anders aus. Viele denken aber genau das, denn sie meinen die heutige deutsche Pseudo-Linke sei damals genauso gewesen.
Im selben Monat tritt Hauptmann Karl Mayr, Leiter der „Aufklärungsabteilung“ im Reichswehrgruppenkommando 4 an ihn heran. 
Im Juli 1918 hatte Mayr bei der Deutschen Militärmission in der Türkei gedient. Vom 20. Juli bis zum 15. Oktober 1918 war er dort bei der Heeresgruppe Ost und der Armee des Islam von Max von Oppenheim eingesetzt. 
Die Frage ist, warum suchte er Hitler? Es wurde vermutet das Hitler rekrutiert wurde. Das damalige „Verzeichnis von Propagandaleuten“ weist Adolf Hitler aber nicht aus. Sicher ist aber, das Hitler im Namen des Nachrichtendienstes Propaganda betrieb. War er also vielleicht verdeckt tätig?
Hitler war die Wiederholung des Plan Lenins. Schon einmal hatten sich die Rechtsradikalen, der Kommunisten unter Lenin als politisches Mittel zur Stabilisierung bedient. Das hatte recht gut geklappt, bis die Bolschewiki an der Macht waren. Man glaubte nicht diesen Fehler zwei mal zu begehen, doch Mann sollte sich irren. Ob der Plan wirklich so weit ausgereift war, ist zu bezweifeln, aber er bestand in groben Zügen. Doch Federer hatte die Idee vorgezeichnet und glaubte dafür die DAP gefunden, und mit Adolf Hitler sah man eine Option.
Jeder der auf Hitler's Taten verweist und behauptet er müsse deshalb ein Rechter sein, liegt grundsätzlich falsch. Er war ein typischer Linker. Er führte die sozialistische Revolution fort. Es war schon immer ein Merkmal der Linken Pseudointellektuellen, ihre Vergangenheit zu ignorieren, in der Gegenwart zu versagen und Luftschlösser in der Zukunft zu bauen.
Es waren immer die Linken Europas jener Zeit, die den Massenmord forderten und auch praktizierten, schon vor den Bolschewiki. Als es in den Kolonien der europäischen Mächte zum niederschlagen von Aufständen kam, da waren da keine Linken, die den moralischen Finger hoben. Sie begrüßten die Vernichtung der Wilden. Außerdem waren diese Taten, aus der Situation geboren, kein geplanter Tod, wie die linken Intellektuellen dies sehr wohl taten.
In München (August 1920) sprach Hitler über das Vertrauen zum sozialistischen Rassismus:
Wenn wir Sozialisten sind, dann müssen wir definitiv Antisemiten sein - den Gegner, in diesem Fall, ist das Materialismus und Geldwirtschaft, gilt es zu überwinden.“
Es folgte großer Applaus. Hitler fuhr fort:
Wie, als ein Sozialist, sollte man kein Antisemit sein können?“
Dieser Punkt war unter den Linken allgemein anerkannt. Und man muss darauf hinweisen, dass niemals irgend ein Linker in den 20er, 30er oder 40er Jahren behauptete, Hitler sei kein Linker gewesen oder etwa man hätte ihn einen Rassist genannt. Dies wäre auch absolut absurd gewesen, in einer Zeit wo der Sozialismus auf der Tradition des Völkermord aufbaute. Und dieser begann nachweisbar spätestens 1849 mit dem Artikel von Friedrich Engels und überlebte in anderen Teilen der Welt selbst Hitler.
Das war die Sicht Januar/Februar 1849 im Artikel von Friedrich Engels „Das ungarische Problem“ in der Neue Rheinische Zeitung. Der Punkt war sehr bedeutsam für den Aufstieg. Aber es ist ein guter Ansatz zum Verstehen von Auschwitz und seiner sozialistischen Natur.
Die Marxistische Theorie benötigte und forderte den Völkermord, als notwendige Antwort auf den überwundenen Feudalismus und um den Kapitalismus abzulegen.
Die Rassenfrage nach der Revolution, Vorurteile der neuen Sozialisten, die sie als der Neue Mensch verstanden, konnte nicht warten oder auf Zeit spekulieren. Der Neue Mensch war kein Einfall der NS-Politiker, er kam direkt von Karl Marx. Man hätte die Widersprüche töten müssen. Als „Rassenabfall“, wie Engels es nannte, als Teil des „Misthaufen der Geschichte“.
Kurz darauf wurde die sozialistische Pseudowissenschaft durch die Eugenik angereichert. Bei Kommunisten, wie Nationalsozialisten oder Neoliberale stieß es auf fruchtbaren Nährgrund. Es war deren Schritt auf dem Weg zu Auschwitz. Und wir sehen bei den Sozialisten den Wunsch das unter den Tisch zu kehren.
Er gibt vielfaches Vergleichsmaterial in den Schriften von HG Wells, Jack London, Havelock Ellis, the Webbs und anderen. Der Völkermord jedoch war ein Grundbestandteil des Sozialismus seit Anbeginn.
Die linke Intellektuellen, zur Zeit des ersten Weltkrieg propagierten Rassenfrage und „Weiße Dominanz“ und predigten Gewalt. Das Prädikat Sozialismus, als Kampf für das Gute, also gegen die Rechten, Konservativen, als Ausbeuter verschrien, war für sie ein Blankoscheck, eine Lizenz zum töten und das meinte alles, bis hin zum Genozide. Hitler war keineswegs die barbarische Ausnahmen, er war eine typische Regel.
Zivilisierte Kreise erkannten es schon damals. Auch Rosa Luxenmburg kritisierte das vorgehen der Bolschewiki, um schon kurz darauf genau diese Barbarei als notwendig zu verteidigen. Alles wurde mit einem höheren Ziel gerechtfertigt, der Kreation des Neuen Menschen, der bei Hitler Arier genannt wurde. Das war der Unterschied.
Und es war dieses Jahr 1920 in dem Ernst Thälmann, zuvor 14 Jahre lang SPD Mitglied, in die KPD eintrat und in die Sowjetunion reiste, um Lenin persönlich kennen zulernen. Er war stets Moskau hörig und das war sein eigentliches Verbrechen. Als guter Kommunist dachte er nicht selbst, sondern befolgte Anweisungen, die ihn zum Steigbügelhalter Hitlers werden ließen. Stalin sagte es selbst:
„Gedanken sind mächtiger als Waffen. Wir erlauben es unseren Bürgern nicht, Waffen zu führen – warum sollten wir es ihnen erlauben, selbständig zu denken?“

Die Linken Moralisten waren auch erstaunlich still, als das Grauen der Roten Khmer bekannt wurde. Wenn sie den Mund auf machten, dann um ganz revisionistisch den Genozide herunterzuspielen. Vergleichbar etwa, wenn wieder mal vom Kindesmissbrauch bei den Grünen geredet wird. Da meldet sich keine Renate Künast zu Wort, wobei der Troll sofort aus seiner Höhle gekrochen kommt, wenn man über andere herfallen kann. Damals gab es keine Linken, die sich gegen den Völkermord aussprachen und heute tun sie es nur, damit das Volk nicht die bolschewistische Hyänen erkennt. Johann Wolfgang von Goethe hatte wohl recht, als er sagte:
„Wer die Menschen betrügen will, muss vor allen Dingen das Absurde plausibel machen.“
Gesichert ist, zwischen dem 5. und 12. Juni und zwischen 26. Juni und 5. Juli 1919 wurde Hitler vom 2. Infanterieregiment zu „antibolschewistischen Aufklärungskursen“ geschickt, im Rahmen „Propaganda bei der Truppe“. Diese Kurse wurden an der Universität München durchgeführt und zu seinen Instruktoren zählten auch Karl Alexander von Müller und Gottfried Feder. 
Der Kurs beinhaltete auch den Antisemitismus als politische Waffe. Auch Rudolf Heß und Hermann Göring waren Studenten von Karl Alexander von Müller gewesen, der in Anspruch nahm, das Rednertalent von Hitler entdeckt zu haben. Von Müller verstand sich als monarchistisch und lehnte die Weimarer Republik ab. Im August 1933 erst trat er der NSDAP bei. Vorher gehörte er zur Thule Gesellschaft. Gottfried Feder, ebenfalls, bei der Thule Gesellschaft, war sein Schwager.
Der Wirtschaftstheoretiker Gottfried Feder behauptete 1925 selbst, das er es war der Hitler in seine Idee einer neuen Partei einweihte, die eine Verbindung zwischen Linken und Rechten Radikalen war, um das Gewaltpotential in eine Richtung zu kanalisieren. Dazu wollte er sich des Antisemitismus bedienen, um von den Unterschieden abzulenken. Gottfried Feder war damals bereits Gründungsmitglied der DAP und er war es der Adolf Hitler auf deren Veranstaltung sendete.

Am 22. Juli 1919 sendete ihn Karl Mayr, ein alter Schulfreund von Federer und Thule-Mitglied, und 26 andere Auszubildenden der Münchener Garnison, als „Aufklärungskommando“ über Bolschewismus und Spartakismus, zu den Soldaten des Reichswehrlager Lechfeld, um diese umzuerziehen. Dabei bewährte sich Hitler zwischen dem 20. bis 24. August als Redner, der es verstanden hatte durch Antisemitismus Emotionen zu wecken. Hitler wurde nun zur rechten Hand von Karl Mayr, der ihn im Herbst 1919 mit Ernst Röhm bekannt machte. Dieser war Mitbegründer der rechtsradikalen monarchistischen Offiziersverbindung „Eiserne Faust“. Mit Hilfe dieser Organisation erhielt Hitler Zugang zu hohen Kreisen der Reichswehr. Röhm selbst gehörte dem Freikorps Epp an und wurde Mitglied der DAP, im Rahmen des Planes von Feder, bezüglich einer neuen Partei. Röhm gehörte neben Dietrich Eckart, Hermann Esser, Julius Streicher und Christian Weber zu den ganz wenigen Duzfreunden Hitlers.

Im Rahmen seiner Arbeit als V-Mann entsendete ihn Mayr am 12. September 1919 auf eine Versammlung der DAP im Sterneckerbräu. Anton Drexler forderte ihn später wegen seines Redetalentes zum Parteieintritt auf, was Hitler auf geheiss Mayr dann eine Woche später tat.
Im Auftrag Mayrs verfasste Hitler am 16. September für Adolf Gemlich, einen Teilnehmer der Lechfelder „Aufklärungskurse“, ein „Gutachten zum Antisemitismus“. Darin betonte er, das Judentum sei eine Rasse, keine Religion. „Dem Juden“ seien „Religion, Sozialismus, Demokratie […] nur Mittel zum Zweck, Geld- und Herrschgier zu befriedigen. Sein Wirken wird in seinen Folgen zur Rassentuberkulose der Völker.“ Daher müsse der „Antisemitismus der Vernunft“ seine Vorrechte planmäßig und gesetzmäßig bekämpfen und beseitigen. Das was Hitler da proklamierte, nennt man heute Antizionismus. „Sein letztes Ziel aber muss unverrückbar die Entfernung der Juden überhaupt sein. Zu beidem ist nur fähig eine Regierung nationaler Kraft […] nur durch rücksichtslosen Einsatz national gesinnter Führerpersönlichkeiten mit innerlichem Verantwortungsgefühl.“ Mayr stimmte Hitlers Ausführungen weitgehend zu. Jedoch ist das nicht miss zu verstehen, die Kommunisten jener Zeit sahen das völlig genauso. Karl Mayr zum Beispiel war später Politiker des linken Spektrums der SPD.
Der aus Böhmen ausgewiesene Ingenieur Rudolf Jung überredete in jener Zeit Hitler dazu, der die DAP in Sozialrevolutionäre Deutsche Arbeiterpartei nennen wollte, in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei umzubenennen. Jung überzeugte ihn auch, die rote Fahne als zugkräftiges Symbol zu benutzen. Viele NSDAP Größen waren von der SPD gekommen und Joseph Goebbels war sogar Kommunist gewesen. Am 24. Februar 1920 verkündete Adolf Hitler im Münchener Hofbräuhaus das 25 Punkte Programm der nun sich NSDAP nennenden Partei. Hitler war da noch kein Parteivorsitzender, sondern zuständig für Propaganda.

Im März 1920 schickte Mayr Hitler, Dietrich Eckart und Robert Ritter von Greim nach Berlin, um in seinem Auftrag die Ereignisse des Kapp-Putsches aus nächster Nähe zu beobachten. Dietrich Eckart entwickelte sich im Laufe der Zeit für Adolf Hitler zu einem der wichtigsten Ideengeber im Bereich Nationalsozialismus, obwohl er selbst nie der NSDAP formell angehörte. Er prägte den Begriff „Drittes Reich“. 1921 wurde er Chefredakteur des Völkischen Beobachters. Robert Ritter von Greim baute die Luftwaffe für die Regierung Chinas auf.
Wenige Monate später, am 8. Juli 1920, wurde Mayr auf eigenen Wunsch als Major aus dem Generalstab des Wehrkreiskommandos VII aus dem Militärdienst entlassen. Ohne dass man letzte Sicherheit hätte, spricht einiges dafür, dass Mayrs in separatistische Pläne des einflussreichen BVP-Politikers Georg Heim (wozu auch Arco gehörte) und dessen Vertrauten Karl Graf von Bothmer verwickelt war. Im Laufe des Jahres 1920 hatte sich Mayr offenbar von deren Ideen abgewandt und publizierte im Juli 1920 Material über Heims Bestrebungen.

Thule Gesellschaft

Es gilt abschließend noch etwas genauer zur Thule-Gesellschaft zu berichten, die zwar durch aus eine Bedeutung zukommt, deren Rolle jedoch dennoch sehr übertrieben wurde. Insbesondere in späteren Jahren und sich auf spätere Publikationen des von Sebottendorf berufend, als die Gesellschaft in Wahrheit nicht mehr existierte.
Die Thule-Gesellschaft war Pro-Monarchistisch und in ihrer Glanzzeit hatte sie 1500 Mitglieder, alle in delikaten Positionen der deutschen Politik, 250 waren in München. Sie diente als Sammelbecken und Plattform für Personen, die sich gegen die Räterepublik wendeten und intrigierten. Als diese nicht mehr existierte verlor die Gesellschaft an Bedeutung. Die persönlichen Bande blieben freilich bestehen, die politischen Verbindungen die da geknüpft wurden, kultivierten sich weiter. Doch die Thule-Gesellschaft als solche war bereits 1925 von keiner nennenswerten Bedeutung mehr. Das Machtgefüge hatte sich verlagert, und das geplant, gewiss einen Teil in die NSDAP.
Die Gesellschaft war eine Abspaltung des Germanenordens, von Rudolf von Sebottendorf, nach dem er aus dem Osmanischen Reich zurück gekehrt war. Die Gesellschaft grüsste sich untereinander mit „Sieg und Heil“, woraus der Gruß der Nazis wurde. Das Publikationsorgan der Thule Gesellschaft war der Münchener Beobachter, auch Karl Mayr schrieb dort. Der ging 1920 in den Besitz der NSDAP über und wurde in Völkischer Beobachter umbenannt. Wieder zeigt uns das, das die Gesellschaft eine Tarnorganisation war, die tatsächlich keinen Besitz hatte. Ein Beispiel auch dafür, das die Gesellschaft teilweise in die NSDAP aufging. Es wäre nur sehr verständlich, das Hitler sich die wichtigsten Leute mit an Bord holen wollte. Der Kampfbund Thule war der militärische Arm der Thule Gesellschaft und bereitete aktiv einen Staatsstreich vor. Vor allen dies lag wohl im Interesse der NSDAP. Viele NS-Politiker begannen ihre Besuche an DAP/NSDAP Versammlungen als Gäste der Thule Gesellschaft. Mitglieder der Thule Gesellschaft gab es aber auch in der Roten Armee und in der KPD. Dabei arbeitete die Thule Gesellschaft aber stark mit Größen der SPD zusammen. Der Untergang der Thule Gesellschaft verlief gleichzeitig mit dem Aufstieg der NSDAP. 1925 löste sie sich offiziell auf. Auch das Hakenkreuz war eine Idee der Thule-Gesellschaft. Karl Haushofer, ein weiteres Mitglied der Thule Gesellschaft, entwarf die Theorie vom „Volk ohne Raum“, das war aber nur eine theoretische Fundamentation der Kriegsziele des 1. Weltkrieges. 

Aber, die Thule-Gesellschaft war keine Loge der Freimaurer, ja noch nicht Mal ein echter okkultistischer Zirkel. Man praktizierte dort keine Rituale und Magie. Es war eine politische Plattform der reaktionären Monarchie, um die Demokratie zu bekämpfen. Sebottendorf war eine Marionette, um Leute im Hintergrund unbeobachtet agieren zu lassen. Und als die Gesellschaft nicht mehr benötigt wurde, da zu viel Aufmerksamkeit bereits auf ihr lag, wurde sie durch eine andere ersetzt. Die Thule Gesellschaft war ein Kommandostab, die mit dem Aufbau der NSDAP ihren Sinn verlor.


2Erhard R. Wiehn, Werner Simsohn: Judenfeindschaft in der Zeitung. Leben, Leiden im NS-Staat, Folgen (1933-1945). Konstanz 2000. S. 15

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