Sonntag, 24. Mai 2015

Als die SED um NSDAP Mitglieder warb


Früher war alles besser, da waren Internationalsozialisten und Nationalsozialisten sich noch nicht spinnefeind und prügelten sich auf Demos. Nein da versuchte man noch zusammen eine bessere Welt zu schaffen. Man besann sich schlicht und einfach auf die Gemeinsamkeiten wie bspw. die Verstaatlichung von Banken, Zertrümmerung von Konzernen oder Enteignung von Grund und Boden, anstatt auf die Unterschiede wie bspw. die Namen und Abkürzungen der Parteien, so wie man es heute macht.

"Die SED ruft Dich [...], wenn Du nicht aus materiell – egoistischen Gründen, sondern aus Überzeugung und Idealismus einstmals zur NSDAP gegangen bist. Es war einfach klar: Wenn Du Hitler gefolgt bist, um Deutschland zu dienen, so bist Du unser Mann."

Aber dies ist auch nicht sonderlich verwunderlich, denn immerhin erklärte jener Hitler auch schon am 1. Mai 1927 (vgl. Toland, 1976, p. 306):
"Wir sind Sozialisten, wir sind Feinde der heutigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung für die Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen, mit seinen unlauteren Gehälter, mit seinen Auswertung eines Menschen nach Reichtum und Besitz, anstatt Verantwortung und Leistung, und wir alle sind entschlossen dieses System unter allen Bedingungen zu zerstören." 

Früher war einfach alles besser! Selbst in der eigenen Partei sind sie jetzt etwas unglücklich über die Vorsitzende der Linken und ihr Bekenntnis zum Kommunismus. Allerdings weniger aus inhaltlichen Gründen, wie die halbherzigen Distanzierungen zeigen, in der Sache haben dort nur die wenigsten an den Äußerungen von Gesine Lötzsch etwas auszusetzen. Man nimmt ihr vor allem übel, dass sie den Leuten so direkt auf die Nase gebunden hat, wohin die Reise mit der Linkspartei geht, sollte sie wieder an die Macht kommen.

Von einer “unglücklichen Formulierung” spricht Gregor Gysi entschuldigend, wer über Kommunismus rede, müsse damit rechnen, dass andere dabei auch an Stalin und die Mauer denken würden. Ja, an was denn sonst? Etwa an die Segnungen der chinesischen Kulturrevolution, die vorbildlichen marxistischen Erziehungsexperimente in Kambodscha oder die Vorzüge der kleinen Dschungeldespotie auf Kuba?

Ihren Kinderglauben an die moralische Überlegenheit des Kommunismus hat sich Die Linke in Deutschland bis heute nicht nehmen lassen, das gilt weit über die Linkspartei hinaus. Niemand klaren Verstandes käme auf die Idee, am Nationalsozialismus noch irgendetwas Gutes zu sehen, beim Kommunismus, der anderen und größeren mörderischen Ideologie des 20. Jahrhunderts, ist das selbstverständlich anders. Der Trick besteht darin, Idee und Ausführung zu trennen.

Linke meinten mit Kommunismus etwas “sehr Edles”, sagt Gysi in schöner Unschuld, nämlich eine “höchst gerechte und humane” Gesellschaft. Das Ideal ist nur, ohne die entsprechende Praxis nicht zu haben. Ich bin mir aber sicher das auch der Nazi vom Nationalsozialismus spricht und an etwas "sehr Edles" denkt. Oder meint jemand im Ernst, dass Nationalsozialismus und Linke nichts miteinander zutun hätten? Dagegen spricht bereits das "Sozialismus" im Namen.

Die Führungsspitze der NSDAP formierte sich aus vielen linken Politikern und gibt damit zu erkennen, dass der Nationalsozialismus eine linke Bewegung war. Der Nationalsozialismus, der Staat und Mensch komplett umkrempeln, wie es Rot-Grün ja auch machen will, hat wohl sicherlich keine konservative Ader, sondern die des Revolutionärs. Das würde auch damals klar so verstanden, Dr. Joseph Goebbels schrieb in seinem Buch Der Angriff (1931) folgendes:
"Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke... Nichts ist uns verhasstenr als der rechtsstehende nationale Besitzbürgerblock." 

Die Muslimbruderschaft,  die sich 1928 in Ägypten gründete, sah kein Unterschied in der Diktatur in Deutschland, oder dieser "sehr edlen" Sache, die die Kommunisten in der Sowjetunion zur selben Zeit abzogen und versuchten sich mit beiden anzufreunden. Die NSDAP sah ihren primären politischen Gegner dort, wo ihn auch die Linken sahen.

Das Regime der NS Zeit entsprach vielmehr dem Stalinismus als denn dem italienischen Faschismus. Und wie die Linken von heute schadete die NSDAP Deutschland katastrophal. Der Unterschied lag einzig darin, dass die NSDAP den Sozialismus einzig auf Nationalebene wünschte, während die anderen linken Bewegungen den internationalen Weg gingen. Oft wird angeführt, dass die NSDAP nicht Links war da sie die kapitalistischen Produktionsmethoden bei behielt. Das stimmt aber nicht. Herr der Produktionsmittel im 3. Reich war offiziell der Staat. So erklärte es Ludwig von Mises.

Dieses Dokument der ersten Nachkriegszeit, das ein Verfolgter des DDR-Regimes beim Recherchieren in Archiven fand, belegt eindrucksvoll die geistige Verwandtschaft der internationalen mit den nationalen Sozialisten.

Der Aufruf des SED-Kreisverbandes Sonneberg ist ein entlarvendes Beispiel, wie nahe sich die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiter Partei Hitlers fühlte.

Der Appell der Kreisverbandsleitung richtet sich explizit an den Bürger, der “aus Überzeugung und Idealismus einstmals zur NSDAP gegangen” ist, wenn er “dorthin ging im Glauben, das Gute, den Sozialismus zu finden. Denn was Hitler Dir versprochen hat und niemals hielt, das wird Dir die SED geben.”

Wie nahe sind sich doch braun und tiefrot! Und da bekommt es dann ganz neue Dimensionen wenn Gysi sagt, der Linke denkt an etwas "sehr Edles" wenn er vom Kommunismus spricht. Die absolut sozialistischen Versprechungen, die Hitler laut SED niemals hielt und die künftige Mauermörderpartei zu erfüllen gedachte, sind gemäß dieses Sozialisten-Schreibens:
“Verstaatlichung der Banken, Brechung der Zinsknechtschaft, Zertrümmerung der Konzerne und Truste, Abschaffung des Bildungsprivilegs, Gleichberechtigung aller Schaffenden, Bodenreform, Schutz der friedlichen Entwicklung und des Friedens überhaupt.” 
Wenn sie also dasselbe wie Hitler tun wollen, wie können sie sich ernsthaft als
Antipol bezeichnen? Und jetzt Achtung: “Wenn Du Hitler gefolgt bist, um Deutschland zu dienen, so bist Du unser Mann.” Wen wundert es, wie schnell Extremisten vom einen ins andere Lager wechselten und dies auch heute noch tun. Damals machten Goebbels und Freisler von den Kommunisten den kleinen Schritt seitwärts zu den Nazis, wo ein Eichmann sich ohnehin schon “politisch links” fühlte.

In der DDR wurden die alten Nazikader problemos in die SED integriert, eine Entnazifizierung wie im Westen fand dort nie statt. (siehe dazu: Mythos Entnazifizierte DDR) Aus HJ wurde FDJ, aus Gestapo Stasi und aus NSDAP SED. Einige Jahrzehnte später mutierte RAF-Mitbegründer Horst Mahler zum holocaustleugnenden NPDler. In die andere Richtung trippelte der Ex-Nazi Felix Benneckenstein, der jetzt als “Aussteigehelfer” zusammen mit extremen Linken unbescholtene Bürger aus der Mitte der Gesellschaft tyrannisiert.        

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