Eine kleine Hilfe zum Erkennen und Ausstieg aus der sozialistischen Matrix.

Montag, 25. Mai 2015

2. Judenfrage - Die Juden im Osten

Dieser Artikel ist im engen Kontext zum Artikel „Wer erfand das Vergasen?“  und Stalin unterstützte Hitler zu sehen.

Die sture Ausrichtung, bei der Ermordung europäischer Juden, auf Nazi-Deutschland wird der Problematik nicht gerecht. Wir betrachten lediglich einen Teil des Geäst, statt den ganzen Baum. Nazi-Deutschland war lediglich ein Symptom einer Krankheit, die in der Sowjetunion ausgebrochen war und nach Deutschland herüber kam. Die Unterschiede zwischen der Sowjetunion und Nazi-Deutschland waren nicht so fundamental.  Ein wichtiges Bindeglied war dabei die Muslimbruderschaft. Diesen Punkt gilt es separat zu betrachten. Doch es gibt weitere Probleme im Kontext zu betrachten, vor allem, weil die Mitgliedschaft vieler Juden im politischen System der UdSSR dazu diente, die Judenverfolgungen des Sowjet-Reiches zu überdecken. Wie konnte es so etwas geben? Nun ich denke es hat viel mit jüdischen Kritikern Israels zu tun, denen die Existenz Eines Judenstaates offenbar ein Dorn im Auge ist. Doch sehe ich weitere Probleme, so dass der heftig kritisierte Zionismus selbst eine sozialistische Idee war. All das war der deutschen Linken sehr hilfreich ihre wahre Rolle schön zureden. Doch das Spiel gerät zur Farce, da unüberbrückbare Widersprüche immer wieder offen zu Tage treten, zum Beispiel im Antisemitismus der Linken. Um in dieser Frage aber von A nach B zu gelangen ist es ein langer Weg. Auf diesem gilt es einige enorme Wandlungen zu sehen. Daher ist es wohl das Beste, mit der Situation im zaristischen Russland zu beginnen.

Teil 1 finden Sie hier: Die Jüdische Gemeinde und ihr Wandel

Die Juden im Osten

So ergab es sich, dass jüdische Gemeinden in Staaten liberalisiert wurden, obwohl diese prinzipiell absolutistisch und antisemitisch waren. Zar Nikolaus I. zum Beispiel war ein fanatischer Judenhasser und erließ viele antisemitische Gesetze. Aus eigenem Interesse heraus stärkte er jedoch die Ordnungskräfte, nicht nur die Geheimpolizei, sondern auch normale Polizei und Gendarmerie. Dadurch waren es den Rabbinern nicht mehr möglich, nach Gutdünken, mit ihrer Paralleljustiz fortzufahren. So wie es etwa in Polen vor 1795 Gang und Gäbe war. So befahl z.B. kurz vor 1840 ein "heiliger Rabbi" (ein Zaddik) in einer kleinen jüdischen Stadt in der Ukraine die Ermordung eines Häretikers, der in das kochende Wasser der städtischen Bäder geworfen werden sollte. Zeitgenössische jüdische Quellen vermerken mit Erstaunen und Erschrecken, dass Bestechung "keine Wirkung mehr hatte" und nicht nur die Täter, sondern auch der "heilige Mann" schwer bestraft wurden. Das Regime von Metternich war in Österreich vor 1848 notorisch reaktionär und den Juden gegenüber sehr unfreundlich eingestellt, ließ aber nicht zu, dass liberale Rabbiner vergiftet wurden. Im Laufe des Jahres 1848, als die Staatsmacht vorübergehend geschwächt wurde, war das erste, was die Führer der jüdischen Gemeinde in der galizischen Stadt Lemberg (jetzt Lviv, Lwów bzw. Lvov) mit ihrer neu erlangten Freiheit taten, den liberalen Rabbiner der Stadt zu vergiften, den die winzige nichtorthodoxe jüdische Gruppe der Stadt aus Deutschland geholt hatte.

Die Entwicklungen in der Reformation eines neuen Judentums, den die Juden unter den neuen Bedingungen selber weiterentwickeln konnten, schritt in Westeuropa sehr viel schneller und freier voran als im Russischen Reich, was auch einen Teil Polens mit einschloss. Daraus entwickelte sich eine Zweiklassengesellschaft unter den weltweiten Juden. Im Westen allerdings, ganz besonders im anglikanischen Teil der Welt, führte das zu enormer Verwirrung. Denn man meinte, dass dieser neue Typ Jude, der so viele Künstler, Literaten, Wissenschaftler usw. hervorbrachte, das Leitbild des „typischen Juden“ sei. In Russland allerdings, das nur ein totalitäres Regime nach dem anderen ablöste und jedes so antisemitisch wie das zuvor war, war das ganz anders. Hier lebten Juden unter ganz anderen Bedingungen, es gab keine Freiheiten wie in der liberalen Welt. Das Bild des Juden war hier ein ganz anderes und düsteres.

Dies führte zu ideologischen Schwierigkeiten unter den Linken. Eine Untersuchung der radikalen, sozialistischen und kommunistischen Parteien fördert viele Beispiele versteckten oder offenen Antisemitismus zutage. Der Antisemitismus war von Anfang an bei der sich entwickelnden linken Weltsicht dabei, er war typisch und grundsätzlich. Auch Karl Marx war keine Ausnahme. Nur dann passierte etwas sehr tragreiches. Sozialismus und Kommunismus erhielten eine geballte neue Schubkraft durch die Entwicklungen im Zarenreich, die sozialistische Revolution und dem Sieg Lenins. Es wurde ein eigener Stempel aufgedrückt, der allerdings ein völlig anderes Judenbild als Westeuropa und Nordamerika hatte.

Von der UdSSR aus kamen neue Impulse in den weltweiten Sozialismus, die aber durch die lokalen Besonderheit in Konflikt gerieten. Ein sehr ernstes Problem war dabei der liberale Jude. 
Dieser verhält sich mit der Propaganda aus Moskau, wie das Wasser zum Feuer. Da aber die Partei immer Recht hat, musste dieses Problem angepasst werden. Es ist also nicht verwunderlich, wenn sich die „Protokolle der Weisen von Zion“ von der Zarenzeit problemlos in den neuen Arbeiter und Bauernstaat retten konnten. Das diente als die Lösung zum Problem. Da wurde der Gedanke an eine jüdische Verschwörung schnell wieder aufgenommen, beziehungsweise gar nicht fallen gelassen. Die Juden infiltrierten alles, das erklärte dem Bolschewisten, warum es so viele jüdische Politiker in den Staaten des Klassenfeindes gab. Und rechtfertigte die Judenpogromen im eigenen Land, damit die Reaktion nicht siege. Denn es stand außer Frage für Bolschewisten, dass der jüdische Politiker im Westen, die Konterrevolution unterstützt, mit Hilfe der hiesigen Juden. 

Unterstützend kam hinzu, dass die jüdischen Gemeinden im Zarenreich die Mittelschicht gebildet hatten. Die Linken sahen auch in der wirtschaftlichen Mittelschicht Europas den Klassenfeind als Primäres Ziel, auch wenn sie von den Bankern und Großindustriellen immer redeten. In der Logik Moskaus musste also ein Zusammenhang zwischen der Mittelschicht in den europäischen Staaten und den Juden bestehen.

Hinzu kommt, das in jener UdSSR viele Muslime lebten, die ohnehin Juden hassten und auf den fahrenden Zug aufsprangen. Da entwickelten sich dann einige folgenschwere Beziehungen zur Muslimbruderschaft. Hier, ebenso wie in Nazi-Deutschland.

Die Diskrepanzen in der linken Logik fallen schnell auf. Der Zionismus, eigentlich eine sozialistisch jüdische Bewegung, diente dem Bolschewisten zur Untermauerung einer jüdischen Weltverschwörung. Alle Juden wurden zu Zionisten erklärt. Es war dem Bolschewisten unvorstellbar, das ein Jude einfach nur Mensch war. Noch gefangen im Bild der totalitären Gemeinden, nahm der Bolschewist an, ein Jude würde immer einem Rabbi gehorchen und die sprechen sich natürlich ab und das Weltweit. Der schlimmste aller Juden war aber der liberale, der war so verschlagen, das er allen vorgaukelte: „Das ist einer von uns“. Dieser war die grösste Gefahr überhaupt. Was sich hier abspielte ist etwas, das sich zu einer fixen Idee entwickelte, eine Wahnvorstellung ähnlich dem Hexenwahn. Selbst der Kibbuz wird verteufelt von den Linken bis heute, ganz ignorierend das es sich dabei, um praktizierten Kommunismus handelt.

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